Scouting For Girls - Grown Up

Scouting For Girls – Freunde von Nebenan

Bei manchen Bands ist es schon komisch. Da haben sie absolute Hits im Gepäck, spielen sich die Finger wund und erzeugen mit ihren Songs eine absolut glückliche Atmosphäre – doch so richtig erfolgreich werden sie damit nicht. Bei dem britischen Trio von Scouting For Girls ist das der Fall. Hatten sie vor allem auf ihrem ersten Album Scouting For Girls (2007) so großartige Hits, wie She’s So LovelyElvis Ain’t Dead und Heartbeat platzierten sie auf ihrem zweiten Album 2010 eine Aussage, die sich bin in zehn Jahren absolut überholt hat. Denn der Albumtitel Everybody Wants to Be on TV wird der heutigen Zeit bei weitem nicht mehr gerecht, hat doch das traditionelle Fernsehen gegen die neuen Medien, wie Streamingdiensten und sozialen Plattformen nichts entgegenzusetzen. Während auf diesem Album zumindest für Frontsänger Roy Stride, Bassist Greg Churchouse und Schlagzeuger Dr Peter Ellard der Erfolg in Form eines Nummer-1 Hits entrat, sollte dieser Erfolg von This Ain’t A Love Song einmalig bleiben. Nun sind sie mit ihrem fünften Album The Trouble with Boys zurück und haben dabei eine wunderbare Mischung aus typischen Indiesongs und überraschend ruhigen Balladen veröffentlicht. Mit ihrer aktuellen Single Grown Up hat das Trio eine großartige Up-tempo Nummer veröffentlicht, die mit einer Hookline brilliert, die man nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Scouting For Girls sind und bleiben eine verlässliche Nummer im Indiepop und zeigen auf ihrem neuesten Album, dass sie nichts von ihrer Energie und ihrem Enthusiasmus der Anfangsjahre verloren haben. Damit wirken sie, wie die Freunde von nebenan und lassen uns Erfolg ganz anders definieren.

Purple Disco Machine - Emotion

Purple Disco Machine – Die Disco ist zurück!

Holt Eure Tanzschuhe raus, der heutige Song wird Euch von den Stühlen reißen. Denn bei Purple Disco Machine ist der Name Programm. Vor zehn Jahren zum Leben erweckt, hat der in Dresden als Tino Piontek geborene Produzent in den vergangenen Jahren eine beispiellose Karriere hingelegt und ist dabei dennoch im Mainstream ein mehr oder weniger unbeschriebenes Blatt. Mit seinem 2013er Song My House katapultierte sich der Produzent bis auf Platz 3 der Beatport-Charts und wurde über die nachfolgenden Monate zur Nummer 2 der meistverkauften Songs aller Zeiten auf Beatport. Was folgte, waren House-Hits am Stück und so zeichnete sich der Dresdener in diesem Jahr auch für den – zum Klassiker avancierenden – Clubtrack Body Funk verantwortlich. Nun ist mit Emotion ein weiterer Song veröffentlicht worden, der den Liebhaber des Discosounds einmal mehr an die Spitze der Beatport-Chart bringen wird. Mit typischen 70er Jahre Grooves und einer ordentlichen Portion Housemusik baut sich Purple Disco Machine einen wahren Schatz an hervorragenden Clubtracks auf und lässt uns keine andere Wahl, als alle Energie, zu Emotions, aus dem Körper zu tanzen.

