Alex The Astronaut - Lost

Alex The Astronaut – Es ist soweit!

Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der wir uns Song um Song nach einem Debütalbum von der australischen Singer/Songwriterin Alex The Astronaut gesehnt haben, ist nun endlich die Ankündigung erfolgt, dass mit The Theory Of Absolutely Nothing am 21. August das Debütalbum der sympathischen Sängerin erscheinen wird. In der Vergangenheit hatte sie bereits mit den beiden EPs See You Soon und To Whom It May Concern (beide 2017) und dem 2019er Livealbum The Space Tour Live (At Your Place) für einen ordentlichen Output gesorgt. Auf ihrem Konzert im Berliner Lido gab es dann auch eine wunderbare Performance, die so sehr zeigte, wie viel Herzblut die Sängerin in ihre Musik legt. So sind die Songs kompromisslos direkt und klingen fast, als würde die 25-Jährige einem gegenüber stehen. The Theory Of Absolutely Nothing wird dabei nicht nur neue Songs beinhalten, sondern auch als Wiedersehen alter Bekannter dienen. Denn hier werden die Songs Happy SongI Like To DanceSplit The Sky und I Think You’re Great enthalten sein und somit die Vorfreude auf eine gesammelte Kollektion dieser Tracks steigern. Mit Lost ist dabei nun die erste offizielle Leadsingle des Albums veröffentlicht worden und zeigt wieder einmal, was wir alle so sehr an Alexandra Lynn lieben. Mit ihren direkten Texten zeigt sie bei Lost, was sie umtreibt. Denn hier singt Alex The Astronaut davon, einen Weg zu finden, um all die Probleme zu lösen, die man sieht und dabei feststellen muss, dass es schlicht nicht möglich ist, alles zum Guten zu wenden. Es geht darum, auch mal einen Schritt ins Ungewisse zu wagen, um sich selbst herauszufordern und den Drang nach Sicherheit auch einmal abzulegen. Dabei klingt Alex The Astronaut mit ihrer Gitarre und den eingängigen Drums nach einem Teenage-Song der 90er Jahre. Bis zum 21. August sind es noch mehr als drei Monate, in denen wir uns darauf vorbereiten können, womöglich sogar noch eine weitere Auskopplung zu hören, bevor wir alle final den ersten Longplayer des sympathischen Ausnahmetalents in den Händen halten können.

The Streets feat. Tame Impala - Call My Phone Thinking I'm Doing Nothing Better

The Streets feat. Tame Impala – Der britische Adel ist zurück

Der Brite Mike Skinner steht wie kaum ein anderer Künstler für die britische Hochzeit der innovativen Musik in den 2000ern. Mit seiner Band The Streets veröffentlichte er Musik von der Straße für die Straße. Dabei bedeutete dies nicht etwa eine heruntergekommene Welt zu präsentieren – vielmehr ist es die Sprache und das Gefühl, mit dem sich in den 2000ern vor allem die Working-Class der britischen Bevölkerung identifizieren könnte. Zu den größten Hits zählen Weak Become Heroes (2002), Fit But You Know ItDry Your EyesBlinded By The Lights (alle 2004), und When You Wasn’t Famous (2006). Durch die kritischen und mitunter brutal offenen Songtexte schafften es The Streets schließlich auch sehr schnell den Feuilleton zu begeistern und wurden über die Landesgrenzen hinaus zu einem Vorreiter für intelligenten Garage, Grime und Alternative Hip-Hop. Gleichzeitig sorgten die Beats aber auch immer mehr dafür, dass The Streets auf Partys angesagt waren und sich so bis in die Upper Class etablierten. Doch 2011 war vorerst Schluss mit The Streets – die Band und Mike Skinner brauchten Abstand zu ihrer Musik. Knapp sieben Jahre später folgte Ende 2017 mit Burn Bridges schließlich wieder ein erster neuer Song von The Streets. Mit If You Ever Need to Talk I’m Here, You Are Not The Voice In Your Head und Call Me In The Morning (alle 2018) folgten weitere Songveröffentlichungen. Doch erst mit der nun veröffentlichten Zusammenarbeit mit den Australiern von Tame Impala auf Call My Phone Thinking I’m Doing Nothing Better haben The Streets auch eine neuen Lonplayer in Form des Mixtapes None Of Us Are Getting Out Of This Life Alive angekündigt. Hierauf werden 12 Songs mit Featuring-Acts, wie IDLES, Chris Lorenzo, Ms Banks, Rob Harvey zu finden sein. Ebenso angekündigt hat Mike Skinner, dass ebenfalls mit einem neuen Studioalbum von The Streets zu rechnen sei. Auf dem knapp drei minütigen Song Call My Phone Thinking I’m Doing Nothing Better harmoniert Mike Skinners Rap mit zuckenden Beats und Klavierbegleitung. Ebenso passend fügt sich Tame Impala im Refrain in den schwelgerischen Song ein, der nach alten Momenten greift und dadurch eine Art Sehnsuchtsmoment an die großartige Zeit der 2000er erschafft. Die Rückkehr The Streets stellt damit die Rückkehr des musikalischen Adels Großbritanniens dar und lässt auf großartige neue Musik hoffen.

