J.S. Ondara – Eine Stimme als wahrhaftiges Seelenstreicheln

Passt eine Lebensgeschichte auf die Startseite eines Musikers? Bei J.S. Ondara ist dies so. Zugegeben sind es satte 149 Zeilen, in die der heute 26-Jährige sein bisheriges Leben packt. Vom Aufwachsen in Nairobi und seiner damit verbundenen Armut – seine Mutter und seine Geschwister hatten in Ondaras Kindheit nur das Nötigste und musten immer hart arbeiten um überhaupt etwas zu essen zu haben – über die gesellschaftlichen Regeln – gehörst du nicht zur Mittel- oder Oberschicht, wirst Du auch nicht dorthin aufschließen können – bis hin zu seiner Emigration in die USA und dem wahr werden seines Traumes, Musiker zu werden. All das finden wir in den 149 Zeilen des Musikers und bekommen ein umfassendes Bild des Musikers und Lebenskünstlers. Nun ist mit Tales Of America sein Debütalbum erschienen und präsentiert einen Longplayer mit so viel Soul, Geschichten, Emotionen und Erlebnissen, dass man sich als Hörer kaum verwehren kann sich in der Musik zu verlieren. Ondaras Stimme ist dabei die größte Gabe, die der Sänger haben kann. So klar, so direkt und präsent singt er über Liebe, Sehnsucht und Trauer und wird immer nur von einfachen Instrumenten begleitet, die wahlweise als Gitarre, mal als Cello oder einem ruhigen Schlagzeug auftreten. J.S. Ondara ist diese Art Künstler, der uns inspiriert weiter zu denken, uns zu öffnen, Gefühle zuzulassen und uns einer Entwicklung auszusetzen, indem er durch seine Musik spricht. Ondara ist zeitlos, modern und wichtig – Musik, die Freude in uns auslöst.

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CamelPhat & Christoph – Pumpende Beats

Das britische Duo CamelPhat hat in den vergangenen anderthalb Jahren mit den beiden Songs Cola und Panic Room für eine ganz neue Bewegung der Housemusik im Mainstream gesorgt. Landeten doch beide Songs europaweit in den Charts und wurden von den Radiostationen auf A-Rotation gespielt. Immer mit dabei – ein Featuring-Act. War es auf Cola der britische Sänger Elderbrook, sang auf Panic Room die damals gerade einmal 16-jährige Spanierin Au/Ra. Nun haben Dave Whelan und Mike Di Scala – die hinter dem Namen CamelPhat stehen – mit dem britischen Produzenten Christoph und der Londoner Sängerin Jem Cooke den Song Breathe aufgenommen und zeigen damit einmal mehr, dass ihr Ziel immer auf der Tanzfläche liegt – in Form von ekstatisch tanzenden Menschen. Dieses Gespür kommt unter anderem von ihrer Arbeit als Resident-DJs des Clubs auf Ibiza. Hier kann sich das Duo immer wieder ausprobieren und neue Songs kreieren. Jem Cooke ist dabei keine unbekannte und hatte bereits mit Christoph zusammen an der Single Feel gearbeitet, welcher 2017 zu einem satten Clubhit mutierte. Bisher beschränken sich die Veröffentlichungen CamelPhats auf einzelnen Songs und ist von keinem Album die Rede – doch mit zunehmenden Erfolg werden auch hier die Rufe nach einem Longplayer immer deutlicher.

Foster The People – Ein Ohrwurm, der seine Zeit braucht

Mit Pumped Up Kicks hatte die amerikanische Band Foster The People 2010 gleich mit ihrer Debütsingle einen Welterfolg landen können. Mit eingängigen Beats und einem Songtext zum mitsingen, gelang es ihnen den Song in 23 Ländern in die Charts zu bringen – 13 Mal davon sogar in die Top-10. Nach ihrem zweiten Album Supermodel (2014) erschien letztes Jahr mit Sacred Heart Club ihr dritter Longplayer. Darauf enthalten ist die Single Sit Next To Me, die offiziell bereits am 13. Juli 2017 veröffentlicht wurde. Da der Song aber irgendwo zwischen Ed Sheerans Shape Of You und Luis Fonsis Despacito unterging, versucht das Trio aus Los Angeles nun erneut einen Anlauf. Ihr positiver Indie-Pop lässt sich auf Sit Next To Me perfekt mit der heutigen Geschwindigkeit der Jugend verknüpfen – was die Jungs wunderbar im dazugehörigen Musikvideo umsetzen. Hier haben sie ihre Fans nach Videobeiträgen für den Song gebeten- herausgekommen ist eine InstaStory, wie wir sie auf dem Social-Network täglich sehen. Schnell, charmant und euphorisch wechseln sich die unterschiedlichsten Posts ab und erwecken Sit Next To Me zum Leben. Allein das Musikvideo wäre schon Grund genug, beim zweiten Veröffentlichungsanlauf endlich Erfolg zu haben. Wir drücken ihnen dafür auf jeden Fall die Daumen.