The Best Of 2019 Vol. 07

The Best Of 2019 Vol.: 07

01. Go Go Berlin – Love Me

02. Foals – In Degrees

03. The Cranberries – The Pressure

04. Sultans Court – Haunted

05. Izzy Bizu – Lights On

06. Metronomy – Lately

07. Wanda – Ciao Baby

08. Blanks – Don’t Stop

09. Shura – Religion (You Can Lay Your Hands On Me)

10. SebastiAn feat. Gallant – Run For Me

11. Lana Del Rey – Doin‘ Time

12. SOMA – Slow

13. Crooked Colours feat. Ladyhawke – Never Dance Alone

14. Barrie – Darjeeling

15. Zala Kralj & Gašper Šantl – Sebi

16. Badger – Mirrors

17. A Choir Of Ghosts – Southwest Of The Moon

18. Gorgon City feat. Kaskade & Roméo – Go Slow

19. Kaiser Chiefs – Record Collection

20. The Bad Tones – Over Me

21. Lupid – Happy End

22. Lil Kleine & Ronnie Flex – Stoff & Schnaps
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Kaiser Chiefs - Record Collection

Kaiser Chiefs – Duck Sound

Sie sind in ihrem 20. Jahr der Bandgeschichte und haben vieles durchgemacht. Von einem der größten Hypes in Großbritannien – dem Indierock – profitiert, hatten die fünf Jungs aus Leeds Mitte der 2000er mit Songs, wie Oh My GodI Predict A Riot, Ruby oder Never Miss A Beat ihre erfolgreichste Zeit erlebt. Bis plötzlich, mit der 2011er Veröffentlichung des vierten Albums The Future Is Medieval ein Dämpfer einsetzte, denn erstmals verpassten sie damit die Top-10 der britischen Albumcharts. Doch bereits mit dem nachfolgenden Album Education, Education, Education & War war ihnen Platz 1 wieder sicher. Nun stehen die Kaiser Chiefs davor – am 26. Juli – ihr siebtes Studioalbum DUCK zu veröffentlichen und kündigen dies mit den Worten an: Wir hatten für das neue Album zwei Grundideen. Einerseits wollten wir, dass das kommende Album die typische DNA der Kaiser Chiefs besitzt, andererseits arbeiteten wir daran, den Geist von Northern-Soul-Platten mit einzubeziehen. All das ist auf DUCK zu finden und zeigt ein Kaiser Chiefs Album aus rhythmischen Hooks und einem Refrains, der zum tanzen einlädt. Mit der ersten Singleauskopplung Record Collection sind die Kaiser Chiefs wieder am Anfang ihrer Karriere angekommen. Klingen sie doch frisch, frech und zeigen mit ihrem lauten Gitarren- und Synthiesound, wie sehr sie ihre Spielwut zurückerlangt haben. Record Collection zeigt den wunderbaren Weg der Band auf, den wir alle in den vergangen 20 Jahren mit der Band und ihrer Musik erlebt haben. Und trotzdem bleiben die Jungs um Frontsänger Ricky Wilson eine Band der Nachbarschaft und wirken auch nach so langer Zeit noch wie Freunde von nebenan – nur eben mit einem neuen Album.