Yves V feat. Afrojack & Icona Pop - We Got That Cool

Yves V feat. Afrojack & Icona Pop – Hitmaschine aus BeNeLux und Skandinarvien

Es sind oftmals die kleinen europäischen Länder, welche die größten Hits hervorbringen – ob aus Belgien mit Lost Frequencies und Stromae, aus den Niederlanden mit Tiësto oder Martin Garrix oder aus Schweden mit Swedish House Mafia, Avicii oder Eric Prydz. Nun haben sich auf dem Song We Got That Cool – der vom belgischen DJ und Produzenten Yves V kommt – auch der niederländische DJ Afrojack und die Schwedinnen von Icone Pop zusammengefunden und einen absoluten Sommerbanger produziert. Mit nostalgischen Beats und einem Sample des Klassikers Gypsy Woman (She’s Homeless) – das 1991 von Crystal Waters veröffentlicht und bereits unzählige Male gesampelt wurde – haben die drei einen Track voller Energie, Sommervibes und guter Stimmung produziert, der von einem entspannten Elektrosound in einen absoluten Housetrack mutiert und so nicht nur die Tanzflächen in Clubs zum beben bringt. Yves V hat sich den Song als Begleiter durch den Sommer gedacht und hofft, dass jeder dazu singen und, ob im Auto, am Strand oder während er auf einem Festival ist, dazu abgehen wird. Bisher ist We Got That Cool nur in Belgien gechartet, doch dürfte es nicht mehr lange dauern, bis auch andere Länder diesen grandiosen Housetrack für sich entdecken und er den Sommer 2019 in die Verlängerung schicken wird.

Ro Bergman - Clouds

Ro Bergman – Über den Wolken

Ro Bergman hatte es bereits 2016 geschafft, eine mediale Aufmerksamkeit zu erlangen, die ihm den Status eines Newcomers verlieh. Doch während andere sich vom Ruhm überwältigt in die schnelle Produktion weiterer Hits machen, hat sich Bergman etwas zurückgezogen und an seiner Musik gefeilt. Dabei betrachtete er den schnellen Ruhm seiner Single Best Time – die von seinem österreichischen Landsmann Skistar Marcel Hirscher als Saison-Hymne ausgewählt wurde – mit gemischten Gefühlen, ging dem Singer/Songwriter doch der schnelle Aufstieg zu rasant. Nach der, im Mai veröffentlichten, Single Horizon hat Bergman nun mit Clouds einen weiteren Song seiner im Herbst erscheinenden EP herausgebracht, die verträumt, locker und gleichzeitig schwer klingt. Dabei kommt die Schwere von den hallenden Gesängen des Sängers, der sich vor allem auf Clouds einer hohen Ähnlichkeit zu Coldplays Frontsänger Chris Martin nicht entziehen kann. Hinzu kommt das treibende Soundarrangement, welches von Ferne, von Unbeschwertheit und Lebensfreude zeugt. Den Titel, sowie den Sound des Songs erklärt uns der Sänger dann auch passender Weise mit den Worten, Wolken nehmen einen mit in eine unendliche, große Welt, in der alles erlaubt ist, dabei ist der Song in einem winzigen Proberaum irgendwo in Tirol entstanden. Damit ist dem Österreicher eine Punktlandung gelungen – von der wir uns auf Clouds eindrucksvoll überzeugen lassen können.

SYML - Break Free

SYML – Geht rabiat ins Ohr

Brian Fennell ist seit gut zwei Jahren ein gern gesehener Gast bei SOML. Mit seiner Band Barcelona ebenso, wie als Solokünstler unter dem Pseudonym SYML. Mit Songs wie Where’s My Love und The Bird zeigte er in der Vergangenheit eindrucksvoll, wie vielseitig seine Musik sein kann. Nun ist SYML mit Break Free zurück, bei dem er das Thema der Misogynie verarbeitet. So entwickelte sich ein Gespräch mit einem, SYML nahestehenden Musikers, plötzlich in eine Richtung, in der Frauen als minderwertig und abschätzig thematisiert wurden. Über seine eigene Verwunderung hinweg, entstand eine Wut, die SYML in diesen Song gepackt hat. Von dieser Wut angetrieben, klingt Break Free nach genau solch einen Moment, in dem man sich selber wach rütteln und für seine Werte einstehen muss. Break Free ist dabei – nach The Bird – abermals sehr rockig und geht mit seinem Refrain direkt ins Ohr. Seit dem 3. Mai ist das selbstbetitelte Debütalbum SYML auch in Deutschland erhältlich, weist eine hohe Schlagzahl an Hits auf und kann daher nur bestens empfohlen werden!

