AnnenMayKantereit - Ausgehen

AnnenMayKantereit – Sehnsuchtsvoller Liebesbeweis

AnnenMayKantereit bleiben im Gespräch. Ihre kontinuierlichen Releases halten die Jungs aus Köln auch abseits von Albumveröffentlichungen im Gespräch. War es im Herbst 2019 die Single Ozean – die berührend und aufwühlend war – kam kurz vor Weihnachten die Coverversion des 2001er Hits Can’t Get You Out Of My Head von Kylie Minogue raus. Dieses Lied spielten die Jungs um Henning May zusammen mit der australischen, und mittlerweile in Berlin lebenden, Band Parcels ein und sorgten so für einen funkig, frischen Sound. Nun haben AnnenMayKantereit mit Ausgehen eine neue Single veröffentlicht, auf dem May von einem verirrten Aufflammen von Verliebtheit singt und um die Aufmerksamkeit der Person buhlt. Mit einem ruhigen – fast schon gesetzten – Gesang zählt May die Gründe auf, die ihn an der Person beeindrucken und stellt immer wieder die gleiche Frage Würdest Du heute mit mir ausgehen. Begleitet von Banjo und Bassgitarren ist Ausgehen eine wunderbare Ballade, mit einem begeisternd puren Text, für den AnnenMayKantereit seit jeher stehen.

Gengahr - Icarus

Gengahr – Der große Wurf

Das britische Quartett Gengahr hat in ihrer bisherigen Bandlaufbahn vorrangig mit Psychedelic Rock begeistert, Obendrein beinhaltete ihre Musik auch immer Indie. Nach den Singles Everything & More und Heavenly Maybe haben die Londoner nun mit Icarus eine weitere Single veröffentlicht und feiern heute zusätzlich die Veröffentlichung ihres dritten Studioalbums Sanctuary. Was sich in den ersten beiden Singleauskopplungen bereits andeutete, wird mit Icarus nun nochmals bestätigt – der Sound der Band hat sich verändert. Durch Synthies und aufwändige Gesangsebenen ist Icarus nicht mehr nur Indierock sondern hat auch deutlich mehr elektronische Elemente zu bieten. Diese kommen nicht von ungefähr, zeichnet sich doch für die Produktion des gesamten Albums der Bombay Bicycle Club Frontmann Jack Steadman verantwortlich. Darum wundert es auch nicht, dass die vier Jungs von Gengahr letztes Jahr bereits als Support-Act auf den Konzerten von Bombay Bicycle Club spielten. Nun sind sie für vier Termine in Deutschland zurück und können Ende Febraur live in Köln, Berlin, München und Hamburg erlebt werden. Mit so vielen neuen Einflüssen ist das neue Album eine Entdeckung wert und zeigt, dass Gengahr mit der Veränderung ihrer Musik überzeugen können.

AnnenMayKantereit – Mit der Vergangenheit abschließen

Sie haben in den letzten Jahren einen unglaublichen Siegeszug im deutschsprachigen Raum erlebt. Mit ihren ersten beiden Alben Alles nix Konkretes und Schlagschatten schafften sie es auf den ersten und zweiten Platz der Albumcharts und verkauften mehr als 500.000 Alben. Ihre Songs Oft GefragtPocahontas und Marie sind bleibende Hymnen der Generation Z geworden und verblüffen auch die Generation davor immer wieder aufs Neue. Nach dem großen Tourerfolg der mittlerweile fünf Kölner Jungs gibt es nun mit Ozean eine erste neue Single, die alle Fans, die auf den Konzerten der Band waren, bereits im Frühjahr hören konnten. Mit einem Livemitschnitt des Frankfurter Konzerts zeigt Henning May und die Band einmal mehr, dass sie live absolut begeistern können und lassen Ozean brüchig und sentimental klingen. Mal drückt May mit seiner Stimme etwas mehr Bedeutung in die Worte, mal lässt er das Publikum leise die Textzeilen singen. Die Mischung aus Wohnzimmerkonzert in großen Hallen und dem Einbeziehen von weit mehr als 10.000 Menschen macht es aus, dass AnnenMayKantereit wie die Jungs von Nebenan wirken und man ihnen all den verdienten Erfolg nur zu sehr gönnt. Ob Ozean ein erster Vorbote für ein baldiges drittes Studioalbum sein wird, ist momentan wohl noch ein Geheimnis der Band. So genießen wir den unverhofften Song und freuen uns über all das, was bald kommt.

