SYML - Break Free

SYML – Geht rabiat ins Ohr

Brian Fennell ist seit gut zwei Jahren ein gern gesehener Gast bei SOML. Mit seiner Band Barcelona ebenso, wie als Solokünstler unter dem Pseudonym SYML. Mit Songs wie Where’s My Love und The Bird zeigte er in der Vergangenheit eindrucksvoll, wie vielseitig seine Musik sein kann. Nun ist SYML mit Break Free zurück, bei dem er das Thema der Misogynie verarbeitet. So entwickelte sich ein Gespräch mit einem, SYML nahestehenden Musikers, plötzlich in eine Richtung, in der Frauen als minderwertig und abschätzig thematisiert wurden. Über seine eigene Verwunderung hinweg, entstand eine Wut, die SYML in diesen Song gepackt hat. Von dieser Wut angetrieben, klingt Break Free nach genau solch einen Moment, in dem man sich selber wach rütteln und für seine Werte einstehen muss. Break Free ist dabei – nach The Bird – abermals sehr rockig und geht mit seinem Refrain direkt ins Ohr. Seit dem 3. Mai ist das selbstbetitelte Debütalbum SYML auch in Deutschland erhältlich, weist eine hohe Schlagzahl an Hits auf und kann daher nur bestens empfohlen werden!

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Blanks - Don't Stop

Blanks – Große Fußstapfen einfach wegpusten

Mit 22 Jahren gilt Simon de Wit schon nicht mehr als Youtube-Youngster. Doch unter seinem Künstlernamen Blanks hat der Niederländer es geschafft, innerhalb der letzten  sechs Jahre eine Fangemeinde von 500.000 Followern aufzubauen. Seit 2013 vloggend – veröffentlicht Blanks seit 2016 auch eigene Songs. Dabei handelte es sich Anfangs noch zumeist um Coverversionen bekannter Hits wie von Taylor Swift, Imagine Dragons, Ed Sheeran oder Harry Styles, die Blanks in ein 80er Jahre Gewand steckte. Nun hat er mit Don’t Stop einen fantastischen Indiesong produziert, der zu 100 Prozent von ihm stammt. Hierbei bedient sich Blanks an eingängigen Gitarrenriffs und einer ordentlichen Synthesizer-Portion und lässt Don’t Stop damit zu einem perfekten Teenagersoundtrack werden, der einen an unbeschwerte Momente und bekloppte Aktionen mit seinen Freunden denken lässt.

Mark Ronson feat. Lykke Li - Late Night Feelings

Mark Ronson feat. Lykke Li – Eine verkannte Partynacht

Independent trifft Mainstream. So in etwa könnte man die Kollaboration von Lykke Li mit Mark Ronson beschreiben. Hatte Lykke Li 2011 einen weltweiten Hit mit I Follow Rivers, entsprang dieser aber dem The Magician Remix, der sich auch in Deutschland an die Spitze der Charts setzte. Alle sonstigen Veröffentlichungen Lykke Lis sind vielmehr größtenteils nur ihrer Fangemeinde bekannt oder in den Playlisten von Independent-Radiostationen zu finden. Mark Ronson wiederum ist in den Chart zu Hause und tritt seit 1998 als Produzent von Künstlern wie Nikka Costa, Macy Gray, Christina Aguilera, Amy Winehouse, Robbie Williams oder den Kaiser Chiefs auf. Darüber hinaus ist Ronson selbst seit 2003 als Künstler mit eigener Musik in den Charts vertreten und arbeitete mit Künstlern, wie Lily Allen, Amy Winehouse, Bruno Mars, Miley Cyrus und nun eben auch Lykke Li zusammen. Auf ihrem gemeinsamen Song Late Night Feelings treffen sich die beiden dann auch zum Katergefühl, nach einer aufregenden Nacht. Dabei klingt Late Night Feelings nach einer wabernden Retrospektive einer Nacht, die von Auf und Abs geprägt ist. So gibt die Grundstimmung einen ruhigen Sound vor, der vor allem beim Refrain ins verspielte rutscht, nur, um zum Ende hin in einen Traumzustand zu gleiten. Ronson hat hier für sein kommendes, fünftes Studioalbum Late Night Feelings, nach Nothing Breaks Like A Heart bereits den zweiten Song veröffentlicht, der sich an das Model des melancholischen Sounds der 80er Jahre anlehnt und diesen wunderbar in die Neuzeit transportiert. Dabei verfolgte Ronson, wie er selbst sagt, das Ziel traurige Hits zu schreiben, da diese eine größere emotionale Resonanz beim Hörer auslösen. Dies hat er auf Last Night Feelings wunderbar geschafft und nebenbei abermals die Hitmaschine angeworfen.

