Giant Rooks – Groß, Größer, Riesig

Ihr Output an neuer Musik ist atemberaubend. 2014 gegründet, veröffentlichte die Nordrhein-Westfälische Band Giant Rooks bereits ein Jahr später mit The Times Are Bursting the Lines EP die erste Musik. Wiederum nur knapp 13 Monate später folgte mit der New Estate EP der Durchbruch. Songs wie New EstateBright Lies und Mia & Keira (Days To Come) wurden über 2017 bis ins Jahr 2018 zu Publikums- und Kritikerlieblingen. Ist doch der kompromisslose Indie, den die Band um Frontsänger Frederik Rabe präsentiert, ein regelrechter Aufschrei nach guter und international klingender Musik dieses Genres. Stand das ablaufende Jahr 2018 ganz im Zeichen der großen Konzerte, mit einer ausverkauften Headlinertour durch die DACH-Region und Großbritannien, haben es die Jungs nicht ohne neue Musik zu veröffentlichen ausgehalten. Und so kommt kurz vor Torschluss 2018 mit Wild Stare tatsächlich die Überraschung. Ist die Single nicht nur abermals ein großartiges Ausrufezeichen, präsentieren sie uns für 2019 die nächste Tournee mit 22 Konzerten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlanden und Großbritannien. Steht das Quintett beim Berliner Musiklabel IRRSINN Tonträger – bei dem auch AnnenMayKantereit, Faber und die Leoniden beheimatet sind – unter Vertrag, dürfte es wohl nicht mehr lange dauern, bis wir das Debütalbum angekündigt bekommen. Mit Wild Stare haben Giant Rooks eine große Indie-Nummer produziert, die durch Rabes kratzig, markante Stimme und griffigen Gitarrenriffs so gut funktioniert, dass man sich nach dem nächsten Indie-Club umsehen und sofort auf die Tanzfläche springen möchte.

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Kytes – Indiehit erster Klasse

Wenn schon die Briten aktuell keinen Indie mehr hervorbringen, tut sich in den letzten Jahren so einiges in Deutschland. Mit Razz, den Giant Rooks und Kytes auf der Überholspur, werden auch ihre Songs immer öfter von den Radiostationen gespielt. Dabei kommt letztere Band aus München und stellt nun mit Remedy die neueste Single der im Januar erscheinenden EP Frisbee vor. Hierauf klingen Kytes so unfassbar locker und haben mit dem zugehörigen Musikvideo eine amüsante Indoor-Sommeratmosphäre geschaffen. Mit digitalem Pool, Bildeinstellungen irgendwo zwischen – von amerikanischen Hip-Hop Videos inspirierten – Nahaufnahmen Eis essender Badenixen und weiteren weirden Aktionen begeistern Kytes nicht nur durch das Video, sondern natürlich auch mit einem satten Indieohrwurm. Mit groovigen Gitarrenriffs und einer eingängigen Beatfolge ist Remedy ein absoluter Hit und lässt Michael Spieler, Timothy Lush, Kerim Öke und Thomas Sedlacek – alias Kytes – ins Rampenlicht der deutschen Indieszene treten. Die nächste Indiedisco-Nacht kann also kommen!

Alex The Astronaut – Ein Underdog plötzlich ganz groß

Ein Multitalent par excellence. Sie ist nicht nur haarscharf an einer Profi-Fussballkarierre vorbeigeschrammt, sondern studiert auch noch Mathematik und Physik in New York. Dabei kommt Alex Lynn eigentlich aus Australien und ist vor einer kleinen Ewigkeit mit ihrer Familie nach Großbritannien gezogen. Hier inspirierte sie der Britpop-Sound und die vielen Gitarren in Songs so sehr, dass sie selbst anfing, Songs zu schreiben. Schon früh griff sie zur Gitarre und ließ ihren Folk-Pop entstehen. Doch Musik ist aktuell gar nicht mal im Vordergrund – obwohl sie zur Zeit deutlich mehr im Kopf behalten muss. Allerdings kann sich Alex unter ihrem Pseudonym Alex The Astronaut durchaus vorstellen, in einigen Monaten eine EP und nächstes Jahr ein Album zu veröffentlichen. In der Zwischenzeit tanzen wir zu ihrem Indie-Hit Not Worth Hiding. Dieser ist vor einigen Wochen zum absoluten Hit in Australien geworden. Konnten die Australier damals über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare entscheiden, wurde Not Worth Hiding zur Hymne dieser Wahl. Gleichzeitig sang Alex The Astronaut in die Welt hinaus, wie viel mehr es wert ist, sich selbst zu vertrauen, sich zu trauen zu seinen Gefühlen zu stehen und keine Angst davor zu haben, sich als homosexuell zu outen. Dass dies als Künstlerin nicht einfach ist, ist verständlich, hat doch speziell die Stimme eines Künstlers immer auch eine höhere Gewichtung und kann so schnell missverstanden werden. Im Falle von Alex The Astronaut ging allerdings alles gut und ihre Single startete voll durch. Dies ist abgesehen vom Thema auch der sympathischen Art zuzuschreiben, wie Alex The Astronaut singt. Es ist vielmehr ein frecher Sprechgesang, der an die ganz frühen Songs der französischen Sängerin SoKo oder Kate Nash erinnert. Folk trifft auf Pop und lässt die Gitarren klingen. Wir wollen schleunigst mehr davon!

Seinabo Sey – So kraftvoll, so groovy

Nach ihrem Indie-Hit Younger der vor allem durch den Kygo Remix einer größeren Hörerschaft bekannt wurde, veröffentlicht die Schwedin nun mit Pretend einen weiteren kraftvollen Dancetrack. Mit ihrer souligen Stimme schafft es Sey gegen die starke Produktion aus Elektropop anzukommen und daraus ein starkes Duo zu bilden. Hinzu kommt, dass ihre Texte stets mit bedacht gewählt sind und nie ins Belanglose gleiten. So ist Pretend stark, treibend und animiert zum bewegen. Das untypische an Seinabo Sey ist so typisch für sie geworden.