Sparkling - We Don't Want It

Sparkling – Vom Kribbeln im Körper

We Don’t Want It – Der Satz hallt nach. We Don’t Want It – der Satz regt an. Die europäische Band Sparkling setzt damit ihre Messlatte dort an, wo normalerweise erst, über einige Jahre, gereifte Bands hinkommen. Aber der Reihe nach. Kommen Frontsänger Levin Krase, Bassist Luca Schüten und Schlagzeuger Leon Krasel ursprünglich aus Köln, haben sie verstanden, die Vorzüge der Europäischen Union zu nutzen und sind 2014 nach London gezogen. Gleichzeitig entwickelte ihre Musik in Frankreich und rund um Paris ein Eigenleben und sorgte dafür, dass die Band ihrem bisherigen Songtext-Mix aus Deutsch und Englisch nun auch Französisch hinzufügte. Damit vollkommen im Herzen Europas angekommen, besingen sie zusätzlich Themen, die sich um den Fortschritt drehen und einen Blick zurück, kaum zulassen. So klingt dann auch ihre aktuelle Single We Don’t Want It. Beginnend mit den deutschen Worten Du willst, dass alles gleich bleibt. Für immer, alles gleich bleibt. Wir gehen, zurück in der Zeit wechseln sie schliesslich ins Englische und zum absoluten Ohrwurmrefrain, der nicht besser für die Indiedisko geschrieben hätte werden können. Hier kann man schon vor seinem inneren Auge sehen, wie die Menge immer und immer wieder auf der Tanzfläche die Worte We Don’t Want It skandiert – wie man es sonst nur von Songs wie Little Lion Man von Mumford & Sons gewohnt ist, bei dem man immer wieder lauthals But it was not your fault but mine… singt. Sparkling sind frisch, rotzig, kribbeln im Körper und scheinen sich herzlich wenig dafür zu interessieren, was Andere denken. Solange es Fortschritt gibt, sind die Jungs mit in der ersten Reihe dabei.

Roosevelt – Die 80er kommen

Was sich in der Kleidung der letzten beiden Saisons bereits abzeichnete, hält nun zunehmend auch in der Musik Einzug. Der Ruf nach 80er-Jahre Klängen – und Coverversionen bekannter Hits aus diesem Jahrzehnt – reisst nicht ab. Nun hat auch Roosevelt seinen Teil dazu beigetragen und seine Version des Fleetwood Mac Songs Everywhere veröffentlicht. Wer in den letzten Jahren auf einem der Konzerte des Kölners war, konnte bereits erfahren, wie großartig der Drive der Roosevelt-Version hierbei war. Mit großen Gesten, dem typischen Everywhere Takt und einer moderneren Gestaltung ist Everywhere eine flirrende Ode an die 80er Jahre und an die ganzen großen Bands wie eben Fleetwood Mac. Ganz nebenbei führt Roosevelt fort, dass die gesamten Einnahmen aus dem Erlös der Single, wie auch schon bei Falling Back, der SOS MEDITERRANEE Seenotrettung zugeführt werden. Mit Everywhere setzt Roosevelt auch eine musikalische Bespielung der Fans fort, die seit seiner letzten Albumveröffentlichung Young Romance anhält und kontinuierlich neues Material hervorbringt. Doch läuft Everywhere erst einmal auf Dauerschleife!

Roosevelt – Zwischen Verschollenem und Leben retten

Heute überraschte uns der Kölner Sänger und Produzent Roosevelt mit einer Veröffentlichung, die viele noch aus den Anfangstagen des Musikers kennen dürften. Denn mit Falling Back hat Roosevelt einen, vormals unter dem Namen Cape Cod bekannten, Song veröffentlicht, der bereits vor nunmehr fast acht Jahren auf Roosevelts Setlisten zu finden war. Nun hat er Falling Back im W Hotels Worldwide in Barcelona neu aufgenommen. Dabei bietet die Hotelkette eigens, um Musiker anzusprechen, Tonstudios und diverses Equipment an, um hierbei als vollwertiges Aufnahmestudio mit Übernachtungsmöglichkeit zu fungieren. Gleichzeitig werden alle Erlöse des Songs aus Streaming- und Downloadeinnahmen an SOS Mediterranee gespendet und damit das Leben von, in Seenot befindlichen Menschen, gerettet. Dass Roosevelt einen seiner ganz frühen Songs nun digital veröffentlicht, überrascht in sofern, da er in den letzten Jahren zumeist nur noch Songs seiner beiden Alben und der Elliot EP spielte und Songs wie Soleil oder eben Cape Cod gar nicht mehr in seinen Setlisten auftauchten. Falling Back klingt dann auch nach einer Mischung der Songs aus den Jahren 2012 & 2013, sowie aus dem heutigen Sound Roosevelts, der von treibenden, epischen Beats geprägt ist und eine volle Ladung Sommer, Freiheit und Freude vermittelt.

