Sultans Court - Haunted

Sultans Court – Verstörend guter Sound mit Genderfrage

Mittlerweile befinden sich Sultans Court bereits im fünften Jahr ihrer Bandgschichte. Hört man sich nun die aktuellen Singles No Man’s Land und Haunted an, fragt man sich, ob man den großen Knall etwa nicht gehört hat. Die Berliner Band, die zu erst aus dem Duo Julius Klaus und Konstantin Hennecke entstanden ist, tritt mittlerweile als Quartett auf. Nun geht es mit geballter Kraft und den beiden Singleveröffentlichungen allerdings Schlag auf Schlag. Dabei klingt Haunted so spannend wie fordernd. Denn hier zeigt die Band nicht nur, dass ihr Sound eine umfangreiche Klangwolke aus Alt-J-Gitarrenriffs perfekt inkludieren kann, sondern gleichzeitig auch noch nach James Blake, Jungle und Bonobo klingt. Damit sind die eh schon komplexen Vorbilder der Band auch gleich genannt und zeigen Sultans Court ihre Einflüsse auf die imposanteste Art und Weise. Denn hier hat die Band neben den Gitarrenriffs, einen kräftigen Bass und der abgeklärt klingenden Stimme des Frontsänger Julius Klaus‘ eine spannende Mischung aus Singer/Songwriting und Elektro anzubieten. Hinzu kommt im dazugehörigen Musikvideo die Frage nach den Geschlechterrollen auf, die hier so perfide, wie schön dargestellt werden. Haunted ist dabei Indie, Elektro und eine Priese Singer/Songwriting zugleich und überlässt uns gar nicht die Entscheidung, den Song nicht auf Repeat zu hören.

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Badger - You Move

Badger – Wenn sich Songwriting und Elektro treffen

Zugegeben… es ist schon etwas länger her, dass Max Wiegand neue Musik veröffentlicht hat. Dabei liesst sich sein musikalischer Lebenslauf wie eine Bewerbung um den Musikolymp. Bereits Anfang der 2000er war er als Sänger von Pilefunk und nach Auflösung dieser ab 2009 mit der Band This Could Be Yours im Musikbusiness unterwegs. Mit der letzteren Band vollzog er sogar den Schritt, aus seiner Heimatstadt Bremerhaven nach Berlin zu ziehen. Dort angekommen, wuchsen langsam aber stetig die Wünsche der einzelnen Bandmitglieder sich auszuprobieren, bei denen am Ende die Auflösung stand. Für Badger – wie sich Max Wiegand seitdem nennt – stand damals die Entscheidung, auszuprobieren und sich mehr dem Elektro zuzuwenden, im Vordergrund. Dies schaffte er so gut, dass seine Debüt-EP Untiteled EP für Aufmerksamkeit sorgte und in der hiesigen Presse viel Lob fand. Nun ist Badger am letzten Freitag als Support von Felix Räuber im Berliner Frannz Club aufgetreten und lässt hoffen, dass wir in Kürze mit neuem Material rechnen können. Bis dahin empfehle ich die im Jahr 2017 veröffentlichten Singles You Move und Mirrors, die einen dunklen Elektrobeat haben und mit 80er-Synthies für eine fast schon gespenstische Stimmung sorgen. Dabei kreiert Badger seinen ganz eigenen Sound und weisst Ähnlichkeiten zu James Blake, Thomas Azier oder Chet Faker auf. Denn alle haben gemein, dass ihre Musik unkonventionell, experimentell und definitiv keine Mainstream Musik waren – sich aber dennoch dort durch- und festsetzte. Badger spielt so spannend, wie er klingt und hat genau diesen Sound zu einem Markenzeichen seiner musikalischen Karriere gemacht.

