The Best Of 2018 – Vol.: 09

01. Fickle Friends – The Moment

02. Fred Well – Inferno

03. Querbeat – Freaks

04. Kiesza & Chris Malinchak – Weird Kid

05. KLAN – Mama

06. Haiku Hands & True Vibration – Squat

07. Maribou State feat. Holly Walker – Nervous Tic

08. KYTES – Remedy

09. Mumford & Sons – If I Say

10. The Japanese House – Lilo

11. Yaeji – One More

12. Sam Fender – Dead Boys

13. Martin Baltser – Call Me Wild

14. Human Touch – Promise Not To Fall

15. Still Corners – The Trip

16. RY X – Untold

17. The Ting Tings – Estranged

18. NEØV – Elysion

19. SOAK – Everybody Loves You

20. Cat Power feat. Lana Del Rey – Woman

21. Razorlight – Got To Let The Good Times Back Into Your Life
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Kytes – Indiehit erster Klasse

Wenn schon die Briten aktuell keinen Indie mehr hervorbringen, tut sich in den letzten Jahren so einiges in Deutschland. Mit Razz, den Giant Rooks und Kytes auf der Überholspur, werden auch ihre Songs immer öfter von den Radiostationen gespielt. Dabei kommt letztere Band aus München und stellt nun mit Remedy die neueste Single der im Januar erscheinenden EP Frisbee vor. Hierauf klingen Kytes so unfassbar locker und haben mit dem zugehörigen Musikvideo eine amüsante Indoor-Sommeratmosphäre geschaffen. Mit digitalem Pool, Bildeinstellungen irgendwo zwischen – von amerikanischen Hip-Hop Videos inspirierten – Nahaufnahmen Eis essender Badenixen und weiteren weirden Aktionen begeistern Kytes nicht nur durch das Video, sondern natürlich auch mit einem satten Indieohrwurm. Mit groovigen Gitarrenriffs und einer eingängigen Beatfolge ist Remedy ein absoluter Hit und lässt Michael Spieler, Timothy Lush, Kerim Öke und Thomas Sedlacek – alias Kytes – ins Rampenlicht der deutschen Indieszene treten. Die nächste Indiedisco-Nacht kann also kommen!

MELT! 2016 – Alles neu in Ferropolis – Tag 2

MELT! Festival 2016

MELT! Festival 2016

Tag zwei kam mit einem üblichen Ritual daher – Baden gehen, Duschen, die Klorollen weiterreichen und die Getränke vorbereiten. Denn auch heute gab es neben Two Door Cinema Club und Deichkind so einiges zu erleben.

Newcomer der großen Worte

Fing der heutige Tag erst um 20 Uhr an, legte Drangsal auf der Medusa Stage eine Show hin, die an Pomp und 80’s-Sound kaum zu überbieten war. So klang der 23 Jährige wahlweise wie The Cure, The Smith oder Depeche Mode und könnte so in den 80er Jahren Millionen Platten verkaufen. Was in den 80er Jahren Mainstream war, ist heute ein Überbleibsel für den Indie- und Alternative-Fan. Auf dem MELT! konnten sich allerdings – und das war zu erwarten – sehr viele mit dem Sound des Wahlberliners identifizieren. Und so war die Medusa vollgepackt bis hinter die Bars. Der Pathos, mit dem Drangsal Songs wie Love Me Or Leave Me Alone, Hinterkaifeck und Allan Align performte, hätte bei vielen Bands ausgesehen, wie aufgesetzt oder angeeignet. Bei Drangsal jedoch wirkte alles stimmig und spätestens mit dem Cover des Lady Gaga Hits Paparazzi setzte er noch eins drauf und wandelte irgendwo zwischen 80’s-Kitsch und New-Wave Sounds.

Drangsal @ MELT! Festival 2016

Drangsal @ MELT! Festival 2016

Alte Bekannte präsentieren neues Material

Keine dreiviertel Stunde später ging es bereits auf der MELT! Stage mit Two Door Cinema Club los. Was hier zu erwarten war, wurde bei weitem übertroffen. Satte 19 Songs spielten die Nordiren und vereinten so alle Hits ihrer beiden, bereits veröffentlichten, Alben Tourist History und Beacon und ihrem, im Oktober erscheinenden Album Gameshow. So dauerte es gerade einmal einen Song, bis das Publikum direkt vor der Bühne anfing ekstatisch zu tanzen. So ging es über etwas mehr als eine Stunde durch Songs wie Sleep Alone, Undercover Martyn, Gameshow, Are We Ready (Wreck), Sun, I Can Talk, Something Good Can Work und Someday. Beendet hatten das Trio den Auftritt mit What You Know – einem letzten Aufbäumen der Masse um sich bei der Band für den Auftritt zu bedanken. Da wurde gesprungen und gepogt und ganz viel gejubelt und am Ende tief durchgeatmet.

