Oliver Heldens & Party Pupils feat. Max - Set Me Free

Oliver Heldens & Party Pupils feat. MAX – Es ist Zeit für die Tanzfläche

Der niederländische Produzent und DJ lebt den Traum eines international, gefeierten DJs. Mit seinen 25 Jahren ist er bereits seit sieben Jahren im Musikgeschäft, aktuell auf Platz 8 der Top 100 DJs laut DJ Magazine und unterschrieb mit gerade einmal 18 Jahren beim bekannten Elektro-Label Spinnin‘ Records einen Vertrag. Ob Avicii, Tiësto, Calvin Harris, Moby, Felix Jaehn, Eric Prydz, Duke Dumont, Möwe oder Odesza – alle waren oder sind bei dem niederländischen Label unter Vertrag. Mit einer geschickten Marketingabteilung lanciert das Label immer wieder neue Songs und Künstler, indem sie als erstes nur den Song veröffentlichen, den Künstler dazu aber nicht benennen. So entsteht ein Hype um den Song, der oftmals schließlich in hohen Chartpositionen endet. Mit Oliver Heldens unter dem Dach von Spinnin‘ folgte nach nur einem Jahr mit Gecko (Overdrive) der erste Nummer-1 Hit in Großbritannien. Hier konnte man gleichzeitig auch die damalige Newcomerin Becky Hill hören. Mit Last All Night (Koala) – das er zusammen KStewart veröffentlichte – konnte Heldens noch im selben Jahr einen weiteren Top-5 Hit in Großbritannien einstreichen.

Oliver Heldens
Oliver Heldens

2019 machte sich der, aus Rotterdam kommende, DJ schließlich an eine Coverversion, die einen noch viel größeren Erfolg für ihn bedeuten sollte. Denn auf Turn Me On verarbeitete Heldens zusammen mit dem britischen DJ Riton und der Sängerin Vula den 80er Jahre Yazoo-Klassiker Don’t Go und nutzten zusätzlich Lyrics des First Choice Hits Doctor Love den sie 1977 veröffentlichten. Oliver Heldens schaffte es mit Turn Me On in 21 Ländern in die Charts und verkaufte den Song über 1 Million Mal. Auf seinem neuen Song Set Me Free verbindet der Niederländer nun Disco, French House und modernen EDM zu einem grandiosen Dancehit. Heldens hat diesen zusammen mit dem US-Amerikanischen Elektro-Duo Party Pupils produziert, das aus Ryan Siegel und Max Schneider besteht. Letzterer ist zusätzlich auch noch as MAX aufgeführt und singt die Lyrics. Veröffentlicht wird die ungewöhnlich poppige Nummer unter Heldens neuem Sublabel OH2, das über sein Hauptlabel Heldeep erscheint. Dieses hat er extra für die poppigeren Dancetracks geschaffen und zeigt damit, wie vielseitig seine Musik und Sounds sind. Set Me Free ist ein absoluter Banger, der gerade erst so richtig durchstartet.

WestBam feat. AfterLife 3000 - White Boy

WestBam feat. AfterLife 3000 – Vorwärts in die Vergangenheit

WestBam ist einer der Veteranen der Berliner Technoszene und hat den Berliner Techno weit über Europa hinaus in die Welt getragen. Dabei hat der gebürtige Münsteraner seit jeher Musik gemacht. Sei es als 13-Jähriger in der Münsteraner Punk-Szene, als 14-Jähriger in der Band Anormal Null oder als 16-Jähriger in der Band Kriegsschauplatz. 1983 startete Maximilian Lenz – wie WestBam bürgerlich heißt – seine DJ-Karriere und sollte in Folge für die kommenden 30 Jahre stilprägend und einer der Vorreiter des Berliner Technos werden. Schnell machte seine Art, Musik mit Hilfe von Platten zu mischen und neue Songs entstehen zu lassen, von sich Reden und wurde immer erfolgreicher. Als ersten Höhepunkt, kann man das Jahr 1988 bezeichnen, in dem WestBam vom Goethe Institut als Resident DJ nach Seoul zu den Olympischen Sommerspielen geschickt wurde. Nur ein Jahr später erschien WestBams erstes Album und trieb den kommerziellen Erfolg damit maßgeblich voran. Sein absoluter Höhepunkt sollte die Veröffentlichung des Songs Sonic Empire 1997 werden, bei dem WestBam zusammen mit Klaus Jankuhn das Duo Members Of Mayday bildete. Es folgten so gut wie alle Loveparade Hymnen und damit zwischen 1997 bis 2008 jedes Jahr aufs Neue ein Sommerhit für WestBam. Doch auch abseits der größten Techno-Parade der Welt wurden die Songs Hard Times, BeatBoxRocker, Oldschool Baby, Recognize und Right On zu Kulthits und sind Zeugen einer endlosen scheinenden Partywelt Berlins. Doch nicht nur als Teil von Members Of Mayday machte der Wahlberliner von sich Reden, sondern folgten auch Veröffentlichungen als Westfalia Bambaataa (aus dem sein heutiger Künstlername abgeleitet ist) und Mr. X & Mr. Y (New World Order 1999) Nachdem WestBam 2013 erstmals seit acht Jahren mit Götterstraße wieder ein Album veröffentlichte und bis in die Top-20 stieg, folgte 2019 sein bisher letztes Album The Risky Sets!!!.

