The Best Of 2020 Vol. 13

The Best Of 2020 Vol.: 13

01. Ace Marino – Communication (zum Artikel)

02. Tash Sultana – Beyond The Pine (zum Artikel)

03. HÆLOS – Hold On (zum Artikel)

04. London Grammar – Baby It’s You (zum Artikel)

05. Declan J Donovan – Perfectly Imperfect (zum Artikel)

06. Janelle Monáe – Turntables (zum Artikel)

07. SIND – Bataillon d’Amour (zum Artikel)

08. Birdy – Open Your Heart (zum Artikel)

09. Of Monsters And Men – Visitor (zum Artikel)

10. Paul Woolford & Diplo feat. Kareen Lomax – Looking For Me (Extended Mix) (zum Artikel)

11. Miley Cyrus – Midnight Sky (zum Artikel)

12. Melanie C – In And Out Of Love (zum Artikel)

13. Glasvegas – Keep Me A Space (zum Artikel)

14. Hayden Calnin – Mountain Steeps (zum Artikel)

15. Hugo Barriol – Stay (zum Artikel)

16. The Whitest Boy Alive – Serious (zum Artikel)

17. GASHI feat. Sting – Mama (zum Artikel)

18. Jamie Cullum – Don’t Give Up On Me (zum Artikel)

19. Master KG feat. Nomcebo – Jerusalema (zum Artikel)

20. H.O.S.H. feat. Ost & Kjex – Woohoo (Original Mix)
Tash Sultana - Beyond The Pine

Tash Sultana – Liebe gehört Dir

Es war ein fulminanter Start – von der Straßenmusik, bis in die Albumcharts weltweit. Das Debütalbum Flow State mit Songs, wie Murder To The Mind, MystikSalvation und Harvest Love schaffte es in 14 Ländern in die Charts und das, ohne große Promotion zu betreiben. Tash Sultana überzeugt durch die Musik, die Videos und sich selbst. Nachdem bereits mit Can’t Buy HappinessGreed und Pretty Lady, sowie die Kollaboration mit Matt Corby auf Talk It Out und die Zusammenarbeit auf Milky Chances Single Daydreaming, veröffentlicht wurden, rückt der Releasetermin des zweiten Albums immer näher. Zwar steht der genaue Veröffentlichungstermin von Terra Firma noch immer nicht fest, wird zumindest davon gesprochen. es noch in diesem Jahr zu veröffentlichen. Mit Beyond The Pine hat Sultana nun den fünften Song veröffentlicht und einen deutlich ruhigeren Vibe angeschlagen. Hier singt Sultana über einen smoothen Beat aus Loops und lässt die so großartig beherrschende Gitarre nur hier und da musikalisch aufleuchten. Im dazugehören Musikvideo sehen wir die beiden professionellen australischen Tänzer Timothy Spring und Chris Haines die verschiedenen Phasen einer Partnerschaft körperlich umsetzen.

Tash Sultana

Tash Sultana

Durch ihre Bewegungen sehen wir Liebe, Wut, Trauer und Versöhnung in nur vier Minuten. Die Idee hinter dem Song und dessen Musikvideo ist es, Trost in der Natur zu finden und zu erkennen, wenn man die richtige Person im Leben gefunden hat – so Sultana. Dass Sultana gerade davon schreibt, wundert nicht – verfolgt man den Instagram-Account Sultanas. Denn hier präsentiert Sultana seit einiger Zeit eine Partnerin an der Seite, mit der Sultana alles teilt und uns daran teilhaben lässt. War Sultana in der Zeit vor Flow State eher zurückhaltend und introvertiert, wirkt Sultana nun immer öfter gelassen und entspannt. Gleichwohl die Intention hinter Beyond The Pine eine wichtige Message vertritt: Liebe gehört dir, egal welche Farbe, Rasse, Geschlecht, Religion, Sexualität oder Identität du hast – so Sultana selbst über den neuen Song. Auch wenn die einst so prägende Gitarre auf Beyond The Pine deutlich in den Hintergrund geraten ist, zeigt sich Sultana reifer und klingt durch die Arbeit mit der Loop-Station dennoch äußerst frisch.