Blanks - Don't Stop

Blanks – Große Fußstapfen einfach wegpusten

Mit 22 Jahren gilt Simon de Wit schon nicht mehr als Youtube-Youngster. Doch unter seinem Künstlernamen Blanks hat der Niederländer es geschafft, innerhalb der letzten  sechs Jahre eine Fangemeinde von 500.000 Followern aufzubauen. Seit 2013 vloggend – veröffentlicht Blanks seit 2016 auch eigene Songs. Dabei handelte es sich Anfangs noch zumeist um Coverversionen bekannter Hits wie von Taylor Swift, Imagine Dragons, Ed Sheeran oder Harry Styles, die Blanks in ein 80er Jahre Gewand steckte. Nun hat er mit Don’t Stop einen fantastischen Indiesong produziert, der zu 100 Prozent von ihm stammt. Hierbei bedient sich Blanks an eingängigen Gitarrenriffs und einer ordentlichen Synthesizer-Portion und lässt Don’t Stop damit zu einem perfekten Teenagersoundtrack werden, der einen an unbeschwerte Momente und bekloppte Aktionen mit seinen Freunden denken lässt.

Mark Ronson feat. Lykke Li - Late Night Feelings

Mark Ronson feat. Lykke Li – Eine verkannte Partynacht

Independent trifft Mainstream. So in etwa könnte man die Kollaboration von Lykke Li mit Mark Ronson beschreiben. Hatte Lykke Li 2011 einen weltweiten Hit mit I Follow Rivers, entsprang dieser aber dem The Magician Remix, der sich auch in Deutschland an die Spitze der Charts setzte. Alle sonstigen Veröffentlichungen Lykke Lis sind vielmehr größtenteils nur ihrer Fangemeinde bekannt oder in den Playlisten von Independent-Radiostationen zu finden. Mark Ronson wiederum ist in den Chart zu Hause und tritt seit 1998 als Produzent von Künstlern wie Nikka Costa, Macy Gray, Christina Aguilera, Amy Winehouse, Robbie Williams oder den Kaiser Chiefs auf. Darüber hinaus ist Ronson selbst seit 2003 als Künstler mit eigener Musik in den Charts vertreten und arbeitete mit Künstlern, wie Lily Allen, Amy Winehouse, Bruno Mars, Miley Cyrus und nun eben auch Lykke Li zusammen. Auf ihrem gemeinsamen Song Late Night Feelings treffen sich die beiden dann auch zum Katergefühl, nach einer aufregenden Nacht. Dabei klingt Late Night Feelings nach einer wabernden Retrospektive einer Nacht, die von Auf und Abs geprägt ist. So gibt die Grundstimmung einen ruhigen Sound vor, der vor allem beim Refrain ins verspielte rutscht, nur, um zum Ende hin in einen Traumzustand zu gleiten. Ronson hat hier für sein kommendes, fünftes Studioalbum Late Night Feelings, nach Nothing Breaks Like A Heart bereits den zweiten Song veröffentlicht, der sich an das Model des melancholischen Sounds der 80er Jahre anlehnt und diesen wunderbar in die Neuzeit transportiert. Dabei verfolgte Ronson, wie er selbst sagt, das Ziel traurige Hits zu schreiben, da diese eine größere emotionale Resonanz beim Hörer auslösen. Dies hat er auf Last Night Feelings wunderbar geschafft und nebenbei abermals die Hitmaschine angeworfen.