Mark Ronson feat. Lykke Li - Late Night Feelings

Mark Ronson feat. Lykke Li – Eine verkannte Partynacht

Independent trifft Mainstream. So in etwa könnte man die Kollaboration von Lykke Li mit Mark Ronson beschreiben. Hatte Lykke Li 2011 einen weltweiten Hit mit I Follow Rivers, entsprang dieser aber dem The Magician Remix, der sich auch in Deutschland an die Spitze der Charts setzte. Alle sonstigen Veröffentlichungen Lykke Lis sind vielmehr größtenteils nur ihrer Fangemeinde bekannt oder in den Playlisten von Independent-Radiostationen zu finden. Mark Ronson wiederum ist in den Chart zu Hause und tritt seit 1998 als Produzent von Künstlern wie Nikka Costa, Macy Gray, Christina Aguilera, Amy Winehouse, Robbie Williams oder den Kaiser Chiefs auf. Darüber hinaus ist Ronson selbst seit 2003 als Künstler mit eigener Musik in den Charts vertreten und arbeitete mit Künstlern, wie Lily Allen, Amy Winehouse, Bruno Mars, Miley Cyrus und nun eben auch Lykke Li zusammen. Auf ihrem gemeinsamen Song Late Night Feelings treffen sich die beiden dann auch zum Katergefühl, nach einer aufregenden Nacht. Dabei klingt Late Night Feelings nach einer wabernden Retrospektive einer Nacht, die von Auf und Abs geprägt ist. So gibt die Grundstimmung einen ruhigen Sound vor, der vor allem beim Refrain ins verspielte rutscht, nur, um zum Ende hin in einen Traumzustand zu gleiten. Ronson hat hier für sein kommendes, fünftes Studioalbum Late Night Feelings, nach Nothing Breaks Like A Heart bereits den zweiten Song veröffentlicht, der sich an das Model des melancholischen Sounds der 80er Jahre anlehnt und diesen wunderbar in die Neuzeit transportiert. Dabei verfolgte Ronson, wie er selbst sagt, das Ziel traurige Hits zu schreiben, da diese eine größere emotionale Resonanz beim Hörer auslösen. Dies hat er auf Last Night Feelings wunderbar geschafft und nebenbei abermals die Hitmaschine angeworfen.

Lollapalooza Berlin 2016 – Großstadtdschungel – Tag 1

Lollapalooza Berlin 2016

Lollapalooza Berlin 2016

Es war der Schmelztiegel der Festival-Sommers. Bei so gut wie keinem anderen Festival in diesem Jahr und dieser Größe gab es wohl bessere Wetterbedingungen als bei dem am 10. und 11. September stattgefundenen Lollapalooza. Bereits das zweite mal machte das, aus Chicago kommende, Festival halt in Deutschland und somit Berlin.  Was 2015 noch mit knapp 45.ooo Besuchern durchgeführt wurde, reichte 2016 mit 70.000 Gästen pro Tag um das größte Stadtfestival Deutschlands zu werden. Ob nun der Begriff Stadtfestival sein muss, um sich zu positionieren – darüber kann man streiten – doch auch ohne diesen Zusatz war das Festival mit insgesamt 140.000 Besuchern an zwei Tagen eines der größten des Landes. So zog es natürlich auch einige namhafte Künstler an und konnte mit Headlinern wie Radiohead und den Kings Of Leon aufwarten. Aber auch fernab der großen Namen gab es viele sehenswerten Acts und vor allem einen ganz großen Highlight –  dem Festivalgelände selbst.

Vom Stadtpark zum Märchenwald

Wer den Treptower Park kennt, weiß, dass der Park so einige verzauberte Ecken hat. So kam dazu, dass die Veranstalter des Lollapalooza’s überall, ob der vielen Bühnen, Getränke- und Imbissstände, kleine Entdeckerinseln schufen. Da konnte man sich kostenlos Fotos in einer Fotobox erstellen, in einem Zirkus seinen Kopf durch Schablonen stecken und so Bilder als Dompteur oder Rad fahrender Bär machen. Aber boten natürlich auch die Sponsoren allerlei Unterhaltsames an ihren Ständen an. Mit einem Pop-up Club der ganz besonderen Art, sorgte hier eine Zigarettenmarke für viel Aufsehen. War der Club doch voll mit Technik und neuesten Hightech-Equipment. Da konnte man mit Virtual Reality Brillen in eine digitale Wüste eintauchen oder harte Drum’n’Bass Beats mit seiner bloßen Hand in der Luft erzeugen. Dies alles wurde von einem spacigen Design abgerundet.