WestBam feat. AfterLife 3000 - White Boy (Video)
WestBam feat. AfterLife 3000 – White Boy (Video)

Nun ist WestBam mit dem Song White Boy zurück, bei dem er mit dem finnischen Sänger Nuutti Kataja – alias AfterLife 3000 – zusammengearbeitet hat. Hier haben sie auf dreieinhalb Minuten eine Zeitreise eingeläutet, die von den frühen 90er-Jahre Sounds WestBams, bis zu den großen Hits des Künstlers geprägt sind. Auf White Boy gibt es aber auch großartige Referenzen an Pioniere, wie Karl Hyde und Rick Smith von Underwold, die selbst mit ihrer Musik seit den 80ern stilprägend waren und mit Born Slippy ihren größten Erfolg feiern konnten. WestBam hat mit seinem neuen Song einen rauen Technohit geschaffen, der sich trotz der aggressiven Stimme von AfterLife 3000 wunderbar nostalgisch in der modernen Soundwelt zurechtfindet und damit die Vergangenheit gekonnt mit dem Jetzt verbindet. War die Arbeit zwischen dem Berliner DJ und Produzenten und dem finnischen Indie-Rocker, der zur Zeit in Berlin lebt, so vielversprechend, haben sich beide nun an ein komplettes Album gemacht. Dieses wird, neben dem nun veröffentlichten White Boy, auch die Single Sky Is The Limit enthalten, bei dem WestBam mit Jon Marsh von der Band The Beloved zusammengearbeitet hat. Marsh hatte mit Sweet Harmony 1993 einen internationalen Hit, der selbst heute noch rauf und runter gespielt wird. WestBams zwölftes Album, das Famous Last Songs Vol. 1 heißen und am 21. Mai erscheinen wird, zeigt mit den ersten beiden Songs wie stilsicher und frisch WestBam auch nach über 40 Jahren der musikalischen Laufbahn noch ist.

Felix Jaehn feat. Cheat Codes & Bow Anderson - I Just Wanna

Felix Jaehn fat. Bow Anderson & Cheat Codes

Mit einem Remix des Songs Cheerleader wurde Felix Jaehn 2014 über Nacht zum Superstar. In über 23 Ländern – darunter, Deutschland, die USA und Großbritannien – schaffte es der Remix bis auf Platz 1 der Singlecharts. Auch seine Folgesingle – eine Coverversion des Chaka Khan Songs Ain’t Nobody – wiederholte den Erfolg des deutschen DJs und Produzenten. Mit seinem 2018er Debütalbum I veröffentlichte er schließlich alle bisher produzierten Songs und kam so auf eine Tracklist von 25 Songs und 100-minütiger Spielzeit. Dabei hat der Hamburger bereits mit Kollaborationspartnern, wie Jasmine Thompson, Lost Frequencies, Herbert Grönemeyer, Adam Lambert, Alma, Calum Scott und VIZE zusammengearbeitet. Auf seiner neuesten Single I Just Wanna vereint Jaehn nun die Newcomerin Bow Anderson und das Produzententrio Cheat Codes und haut einen Song raus, der sich – entgegen der letzten Veröffentlichungen – deutlich melodischer und sympathischer anhört. Während vor allem seine beiden Songs Close Your Eyes und No Therapy zu absoluten Radiohits wurden und letzterer zur Clubhymne der LGBTQ-Community geworden ist, ist I Just Wanna der mittlerweile elfte Song, der darauf wartet auf einem neuen Album veröffentlicht zu werden. Dieses hat Jaehn nun mit der neuesten Single lose für das kommende Jahr angekündigt und lässt wieder einmal auf eine bunte Mischung der verschiedenen House-Elemente hoffen.