Gorgon City feat. Drama - Nobody

Gorgon City – Schalten einen Gang runter

Gorgon City haben in den vergangenen Jahren mit den verschiedensten Künstlern zusammengearbeitet – von, bis dahin völlig Unbekannte, sowie auch bekannten Größen. Herausgekommen sind Housetracks, die sich vor allem durch markante Basslines und die Featuring-Acts – zusammensetzten. Ob mit Here For YouUnmissableGo All NightSaving My LifeAll Four WallsDelicious oder Go Slow – immer sind es große Stimmen, unter die das Produzenten-Duo ihre Housebeats legt. Schafften Gorgon City mit ihrem Debütalbum Sirens (2014) den direkten Einstieg in die Top-10 der britischen Albumcharts, konnte sich ihr Nachfolger Escape (2018) immerhin noch in den Top-50 platzieren.

Nun arbeiten Kye Gibbon und Matt Robson-Scott an ihrem dritten Album und nutzen die Social Distance-Zeit, um ihren dritten Longplayer schneller zu beenden. Sind nach Escape bereits 5 weitere Songs als Stand-Alone-Singles veröffentlicht worden, darf angenommen werden, dass diese Veröffentlichungen es wohl nicht auf das neue Album schaffen werden. Anders sieht es bei dem nun veröffentlichten Song Nobody aus, der zusammen mit dem Chicagoer Electro-Duo DRAMA aufgenommen wurde.

DRAMA bestehen aus dem Produzenten Ne’el Shehade und der Sängerin Via Rosa die Musik machen, die sich aus einem Mix aus Electro, Soul & R&B zusammensetzt und immer auch einen melancholischen Touch besitzt. Davon begeistert, waren Gorgon City schon länger Fans des Duos – überzeugten sie doch Gibbons bei einem Konzert während eines Aufenthalts in Chicago. Dieser fragte bei dem Duo an und so verabredeten sich für eine Studiosession.

Herausgekommen ist Nobody, ein Song, der sich – im Vergleich zu den Songs zuvor – deutlicher zurücknimmt und durch einen melancholischen Vibe geprägt wird. Für dieses Gefühl dürfte DRAMA hauptverantwortlich sein, fühlt sich das Duo doch tendenziell in diesem musikalischen Umfeld wohl. In dem dazugehörigen Musikvideo interpretieren die Briten den Klassiker West Side Story neu und geben mit Street Art Performances von lokalen Chicagoer Street Dance Gruppen eine moderne Auflage des Musicals wieder. Nobody bleibt trotz der zurückhaltenderen Beats ein absoluter Dancehit und wird seine Kreise einmal mehr durch die Clubs von Ibiza über London bis nach Berlin ziehen.