Ruti - Racing Cars

Ruti – Eine große Stimme ist geboren

Ruti Olajugbagbe – kurz Ruti – hat im vergangenen Jahr bei der britischen Version von The Voice alle überzeugt und ging am Ende als Gewinnerin raus. Mit der im Anschluss an die Sendung veröffentlichten Single Dreams – die eine Coverversion des The Cranberries Songs war – schaffte sie es bis auf Platz 14 der britischen Singlecharts. Nun, ein Jahr später, hat Ruti mit Racing Cars ihre erste EP veröffentlicht, die den gleichnamigen Song als Singleauskopplung hat. Dabei überzeugt sie mit einem vielschichtigen Sound, der zum großen Teil von Rutis Stimme lebt, allerdings auch mit einprägsamen Elektrobeats immer wieder für Clubatmosphäre sorgt. Dabei erinnert die Stimme der 19-Jährigen stark an die Frontsängerin von London Grammar – Hannah Reid – und hat selbst in den hohen Tönen die selbe dunkle Färbung. Zusätzlich klingt Racing Cars reduziert ehe der Beat immer wieder durchbricht und dem ganzen Song eine Art Herzschlag verleiht. Ruti ist – trotz des Fluches – das britische The Voice Gewinner keine Hits landen können – auf dem besten Weg in die Top-10 mit ihrer EP und hat für dieses Jahr bestimmt noch das ein oder andere heiße Eisen im Feuer.

Y.V.E. 48 feat. PHOTØS – Kryptisch entspannt

Es ist, wie bei einer Schnitzeljagd – man findet einen Song, möchte über diesen etwas schreiben, sucht im Netz nach Informationen und findet… nicht wirklich viel. Bei dem heutigen Act ist es genau so. Herausgefunden habe ich von dem kryptischen Y.V.E. 48 nur, dass es ein Produzenten-Duo aus Deutschland ist und aus zwei Jungs besteht. Dabei haben beide vor gut fünf Jahren das erste Mal als Y.V.E. 48 etwas auf ihrem Soundcloud-Profil hochgeladen und sind bei Spotify mittlerweile bei fast 500.000 Hörern im Monat angekommen. Zumindest zu ihrem Featuring-Act PHOTØS lässt sich sagen, dass dieser in Santa Monica, Kalifornien lebt und seine Musik selbst als Bedroom-Pop beschreibt. Hört man sich nun die Veröffentlichung Without You an, wird klar, dass hierbei gar nicht so viel von den Künstlern zu erfahren sein muss. Spricht doch Without You für sich selbst und reiht sich in die Riege der erfolgreichen EDM-Hits ein, die Anfang der 2010er Jahre vielfach bis an die Spitze der Deutschen Singlecharts gelangten. So teilt Without You die melancholisch, schwere Luft eines Sommerabends, an dem man sich mit Freunden auf dem Dach eines Miethauses in der Großstadt trifft und die laue Nacht begrüßt. Mit den gleichen sommerlichen Vibes, wie wir sie auch schon von Wankelmut, Robin Schulz oder dem Deepend Remix von Matt Simons kennen, steht Without You diesen Songs in nichts nach und könnte als Vorbote der warmen Jahreszeit durchaus zum Hit avancieren.

Roosevelt – Die 80er kommen

Was sich in der Kleidung der letzten beiden Saisons bereits abzeichnete, hält nun zunehmend auch in der Musik Einzug. Der Ruf nach 80er-Jahre Klängen – und Coverversionen bekannter Hits aus diesem Jahrzehnt – reisst nicht ab. Nun hat auch Roosevelt seinen Teil dazu beigetragen und seine Version des Fleetwood Mac Songs Everywhere veröffentlicht. Wer in den letzten Jahren auf einem der Konzerte des Kölners war, konnte bereits erfahren, wie großartig der Drive der Roosevelt-Version hierbei war. Mit großen Gesten, dem typischen Everywhere Takt und einer moderneren Gestaltung ist Everywhere eine flirrende Ode an die 80er Jahre und an die ganzen großen Bands wie eben Fleetwood Mac. Ganz nebenbei führt Roosevelt fort, dass die gesamten Einnahmen aus dem Erlös der Single, wie auch schon bei Falling Back, der SOS MEDITERRANEE Seenotrettung zugeführt werden. Mit Everywhere setzt Roosevelt auch eine musikalische Bespielung der Fans fort, die seit seiner letzten Albumveröffentlichung Young Romance anhält und kontinuierlich neues Material hervorbringt. Doch läuft Everywhere erst einmal auf Dauerschleife!