Felix Jaehn feat. Cheat Codes & Bow Anderson - I Just Wanna (Video)
Felix Jaehn feat. Cheat Codes & Bow Anderson – I Just Wanna (Video)

Auf I Just Wanna hat sich Jaehn den lockeren Tropical-House gegriffen, der zuletzt auch durch Acts, wie filous zu absoluten Hits in den sozialen Netzwerken wurde und geht damit zu Jaehns Anfängen zurück. Als Kollaborationspartner haben Cheat Codes aus Los Angeles einen erstaunlich ähnlichen Weg in den vergangenen Jahren zurückgelegt. 2014 gegründet, sind sie vor allem durch Remixe und Featuring-Acts, wie Demi Lovato, Nicky Romero, Kiiara, Little Mix oder Wiz Khalifa bekannt geworden. Bow Anderson hingegen steht noch komplett am Anfang ihrer Karriere und hat vor wenigen Monaten erst mit Sweater ihre Debütsingle veröffentlicht. Auffallend dabei ist, dass ihre Stimme auf Sweater kratziger und individueller klingt. Auf I Just Wanna hören wir sie nun deutlich sanfter singen und schmiegt sich ihre Stimme dadurch wunderbar an den Sound Jaehns an. Zusammen haben das Trio von Cheat Codes, Bow Anderson und Felix Jaehn einen sommerlich, luftigen Song mitten im Winter veröffentlicht, der uns das Gefühl geben soll, auch in der dunklen und kalten Jahreszeit jemanden zu haben, an den man sich lehnen kann. Musikalisch schlägt Jaehn dabei einen unbekümmerten Ton an und lässt nur gute Laune zu. Hält sich der Song noch bis in den März, wäre es der perfekte Soundtrack, um den Frühling zu begrüßen.

Becky Hill - Forever Young

Becky Hill – Einen Klassiker zu eigen machen

Mit dem House-Hit Gecko wurde die britische Sängerin Becky Hill 2014 über Nacht zum Star. Zusammen mit dem niederländischen DJ und Produzenten Oliver Heldens landete die Britin auf Platz 1 der britischen Singlecharts und verkaufte sich der Song mehr als 1,2 Millionen Mal. Es folgten Kollaborationen mit Sigala, MK, Watermät, Jonas Blue und Tiësto, bis im September vergangenen Jahres mit Get To Know ihr Debütalbum erschien und es in die Top-20 der britischen Albumcharts schaffte. Darauf enthalten waren die erfolgreichsten Kollaborationen und einige Solosongs der Sängerin. Mehrheitlich in den elektronischen Genres zu Hause hat sie nun, für eine Weihnachtskampagne einen bekannten Song aus den 80er Jahren neu eingesungen. Waren es in den vergangenen Jahren ausnahmslos die Werbekampagnen der britischen Warenhauskette John Lewis, die mit berührenden Weihnachtsclips und besinnlichen Songs ein Jahr ums andere einen Volltreffer landeten, ist es dieses Jahr ein Weihnachtswerbespot von McDonalds, der John Lewis den Rang abläuft.

Becky Hill
Becky Hill

Während bei John Lewis in den vergangenen Jahren Acts, wie AURORA, Elton John, Katie Melua, Tom Odell, Ellie Goulding, Vaults, Lily Allen und Elbow auftrumpfen konnte, hat sich der Fastfood-Riese – der sich für seine FareShare-Kampagne verantwortlich zeichnet, fünf Millionen Menüs zu spenden – mit Becky Hill zusammengetan, die den 80er-Jahre Hit Forever Young der deutschen Synthiepop-Band Alphaville neu eingesungen hat. Dabei hat sich Hill den Song komplett zu eigen gemacht und eine komplett reduzierte Ballade daraus gemacht, die berührt und ergreifend klingt. Dass Hill dabei gänzlich auf die elektronischen Sounds verzichtet, tut der Sängerin hörbar gut und unterstreicht ihre großartige und klare Stimme. Mit dieser wird sie nur von einem Klavier und Streichern begleitet und sorgt so für die passende musikalische Atmosphäre der McDonalds-Kampagne. Gleichzeitig sorgt der dazugehörige Werbeclip für sentimentale Momente, in denen wir eine Mutter sehen, die versucht, in der Vorweihnachtszeit, ein wenig Spaß mit ihrem Sohn zu haben, der sich allerdings zu cool fühlt, um dies zu erwidern. Becky Hill zeigt mit der Coverversion von Forever Young, dass ihr nicht nur derbe Beats stehen, sondern sie auch mit ganz ruhigen Nummern überzeugen kann.