Gengahr - Heavenly Maybe

Gengahr – Im Berliner Club angekommen

Fast könnte man meinen, dass es am Ende alle in die deutsche Hauptstadt zieht. Ob Platten von The Ting Tings, Snow Patrol, Sigur Rós oder anderer großer Bands, alle landen früher oder später in Berlin um Songs aufzunehmen. Nun hat es auch das britische Quartett Gengahr nach Berlin verschlagen. Für ihre dritte Platte Sanctuary, die am 31. Januar 2020 erscheinen wird, kamen die Jungs nach Berlin und drehten zwei Musikvideos in den dunklen Clubs der Stadt. Ihre Musik klingt dabei gereifter und zeigt seit ihrem Debütalbum A Dream Outside (2015) und der Single She’s A Witch woher sie kommen, was ihren Werdegang über das 2018er Album Where Wildness Grows und der Single Mallory ausmachten, bis hin zu ihren aktuellen Songs Everything & More und die nun veröffentlichte Single Heavenly Maybe, dass sich die 2013 gegründete Band nicht auf einen Stil festlegen möchte. Denn auf Heavenly Maybe klingen Gengahr plötzlich funky und nach Disco und greifen den Sound von Künstlern, wie Parcels oder Daft Punk auf. Dieser French-Touch steht den Briten äußerst gut und unterstreicht ihren soundästhetischen Sinn für Produktionen. Gengahr klingen auf ihren ersten Songs des neuen Albums so abwechslungsreich, und frisch, dass man sich fast fragt, wie sie diese Latte auch auf dem dritten Longplayer noch so hoch halten können. Das neue Material ist tanzbar und unglaublich rhythmisch und lässt die Vorfreude auf das kommende Album noch weiter wachsen.

Seeed – Eine neue Zeitrechnung

Man möchte seiner inneren Uhr kaum trauen – sieben Jahre ist es schon wieder her, dass die Berliner Dancehall-Kombo von Seeed mit dem Album Seeed einen Longplayer veröffentlichten. Danach folgten mit Cherry Oh (2014) und der Mitarbeit an der deutschen Version des Band Aid Songs Do They Know It’s Christmas? im Jahr 2014 nur noch zwei Veröffentlichungen. Mit ausverkauften Tourneen und Auftritten auf Festivals wie auf der Europapremiere des Lollapalooza Festivals in Berlin hatten sie gleichzeitig auch einen Konzertmarathon an den Tag gelegt, welcher eine Pause für zu verständlich werden ließ. Doch diese Pause sollte länger dauern, als es die Band beabsichtigt hatte. Denn kündigten Seeed bereits im Mai 2018 neue Konzerte an, folgte der Schock am 31. Mai. Mit dem Tod ihres Gründungsmitgliedes und Freundes Demba Nabé wurde eine Zäsur gesetzt, mit der die Band umzugehen lernen musste. Nun haben Seeed mit Ticket den ersten neuen Song, seit 2012 veröffentlicht und dabei den Tod des Sängers verarbeitet. Waren in der jüngeren Vergangenheit auch schon große Bands wie die Crystal Fighters oder Deichkind mit dem Tod eines Bandmitgliedes konfrontiert, stand für diese Bands fest, dass es weitergehen sollte. Und so kommt die Vermutung auf, dass Seeed gleich in der ersten Songzeile damit aufräumt und zu einem zurückhaltenden Beat den Text Frankie is am Telefon. Yeah Yeah let the music roll für sich sprechen lässt – und rufen somit Dellé im Himmel an, um zu fragen, ob sie weiter Musik machen sollten. Dabei formen Seeed einmal mehr einen Dancehallhit, der sich als fantastischer Sommersong entpuppt. Seeed bleiben sich treu und passen sich dennoch den neuen Gegebenheiten an. Mit Ticket lassen Seeed die Music Monks wieder los und stimmen uns auf einen heißen Sommer ein.

