Diplo & Sidepiece - On My Mind

Diplo & Sidepiece – Der Ohrwurm ist sicher!

Mit Remixen für alle großen Namen im Musikbusiness – darunter Madonna, M.I.A., Beyoncé, Justin Bieber, No Doubt, Britney Spears oder Usher – hat sich Thomas Wesley Pentz in den vergangenen 23 Jahren zu einer Musikgröße hochgearbeitet, wie man sie sich nicht mehr aus der Musik wegdenken kann. Dabei bieten auch seine Nebenprojekte, wie Major Lazer (Watch Out For This (Bumaye)(2013), Lean On (2015), Cold Water (2016)), Jack Ü (Where Are Ü Now (2015)) oder Silk City (Electricity (2018)) die größte Hitgarantie. Was Pentz – der einzeln als Diplo auftritt – anfasst, wird zu einem Hit. Als Diplo tritt er dabei zwar immer wieder in Erscheinung, ist durch seine Nebenprojekte allerdings deutlich presenter. So zählen zu Diplos erfolgreichsten Soloveröffentlichungen die Songs Be Right There (2015) und Close To Me (2018). Neben all seinen zehn EPs, sechs Compilations, vier Mixtapes und einem Live Album kam bisher mit Florida 2004 erst ein einziges Album auf dem Markt. Dies wird sich in wenigen Wochen ändern. Denn hier hat Diplo für den 29. Mai sein zweites Studioalbum Diplo presents Thomas Wesley, Chapter 1: Snake Oil angekündigt. Neben den bereits 2019 veröffentlichten Songs So LongHeartlessLonely und dem schrägen Country-Popsong Do Si Do dürfte es mit etwas Glück auch On My Mind auf das Album schaffen. Hier arbeitet der US-Amerikanische Produzent, der aus Tupelo, Mississippi kommt mit dem aus L.A. und Miami kommenden Produzentenduo Sidepiece zusammen, welches wiederum zum Ende des Sommer letzten Jahres mit Wanna See You einen absoluten Clubhit ablieferte. Auf On My Mind treffen die Tech-House Elemente von Sidepiece auf den EDM- und House-Sound Diplos und werden zum krachenden Clubanthem. Mit den wiederkehrenden Textzeilen You stay on my mind, think about you all the time. Got to get to know you well, if you kiss then I won’t tell bohrt sich On My Mind regelrecht in unseren Kopf und lässt dem Ohrwurm keine andere Wahl, als sich bei uns festzusetzen. Darüber hinaus ist On My Mind ein absoluter Clubbanger, der sich bis in die hintersten, dunklen Ecken eines jeden Clubs vorarbeitet und auch den letzten Clubgänger zum tanzen animiert. Diplo steht einmal mehr mit herausragendem Sound im Rampenlicht und sorgt für einen großartigen Partyhit.