Ruti - Racing Cars

Ruti – Eine große Stimme ist geboren

Ruti Olajugbagbe – kurz Ruti – hat im vergangenen Jahr bei der britischen Version von The Voice alle überzeugt und ging am Ende als Gewinnerin raus. Mit der im Anschluss an die Sendung veröffentlichten Single Dreams – die eine Coverversion des The Cranberries Songs war – schaffte sie es bis auf Platz 14 der britischen Singlecharts. Nun, ein Jahr später, hat Ruti mit Racing Cars ihre erste EP veröffentlicht, die den gleichnamigen Song als Singleauskopplung hat. Dabei überzeugt sie mit einem vielschichtigen Sound, der zum großen Teil von Rutis Stimme lebt, allerdings auch mit einprägsamen Elektrobeats immer wieder für Clubatmosphäre sorgt. Dabei erinnert die Stimme der 19-Jährigen stark an die Frontsängerin von London Grammar – Hannah Reid – und hat selbst in den hohen Tönen die selbe dunkle Färbung. Zusätzlich klingt Racing Cars reduziert ehe der Beat immer wieder durchbricht und dem ganzen Song eine Art Herzschlag verleiht. Ruti ist – trotz des Fluches – das britische The Voice Gewinner keine Hits landen können – auf dem besten Weg in die Top-10 mit ihrer EP und hat für dieses Jahr bestimmt noch das ein oder andere heiße Eisen im Feuer.

Y.V.E. 48 feat. PHOTØS – Kryptisch entspannt

Es ist, wie bei einer Schnitzeljagd – man findet einen Song, möchte über diesen etwas schreiben, sucht im Netz nach Informationen und findet… nicht wirklich viel. Bei dem heutigen Act ist es genau so. Herausgefunden habe ich von dem kryptischen Y.V.E. 48 nur, dass es ein Produzenten-Duo aus Deutschland ist und aus zwei Jungs besteht. Dabei haben beide vor gut fünf Jahren das erste Mal als Y.V.E. 48 etwas auf ihrem Soundcloud-Profil hochgeladen und sind bei Spotify mittlerweile bei fast 500.000 Hörern im Monat angekommen. Zumindest zu ihrem Featuring-Act PHOTØS lässt sich sagen, dass dieser in Santa Monica, Kalifornien lebt und seine Musik selbst als Bedroom-Pop beschreibt. Hört man sich nun die Veröffentlichung Without You an, wird klar, dass hierbei gar nicht so viel von den Künstlern zu erfahren sein muss. Spricht doch Without You für sich selbst und reiht sich in die Riege der erfolgreichen EDM-Hits ein, die Anfang der 2010er Jahre vielfach bis an die Spitze der Deutschen Singlecharts gelangten. So teilt Without You die melancholisch, schwere Luft eines Sommerabends, an dem man sich mit Freunden auf dem Dach eines Miethauses in der Großstadt trifft und die laue Nacht begrüßt. Mit den gleichen sommerlichen Vibes, wie wir sie auch schon von Wankelmut, Robin Schulz oder dem Deepend Remix von Matt Simons kennen, steht Without You diesen Songs in nichts nach und könnte als Vorbote der warmen Jahreszeit durchaus zum Hit avancieren.

Roosevelt – Die 80er kommen

Was sich in der Kleidung der letzten beiden Saisons bereits abzeichnete, hält nun zunehmend auch in der Musik Einzug. Der Ruf nach 80er-Jahre Klängen – und Coverversionen bekannter Hits aus diesem Jahrzehnt – reisst nicht ab. Nun hat auch Roosevelt seinen Teil dazu beigetragen und seine Version des Fleetwood Mac Songs Everywhere veröffentlicht. Wer in den letzten Jahren auf einem der Konzerte des Kölners war, konnte bereits erfahren, wie großartig der Drive der Roosevelt-Version hierbei war. Mit großen Gesten, dem typischen Everywhere Takt und einer moderneren Gestaltung ist Everywhere eine flirrende Ode an die 80er Jahre und an die ganzen großen Bands wie eben Fleetwood Mac. Ganz nebenbei führt Roosevelt fort, dass die gesamten Einnahmen aus dem Erlös der Single, wie auch schon bei Falling Back, der SOS MEDITERRANEE Seenotrettung zugeführt werden. Mit Everywhere setzt Roosevelt auch eine musikalische Bespielung der Fans fort, die seit seiner letzten Albumveröffentlichung Young Romance anhält und kontinuierlich neues Material hervorbringt. Doch läuft Everywhere erst einmal auf Dauerschleife!