Während auf der MELT! Stage umgebaut wurde, spielten in der Orangerie die Jungs von Kytes. Die Münchener Indierock Band ist seit geraumer Zeit ein Geheimtip, was Indie aus Deutschland angeht. So klingen sie wahlweise nach Phoenix oder Two Door Cinema Club. Mit Songs wie As We Row, Future Kids oder On The Run und einem unglaublich fidelen Auftritt, schafften das Quartett es problemlos, die Menge zum tanzen zu bekommen. So war der knapp 40-Minütige Auftritt mit ganz viel Energie gefüllt und sorgte für gute Stimmung.

Anarchie als Popkultur

Die Uhr zeigt 23:45 Uhr an – es wurde also Zeit für den wohl besten Auftritt des Abends. Waren doch Deichkind angekündigt. Wer bereits einige Jahre MELT!-Besucher ist, kann sich vielleicht an den legendären 2006er Auftritt der Combo erinnern. Den MELT!-Veranstaltern steckt dieser Auftritt wohl heute noch in den Knochen. Hatten Deichkind doch im letzten Song, Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah), welches um halb sieben Uhr in der früh gespielt wurde, alle Fans auf die Bühne gerufen und so für den absoluten Sicherheitsgau gesorgt. So bestiegen hunderte Fans die Bühne, drückten sich an Security’s vorbei und sorgten dafür, dass nicht nur der Strom ausfiel, sondern auch ernsthafte Gefahr bestand, dass die Bühnenkonstruktion zusammenbricht. So war es nicht verwunderlich, dass es sage und schreibe 10 Jahre gedauert hat, bis man Deichkind wieder auf einer MELT! Bühne zu sehen bekam – sicherlich auch mit strengen Auflagen. War 2006 der totale Abriss als Konzept geplant, könnte man das 2016er Konzept mit viel Pomp und Anarchie beschreiben. So gab es Wodkaduschen, Schlauchbote über den Köpfen des Publikums, Federn und jede Menge Konfetti. Deichkind sind schon lange nicht mehr die unprofessionelle Band, die mit Mülltüten auf der Bühne für absolutes Ausrasten stand. 2016 sind die Shows durchgestylt, mit Boygroup-Synchron-Performances und ganz viel Lichttechnik versehen. Da gab es Kostüme, die an Daft Punk erinnerten, Technik, die bei Kylie Minogue nicht besser passen könnte und einer Band, die den absoluten Exzess seit knapp 20 Jahren lebt. Mit diesem Performancekonzept wäre es dann auch nur zu verständlich gewesen, wenn keine weitere Band mehr die Bühne betreten hätte – kamen doch große Probleme auf, die ganzen Federn wegzubekommen. Von den Songs stachen vor allem Bück Dich hoch, Leider Geil, Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah) und Roll das Fass rein hervor. Bei letzterem wurde, wie schon auf dem letztjährigen Lollapalooza Festival, ein riesiges Fass in die Menge gerollt, auf dem Deichkind den Song sangen. Mit jeder Menge politischer Messages versehen, nutzten Deichkind nicht nur einmal die Gunst so viele zu erreichen. Anderthalb Stunden, 90 Minuten, von 23:45 Uhr bis 1:20 Uhr, ging das Konzert und beanspruchte die komplette Energie der Fans.

Vom Deichkind Auftritt noch körperlich gezeichnet, trat um 2:30 Jamie XX auf der MELT! Stage auf. Musste letztes Jahr wegen ihm die Gremmin Beach Bühne, wegen zu vielen Menschen, gesperrt werden, hatte er nun mit der MELT! Stage alle Möglichkeiten, die es zu haben gibt. Durch seine teilweise sehr ruhigen Songs, setzten sich so einige vor die Bühne hin und ließen so den Abend ausklingen. Mit Loud Places, dem You’ve Go The Love Cover oder I’ll Take Care Of You hatte Jamie XX genau den richtigen Übergang gefunden, um das Publikum von seinen Studioproduktionen mit, zu einem DJ-Set zu nehmen. War doch gerade der zweite Teil des Konzertes mehr Live-Mix als Studioaufnahmen.

Körperlich, nach Konzerten von Two Door Cinema Club und Deichkind, ein Wrack, freute man sich nur noch auf das Zelt. Und wer als erstes auf seiner Luftmatratze lag, war für diesen Abend auch nicht mehr gesehen. So ging Tag 2 zu Ende und wurden die Eindrücke verarbeitet. Mit Digitalism, Lea Porcelain und Disclosure warteten dann an Tag 3 noch weitere Highlights des letzten Tages.