Von Lindsey Stirling bis Max Herre

Der Samstag begann mit dem Auftritt der amerikanischen Violinistin Lindsey Stirling. Bekannt für ihren Mix aus klassischer Musik und Dubstep schaffte es Stirling erstaunlich schnell eine große Menge an Zuschauern vor die Mainstage 2 zu bewegen. Da wurden ihre aktuellen Singles wie Prism und Something Wild genauso gespielt, wie ihre bekanntesten Songs Crystallize und Shatter Me. Nach knapp einer Stunde war der Zauber der Violine vorbei und ließ sichtbar viele fragende Gesichter zurück. Konnten einige doch nicht glauben, dass sich klassische Violinenmusik so gut mit Dubstep verträgt und dieser Mix sogar tanzbar war. Während auf der Mainstage 1 die Briten von Catfish And The Bottleman mit ihren großen Hits Homesick und Kathleen begannen und auf der Perry’s Stage der norwegische DJ Matoma mit sommerlichen Tropical House Remixen für Open-Air-Stimmung sorgte, drehte ein kleiner Underdog auf der Alternative Stage so richtig auf. Mit Songs wie What Love, Four, Give Me A Reason oder OB1 zeigten die Australier von Jagwar Ma, was für einen fantastischen Psychedelic Rock die drei drauf haben. Immer ein wenig an der Grenze des künstlerischen Ausprobierens zeigte vor allem Sänger Gabriel Winterfield mit seiner Spielfreude, dass sich die Band gerne auch mal einfach der Musik hingibt und so ein Song schnell mal 6-7 Minuten lang werden kann. Bewundernswert hierbei war, dass trotz der langen Songs nie Langeweile aufkam.

Kaiser Chiefs – Wir spielen um unsere Berechtigung

Keine halbe Stunde nach Jagwar Ma kamen die britischen Indie-Urgesteine auf die Bühne. Auf einer überdimensionalen LED-Wand im Hintergrund wurden in großen Lettern die Kaiser Chiefs angekündigt, welche die Indie-Bewegung der 2000er wie kaum eine andere Band mitbestimmt haben und mit modernen Klassikern wie Ruby, I Predict A Riot, Oh My God oder Never Miss A Beat für die Dancefloorkiller sorgten. Doch nachdem ihr 2011er Album The Future Is Midieval sehr deutlich die Erwartungen verfehlte und auch das nachfolgende Album Education, Education, Education & War, außer in Großbritannien, eher verhalten aufgenommen wurde, hatten es die fünf Briten in letzter Zeit recht schwer.

Ob die musikalische Neuausrichtung auf ihrem, am 7. Oktober erscheinendem, sechsten Studioalbum Stay Together für eine Kehrtwende sorgt, werden wir in einigen Wochen wissen. Was allerdings fernab des kommerziellen Erfolges bei den Kaiser Chiefs immer erwartbar ist – das ist eine atemberaubende Show. Und diese gab es dann auch. So sang sich Ricky Wilson durch 60 Minuten vollgepackt mit allen relevanten Kaiser Chiefs Songs und zeigte dabei eine Energie, die man sich bei so einigen Künstlern hätte gewünscht. Da sprang Wilson von einer Monitorbox zur nächsten und sang sich durch Ruby, Parachute, Coming Home, Modern Way, Hole In My Soul und viele mehr. Zwischendurch plauschte Wilson dann immer wieder mit dem Publikum und wies auf das kommende Album und die anstehende Tour hin. Immer wieder dabei, die Manager und Tourmitglieder fernab der Band, die im Graben standen und sich das Spektakel zwischen Band und Publikum ansahen. So war man nach 60 Minuten ausgepowert und brauchte erst einmal etwas Entspannung.