Declan J Donovan - Perfectly Imperfect

Declan J Donovan – Der Weg zu sich selbst

Er ist einer dieser stillen Helden im Musikbusiness. Mit Songs, wie Better und Homesick hatte der Brite, der aus dem südosten Englands kommt 2018 und 2019 zwei so wunderbare, wie einfühlsame Songs veröffentlicht, dass man ihn zu sich auf die Bank bitten wollte, um mit ihm über die Sorgen und Nöte zu sprechen. Seine einfühlsame Stimme, der samfte Singer/Songwriter-Sound und die aufflammend, euphorischen Momente in seinen Songs lässt Donovan zu diesem stillen Helden seiner Fans werden. Der Überraschungshit Pieces sollte seinen Song 2018 schließlich in Deutschland zum Radio-Hit werden lassen und damit ein weitaus größeres Publikum ansprechen, als er es in seinem Heimatland bisher geschafft hat. Momentan befindet sich der Brite in Berlin um an seinen Songs zu arbeiten und lernt dabei nicht nur den Berliner Sommer kennen, sondern gleichzeitig auch sich selbst. Steht die Stadt für Offenheit, Toleranz und hat gleichzeitig eine ordentlich Is-mir-doch-egal-Attitüde findet sich der junge Singer/Songwriter gerade hier so wohl, wie selten zuvor. Das zeigt auch seine neueste Single Perfectly Imperfect, die sich mit der eigenen Unzulänglichkeit auseinandersetzt. Hierbei geht es nicht um das Baden im Mitleid oder einer Hingabe an sein Schicksal, sondern wird vielmehr die Tatsache, dass man nicht perfekt sein muss, dafür genutzt, stärker zu werden.

Declan J Donovan

Declan J Donovan

Sich selbst zu sagen, dass nicht alles perfekt sein muss und dennoch gut so ist. Begleitet von einem Piano singt sich Donovan durch eine Liebeserklärung, die schmerzvoller zugleich nicht sein könnte. Dabei sucht der Sänger Zuversicht zu sich selbst und wächst gerade Tag für Tag an seinen Aufgaben, Herausforderungen und persönlichsten Hindernissen. Hat Donovan einen Plattenvertrag bei Polydor in Deutschland unterschrieben, arbeitet er in Berlin zur Zeit an seinem Debütalbum. Mit einem emotionalen Leitweg und ganz viel Gefühl singt sich der Singer/Songwriter nun mit einer neuesten Single noch tiefer in die Herzen der Fans und spricht gleichzeitig über ein Thema, womit viele Menschen und Jugendlich immer wieder ins Hadern kommen. Sanft, gefühlvoll und dennoch voller Kraft lässt uns Declan J Donovan an seinen Gefühlen teilhaben und reisst uns einen Moment raus, aus dem hektischen Alltag. Perfectly Imperfect ist hoch emotional und reinigt gleichzeitig unsere Seele mit einem warmen Gefühl, das uns Donovan in knapp dreieinhalb Minuten so ruhig und authentisch präsentiert, dass wir nicht anders können, als uns auf der Bank an einem ruhigen Ort zu wünschen, er würde sich daneben setzen und ein paar Zeilen singen.

Sultans Court - Running

Sultans Court – Wer ist schneller?!

Prokrastination ist mittlerweile ein geläufiger Begriff in unserer Gesellschaft. Gedrängt vom Optimierungswahn, vom ewig neuen Herausforderungen Entgegentreten oder dem Abarbeiten von Aufgaben-Listen – immer öfter sehen wir uns in einem Strudel aus zu wenig Zeit, zu vielen Aufgaben und Wünschen ums nicht Untergehen kämpfen. Dabei sind unsere stetigen Begleiter die Sozialen Medien, die mit einem Wisch all den Stress wegswipen lassen. Ob nach links, rechts oben oder unten, ein Wisch und wir sehen neue, unbekümmerte Bilder, die uns sagen, dass das Leben doch gar nicht so hart ist. Handy ausgemacht, schlägt uns die Uhr ihre Ziffern mit voller Wucht um die Ohren und wir rennen schneller, um die verprasste Zeit wieder einzuholen. Genau dieser Geschwindigkeit unseres Lebensalltags haben die Berliner von Sultans Court einen Song gewidmet. Dabei spielen Julius, Konstantin, Leander und Markus in ihren Songs einmal mehr mit einem herausragenden Mix aus Indie, elektronischen Beats und einer topaktuellen Abbildung gesellschaftlicher Themen.