The Best Of 2020 Vol. 05

The Best Of 2020 Vol.: 05

01. Zola Blood – Two Hearts (zum Artikel)

02. Breakbot feat. Delafleur – Be Mine Tonight (zum Artikel)

03. Nena – Licht (zum Artikel)

04. Provinz – Verlier Dich (zum Artikel)

05. Dua Lipa – Don’t Start Now

06. Duck Sauce – Captain Duck (zum Artikel)

07. Yaeji – Waking Up Down (zum Artikel)

08. Klan – Baby Baby (zum Artikel)

09. Biffy Clyro – Instant History (zum Artikel)

10. Lea Porcelain – Future Hurry Slow (zum Artikel)

11. Like Elephants – Coastal Drive (zum Artikel)

12. Major Lazer feat. Marcus Mumford – Lay Your Head On Me (zum Artikel)

13. MIA. – No Bad Days (zum Artikel)

14. Old Sea Brigade – Sinkhole

15. The Killers – Caution (zum Artikel)

16. The Weeknd – In Your Eyes (zum Artikel)

17. Alex The Astronaut – I Think You’re Great (zum Artikel)

18. Danny Vera – Roller Coaster (zum Artikel)

19. Yates – Digital Karma (zum Artikel)

20. Charlie Cunnigham – Minimum

21. Hans Zimmer – Time (Tale Of Us Remix)
Major Lazer feat. Marcus Mumford - Lay Your Head On Me

Major Lazer feat. Marcus Mumford – Dance trifft auf Folk

Es ist eine Kombination, die sich keiner hätte vorstellen können. Sind Major Lazer mit ihren Dance-Anthems Watch Out For ThisLean On und Cold Water für drei der prägendsten Partyhits der 2010er Jahre bekannt – hat es das jamaikanisch/US-Amerikanische Trio um den Produzenten Diplo mit einem Mix aus Reggae, Dancehall und House geschafft, weltweit an die Spitze der Charts zu kommen. Nun stehen sie vor der Veröffentlichung ihres vierten Studioalbums Lazerism und haben seit Mai 2019 bereits drei Singles daraus veröffentlicht. Ihre neuste Veröffentlichung Lay Your Head On Me sorgt dann allerdings doch für eine Überraschung – denn als Gastsänger ist kein Geringerer, als der Mumford & Sons-Frontmann Marcus Mumford mit von der Partie. Dieser hatte sich mit seiner Folk-Band innerhalb der letzten zehn Jahre zu einer der erfolg- und einflussreichsten britischen Bands entwickelt und gewann 2013 zwei Grammys für Best Album (Babel) und Best Music Film (Big Easy Express). Zuletzt hatte Marcus Mumford allerdings angekündigt – während die Band eine Pause einlegt – verstärkt mit anderen Songwritern und Musikern zusammenzuarbeiten. Herausgekommen ist als Erstes die völlig heruntergefahrene Interpretation des Gerry & The Pacemaker-Klassikers You’ll Never Walk Alone. Gleichzeitig haben nun Major Lazer mit ihrer neuesten Singleauskopplung Lay Your Head On Me und Marcus Mumfords rauchigem Gesang einen wahren Genre-Hybriden geschaffen. Denn sowohl Major Lazer, als auch Marcus Mumford bleiben darauf ihren musikalischen Wurzeln treu und könnten auf Lay Your Head On Me auch unabhängig voneinander existieren. Mumfords ruhiger Gesang und die verspielten Beats Major Lazers lassen den Song leicht und unbeschwert klingen und dürften für einen enormen Push an Aufmerksamkeit sorgen. Auf Lay Your Head On Me verrät weder Marcus Mumford seine Wurzeln, noch tun es Major Lazer und klingen dabei frisch und überraschend.

Classixx feat. Roosevelt - One More Song

Classixx feat. Roosevelt – Dancehymne mit Funk

Sie hört sich an, wie ein unbeschwerter Sommertag auf dem Rad zum See hinaus fahrend – die neue Single One More Song vom US-Amerikanischen Dance-Duo Classixx. Hinter dem Duo verbergen sich Michael David und Tyler Blake, die von Los Angeles aus seit 2008 als Classixx zusammen Musik machen. Kennen sich beide schon seit ihrer Kindheit, war schnell klar, in welche Richtung es musikalisch gehen sollte. Mit einem Soundmix aus Disco, Funk und House haben sich Classixx innerhalb kürzester Zeit zu renommierten Produzenten gemausert und Remixe für Bands und Acts, wie Major Lazer, Groove Armada, Ladyhawke, Kid Cudi und Friendly Fires gemacht. Auf ihren beiden bisher veröffentlichten Alben Hanging Gardens (2013) und Faraway Reach (2016) versammelten sie Künstler, wie Jeppe von Junior Senior, Passion Pit, How To Dress Well, T-Pain oder Panama. Liegt das letzte Album damit aber bereits vier Jahre zurück, mehren sich die Fanrufe bezüglich eines neuen Albums zunehmends. Mit der, im Herbst letzten Jahres veröffentlichten, Single Love Me No More nährten sie Gerüchte um ein baldiges, drittes Studioalbum. Mit der nun veröffentlichten Single One More Song geben sie uns einmal mehr die Hoffnung, auch bald wieder einen Langspieler in den Händen halten zu können. Dieses Mal mit dabei ist der deutsche Produzent und Soundtüftler Roosevelt, der bereits mit seinen beiden Alben Roosevelt (2016) und Young Romance (2018) für enorm tanzbare Musik sorgte. Dabei hatten Classixx schon eine ganze Weile vor, mit Marius Lauber alias Roosevelt zusammenzuarbeiten – sind sie doch mindestens ebenso lange Fans seiner Musik. So kam es dazu, dass Classixx eine Demoversion des Songs an Roosevelt schickten und dieser seine Lyrics und den Gesang aufnahm. Zurück an das Duo geschickt, bauten Classixx hier einen komplett neuen Song herum. Wie sich das Endergebnis anhört, können wir nun auf One More Song bestaunen. Wartet dieser Song doch mit einem modernen, in Retro gehaltenen Funk-Dancesound auf, der sich hier und da natürlich an die Wegbereiter des modernen Funk-Dance-Sounds – Daft Punk – orientiert, allerdings auch deutlich nach Roosevelts und Classixx‘ Handschrift klingt. One More Song ist eine satte Dance/Funk/Popnummer, die das positive Lebensgefühl hochhält und zum Genießen einlädt. So ist der See auf dem Rad schon längst erreicht und wird der Song auch auf dem Tretboot in der prallen Sonne genoßen. One More Song ist eine Lebensgefühl, welches Classixx und Roosevelt wunderbar eingefangen haben.