J.S. Ondara – Eine Stimme als wahrhaftiges Seelenstreicheln

Passt eine Lebensgeschichte auf die Startseite eines Musikers? Bei J.S. Ondara ist dies so. Zugegeben sind es satte 149 Zeilen, in die der heute 26-Jährige sein bisheriges Leben packt. Vom Aufwachsen in Nairobi und seiner damit verbundenen Armut – seine Mutter und seine Geschwister hatten in Ondaras Kindheit nur das Nötigste und musten immer hart arbeiten um überhaupt etwas zu essen zu haben – über die gesellschaftlichen Regeln – gehörst du nicht zur Mittel- oder Oberschicht, wirst Du auch nicht dorthin aufschließen können – bis hin zu seiner Emigration in die USA und dem wahr werden seines Traumes, Musiker zu werden. All das finden wir in den 149 Zeilen des Musikers und bekommen ein umfassendes Bild des Musikers und Lebenskünstlers. Nun ist mit Tales Of America sein Debütalbum erschienen und präsentiert einen Longplayer mit so viel Soul, Geschichten, Emotionen und Erlebnissen, dass man sich als Hörer kaum verwehren kann sich in der Musik zu verlieren. Ondaras Stimme ist dabei die größte Gabe, die der Sänger haben kann. So klar, so direkt und präsent singt er über Liebe, Sehnsucht und Trauer und wird immer nur von einfachen Instrumenten begleitet, die wahlweise als Gitarre, mal als Cello oder einem ruhigen Schlagzeug auftreten. J.S. Ondara ist diese Art Künstler, der uns inspiriert weiter zu denken, uns zu öffnen, Gefühle zuzulassen und uns einer Entwicklung auszusetzen, indem er durch seine Musik spricht. Ondara ist zeitlos, modern und wichtig – Musik, die Freude in uns auslöst.

CamelPhat & Christoph – Pumpende Beats

Das britische Duo CamelPhat hat in den vergangenen anderthalb Jahren mit den beiden Songs Cola und Panic Room für eine ganz neue Bewegung der Housemusik im Mainstream gesorgt. Landeten doch beide Songs europaweit in den Charts und wurden von den Radiostationen auf A-Rotation gespielt. Immer mit dabei – ein Featuring-Act. War es auf Cola der britische Sänger Elderbrook, sang auf Panic Room die damals gerade einmal 16-jährige Spanierin Au/Ra. Nun haben Dave Whelan und Mike Di Scala – die hinter dem Namen CamelPhat stehen – mit dem britischen Produzenten Christoph und der Londoner Sängerin Jem Cooke den Song Breathe aufgenommen und zeigen damit einmal mehr, dass ihr Ziel immer auf der Tanzfläche liegt – in Form von ekstatisch tanzenden Menschen. Dieses Gespür kommt unter anderem von ihrer Arbeit als Resident-DJs des Clubs auf Ibiza. Hier kann sich das Duo immer wieder ausprobieren und neue Songs kreieren. Jem Cooke ist dabei keine unbekannte und hatte bereits mit Christoph zusammen an der Single Feel gearbeitet, welcher 2017 zu einem satten Clubhit mutierte. Bisher beschränken sich die Veröffentlichungen CamelPhats auf einzelnen Songs und ist von keinem Album die Rede – doch mit zunehmenden Erfolg werden auch hier die Rufe nach einem Longplayer immer deutlicher.

Foster The People – Ein Ohrwurm, der seine Zeit braucht

Mit Pumped Up Kicks hatte die amerikanische Band Foster The People 2010 gleich mit ihrer Debütsingle einen Welterfolg landen können. Mit eingängigen Beats und einem Songtext zum mitsingen, gelang es ihnen den Song in 23 Ländern in die Charts zu bringen – 13 Mal davon sogar in die Top-10. Nach ihrem zweiten Album Supermodel (2014) erschien letztes Jahr mit Sacred Heart Club ihr dritter Longplayer. Darauf enthalten ist die Single Sit Next To Me, die offiziell bereits am 13. Juli 2017 veröffentlicht wurde. Da der Song aber irgendwo zwischen Ed Sheerans Shape Of You und Luis Fonsis Despacito unterging, versucht das Trio aus Los Angeles nun erneut einen Anlauf. Ihr positiver Indie-Pop lässt sich auf Sit Next To Me perfekt mit der heutigen Geschwindigkeit der Jugend verknüpfen – was die Jungs wunderbar im dazugehörigen Musikvideo umsetzen. Hier haben sie ihre Fans nach Videobeiträgen für den Song gebeten- herausgekommen ist eine InstaStory, wie wir sie auf dem Social-Network täglich sehen. Schnell, charmant und euphorisch wechseln sich die unterschiedlichsten Posts ab und erwecken Sit Next To Me zum Leben. Allein das Musikvideo wäre schon Grund genug, beim zweiten Veröffentlichungsanlauf endlich Erfolg zu haben. Wir drücken ihnen dafür auf jeden Fall die Daumen.