Sia - Hey Boy

Sia – Kehrt zu ihren Ursprüngen zurück

Zusammen mit dem französischen Star-DJ David Guetta hatte die australische Sängerin Sia Anfang der 2010er Jahre ihren internationalen Durchbruch gefeiert. Mit Songs, wie Titanium, She Wolf (Falling In Pieces), Wild One Two, Bang My Head oder Flames schaffte es die eigenwillige Sängerin an die Spitze der Charts weltweit. Dabei geht fast unter, dass die Singer/Songwriterin auch mit Acts, wie Kendrick Lamar, Sean Paul, The Weeknd, Flo Rida, Giorgio Moroder oder Zayn zusammengearbeitet hat. Zumeist eint alle Songs ein elektropoppiger Beat, der durch seine Eingängigkeit direkt ins Ohr geht. Dass dieser Weg eine lange Vorgeschichte hat, zeigt sich erst, wenn man sich die Diskografie der Sängerin anschaut. Denn bereits vor 23 Jahren veröffentlichte Sia Kate Isobelle Furler – wie Sia vollständig heißt – mit OnlySee (1997) – ihr Debütalbum. Nach einem 2-Step orientierten zweiten Album Healing Is Difficult (2001) folgte mit Colour The Small One (2004) nicht nur das dritte Album, sondern auch ein Wechsel der Musikrichtung – hin zu Folk und Jazz, gepaart mit elektronischen Elementen. Auf diesem Album war auch die Single Breathe Me zu finden, die als musikalische Untermalung des Serienfinales der erfolgreichen HBO-Serie Six Feet Under für einen enormen Bekanntheitsschub sorgte und der Sängerin weltweite Chartplatzierungen einbrachte.

Sia
Sia

Mit dem Song Clap Your Hands – aus dem fünften Album We Are Born – kam schließlich eine unerwartet poppige Dance-Rock-Nummer raus, die nach vorne ging und für guter Laune sorgte. Nun knüpft Sia genau an diesen Sound an und hat mit Hey Boy einen Song veröffentlicht, der quietschiger und fröhlicher nicht klingen könnte. Mit gerade einmal zweieinhalb Minuten ist Hey Boy die dritte Singleauskopplung aus dem Soundtrack, des Films Music, der höchstwahrscheinlich Mitte Februar 2021 veröffentlicht wird. Hierbei ist Sia Furler nicht nur die Sängerin des Original Soundtracks, sondern gleichzeitig auch die Autorin und Regisseurin des kommenden Films mit Kate Hudson und Maddie Ziegler. Letztere hatte bereits durch die Tanzperformances in Sias Musikvideos zu Chandelier und Elastic Heart für Staunen gesorgt. Hey Boy ist eine großartige Popnummer, die mit Schalk und Spaß überzeugt und Sia nach langer Zeit nun erstmals wieder zurück zum catchigen Pop bringt, der sie einst einen Schritt weiter in Richtung Erfolg gebracht hat.