Vom unendlichen Chillen zu tiefen Emotionen

Von den Kaiser Chiefs in Richtung der Mainstages aufgemacht, empfing Max Herre alle dazugestoßenen mit Songs wie Wolke 7 oder Esperanto. Seine unglaublich entspannte Art und sein lässiger Gesang passten wunderbar zu den 30°C und Sonnenschein. Auf der Bühne unterstützt hatten ihn Joy Denalane, Philipp Poisel, Afrob und Megaloh. Hier sang sich Philipp Poisel dann bereits für seinen Auftritt auf der Mainstage 1 warm, denn direkt nach Herre ging es für ihn dort weiter. Hatte er in den letzte zwei Jahren gerade mal fünf Auftritte absolviert, sollte das Lollapalooza als großes Comeback dienen. Schließlich kam eine Woche später seine neue Single Erklär Mir Die Liebe raus. Doch was Poisel hier auf der Bühne ablieferte, ließ wohl die größten Fans sprachlos zurück. Denn es flossen Tränen. Nicht etwa beim Publikum, sondern bei Poisel selbst. Wer bereits Auftritte des Baden-Württembergers genießen konnte weiß, dass Poisel einen verletzbaren Charakter hat. Mit seinen Texten, die tief berühren können und seiner zurückhaltenden Art des Vortragens zeigt er seit Beginn seiner Karriere, dass er kein Rampenlichtkünstler ist. Auf dem Lollapalooza allerdings, begann Poisel bei seinen Songs dann tatsächlich zu weinen. Und genau dieser Moment war es, der Menschen, die nicht zu Poisels Fans zählen, die Gänsehaut auf die Arme brachte. Obwohl das Konzert von Arte Concerts mitgeschnitten wurde, gibt es diesen Teil leider nirgends im Netz zu finden. Und das, obwohl genau dieser Auftritt wohl der authentischste des ganzen Festivals sein sollte. Denn was kann es wertvolleres geben, als ein Künstler, der seine Texte fühlt und tatsächlich zu ihnen eine Verbindung aufweisen kann? So sang das Publikum, wenn Poisel die Stimme versagte, und ging mit allen Songs des 31 Jährigen mit.

Es folgt DER HEADLINER

Anderthalb Stunden. So lange dauerte die Umbauzeit auf der Mainstage 1 von Philipp Poisel zu Kings Of Leon. Und obwohl der Platz vor der Bühne bereits bei Poisel bis zu den hinteren Bäumen gefüllt war, kamen gefühlt nochmal mindestens 40% der Festivalgänger dazu. Alles, um die amerikanische Rockband Kings Of Leon zu sehen. Wurde einen Tag zuvor ihre neue Single Waste A Moment, des kommenden Albums We Are Like Love Songs, veröffentlicht, sollte es insgesamt bei nur zwei Songs aus diesem Album bleiben. Vielmehr spielten die KOL’s auffällig viele Songs aus ihrem dritten, vierten und fünften Album. Hier waren allen voran Songs wie Closer, On Call, Notion, Fans, Pyro und natürlich Use Somebody und Sex On Fire die absoluten Lieblinge des Publikums – konnten hier doch viele mitsingen.

Was allerdings sehr stark auffiel – und das im direkten Vergleich zu den anderen Künstlern dieses Tages – war, dass sich die Band um Caleb Followill nicht wirklich bemühte eine Verbindung zum Publikum aufzubauen. So folgte ein Song nach dem anderen und zwischendurch ab und an ein We Love you, We are Kings Of Leon oder You’re the best. Was genau Followill mit dem letzten Satz eigentlich meinte, konnte man anhand des nicht überspringenden Funken, kaum erfassen. Einen kurzen Moment der Persönlichkeit gab es dann allerdings doch, als Caleb Followill das Publikum bat für seinen Cousin Matthew zum Geburtstag ein Ständchen zu singen. Gesagt, getan ging es für die Band schnurstracks weiter im Programm. So folgte ein Song nach dem anderen und so blieb das Konzert unerwartet unspektakulär und störrisch.

Und so kam man am Ende des Tages mit den ersten Highlights nach Hause und freute sich auf den zweiten Tag, der den Drang nach Wasser und Schatten im Vordergrund rücken lassen sollte. Dazu dann morgen mehr.