Wild Youth – Pop, so klebrig süß

Sie haben alles, was Newcomer benötigen, um ganz groß rauszukommen. Gitarren, eine äußerst markante Stimme, sympathische Bandmitglieder und bereits ein paar respektable Hits auf Spotify und im irischen Radio. Damit hat die vierköpfige Band Wild Youth aus Dublin die besten Voraussetzungen um den ganz großen Durchbruch zu feiern. Mit ihrer aktuellen Single Can’t Move On zeigen sie, wie klebrig süße Popsongs klingen müssen. So haben Callum McAdam, Ed Porter, David Whelan und Conor O’Donohoe mit Can’t Move On eine kräftige Indiepopnummer veröffentlicht, die bereits seit dem frühen Sommer durch die Blogs und Radiostationen geistert. Dabei bekamen sie prominente Unterstützung – haben den Song doch die beiden Musiker Mark Sheehan und Danny O’Donoghue von The Script produziert. Bereits im Vorfeld der Singleveröffentlichung konnten sie als Support-Act für Künstler wie Zara Larsson, Niall Horan und eben auch The Script spielen. Dies bracht ihnen im Anschluss zwei ausverkaufte Gigs in Dublin und London ein. Nun stehen sie kurz davor, auch im restlichen Europa groß rauszukommen und begeistern mit der Single Can’t Move On bestimmt schon bald auch hierzulande die Massen.

Haiku Hands – Let the party started!

Mit ganz viel Bass zerlegen gerade drei Australierinnen die Tanzflächen weltweit. Das australische Frauen-Trio Haiku Hands – um die Schwestern Claire und Mie Nakazawa und Beatrice Lewis – haben in den letzten Monaten mit pumpenden Dancefloor Hits wie Not About You und Jupiter die Clubs aufgemischt. Ihr ansteckend fröhlicher Sound liegt irgendwo zwischen The Ting Ting It’s Not My Name und Hits Me Like A Rock der Brasilianerinnen von CSS. Dabei mischen sie Indie, Hip-Hop und leicht orientalisch klingenden Sounds mit einem hochexplosiven Dancebeat. Dies können wir ab sofort auch auf ihrer neuesten Single Squat hören, die zusammen mit dem Produzentenkollektiv True Vibenation – das sich für den deutlich afrikanisch angehauchten Sound des Songs verantwortlich zeichnet – aufgenommen wurde und dabei Rap und Hip-Hop Elemente mit derben Dancebeats verbindet. Squat hat damit das Zeug dazu, der nächste große Hit für die kommende Clubsaison zu werden.

Janet Jackson – Wie einst zu Together Again

Ihre Hochzeiten schienen längst vorbei – Janet Jackson hatte von Mitte der 80er Jahre bis 2001 einen Nummer-1 Hit nach dem anderen. So gehen in dieser Zeit 10 Pole-Positions und weitere 12 Top-5 Hits auf ihr Konto. Doch seit 2002 schaffte es die US-Amerikanische Sängerin kein einziges Mal mehr in die Top-10. Sicherlich auch ein Zeichen ihrer Kehrtwende, hin zu mehr Ambivalenz und dem nachlassen ihrer eigenen Note. Nun allerdings, hat sich die 52 jährige Sängerin mit dem Raggaeton-Superstar Daddy Yankee zusammengetan und mit der Single Made For Now einen Sommerhit veröffentlicht, den man so von Jackson nicht erwartet hätte. Mit sommerlichen Vibes, einer sanft singenden Jackson und dem Gedanken, einen Song über Liebe und Verbundenheit zu schreiben, kamen Jackson und der britische Produzent Harmony Samuels – der bereits für Ariana Grande, Maroon 5 oder Janelle Monáe Songs produzierte – zusammen. Bereits im Produktionsprozess orientierten sich beide an lateinamerikanischer Musik, mit einem Hauch von Afro-Kultur – so beschreiben es Samuels und Jackson. Hört man sich den gesamten Song an, bekommt man diese Absicht in jeder Sekunde zu spüren und lenkt diese ein wenig davon ab, dass Jackson selbst eher wenig Text zu singen hat. Am Ende ist Made For Now allerdings seit Together Again einer von Jacksons stärksten Songs, hebt sich deutlich von dem aktuellen Sound-Einheitsbrei – der in den USA herrscht – ab und ist darüberhinaus eine satter Sommerhit.

Zayn feat. Timbaland – Frischling vs. Altmeister

Zugegeben, die Überschrift passt nicht so ganz. Ist Zayn Malik doch längst kein Frischling mehr. Doch im Vergleich zu Timbalands fast 30 jähriger Karriere sind Maliks 8 Jahre noch recht überschaubar. Nach seinem 2016er Nummer-Eins Debüt Mind Of Mine hat Malik nun mit der Single Too Much die Hoffnung auf ein baldiges, zweites Album genährt. Dafür hat sich der britische Sänger den Star-Produzenten dazugeholt. Mit seinen unzähligen Hit-Songs und -Alben hat Timbaland in seiner Laufbahn bereits Millionen von Platten verkauft – nun treffen sich Timbalands pumpende Beats, sein typisches Echo und der Vocoder-verzerrte Gesang mit Maliks smartem R&B. Dabei erinnert er ein wenig am Marios Let Me Love You, ist einfühlsam, romantisch und verträumt. Auf Too Much treffen sich moderner und klassischer R&B von Timbaland und Malik und lassen sowohl neue Fans als auch die Älteren freudig aufhorchen.