Snakehips & MØ – Gefallen am R&B

Snakehips & MØ - Don't Leave

Snakehips & MØ – Don’t Leave

MØ kommt eigentlich aus der Indie-Szene Europas. Hatte die dänische Sängerin doch seit 2013 bereits vier Songs in die Charts bringen können. Dass diese Erfolge aber nur kleine Brötchen waren, zeigte der Song Lean On (2015) mit Major Lazer was möglich ist. So schaffte sie es über Nacht weltweit berühmt zu werden – schließlich verkaufte sich der Song weit über 13 Millionen mal. Was folgte, war ein enormer Push ihrer eigenen Songs und mit Cold Water, abermals einer Kollaboration mit Major Lazer und ein weiterer Hit der in 17 Ländern bis an die Spitze der Charts stieg. Mit dem nun veröffentlichten Don’t Leave, den MØ zusammen mit Joe Janiak geschrieben hat, formt sich immer mehr der Eindruck, dass sich MØ im Fahrwasser des amerikanischen R&B/Dance-Sounds wiederfindet. Bleibt ihre Stimme zwar deutlich alternativer, ist der Sound klar in Richtung US-R&B ausgerichtet. Dabei hat das britische Duo Snakehips den Song produziert und liegt genau dazwischen. Produzieren sie doch sowohl Elektro- als auch R&B-Songs. Eben erwähnter Joe Janiak hatte auch bereits Songs für Ellie Goulding, Britney Spears und Tove-Lo geschrieben. Somit hat MØ eine illustre Riege an erfolgreichen Künstlern um sich herum gescharrt und mit Don’t Leave eine Elektroballade veröffentlicht, die sympathisch wie authentisch klingt. Sieht man MØ im dazugehörigen Video doch durch Berlin ziehen und feiern, zeigt sich schnell, warum Don’t Leave seinen Titel trägt. Unterstützt wird das ganze durch einen aus Bass und wiederholenden Chorgesangssequenzen geprägten Refrain. So schafft es Don’t Leave, groß, emotional, tanzbar, oder intim zu sein – ja nach eigener Gefühlslage und damit die beste Grundlage so viele Menschen, wie möglich anzusprechen.

Lollapalooza Berlin 2016 – Großstadtdschungel – Tag 2

Lollapalooza Berlin 2016

Lollapalooza Berlin 2016

Tag zwei auf dem Lollapalooza Berlin Festival und auch an diesem Tag knallte die Sonne erbarmungslos vom blauen Himmel. 32°C zeigte das Thermometer an und ließ den ohnehin schon vertrockneten Rasen des Festivalgeländes noch mehr Wärme aufnehmen. So brannte die Sonne nicht nur vom Himmel, sondern wurde man auch von unten erhitzt. Da wurde es selbst dem einen oder anderen Smartphone zu heiß.

Lollapalooza Berlin 2016

Lollapalooza Berlin 2016

Mit einer ungewöhnlichen Künstlerin begann dann auch der hitzige zweite Tag. War es doch die Norwegische Sängerin Aurora, die den Treptower Park verzauberte. Und verzaubern konnte man bei Ihr wirklich für bare Münze nehmen. Denn wer bereits in den Genuß kam, Aurora einmal live zu sehen, wird wissen, wie zart sich die blonde Sängerin bewegt und mit welch, fast schon mystischen, Gesten sie ihre Songtexte umhüllt. So sang sich Aurora durch verschiedene Höhen ihrer Stimme und war dabei immer so unglaublich sympathisch. Als wäre sie ein Mädchen aus der Nachbarschaft. So bedankte sie sich stets nach jedem Song brav und hatte hier und da auch ein kleines verschmitztes Lachen parat. Dass sie der Natur mehr verbunden ist als der Großstadt zeigte sich in Äußerungen wie, dass es ihr so unglaublich viel Spaß machte vor einer so grünen Kulisse wie dem Treptower Park zu singen. Und gesungen hatte sie unter anderem ihre bekanntesten Songs Warrior, Running With The Wolves und Conqueror aber auch Songs von ihrem Debütalbum All My Demons Greeting Me As A Friend, wie Winter Bird, Runaway und I Went To Far. Selbst nach dem fünften Konzert des nordischen Mädchens ist es immer noch wunderschön zu sehen, wie ihr ganz eigener Charakter das Gefühl eines jeden Konzertes entscheidend beeinflusst.