Cosby – Bekannter Song in neuem Gewand

Cosby sind gern gesehene Gäste auf SOML. Hier konnten Ihr bereits im Herbst 2014 von einer ihrer ersten Songs Boon & Bane lesen. Natürlich habe ich Cosby auch in den Folgejahren mit Songs, wie Yeah und Get Up immer wieder mit dabei gehabt. Dabei stellte Get Up die Weichen für Album Nummer zwei, welches als Milestone vor nunmehr einem Jahr veröffentlicht wurde. Die gleichnamige Single begeisterte dann auch mit einem warmen und wichtigen Musikvideo. Dass das Potential des Albums und der Single allerdings noch lange nicht ausgeschöpft waren, zeigt die nun veröffentlichte Remix-Version des Kölner DJs und Produzenten Michael Müller – alias Charming Horses. Denn dieser hat sich die Single Milestone noch einmal vorgenommen und einen Deep-House Track daraus gebastelt, der in einer Reihe mit Robin Schulz und Felix Jaehn ugenannt werden kann. Denn hier klingt Milestone nochmal eine ganze Spur größer und schafft den ohnehin angesagten Indiesound der Band noch einmal zu steigern. Milestone im Charming Horses Remix ist damit ein strahlender Stern am aktuellen Elektro- und Indiehimmel

AnnenMayKantereit – Konventionslos ehrlich

AnnenMayKantereit sind schon eine außergewöhnliche Band. Hat die Band ganz Deutschland im Jahr 2014 im Sturm erobert, basiert ihr Erfolg einzig und allein darauf, dass sie sich ins Zeug legen, Straßengigs – und später in Konzerthallen – spielten und stets und ständig präsent waren. Ihre Spielwut schien schier unerschöpflich. So wurden die Songs Barfuß am Klavier, Oft Gefragt und Pocahontas zu Hymnen einer noch jungen Generation. Das alles liegt erst 3/4 Jahre zurück und doch haben AnnenMayKantereit es geschafft, sich im kollektiven Bewusstsein derart festzusetzen, das sie wohl auch ein Werbeprospekt singen könnten und es würde ihnen Ansehen bringen. Tun sie aber nicht – statt sich endlos lang auf den Songs des zweiten Albums Alles nix Konkretes auszuruhen, haben die Kölner Jungs an ihrem Nachfolgealbum Schlagschatten gearbeitet. Mit der ersten Singleauskopplung Marie präsentieren sie einmal mehr, dass ihre Musik geprägt ist, vom live spielen. Denn hier kommt das Gefühl aus der Performance und allen Facetten, die AnnenMayKantereit so einwandfrei beherrschen. Wenn andere Künstler zu erst ins Studio gehen, einen Song aufnehmen und dann an einer Live-Spielbarkeit arbeiten, haben AnnenMayKantereit schon längst alle begeistert. Marie ist eine Abrechnung mit so viele Themen, die den jungen Sänger Henning May beschäftigen. Von dem Verlust eines Freundes, dem frühen Tod seiner Mutter und dem Gefühl (un-?)glücklich verliebt zu sein. Dabei spielen sie ihre Instrumente gewohnt entspannt und lassen der rauen Stimme Hennings viel Raum zum wirken. So klingt Marie direkter und hat keine polierte Soundästhetik, sondern lädt mit einem Sound für eine Momentaufnahme zum verlieben ein.

Lollapalooza Berlin 2017 Tag 2

Man war vorbereitet… An Tag zwei hatten sich die Festivalbesucher Pläne gemacht, wie, wann und womit sie zum Festivalgelände bzw. auch Abends wieder davon weg kommen würden. So waren die S-Bahnen nicht mehr ganz so voll, der Einlass auf das Festivalgelände geordneter und deutlich mehr Mitarbeiter unterwegs. Und um den Tag auch noch komplett umzukrempeln, spielte die Sonne mit und lachte vom Himmel mit spätsommerlich, wärmenden Strahlen.