David Guetta feat. Sia - Let's Love

David Guetta feat. Sia – Wieder an der Spitze der DJ-Charts

Es mag eine komische Zeit sein, die nicht nur wir als Gesellschaft, sondern auch einzelne Personen, wie David Guetta zur Zeit durchmachen müssen. Dabei hat sich bei Guetta vor allem die Diskografie als ein extremer JoJo-Effekt bemerkbar gemacht. Denn bereits 2001 und 2002 hatte der französische DJ mit den Songs Just A Little More Love und Love Don’t Let Me Go – beide mit Chris Willis – für erste hohe Chartnotierungen in Frankreich und den BeNeLux-Statten gesorgt. Sechs Jahre später kam Guetta mit einer erneuten Zusammenarbeit mit Willis auf Love Is Gone wieder in Fahrt und konnte erstmals in weiten Teilen Europas die Charts erreichen. Doch erst mit der Leadsingle When Love Takes Over, des vierten Guetta-Albums One Love, zündete die Rakete so richtig und verschaffte Guetta alle Erfolge, die es im Musikbusiness zu holen gibt. Von Nummer-1 Singles und Alben über Millionen-Verkäufe und Kollaborationen mit Stars, wie Kelly Rowland, Akon, Rihanna, Usher und Nicki Minaj – Guetta war auf seinem Höhepunkt angekommen. Zusammen mit der australischen Sängerin Sia schafften die beiden es sogar, eine ganz eigene Marke – bestehend aus dem Duo im Musikbusiness – aufzubauen und war der Name Sia lange Zeit ausschließlich mit David Guetta verbunden. Mitte der 2010er ebbte der Erfolg dann wieder etwas ab. Nicht so stark, wie zu seinen Anfangszeiten, doch erreichten nun immer weniger Songs die Top-10 in den meisten Ländern. So war zwischenzeitlich sogar ein Verdruss des Guetta-Sounds bei den Radiostationen und auf den Musikplattformen zu vernehmen.

David Guetta & Sia
David Guetta & Sia

Nun hat sich der Meister des EDMs wieder zurückgemeldet und dabei einmal mehr Sia mit ins Boot geholt. Dabei wollte der Franzose gegen die, immer weiter um sich greifende, Melancholie während der Pandemie-Zeit arbeiten und einen Song veröffentlichen, der uns für einen Moment in eine schillernde Zeit versetzen soll. So schrieb er während des ersten Lockdowns kurzerhand Sia an und fragte sie, ob sie bei einem Song dabei wäre, der die Welt mit einem fröhlichen Sound glücklich machen und entgegen des Trends schwimmen sollte – so Guetta. Sia Furler brauchte nicht lange zu überlegen und schickte Guetta prompt ein paar Aufnahmen zurück. Diese packte Guetta in ein, für ihn ungewöhnlich, retrolastiges Soundkostüm und schrieb somit die Geschichte zwischen ihm und Sia neu. Denn weg war der allseits bekannte EDM-Sound. Auf Let’s Love regieren plötzlich knallige Synthies, und großartige Popmomente. Ganz im Zeichen des 80er-Revivals hat sich auch Guetta diesem Trend angeschlossen und dabei einen seiner großartigsten Songs der vergangenen Jahre veröffentlicht. Hier zeigt sich der Produzent endlich wieder innovativ, frisch und begeistert mit einem euphorischen Popmoment, bei dem es ganz egal ist, ob wir ihn mit Discokugel im Bad, der Küche oder der Garage zelebrieren. Da kommt die Mitteilung, dass Guetta vom DJmag nach 2011 ein weiteres mal zum #1 DJ of the World für das Jahr 2020 gewählt wurde. Im Jahr 2020 ist eben alles anders und jede Gelegenheit Recht, um einen Moment der Ekstase zu erleben. Let’s Love passt dazu so gut, wie kaum ein anderer Song.

John Summit feat. Guz - Thin Line

John Summit & Guz – Neuer Clubhit wird zum Hit

Mit Deep End hatte der Chicagoer DJ und Produzent John Summit dieses Jahr den erfolgreichsten Dance-Hit 2020 veröffentlicht. Noch heute spielt der Track in den Party-Playlisten eine große Rolle und ist bei Beatport der Song, der sich am längsten auf Nummer 1 in diesem Jahr halten konnte. Während der DJ den Sommer in den USA nutzen konnte und einige wenige Auftritte streamte, arbeitete der Produzent sich durch die vergangenen 40 Jahre der Chicagoer House-Musik. Großgeworden in einer Stadt wie Chicago bedeutet auch, einen regen Austausch mit der hiesigen Elektroszene zu haben. Schließlich kommen aus Chicago House-Acts, wie Felix Da Housecat, Paul Johnson und Green Velvet. Gleichzeitig gibt es Künstler aus anderen Gegenden der USA und Europa, wie Tensnake, Todd Terry, Julio Bashmore oder Inner City, die den Chicago House Sound ins Heute transportieren und so am Leben halten. Mit John Summit kommt nun ein weiterer Act hinzu, der sich alleine durch das derbe Deep End einen Namen machen konnte.