Sultans Court - Up Close EP Sultans Court – Up Close EP

Running bedeutet auch die Fortsetzung des dunklen Indiesounds, den die Band bereits mit HauntedShutdown oder Good Enough präsentierte. Während des Lockdowns hatten die Jungs viel Zeit, sich über ihre Musik Gedanken zu machen und ertappten sich dabei, immer mehr zu sich selbst zu kommen. Das beeindruckende Musikvideo zu Running trägt einen anderen, wichtigen Teil zu der Message des Songs bei. Was läuft gut, wenn wir uns hetzen, in Eile sind. Wo hechten wir einem kurzen, intensiven Moment hinterher und wo beginnen substantielle Entscheidungen richtig oder falsch zu sein?! In dem sehenswerten Video geht es um den Rausch, um den Tod, um Exzesse und pure Angst. Aus diesen Begriffen hat sich nun die zweite EP Up Close geformt, die am vergangenen Freitag erschienen ist. Darauf enthalten sind neben Running und Good Enough auch die Songs SublimeWarning Signs und Run Over. Sultans Court lassen ihren eigenen Sound wachsen und klingen auf der neuen EP lockerer und flüssiger, halten aber dennoch an der düsteren Atmosphäre ihres Sounds fest.

Sylvan Esso - Frequency

Sylvan Esso – Der leise Sound des Positiven

Die Schlagzahl erhöht sich. Hatten Sylvan Esso vor knapp acht Wochen mit Ferris Wheel die erste Single aus ihrem dritten Album Free Love veröffentlicht, folgte knapp vier Wochen später mit Rooftop Dancing bereits die zweite Auskopplung. Nun, gerade einmal vier Wochen nach ihrer zweiten Single und zwei Wochen vor der Veröffentlichung von Free Love, bringt das aus North Carolina kommende Duo, mit Frequency die dritte Single auf den Markt und orientiert sich im Sound dabei an Rooftop Dancing. Beide haben – im Gegensatz zur Leadsingle Ferris Wheel einen charmant, zurückhaltenden Sound und überzeugen durch die positiven Beats, die Nick Sanborn hier produziert hat. Dabei singt Amelia Meath bezaubernd über einen minimalistischen Folk-Dance-Beat, der immer wieder durch massive Bassblasen verstärkt wird. Im Video sehen wir Meath auf einer Golfanlage völlig schräge Tanzbewegungen vollziehen, bis sich, nach und nach, immer mehr Menschen um sie herum versammeln und ihre Bewegungen mitmachen. Hier hat Singer/Songwriter Moses Sumney – der auch bei seinen eigenen Musikvideos Regie führt und mit James Blake zusammenarbeitete – die Regie von Frequency übernommen und eine wunderbare Symbiose aus Verbundenheit und Abstand geschaffen.

Sylvan Esso - Free Love

Sylvan Esso – Free Love

Mit Bewegungen, die an die Netflix-Mysterieserie The OA erinnern und dem zugänglichen Sound zeigen Sylvan Esso, dass sie auch abseits der großen elektronischen Beats überzeugen können. Gleichwohl sehen wir aber auch das wunderbare Zusammenspiel aus zwei ihrer früheren Projekte. Ist Meath nach wie vor Teil des American-Folk orientierten Trios Mountain Man, kommt Sanborn aus der Psychedelic-Folk Ecke und ist der Produzent und Bassist der Band Megafaun, sie sich seit 2012 in einer Bandpause befindet. Mit Free Love bringen Sylvan Esso nun am 25. September ihr drittes Studioalbum auf den Markt und zeigen uns mit den bereits veröffentlichten Songs einen guten Querschnitt des kommenden Albums – bestehend aus dem Intro-Song What If, dem unglaublich tanzbaren Ferris Wheel und den beiden sympathischen Folknummern Rooftop Dancing und Frequency. Sylvan Esso sind mit ihrer Musik präsenter denn je und haben es sich redlich verdient ein größeres Publikum zu erreichen.