Vom Engel zum Bengel

Auf der Mainstage 2 spielten sich unterdessen die Wiener Buben von Bilderbuch warm und sangen mit spitzer Zunge Songs wie Willkommen im Dschungel, OM, Schick Schock, Spliff, Feinste Sahne und natürlich Maschin. Als sie dann zum Song Rosen zum Plafond (Besser wenn du gehst) kamen, flogen der Band gar Rosen entgegen, worauf Sänger Maurice Ernst die fragte, wie es denn möglich sei, bei solch rigorosen Sicherheitskontrollen eine gefährliche Rose mit so vielen Stacheln auf das Festivalgelände zu bringen. Dass Maurice Ernst mit seinem Wiener Schmäh zwischen abgerockt und arrogant changiert und ihm dabei das Publikum zu Füßen liegt, passiert fast ganz nebenbei. Schließlich haben sich die vier Österreicher über die letzten elf Jahre ihrer Bandgeschichte eine feste Fangemeinde erspielt. Auf dem Lollapalooza konnte man sich zumindest davon überzeugen, dass die Band ein sehr großes Standing in Berlin genießt und konnte somit fast wie bei einem Heimspiel performen.

Sphärischer Indie-Rock mündet in einer Maskerade

Von der Mainstage 2 ging es direkt zur Alternative Stage, auf der uns die Australier von The Temper Trap mit ihrem Titelsong des dritten Albums Thick As Thieves begrüßten. Dieser Song war nicht nur eine energievolle Eröffnung des Auftrittes, sondern sorgte auch für die richtige Einstimmung zum tanzen. Und so wurde dies gleich beim ersten Song ausgelassen getan. Sänger Dougy Mandagi hatte allerdings auch alles daran gesetzt, die Menge zum Ausrasten zu bringen, so sprang er immer wieder von der Bühne und stellte sich an die Absperrung um ganz eng mit den Fans zu singen. Interessant war hierbei die Auswahl der Setlist. Wurden vom Debütalbum Conditions gleich sechs Songs und vom neuen Album Thick As Thieves sieben Songs gespielt gab es mit Trembling Hands und Rabbit Hole nur zwei Songs ihres zweiten Albums The Temper Trap. Dies bestätigte auch den Eindruck, dass die Band mit dem Ergebniss des zweiten Albums nie ganz zufrieden war. Und so beglückte sie ihre Fans mit Sweet Disposition, Soldier On, Love Lost, Drum Song, Fall Together oder Resurrection. Darüber hinaus spielten sie eine energievolle Show und ließen der Wärme keine Möglichkeit Ruhe auszulösen. Waren The Temper Trap nach knapp 60 Minuten mit ihrer Show fertig, sollte es knapp 45 Minuten später, auf der selben Bühne, mit einer Künstlerin weitergehen, die man sich nicht hätte anders vorstellen können. Róisín Murphy kennen viele vorrangig durch das Britisch/Irische House-Duo Moloko. War die Band doch zwischen 1994 mit vier Alben in den britischen Charts und hatte weltweite Hits wie Sing It Back und Time Is Now. Seitdem sich die Band 2003 trennte, macht Murphy solo Musik und hat mittlerweile vier Alben veröffentlicht. Ihre Performance auf dem Lollapalooza Berlin eröffnete sie gleich mit dem Opener-Track ihres aktuellen Albums Take Her Up To MontoMastermind. Dabei war Murphy gekleidet, wie eine etwas überarbeitete Stewardess, die gerade auf dem Weg zur Bar war. Dauerte das komplette Konzert 60 Minuten, sollte sich Murphy in dieser Zeit mindestens 13 mal umziehen. So performte die Dubliner Sängerin ihre Songs in verschiedensten Kostümen und war mal als TwoFace, mal als Politesse oder einfach mit ganz viel Girlanden behangen. Amüsant war hierbei das Securitypersonal zu beobachten. Konnten sich doch zwei der sechs Securities einfach nicht mit dem Showstil der Sängerin anfreunden und starrten zeitgleich ununterbrochen und mit offenen Mündern zur Bühne. Dass die 43 jährige, zweifache Mutter, eine derart powervolle Show hinlegt, hatte man nicht im entferntesten erwartet.  Immerhin powerte sie 60 Minuten durch, als wäre sie auf einem Marathon und zeigte, dass sie es genießt sich zu präsentieren. Mit ihren Songs und der Kreativität wäre alles andere unter ihrem Anspruch. Und für alle, die Moloko noch hinterher trauern, wurde dann auch Forever More, Dirty Monkey und Tatta Narja und ein Medley, das Sing It Back beinhaltete, gespielt.