JNR Williams – Wenn eine Seele singt…

…steht die Welt still. Es überkommt einen, wie ein Schauer der Betroffenheit, wenn das erste Mal die unglaublich warme, sanfte und soulige Stimme des jungen Londoner Soulsängers JNR Williams (gesprochen Junior Williams) ertönt. Sie greift dich förmlich und lässt dich nicht mehr los. Dabei hat der Musiker gerade einmal zwei Songs veröffentlicht. War sein Debütsong im Dezember 2018 noch eine Neuinterpretation des über 80 Jahre alten Klassikers What A Difference, hat Williams nun mit A Prayer einen so unglaublich schöne Song veröffentlicht, dass man mit Sicherheit sagen kann, JNR Williams wird die Soulstimme 2019 werden! Er selbst ist eher introvertiert, auffällig ruhig und hat in seinem Heranwachsen als farbiger Mann immer gepredigt bekommen, auf keinen Fall Emotionen zu zeigen. Mit dem Musikvideo zu A Prayer stellt Williams nun visuell dar, wie es aussieht, wenn Vater und Sohn diese Gefühlsblockade nach und nach aufbrechen, um sich nicht voneinander zu entfernen. Williams‘ Stimme ist dabei vergleichbar mit Sampha und Rationale und sieht er sich selbst inspiriert von Künstlern, wie dem US-Amerikanischen Singer/Songwriters Moses Sumney oder dem Briten James Blake. Diese Einflüsse arbeitet er nun mit A Prayer auf und bereitet damit die Veröffentlichung seiner Debüt-EP Where We Start vor. Diese erscheint diesen Freitag und so heißt es nun nur noch ein paar Tage abzuwarten, bis sich der große JNR Williams-Siegeszug in Bewegung setzen wird.

Harrison Brome – Dunkler Soul

Bereits seit knapp zwei Jahren veröffentlicht der kanadische Sänger Harrison Brome Musik und hat allein auf SoundCloud so knapp 2 Millionen Klicks erzielt. Mit seinem Mix aus R&B, Soul, Pop und elektronischen Klangbetten hat er in dieser Zeit seinen ganz eigenen Stil gefunden. Hört man sich durch die Diskografie des Vancouvers, kann man klar die Entwicklung des Sängers erkennen. Klang das 2016 veröffentlichte Fill Your Brains noch akustisch und hatte Kanten, ist die neueste Single Looking At You geradliniger geworden und orientiert sich an Künstlern wie The Weeknd. Looking At You hat den tiefen Bass eines James Blake und erinnert  zu Beginn tatsächlich auch stark an den Briten. Allerdings schlägt Brome – anders als Blake – relativ schnell und deutlich einen Stilwechsel ein, der zu tanzbaren Hip-Hop Beats übergeht und dabei den melancholisch, trägen Unterton erhält. Brome klingt mit seinen 22 Jahren extrem reif und erhält sich dabei trotzdem einen verspielten Grundton. Looking At You ist eine wunderbar, moderne R&B-Hymne, die es nicht scheut im Soul, Pop und elektronischen Bereich zu grasen.

The Best Of 2017 Vol.: 05

The Best Of 2017 Vol. 05

01. Amber Run – Fickle Game

02. Dreamcar – Kill For Candy

03. Gromee feat. Mahan Moin – Runaway

04. Welshly Arms – Legendary

05. Mallrat – Uninvited

06. Sigrid – Don’t Kill My Vibe

07. Kaind – Tiefe Flüsse

08. Mando Diao – Shake

09. The Kooks – Be Who You Are

10. Kraftklub – Fenster

11. Selma & Gustaf feat. The Unmarried Queen – Where We Once Belonged

12. Hurts – Beautiful Ones

13. San Jua – Break Your Fall

14. Her – Five Minutes

15. HAIM – Right Now

16. Phoenix – J-Boy

17. James Blake – My Willing Heart

18. Shout Out Louds – Oh Oh

19. Saux – For I Know

20.Mr. Juke feat. BJ The Chicago Kid – Angels Your Love

21. Tom Grennan – Praying

James Blake – Der ewig Einsame

James Blake – My Willing Heart

Dass James Blake mittlerweile der Liebling der großen Stars ist, dürfte keinen verwundern. Dafür ist seine Musik auch viel zu sehr Anti-Pop. Genau dieser Anti-Pop ist es allerdings, der so viele Menschen anzieht. Schaut man sich an, woraus Blakes Songs zusammengesetzt sind, spricht das normalerweise für Nerds und Aussenseiter. Doch schafft es ein Künstler, Klavier, träge Bässe und falcettartigen Gesang zu einer angesagten Mischung zu vereinen, kann es nur James Blake sein. Dessen Mix schaffte es bereits Dub-Step, Soul, R&B und Singer/Songwriter in eine Wolke zu packen, die von allen anderen fernab zu schweben scheint. Bei My Willing Heart singt Blake mit „The first time your name was used. It was beauty and I knew“ über eine Liebe? Über einen gerade neu geborenes Leben? Beides passt und Blake bleibt dabei so sanft und verborgen, dass man ihm keinen bösen Willen zurechnen möchte. Irgendwo zwischen anklagend und bemitleident, zwischen Traurigkeit und Resignation gibt uns Blake eine weiche Welt der Emotionen Preis. Im dazugehörigen Video sehen wir die hochschwangere, im Wasser schwimmende, Natalie Portman, mit leichten Bewegungen alle Aufmerksamkeit auf ihren Bauch lenkend. Dieser Bauch, der Leben und Vitalität ausstrahlt und Portmans ungeborenes Kind dabei zeigt, wie sich durch die Bewegungen die Bauchdecke wölbt. Dies geschieht in einer so intimen Art, dass man sich mit dabei wähnt. My Willing Heart ist Blakes dritte Singleauskopplung vom letztjährig, veröffentlichten Album The Colour In Anything. Das einstige Wunderkind des britischen Elektros bleibt ein Ausnahmetalent und hört nicht auf, fragil, robuste und mitunter brutal ehrliche Songs zu machen. James Blake begeistert und bleibt trotzdem im Hintergrund – ganz so, wie es sein muss, wenn nur die Musik zählt.