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax - Looking for Me

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax – Deep House für den Spätsommer

Erst setzen sphärische Claps und eine tiefe Stimme mit den Worten Oh Yeah ein, ehe ein starker Housesound den Song in einen pulsierenden Clubtrack verwandelt. Es ist der Song Looking For Me vom britischen Produzenten und DJ Paul Woolford. Zusammen mit dem US-Amerikanischen Produzenten Diplo und der ebenfalls aus den USA kommenden Sängerin Kareen Lomax haben sie mit Looking For Me eine hypnotische EDM-Version einer Ballade veröffentlicht, die nicht nur zusammen von den Dreien geschrieben wurde, sondern mit dem Hamburger Produzenten und Songwriter Jr Blender ein großes Potential hat, richtig durchzustarten. Dabei fällt vor allem der Gesang auf. Ist er von der – in Atlanta lebenden – Sängerin Kareen Lomax, wird er gerade durch ihre tiefe und dunkle Stimme so besonders.

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax

Dass der Song kein Glückstreffer für die Sängerin war, zeugt vor allem davon, dass Lomax ein großer Fan Diplos ist und ihn letztes Jahr ganz unkonventionell via Facebook anschrieb. Was daraus geworden ist, können wir nun alle hören und zeugt Looking For Me davon, dass man sich auch Mal etwas trauen muss, um an seinen Erfolg zu kommen. Mit einer ohrwurmverdächtigen Melodie, den immer wieder aufflirrenden Synthies und Lomax‘ hervorstechender Stimme ist Looking For Me eine melancholisch, treibende EDM-Hymne an die 90er Jahre, die Paul Woolford, Diplo und Kareen Lomax sicherlich in den kommenden Monaten viel Spaß bereiten wird. Diplo agiert dabei einmal mehr als Tausendsasser und hat – neben seinen Projekten, wie Jack Ü, Major Lazor, Silk City und Kollaborationen mit , Ellie Goulding, Dillon Francis oder Sidepiece – ein weiteres, heißes Eisen ins Feuer geworfen.

Elderbrook - Why Do We Shake In The Cold?

Elderbrook – Fünf Jahre Warten haben ein Ende

Kaum ein anderer britischer Künstler hat in den vergangenen fünf Jahren im Melancholic-Electronic-Bereich für so viel Aufmerksamkeit gesorgt, wie der Londoner Alexander Kotz. Unter seinem Künstlernamen Elderbrook hat er 2015 zusammen mit Andhim auf How Many Times zusammengearbeitet. 2017 folgte eine Kollaboration auf der Durchbruchs-Single Cola vom britischen Produzenten-Duo CamelPhat und letztes Jahr schließlich mit dem Song Something About You eine Zusammenarbeit mit Rudimental. Daneben hat Elderbrook allerdings auch immer wieder eigene Songs veröffentlicht, die sich durch tiefgründige Texte, melancholische Sounds und tiefe elektronische Beats auszeichneten. Nun hat der Brite sein Debütalbum Why Do We Shake in the Cold? fertig und veröffentlicht dieses am 18. September. Darauf enthalten sind neben der Kollaboration mit Rudimental auch die bereits veröffentlichten Songs My House und der das äußerst starke Numb. Vor wenigen Tagen hat Elderbrook mit Why Do We Shake in the Cold? eine weitere Single ausgekoppelt und überzeugt abermals mit großen elektronischen Beats.

Why Do We Shake In The Cold?

Why Do We Shake In The Cold?

Hier treffen tiefe House-Bässe auf den fragilen Gesang Elderbrooks und werden durch ein sphärisches Soundgerüst eingerahmt. Dabei passt Why Do We Shake in the Cold? so wunderbar in den Kontext eines Open Air Festivals, dass wir uns vor dem inneren Auge vor der Bühne tanzen sehen, den Sand zwischen den Zehen spüren und kurz vor dem Drop die Hände in die Höhe recken. Diese Gefühle sind ganz bewusst vom Briten gewollte. So soll sein Debütalbum die Menschen zusammenbringen und ihnen Geborgenheit vermitteln. In einem Statement von Warner Music sagt der Produzent dann auch über seine Musik, dass das gesamte Konzept von Why Wo We Shake In The Cold ist, darüber nachzudenken, wie Menschen miteinander interagieren. Rein wissenschaftlich betrachtet zittern wir in der Kälte natürlich, um durch die Reibung unseren Körper aufzuwärmen. Was ich mir jedoch vorstelle ist, dass Menschen vielleicht deshalb zittern, um anderen zu zeigen, dass sie sie brauchen. Diese mächtige Sehnsucht nach Nähe zieht sich durch das gesamte Album und zeigt die Tiefe des Künstlers und seiner Gefühle. Why Wo We Shake In The Cold kommt am Feitag in einer Woche raus und zeigt jetzt schon mit seiner Leadsingle, dass hier kaum etwas schief gehen kann.