Also die besten Voraussetzungen, um doch noch ein grandioses Festivalerlebnis zu haben. Mit Bands und Künstlern wie Sigrid, Bonaparte, Rudimental, AnnenMayKantereit, London Grammar, den Foo Fighters und The XX war der Sonntag zusätzlich auch noch großartig besetzt. weiterlesen

MELT! 2016 – Alles neu in Ferropolis – Tag 1

MELT! Festival 2016

MELT! Festival 2016

Es ist wieder Juli. Wie jedes Jahr im Juli, gab es auch 2016 wieder eine Ausgabe des MELT! Festivals in der Stadt aus Eisen – Ferropolis. Wurde das letztjährige MELT! mit dem Resümee abgeschlossen, 2016 eine komplett überarbeitetes Festival zu präsentieren, durfte man sich dieses Jahr in der Tat von so einigen Neuerungen überraschen lassen.

Was war? Was kommt? Was ist geblieben?

Betrat man am Freitag das Festivalgelände zum ersten Mal, fiel einem sofort auf, dass das Intro-Zelt nicht mehr existierte. Hier stand eine riesige, aus Paletten gebaute Hand, die einen imaginären Revolver hielt. Direkt dahinter wurde die Block-Party aufgebaut. Eine Kreativlandschaft, die aus Baucontainern bestand und Platz für eine Tanzfläche mit erhöhtem DJ-Pult bot. Hier konnte man wahlweise chillen, tanzen, kreativ werden oder einfach Fotos in einer, aus dem Nichts gezauberten Partylandschaft, machen. Wo früher die Mainstage stand, war dieses Jahr die Medusa aufgebaut – eine Bühne, in etwa so groß wie die Gemini Stage und ebenso überdacht. Auf der Fläche, der ehemaligen Gemini Stage, war nun die MELT Stage und damit die Mainstage zu Hause. Hier wurde einem erst bewusst, wie groß die Fläche der Gemini Stage war.

Melt! Festival 2016

Melt! Festival 2016

Als weitere Bühnen kamen die Orangerie – nach zehn Jahren das erste Mal wieder mit dabei, der MELT!-Selektor – an der ehemaligen Schaltzentrale des Tagebaus, die Big Wheel Stage und der Gremmin Beach hinzu. Während der MELT! Selektor von der ehemaligen Schaltzentrale umgeben, für richtiges Clubgefühl unter freiem Himmel sorgte, war der Gremmin Beach als Bühne deutlich geschrumpft. Stand hier letztes Jahr noch ein richtiger Bühnenaufbau, hatte die diesjährige Bühne den Look eines Tipizeltes, war aus Holz und sorgte so für einen ganz besonderen Charme.

Ganz besonderen Charme hatte auch der Forest, der erstmals für die MELT! frei zugänglich war. Hier wurde das hintere Waldstück, das sich vom MELT! Selektor, vorbei an der Big Wheel Stage bis zum Gremmin Beach zog, mit allerlei Gimmicks versehen und waren eingebudelte Autowracks, Hängematten, Fässer und ein Seecamp hergerichtet und mit vielen Leuchtröhren illuminiert. So hatte der Forest speziell in den Nachtstunden regen Zulauf und amüsierten sich hier die MELT!-Gänger an allen Tagen sichtlich. Amüsieren konnte man sich allerdings auch vor der MELT! Stage, gab es hier doch eine Seilbahn, die 10 Meter über den Köpfen der Zuschauer entlang führte und einen herrlichen Blick auf die Bühne frei gab, sowie zum Sonnenuntergang nur zu empfehlen war.

Eine weiteres Highlight war die Desperados Play It Loud! Area, die mit 90er Jahre Musik das halbe Festival beschallte und für Stimmung sorgte, die selbst in der Nacht zu Montag bis weit nach 2 Uhr lief. Hier wurde zu Britney Spears‘ Hit Me Baby One More Time über Spice Girls‘ Wannabe bis hin zu Backstreet Boys‘ Everybody (Backstreet’s Back) alles gespielt was man aus der Dekade kennen könnte und ebenso frenetisch gefeiert. Diese Stage war über die gesamten drei Tage eine Garant für ausgelassene Stimmung und Partyfeeling pur.