The xx – Konzertkritik

The xx - I See You - European Tour www.soundtrack-of-my-life.com

The xx – I See You – European Tour http://www.soundtrack-of-my-life.com

Es war eine Art Heimspiel. Das britische Trio von The xx kamen, 4 Jahre nach ihrem letzten Berlinbesuch wieder in die Hauptstadt – und alle waren da. Spätestens nachdem ihr drittes Album I See You im Januar auf Platz 1 der deutschen Albumcharts einstieg, war klar, dass diese drei schüchternen Londoner keine kleine Indieband mehr sind. Dies sollte auch am vergangenen Samstag noch einmal eindrucksvoll bewiesen werden. Gaben sie doch in der Arena Berlin ein Konzert und füllten diese nicht nur, sondern sorgten für ein ausverkauftes Haus und spielten somit vor rund 9.000 Fans. Überraschend war auch, welches Publikum das Trio in die Arena zog. Hatten The xx 2013 noch im Spreepark mit ihrem eigenen Festival Night + Day vorrangig die, in Berlin so beliebten, Hipsters angezogen, fanden sich nun in der Arena von Hipsters, über Fanschal-tragende, bis hin zu Fans, nahe des Rentenalters alle Gruppen wieder. The xx sind zu einer Mainstreamband, fernab des Mainstreams geworden und erfreuen sich vor allem in Berlin einer enormen Beliebtheit.

Nur am Rande sei hier kurz erwähnt, dass die Arena Berlin keine ideale Location für Konzerte ist, die eine gewisse Klangästhetik voraussetzen. Ein James Blake oder eben The xx leiden deutlich unter der großen Halle und dem Stahlgebäude, das die Bässe blechern zurückwirft. Doch versuchen die Veranstalter und Tontechniker stets das beste und gaben so auch am Samstag alles, um die Defizite wettzumachen.

Die neue Leichtigkeit

Als Support legte der britische DJ Floating Point die erste halbe Stunde auf und untermalte das Warten mit Songs wie Argenté, Kuiper und Silhouettes (I, II & III). Floating Points moderner und entspannter Elektro war die perfekte Einstimmung auf The xx und ließ bei dem ein oder Anderen bereits die Tanzlust steigern. Um 21:15 sollte es schließlich soweit sein und Romy Madley Croft, Oliver Sim und Jamie xx betraten die Bühne. Mit Say Something Loving eröffneten sie den Abend und präsentierten damit gleich die Richtung, in die es mit der Neuausrichtung von The xx gehen sollte. Ist doch ihr drittes Album deutlich poppiger und freundlicher geworden. Dies steht der Band so gut, dass man am Samstag auch auf der Bühne ein ausgetauschtes Trio sehen konnte. Da stand Jamie xx im Hawaiihemd erhöht an seinem DJ-Pult und Romy und Oliver in schwarz gekleidet (manche Dinge ändern sich dann doch nicht) an den Mikros. Auffällig bei Say Something Loving war, dass Romy deutlich direkter sang und sich fast schon wie eine Frontsängerin präsentierte. Dies war zuvor nie der Fall, waren die drei doch viel zu schüchtern und zurückhaltend. Mit Crystalised und Island folgten dann zwei der wohl beliebtesten Songs aus dem Debütalbum xx und sorgten so für Begeisterung beim kompletten Publikum.