Hugo Barriol - Don't Let Me Down

Hugo Barriol – Ich singe über das, worüber ich nicht sprechen möchte

Es ist ein Sound, dem man hinterhergreifen, den man festhalten und bei sich tragen möchte. Ein Sound, der die Sehnsüchte und Emotionen so präsent trägt, dass man sich darin verlieren kann. Hugo Barriol ist der Mann dahinter. Mit seiner zurückhaltenden Art sich selbst zuzutrauen, gute Musik zu erzeugen, zog es den Franzosen für eine Abenteuerreise nach Australien, wo er – um sich über Wasser zu halten – irgendwann anfing, in den U-Bahnhöfen von Sydney seine Songs zu spielen. Bis dahin nur im eigenen Heim gespielt, war diese Erfahrung so intensiv, dass sich Barriol – zurück in seiner Heimat – nach Paris aufmachte und dort in der Metro anfing zu spielen. Komplett akustisch fiel er so einem Mitarbeiter der Plattenfirma Naïve auf und wurde für eine EP unter Vertrag genommen. So warm, wie seine Musik ist, sind auch die Worte, die Barriol für seine Musik findet. Meine Musik ist melancholisch, manchmal auch traurig aber immer auch voller Hoffnung. Ich singe über Dinge, über die ich nicht sprechen mag. Ich erzähle Geschichten und versuche das Dunkle und Schmerzvolle in etwas schönes zu verwandeln. Es kann zart und warm sein und ich versuche immer aufrichtig in dem zu sein, was ich schreibe. Inspiriert von Folk, Pop, Rock und Indie ist meine Musik ein Mix aus alle dem.

Hugo Barriol

Hugo Barriol

Hören wir uns die Songs an, wird klar, dass der Franzose, der mittlerweile in London lebt, ganz genau weiss, wie seine Musik ankommt. Mit dem Debütalbum Yellow gab es 2019 einen ersten Longplayer. Nun veröffentlicht Barriol im November seine neue EP Hey Love auf der die wunderbare – im Juli veröffentlichte – Single Stay und seine neueste Veröffentlichung Don’t Let Me Down zu finden ist. In dieser geht es um das Ende eines Streits, den man in der Beziehung führt und nach diesem man den Partner darum bittet den anderen nicht aufzugeben – so erklärt Barriol es auf seiner Facebookseite. Die Sehnsucht, die Don’t Let Me Down dabei ausstrahlt, lässt uns reflektieren, wie wichtig es ist zu einem Menschen dazuzugehören. Mit großen Folk-Elementen und einer gleichzeitigen Lagerfeuer-Intimität ist Don’t Let Me Down dabei eine große musikalische Show des zurückhaltenden Franzosen Barriol und berührt uns mit jeder Sekunde.

Miley Cyrus - Midnight Sky

Miley Cyrus – Flashback in die 80er

Sie ist eine der schillerndsten Acts, den wir im aktuellen Popbusiness weltweit finden können. Dabei gleichzeitig erfolgreich und kontrovers zu sein, gilt für Miley Cyrus als gesetzt. War sie mit ihrer Figur Hannah Montana schon früh erfolgreich, mochte die Tochter der US-Amerikanischen Country-Legende Billy Ray Cyrus ebenso früh ausbrechen. Nach unglaublich erfolgreichen Veröffentlichungen rund um die Hannah Montana Zeit, folgte 2013 der internationale Durchbruch mit dem Album Bangerz und den Singles We Can’t Stop und Wrecking Ball – bei dem sie nackt auf einer Abrissbirne posierte. Es folgten zwei weitere Albumveröffentlichungen und ein Mitwirken in der Netflix-Serie Black Mirror, in der sie den Star Ashley O spielte. Nun ist Cyrus mit ihrer neuen Single Midnight Sky zurück und beantsprucht die 80er Jahre für sich. Konnten wir gestern noch vom New Yorker GASHI hören, wie dies klingen kann, konzentriert sich Cyrus auf das Gesamtbild. Mit blondierter Vokuhila-Mähne, ganz viel Glitzer und übergroßen Jackets setzt Cyrus den Fokus nicht nur auf das Hörbare, sondern vielmehr auch auf ihr Auftreten und erinnert dabei an die Dance-Ikone Róisín Murphy.