Róisín Murphy @Lollapalooza Berlin 2016

Róisín Murphy @Lollapalooza Berlin 2016

Zwischen absolutem Kommerz und absoluter Kunst

Mit großartigen Künstlern sollte auch die Mainstage 1 und 2 geschlossen werden. So spielten als erstes Major Lazer auf der Mainstage 2 einige ihrer eigenen Songs wie Pon De Floor, Too Original, Lean On und Watch Out For This aber auch zahlreiche Remixe von bekannten Dancefloor-Hits wie Intoxicated. Immer dabei der unverwechselbare Soundmix aus Raggae, Dancehall und House. Selten hatte ein Auftritt auf einem Festival mehr das Gefühl vermittelt auf einem angesagten Open Air fernab der großen Planer zu feiern, als hier. So tanzten 40.000 zu den Songs des Trios, dass obendrein mit spärlich bekleideten Tänzerinnen für Unterhaltung sorgte.

Keine zehn Minuten später folgte dann das Highlight des gesamten Festivals und auch des Festivalsommers. Gab doch die britische Rockband Radiohead, auf dem Lollapalooza Berlin, ihr einziges Deutschlandkonzert. Dieses Konzert sollte ein besonderer Moment für so viele Fans werden. Spielten sie doch satte 120 Minuten und 24 Songs, bei dem alles relevante dabei war, was die Band über die letzten 31 Jahre zu einer der größten und einflussreichsten Bands unserer Zeit gemacht hat. Ob Daydreaming, 2+2=5, The Gloaming oder natürlich Creep war alles vertreten. Wer hier allerdings auf einen Act wartete, der nochmal die Hütte abbrennen würde, wurde von Radiohead dann wohl nicht ganz überzeugt. Hatten sie ihr Konzert doch in Segmente aufgeteilt, die mal ruhiger, mal schrammeliger oder treibender waren, um ihre teilweise verkopften Songs zu präsentieren. Doch immer schwebte über den Songs das Gefühl, der stetigen Verletzlichkeit. Und genau dieses Gefühl ist es, das Radiohead wie keine andere Band beherrscht.

So ging das Lollapalooza Berlin Festival 2016 zu Ende und ließ ein wenig Wehmut aufkommen, dass es bei einem einmaligen Ausflug in den Treptower Park bleiben sollte. Ist doch ein Festival im Wald so wunderbar und lässt das Publikum völlig aus dem Großstadtdschungel entfliehen. So darf man gespannt sein, welche Location sich die Veranstalter für 2017 überlegt haben. In der Zwischenzeit spielen wir einfach die Playlist der 2016er Ausgabe ab und schwelgen in Festivalerinnerungen.

MØ – Dänemark geht um die Welt

MØ - Final Song

MØ – Final Song

Nach Lukas Graham und Major Lazer’s Song ‚Lean On‘ ist klar, dass Dänemark auch für internationalen Pop steht. Sicherlich kein Einzelfall aber doch selten, schaffen es Bands aus dem kleinen Land in der letzten Zeit immer wieder auf die oberen Chartränge. Mit MØ, alias Karen Marie Aagaard Ørsted Andersen, schafft es allerdings eine ganz besondere Künstlerin auf die vordersten Ränge. Ist sie doch das Gegenstück zum alltäglichen Popzirkus und zeigt, dass unkonventionelle weiterlesen

DJ Snake – Der DJ der Stunde?