The Best Of 2016 Vol.: 05

The Best Of 2016 Vol. 05

The Best Of 2016 Vol. 05

01. Blinkie feat. Alahna – Don’t Give Up (On Love)

02. On An On – Drifting (RAC Remix)

03. Lilly Wood And The Prick – Box Of Noise

04. Travis Mills – Don’t Need Much

05. Petite Meller – Baby Love

06. HONNE & Izzy Bizu – Someone That Loves You

07. Maria Mena – Leaving You

08. Kaleo – Way Down We Go

09. Roosevelt – Colours

10. Little Hours – Tired

11. The Temper Trap – Fall Together

12. Band Of Horses – Casual Party

13. AlunaGeorge – I Remember

14. Kungs vs. Cookin‘ On 3 Burners – This Girl

15. Callum Scott – Dancing On My Own

16. Róisín Murphy – Mastermind

17. SeeB feat. Neev – Breathe

18. Drangsal – Love Me Or Leave Me Alone

19. Lea Porcelain – Out Is In

20. Kytes – I Got Something

Kytes – Deutscher Indie auf höchstem Niveau

Kytes - I Got Something

Kytes – I Got Something

Die Kytes haben in den letzten Monaten für so einige Aufmerksamkeit gesorgt. Hatten sie doch mit ‚On The Run‘ einen so großartigen Song veröffentlicht, der es sogar als Hintergrundsong in eine Mobilfunkwerbung schaffte. Nun sind die Münchnern um Sänger Timothy Lush mit der neuen Single ‚I Got Something‘ zurück und beweisen, dass sie nicht nur von dem einen Hit aus der Werbung profitieren möchten. ‚I Got Something‘ ist wieder kratziger als ‚On The Run‘ und klingt nach größerem Rock als zuletzt. So singt Lush exzentrischer auf einem eingängigen Beat. Und so kommen Kytes dem Ziel, eine der besten Indie-Bands der Stunde aus Deutschland zu sein, ziemlich nah. Mit einem Auftritt auf dem SXSW-Festival im Gepäck kamen sie vor kurzem zurück nach Deutschland und arbeiten fleissig an der Vervollständigung ihres Debütalbums.
‚I Got Something‘ ist der perfekte Opener hierfür und hält die Lust ganz weit oben, was es heißt, sich auf das Album zu freuen.

The Best Of 2016 Vol.: 01

The Best Of 2016 Vol. 01

The Best Of 2016 Vol. 01

01. Foxos – Running Up

02. Lexer feat. Audrey Janssens – Till Dawn

03. Dua Lipa – Be The One

04. Coasts – You

05. Kiiara – Gold

06. Sapphire Road – Runaway Child

07. Kakkmaddafakka – Young You

08. Walk The Moon – We Are The Kids

09. Frances – Borrowed Time

10. Beatenberg – Rafael

11. Walking On Cars – Speeding Cars

12. Birdy – Keeping Your Head Up

13. Glen Hansard – Her Mercy

14. Kytes – On The Run

15. Superlover – Circus

16. Honne – 3 AM

17. Justin Bieber – I’ll Show You

18. Wafia – Heartburn

19. Kids Of Adelaide – Heart In Your Glass

20. Holy Holy – You Cannot Call For Love Like A Dog

21. St. Tropez – Son Of God

Kytes – Die Indie-Sensation

 

Kytes – On The Run

Noch vor einigen Jahren belächelte man Bands, die einem als Indie-Sensation aus Deutschland vorgestellt wurden nur, war es doch fast schon unmöglich, dass guter Indiesound aus Deutschland kommen kann. Mittlerweile hat sich hier das Blatt stark gewendet. Sind doch Bands wie Kraftklub, RAZZ oder die Österreicher von Wanda ein Paradebeispiel für den neuen Indiesound fernab der britischen Insel – war es doch gerade Großbritannien, das diesen Sound in den 2000ern geprägt hatte. Nun also München, denn da kommen Kytes her und machen Indie, der nur so vor Spielwut strotzt. ‚On The Run‘ heißt ihre aktuelle Single und ist mit einem eingängigen Refrain, satten Gitarren und der Stimme von Michael Spieler unüberhörbar auf das Ausrasten ausgelegt. Sie selbst beschreiben ihre Musik in Farben und zeigen dies gerade wunderbar in ihrem, in Brighton gedrehten, Musikvideo zu ‚On The Run‘. Sollte dies alles so durchdacht und geplant sein, wie es im Netz zu lesen ist, dann sollte diese Band noch sehr viel mehr planen, denn scheinbar können sie dies unglaublich gut – nimmt man ‚On The Run‘ als Beispiel.