Wieder mehr Elektro anstatt Indie

Schaute man auf das Line-Up, hatte sich das MELT! 2016 deutlich zu mehr elektronischer Acts bekannt. So gab es zwar mit der Orangerie immer noch eine Stage, die dem Gitarrensound gewidmet wurde, auf allen anderen Bühnen regierte jedoch vornehmlich elektronische Musik. Und so begann der Freitag auch mit dem Kölner Produzenten und Soundtüftler Roosevelt. Auch wenn erst vier Wochen nach seinem MELT! Auftritt das gleichnamige Debütalbum erschien ist Roosevelt schon lange kein Newcomer mehr. So tritt er doch seit 2012 auf und veröffentlichte seitdem 8 Musik-Videos. Wer Marius Lauber, so Roosevelts bürgerlicher Name, verfolgt, hat sicherlich schon das ein oder andere mal einen Auftritt des Kölners genießen können. Auch auf dem MELT! hatte er auf der Medusa Bühne die Songs seines Debütalbums präsentiert. So mischte Roosevelt ältere Songs wie Montreal, Elliott und Sea zwischen die seines Debütalbums. Was auf der großen Bühne jedoch erstaunte war, dass man Laubers Stimme, vor allem Anfangs, angespannt wahrnahm. Es wirkte fast so, als hätte Lauber Lampenfieber gehabt. Dies sollte sich jedoch zur zweiten Hälfte seines Auftritts ändern und in die Souveränität wandeln, die man von seinen Clubkonzerten gewohnt war. So war Roosevelts Auftritt durchaus interessant und durch die Stimmungswechsel unerwartet abwechslungsreich. Auf der Hauptbühne fing kurze Zeit später der Brite Jamie Woon an und zog ein eher älteres Publikum an. So tanzten Mittdreißiger zu Songs wie Lady Luck, Night Air, Sharpness oder einem Cover des Aaliyah Songs Try Again. Durchaus angenehm war hier, dass das Publikum eher zu den Songs schwelgte anstatt sich zu verausgaben – was sicherlich auch an einem eher entspannten Auftritt Woons lag.

Newcomer neben alten Hasen

Zurück auf der Medusa Stage gab es den britischen Newcomer Mura Masa zu sehen. Mit gerade einmal 20 Jahren hat er dieses Jahr seinen Durchbruch feiern können. Sein Mix aus R&B, Electro und Dub-Step-Elementen, sowie südländischen Instrumenten. funktioniert auf der Bühne so gut, dass sich die Meduse schnell füllte. Mit dabei war immer eine Sängerin, die vor allem bei What If I Go und Firefly das Zelt abbrannte. So überzeugte Mura Masa durch unglaublichen Rhythmus und ganz viel tanzbarer Musik. Knapp eine Stunde später performte dann ein Künstler auf der MELT! Stage, der noch vor drei Jahren die Gemini Stage zum bersten brachte. War der Zulauf zum damaligen M83 Gig doch derart groß und die Bühne für diesen Act viel zu klein, dass als logische Konsequenz die Mainstage kommen musste. So war es nicht anders zu erwarten, als dass sich auch hier schnell der Platz vor der Bühne bis nach hinten zu den Treppen füllte. Mit Songs aus seinem neuen Album Junk und dem Vorgänger Hurry Up, We’re Dreaming wie Go!, Do It, Try It, Road Blaster oder Reunion und Steve McQueen schaffte der Franzose es ein kollektives Feuerwerk an positiver Stimmung zu entfachen. So sah man sich um und blickte durchweg in grinsende, tanzende und singende Gesichter. Dies alles sollte durch M83’s Schlüsselsong Midnight City sogar noch getoppt werden. War hier doch das totale Ausrasten angesagt und sprangen, sangen, tanzten und freuten sich Tausende gleichzeitig diesen Song zu hören. Da wurden rote Bengalos gezündet und tauchten die Menge in Nebel, Fahnen geschwenkt und wurden Unzählige auf die Schultern gehoben. Was blieb, war eine Menge, die nach Abgang der Band mit dem Gefühl zurückgelassen wurde, gerade einen der Höhepunkte des Festivals erlebt zu haben.

Direkt im Anschluss kamen Tame Impala aus Australien mit einer Mischung aus Psychedelic Rock, Indie und Elektro und verzückten die Fans mit Songs wie Let It Happen, The Less I Know The Better und Elephant. Natürlich dürfte auch die Mark Ronson Nummer Daffodils, die Ronson zusammen mit Tame Impala Frontsänger Kevin Parker aufnahm, nicht fehlen. So überraschte gerade dieser Song viele, die Tame Impala hier das erste Mal kennenlernten. Als Abschluss des ersten Festivaltages folgte auf der MELT! Selektor Stage das Berliner DJ Duo Mdslktr. Die harten Bässe und die von Gebäuden umgebene Bühne sorgten dafür, dass sich der komplette Sound nur in Richtung des Publikums entladen konnte. Was dazu führte, dass der komplette Oberkörper vibrierte.

Tag eins ging so mit vielen neuen Eindrücken zu Ende und ließ die Vorfreude auf den zweiten Tag und Bands wie Deichkind und Two Door Cinema Club steigen.