DJ Snake feat. Bipolar Sunshine - Middle

DJ Snake feat. Bipolar Sunshine – Middle

Wahrscheinlich wird DJ Snake vielen kein Begriff sein, doch wenn man allein die fünf Singles aufzählt, die der Franzose William Sami Etienne Grigahcine alias DJ Snake bisher veröffentlicht hat, dürfte jede Einzelne einen „Ahh, ja“-Effekt hervorrufen. Waren es doch allesamt Kollaborationen mit namenhaften Künstlern wie Lil Jon, Dillon Francis, AlunaGeorge oder Major Lazer und MØ.
Für seinen aktuellen Song hat sich DJ Snake allerdings eine Stimme dazugeholt, die international noch gänzlich unbekannt ist. So singt Adio Marchant alias Bipolar Sunshine auf der neuen Single ‚Middle‘ mit und gilt seit einiger Zeit auf den britischen Inseln als Künstler mit den größten Chancen senkrecht durchzustarten. Erfahrungen hatte Bipolar Sunshine bereits von 2009 bis 2012 mit seiner eigenen Band Kid British sammeln können und macht seitdem solo Musik.
Nun, mit der Unterstützung von DJ Snake, dürfte diesem Erfolg nichts mehr im Weg stehen. Klingt doch ‚Middle‘ nach einer Mischung aus Tropical House und ist ein lupenreiner EDM Song, der den aktuellen Sound komplett gerecht wird. So kann das Wochenende kommen oder auch einfach nur eine After-Work Party an einem schwülen Sommertag.

DJ Snake feat. Bipolar Sunshine - Middle

DJ Snake feat. Bipolar Sunshine – Middle

Era Istrefi – Rihanna trifft auf Major Lazer

Era Istrefi - Bonbon

Era Istrefi – Bonbon

Mit dem Song ‚Bonbon‘ zeigt uns die in Pristina, Kosovo geborene und immer noch hier lebende Kosovo-Albanierin, dass Spitzenpop nicht nur aus den großen englischsprachigen Ländern kommen muss. Bereits früh wurde Istrefi in die Welt der Musik eingeführt, war ihre Mutter doch in den 80er und 90er Jahren eine bekannte albanische Sängerin. Ein familiärer Schicksalsschlag ließ die Mutter allerdings vom Singen abkommen und so fassten Era Istrefi und ihre ältere Schwester den Entschluss, selber Musik zu machen. Während Era’s ältere Schwester bereits frühzeitig große Erfolge feiern konnte, blieb sie zeitweilig gänzlich unbeachtet. Doch sollte sich das mit dem 2013 veröffentlichten Song ‚Mani për money‘ schlagartig ändern. Dieser recht unkonventionelle Song war ein Hybrid aus Reggae und Pop und war zum damaligen Zeitpunkt gänzlich neu für die Popmusik in ihrem Land.
Es folgten weitere Songs mit großem Erfolg ehe sie am 30. Dezember 2015 den Song ‚Bonbon‘ veröffentlichte, der innerhalb der ersten sechs Wochen bereits 15 Millionen Youtube-Clicks zählen konnte und somit zu einem der erfolgreichsten Youtube-Videos des Kosovos zählen. Doch dieses Phänomen sollte sich nicht nur auf den Kosovo beschränken, erhält sie doch mittlerweile positives Feedback aus aller Welt und wird ‚Bonbon‘ sogar von internationalen Stars wie der amerikanischen Schauspielerin Chloë Grace Moretz geteilt.
Nun ist sie auch bereit, die Charts zu stürmen und findet sich derzeit in den iTunes-Charts vieler europäischen Länder wieder.
‚Bonbon‘ ist all das, was Major Lazer machen würde, hätte er Rihanna als Sängerin. Pumpende Beats, ein paar orientalische Elemente und die rappende und singende Era Istrefi machen aus ‚Bonbon‘ einen riesigen Hit – auch wenn man kaum ein Wort versteht. Musik ist universell und eine eigene Sprache – Istrefi stößt uns förmlich mit der Nase darauf.

MØ kommt gestärkt zurück

MØ - Kamikaze

MØ – Kamikaze

War sie vor ihrer Zusammenarbeit mit Major Lazer eher ein Indie-Star, ist sie seit ‚Lean On‘ weltweit ein Begriff. Nun kommt die Dänische Sängerin und Rotzgöre mit einer eigenen Veröffentlichung zurück und beweist eigentlich nur, dass sie auch solo genau so ist, wie sie sich auf ‚Lean On‘ präsentiert hat. Mit ihrem Song ‚Kamikaze‘ präsentiert Sie uns einen wunderbaren Indie-Hit, der durch MØ’s eigensinnige Stimme und ihres stets ungewöhnlichen Sounds lange im Ohr bleibt. Das Video zu ‚Kamikaze‘ wurde in Kiew aufgenommen und zeigt Feiernde auf Motorrädern, Baggern und in Autos. Getreu der Songzeile „Take me to the party…. Kami-kamikaze“. Das macht Spaß und soll es auch.