Miley Cyrus - Midnight Sky (Musikvideo)

Miley Cyrus – Midnight Sky (Musikvideo)

Natürlich ist aber auch musikalisch alles, bis ins kleinste Detail, auf die 80er Jahre abgestimmt und lässt Cyrus in einer, von Synthiebeats umgebenen, Soundwolke förmlich aufsteigen. Produziert von Andrew Watt und Louis Bell – die bereits Songs für Lana Del Rey, Taylor Swift, Justin Bieber oder Post Malone produzierten – hat sich Cyrus eine wunderbar, schillernde Popnummer geschaffen, die mit Stärke glänzt und Cyrus‘ kräftige Stimme bestens präsentiert. Inhaltlich möchte die Sängerin mit Midnight Sky auf den Druck eingehen, der vor allem bei Frauen herrscht, eine Beziehung für immer führen zu müssen und dabei oftmals der Fehler nur bei der Frau gesehen wird, wenn diese Beziehungen zerbrechen. Damit einhergehend sind Enttäuschungen vorprogrammiert und lasten auf den Frauen, so Cyrus. Mit dem Disco- und Dance-Popsong Midnight Sky wird es darüber hinaus auch wieder konkreter, was die Veröffentlichung von Cyrus‘ siebten Studioalbums She Is Miley Cyrus angeht. So dürfte es nicht mehr all zu lange dauern, bis ein Veröffentlichungstermin feststeht und die US-Amerikanische Sängerin, nach ihrer fulminanten MTV VMA-Performance von Midnight Sky den nächsten Hit in Albumlänge veröffentlicht.

GASHI feat. Sting - Mama

GASHI feat. Sting – Das Schicksal selbst bestimmen

Die bewegendsten Geschichten gibt es oftmals von den unscheinbarsten Menschen. Dabei ist der in New York lebende Musiker GASHI optisch alles andere als unscheinbar. Mit seiner kräftigen Statur und seinem modernen Sound lässt GASHI aktuell immer öfter von sich hören. War es im Frühjahr der Song Sicko von Felix Jaehn, bei dem GASHI als Featuring-Act beteiligt war, arbeitete der Musiker, Rapper und Songwriter in der Vergangenheit bereits mit Musikern, wie Travis Scott und Chris Brown zusammen. Nun kam vor wenigen Tagen sein neuestes Album 1984 raus. Dabei hat der Musiker nicht nur eine lebhafte Diskografie vorzuweisen – so hat er seit Beginn seiner Karriere bereits drei weitere Alben, sechs EPs und drei Mixtapes veröffentlicht. Doch auch sein eigenes Leben schreibt eine lebendige Geschichte. Geboren in Tripoli, Libyen ist er das Kind albanischer Eltern aus dem Kosovo, die in den 90er Jahren als Flüchtlinge in mehreren Flüchtlingsunterkünften in ganz Europa lebten. Schließlich führte ihr Weg sie nach Brooklyn in New York, von wo aus Labinot Gashi – so sein bürgerlicher Name – seit 2008 Musik macht.

GASHI - 1984

GASHI – 1984

Auf seinem neuesten Album 1984 – dessen Name an das Hochzeitsjahr seiner Eltern angelehnt ist – gibt sich GASHI vollends dem Sound der 80er Jahre hin. Seine neueste Single Mama zeigt nun eindrucksvoll, wie zeitlos die Musik der 80er Jahre sein kann. Denn zusammen mit der britischen Rocklegende Sting hat sich GASHI einen Traum erfüllt und eine Kollaboration mit seinem Idol aufgenommen. Mama lehnt sich dabei mit seinen großartigen Synthies und Drums an den aktuell aufkommenden Hype um den Sound der 80er Jahre an. Mit einem Mix aus Dance- und Hip-Hop-Elementen ist Mama nicht mehr länger nur eine Single von einem – vornehmlich im Rap agierenden – Musikers, sondern reiht sich in den aktuellen Trend der großartigen 80er-Jahre-Soundwelle ein, mit der The Weeknd mit seinem Blinding Lights so richtig durchgestartet ist. Mama hat mit Stings Stimme, GASHIS Gesang einem eingängigen Refrain und einer clubtauglichen Produktion alles, was ein guter Song braucht und könnte sich so in den kommenden Wochen durchaus zu einem Hit mausern.