Der Einfluss eines Soloalbums

In den fünf Jahren, die The xx kein neues Album veröffentlichten war vor allem Jamie xx rege unterwegs und veröffentlichte mit In Colour sein hochgelobtes erstes Soloalbum. Auf diesem präsentiert sich Jamie xx deutlich positiver als noch bei den Produktionen für The xx. Und genau das sollte sich schließlich auch auf die neuen Songs von I See You auswirken. So sind die Songs Lips und Performance, die als nächstes folgten, von der neuen Präsenz Romy und Olivers geprägt. Stehen sie doch jetzt deutlich im Mittelpunkt und versuchen sich nicht mehr als unbedeutendes Beiwerk zu präsentieren. Mit einem Cover des Drake Songs Too Good überraschten sie schließlich durch ein intimes Duett, um dann mit Brave For You gleich einen weiteren ruhigen Song des neuen Albums zu spielen. Mit Infinity und VCR starteten The xx dann auch richtig durch und bekamen hier auch den letzten Fan dazu mitzusingen und zu tanzen. War die Bühne als riesiges Spiegelkabinett aufgebaut, strahlten die Scheinwerfer diffus durch die Halle und ließen die Bühne in einem Farbenmeer erscheinen. Hinzu kam, dass sich einige Spiegel- und LED-Säulen bewegten und somit die Farben in alle Richtungen projizierte.

Pop hält Einzug

Mit I Dare You folgte schließlich eine positive Hymne, bei der man mitsingen und auch mal Oooohhhhhhooohoo rufen konnte. Allein ein solcher Gesangspart war vorher nie mit The xx in Verbindung zu bringen und stand ihnen doch am Ende so gut. Mit Dangerous folgte eine Clubnummer bei der die gesamte Arena zu tanzen begann und damit den größten Dancefloor des Abends in Berlin schuf. Mit dem ruhigen A Violent Noise brachen The xx dann noch einmal die Tanzwut des Publikums auf, um dann Jamie xx so richtig zum Zuge kommen zu lassen. Hatte er doch einen Remix der beiden Songs Fiction und Sunset gespielt. Dieser war mit einer Lichtshow versehen und ließ nicht nur die Beats in der Brust spüren, sondern gleichzeitig auch ein Gefühl der Zugehörigkeit aufkommen. Dass dieses mit den schnelleren Nummern geschah, kann man dem enthusiastischen Publikum zuschreiben, das jeden Song und jeder Version dankbar annahm und zelebrierte. Darauf folgte Shelter, ehe sie mit Loud Places aus Jamie xx Album In Colour zum vorerst letzten Song ansetzten. Hier kam es dann noch einmal auf, dieses Gefühl zwischen Tausenden zu stehen, die den Song ganz unterschiedlich aufnahmen aber alle bis zur letzten Sekunde genossen. Da tanzten ausgeflippte Südamerikaner und drückten ihre Freude mit Sprüngen und wilden Gestiken aus, sowie es den ruhigen bärtigen Mittzwanziger gab, der einfach nur die Augen schloß und man erkennen konnte, wie der Song ihn durchdrang. Diese Facetten und der Reichtum, den Songs wie Loud Places auslösen, sind das eigentliche Geheimrezept des Erfolges von The xx. Und so gingen die drei von der Bühne und ließ Jamie xx den Beat einfach weiterlaufen, um dann zwei Minuten später zurückzukehren und mit On Hold diese positive Stimmung noch einmal zu erhöhen. On Hold ist derart positiv und strahlt eine Weite aus, die gleichzeitig mit Sehnsucht verbunden ist und einfach nur zum genießen anregte. Was folgte war Intro, der als gewaltiger Instrumental-Song vom Debütalbum xx bereits seit seiner Veröffentlichung begeistert.

The xx & Berlin – Eine Verbindung die bleibt

Zum Schluß setzte Oliver schließlich, mit den Worten, dass Berlin schon immer eine besondere Stadt für die Band sei, ein und beschwor die Verbindung, die Romy, Jamie xx und er zu ihr und den Menschen haben. Mit einem danke in die Menge setzten sie zu Angels an und zeigten so, wie sehr sie dem Berliner Publikum dankbar sind. Heißt es in Angels doch They would be
As in love with you as I am, they would be, in love, love, love. The xx haben in Berlin das geschafft, was die wenigsten von ihnen für möglich gehalten hätten. Erfolgreich zu sein, große Hallen auszuverkaufen und sich dennoch fernab des Poprummels abzuspielen. Dieses britische Du, dass im Teenageralter angefangen hatte mit sensiblen und introvertierten Songs die Welt zu begeistern ist zu einer großen und wichtigen Band gewachsen. Dies haben sie in der Arena Berlin gezeigt. Und so wird die Fanbindung auch die nächsten Jahre eine konstante Bank für die Band sein.