Lollapalooza Berlin 2016

Lollapalooza Berlin 2016

The Best Of 2016 Vol.: 07

The Best Of 2016 Vol.: 07

The Best Of 2016 Vol.: 07

01. Agnes Obel – Familiar

02. Bear’s Den – Auld Wives

03. Blossoms – Getaway

04. Chairlift – Moth To The Flame

05. Drake feat. Wizkid & Kyla – One Dance

06. Dusky – Ingrid Is A Hybrid

07. Gorgon City feat. Vaults – All Four Walls

08. Kaiser Chiefs – Parachute

09. Matt Corby – Brother (Kygo Remix)

10. Mike Posner – I Took A Pill In Ibiza (Seeb Remix)

11. MØ – Final Song

12. Please The Trees & Elpida – Píseň

13. Shura – What’s It Gonna Be

14. Sigur Rós – Óveður

15. The Coronas – Taibhse Nó Laoch(ra)

16. Tourist – Run

17. Two Door Cinema Club – Are We Ready (Wreck)

18. Usher – Crash

19. White Lies – Take It Out On Me

20. Young Franco feat. DIRTY RADIO – Drop Your Love

Usher – Die Überraschung des Jahres

Usher - Crash

Usher – Crash

Es ist das Jahr der großen Veränderungen in der Musiklandschaft. Viele Bands und Musiker verspüren den Drang sich zu verändern, neuem aufgeschlossen zu sein. So haben zuletzt Acts wie Alicia Keys, die Kaiser Chiefs oder Tom Odell mit deutlich verändertem Sound eine Neuausrichtung ihres Genres gewagt.

Dazustoßen kann nun US-R&B-Star Usher, der zuletzt mit Eurodance und EDM-Featurings eher für seichte Musik gesorgt hatte. Durch Kollaborationen mit den omnipräsenten Künstlern wie Pitbull und will.i.am verspielte sich Usher bei vielen R&B-Fans die Gunst und konnte dadurch seit sechs Jahren keinen einzigen Nummer-Eins-Hit mehr feiern. Dies soll sich nun ändern. So veröffentlicht der mittlerweile 37 jährige Amerikaner mit ‚Crash‘ einen modernen R&B-Song, der mit seiner hohen Stimme brilliert und durch einen reduzierten Sound überzeugt. Zu hören ist ein, auf seine Stärken konzentrierter, Usher, der mit einem klaren und starken Beat, der zum aktuellen Trend des Tropical-R&B-Sounds tendiert, zurück ins Gedächtnis der Fans gelangt, die ihm einst blind folgten. So ist ‚Crash‘ ein frischer und erwachsener Song, der Usher wohl viel Kritikerlob zukommen lassen wird.

Kaiser Chiefs – Aus Protest wird Leichtigkeit

Kaiser Chiefs - Parachute

Kaiser Chiefs – Parachute

Wow. Was für eine Bombe haben die Kaiser Chiefs sich da geleistet?! Vorgestern haben sie ihre erste Single ‚Parachute‘, aus ihrem im Oktober erscheinendem sechsten Album ‚Stay Together‘, veröffentlicht und stellen die Kaiser-Chiefs-Fangemeinde auf den Kopf. Die Kommentare auf ihr dazugehöriges Audio-Video überschlagen sich und waren sich selten so einig wie jetzt, dass es die Band Kaiser Chief so nicht mehr gibt.
Doch warum die ganze Aufregung? ‚Parachute‘ ist eine Indie-Nummer, wie sie viele neue Bands gerne als Debütsingle haben würden. Und Kasier Chiefs waren auch immer Indie. Nur eben Indie-Rock. ‚Parachute‘ hingegen ist eine lupenreine Indie-Pop Nummer, die aus elektronischen Beats und einem Take That sehr stark ähnelnden Gesang besteht. Um ehrlich zu sein hat die Stimme des Frontsängers Ricky Wilson gar nichts mehr mit der gemein, die noch auf dem Protestalbum ‚Education, Education, Education & War‘ zu hören war. Klingt Wilson doch mehr nach Gary Barlow als nach seinen früheren Songs.
Doch auch wenn diese ganzen Veränderungen eine völlig neue Musikrichtung hervorgebracht hat, ist ‚Parachute‘ keineswegs schlecht. So ist der Song eingängig, hat eine populäre, elektronische Melodie und bleibt im Ohr. Und zwar so lange, bis man ‚Parachute‘ so oft gehört hat, dass man es nicht mehr zählen kann. Zum Ende wird dann sogar noch ein hymnenhafter Sound rausgehauen, der von Coldplay kommen könnte.
Ja – die Kaiser Chiefs der Nullerjahre sind Vergangenheit. Doch hat die Zeit der innovativen Kaiser Chiefs gerade erst begonnen.