Kaind – Wenn Zukunftsmusik Teil der Gegenwart wird

Kaind - Schatten Im Wald

Kaind – Schatten Im Wald

Der Berliner Kaind schwirrt in der Musikszene schon seit einigen Jahren umher. Hatte er 2015 mit dem Song Leuchtturm und seinen damaligen WG-Bewohnern YOUNOTUS doch bereits eindrucksvoll gezeigt, wie sich Deep-House auf Deutsch anhören kann. Zählt man Leuchtturm nicht als EP sondern als Singleveröffentlichung hat Kaind Anfang November seine erste EP Jetzt & Hier veröffentlicht. Darauf zeigt er welche Künstler ihn in den letzten Jahren beeinflusst haben. Da dürfte James Blake genauso auf der Liste stehen, wie Chet Faker oder SOHN. Mit seiner Mischung aus Post-Dubstep und echten Instrumenten klingt Kaind ziemlich erwachsen für die deutsche Musiklandschaft. Er hat sich, wie auch Liam X, einen Musikstil ausgesucht, der bei Künstlern aus Deutschland bisher eher keine Rolle spielte. Daher klingt seine aktuelle Single Schatten Im Wald nicht mehr nur nach Zukunftsmusik, sondern wird direkt in die Gegenwart katapultiert. Schatten Im Wald klingt mit seinem Klavier, seinen tiefen Bässen und Kainds hoher Stimme fragil und massiv zugleich. Diese Gegensätze machen Kaind zu einem der spannendsten neuen Künstler.

James Blake – Das Wunderkind kehrt zurück

James Blake - Modern Soul

James Blake – Modern Soul

Mit seinen ersten beiden Alben hatte der Brite James Blake für einen regelrechten Begeisterungssturm der Kritiker gesorgt. Waren doch Songs wie das Feist Cover ‚Limit To Your Love‘, ‚The Wilhelm Scream‘ und ‚Retrograde‘ Songs, die für sich alleine standen. Was als Singleveröffentlichungen auf die Massen wirkte, ließ auf ganzer Albumlänge kaum Wünsche offen. So vereint Blake Dubstep und klassische Instrumente, wie das Klavier, mit einem einfühlsamen Gesang, der Gänsehaut garantiert.

Nun ist mit ‚Modern Soul‘ der erste Song aus Blake’s, noch in 2016 erscheinendem, dritten Album ‚Radio Silence‘ erschienen. Ging es auf dem zweiten Album ‚Overgrown‘ mehr um ausgefeilten Dubstep und einer gewissen Prise Experimentierfreudigkeit, klingt ‚Modern Soul‘ wieder deutlich hörbarer nach klassischen Einflüssen. Hier sind die Dubstep-Elemente auf das nötigste reduziert und wurde dafür Blake’s Gesang in den Vordergrund gerückt. Blake, der seit Anfang an als britisches Wunderkind betitelt wird, macht diesem Namen auch auf ‚Modern Soul‘ wieder alle Ehre.

Hayden James – Eng miteinander verschmolzen

Wer denkt mittlerweile noch daran, dass ein Singer/Songwriter nicht auch elektronische Musik produzieren kann?! Nach Chet Faker und James Blake ist diese Kombination mehr als nur für tauglich befunden worden. Hayden James aus Australien ist nun ein weiteres Beispiel für diese Kombination der verschiedenen Stile. Ist er bei dem selben Label unter Vertrag wie Chet Faker und Flume macht der in Sydney lebende James zur Zeit wohl alles richtig. So zeigen seine, auf Soundcloud veröffentlichten, Songs fast durchgehend mehr als 250.000 Plays an. Einige von seinen Song haben sogar schon die Millionengrenze überschritten und ‚Something About You‘ liegt aktuell bei 3,2 Millionen Plays. Mehr als eine Million Plays sind bei Soundcloud für neue Künstler immer ein Indikator dafür, dass in den kommenden Wochen wohl der Durchbruch blüht. Und so steht Hayden James nun, nach der kommerziellen Veröffentlichung des Songs ‚Something About You‘ im Rampenlicht und hat es sogar in die Charts von Australien, Deutschland, Italien und Frankreich geschafft. Für einen, bis dato, gänzlich unbekannten Künstler aus Down Under schon eine bemerkenswerte Entwicklung.
‚Something About You‘ ist ein wunderbar entspannter Housetrack der so cool rüberkommt, dass man sich ihm nicht entziehen kann. Hierbei ist der Gesang James‘ so frech wie die Instrumente rund um die Orgel und Synthesizer ungewöhnlich klingen. Damit hat James einen Song geschaffen der auffällt und so viel Potential zum Hit vorweist.