John Summit
John Summit

Nun ist mit Thin Line ein neuer Song veröffentlicht worden, der Summit in ein noch strahlenderes Licht rückt. Denn Thin Line ist deutlich frischer, als das dunkle Deep End und versprüht den positiven Vibe der großen Chicago-House Klassiker. Zusammen mit dem niederländischen DJ und Produzenten Guz, der – wie Summit – gerade noch am Anfang seiner Karriere steht, hat sich der US-Amerikaner den britischen Klassiker People Hold On von Coldcut und Lisa Stansfield vorgenommen, der vor über 31 Jahren veröffentlicht wurde. Herausgekommen sind etwas mehr als 3 Minuten voller Discofieber. Hier erklingen Stansfields Textzeilen: Give a little light, give a little love. Maybe there’s enough for everyone. Give a little hope and a little drugs. Maybe thеre’s enough for evеryone. We’re all dancing on a, dancing on a thin line, so schillernd und in bester Chicago House Manier, dass wir uns an die Hochzeit der Szene in den 80er Jahren erinnert fühlen. John Summit hat mit Thin Line einen weiteren Überhit produziert, der die kommenden Monate wohl nicht mehr von der Spitze der Beatport-Charts wegzudenken sein wird.

Møme & Ricky Ducati - They Said

Møme feat. Ricky Ducati – Klebrig süße 80s-Ballade

Vor etwas mehr als drei Monaten veröffentlichte der französische DJ und Produzent Møme mit dem US-amerikanischen Sänger Ricky Ducati den 80s-Discohit Got It Made, der so sehr an die Disco-Hochzeit erinnert, wie man es zuletzt durch The Weeknds Blinding Lights hören konnte. Fast ein wenig an die großen Hits der Scissor Sisters erinnernd, stampften die Beats zu einer Falsettstimme Ducatis. Bereits im Sommer kündigten die beiden ein gemeinsames Album an, das vielversprechend werden sollte. Nun haben Møme und Ducati mit They Said einen weiteren Song veröffentlicht, der auf dem kommenden Album Flashback FM enthalten sein wird. Musikalisch gehen die beiden auf They Said noch einen Schritt weiter in die 80er Jahre und arbeiten sich durch eine schnelle, klebrig-süße Synthieballade, die durch Ducatis Gesang so herzzerreissend niedlich klingt, dass man sich auf eine Abschlussparty einer US-amerikanischen Highschool versetzt fühlt. Mit vielen Slow-Motion-Szenen und einem Aussenseiter, der sich in das schönste Mädchen aller Abschlussklassen verliebt hat, kennen wir diese Szenen nur zu gut aus unzähligen Serien und Filmen.

Møme & Ricky Ducati
Møme & Ricky Ducati

Wichtig bei allen Szenen – ist die passende Musik, die im Bestfall nicht zu theatralisch und kitschig klingt. In Perfektion präsentiert wurde dies in der finalen Episode der Netflix-Serie 13 Reasons Why, die mit dem Song The Night We Met von Lord Huron die finale Episode der zweiten Staffel beendet wurde. Es ist davon auszugehen, dass Møme und Ducati nicht beabsichtigt haben, mit ihrer neuen Single einen solchen Moment zu kreieren, doch passt auch hier der seichte Beat mit dem nostalgisch, emotionalen Sound so perfekt zu einem melancholisch, befreienden Moment eines solchen Kalibers. Gleichzeitig atmet They Said eine luftig, sommerliche Brise ein, die an unbeschwerte Momente erinnert. Mit der passenden Melancholie in Ducatis Stimme bleibt They Said dennoch treibend und tanzbar und lässt sich wunderbar als Soundtrack eines Roadtrips nutzen. Bisher ist das Album Flashback FM nur relativ vage für das Frühjahr 2021 angekündigt, doch gilt es schon jetzt als eines der spannendsten Veröffentlichungen des Jahres zu werden.

Roosevelt - Feels Right

Roosevelt – Auf Album Nr. 3 fühlt sich alles richtig an

Vor knapp sechs Wochen erst kam mit Echoes die neueste Single von Roosevelt auf den Markt, da legt Marius Lauber mit Feels Right bereits nach und haut uns den satten Discosound nur so um die Ohren. Immer dabei – der Synthesizer – denn das ist Roosevelts Markenzeichen. Während er in den letzten Wochen immer konkreter wurde und bereits zwei Solosongs und eine Kollaboration veröffentlicht hatte, folgt nun mit der neuen Single Feels Right die Ankündigung seines dritten Studioalbums Polydans, welches am 26. Februar 2021 erscheinen wird. Darauf enthalten sind neben Feels Right, Echoes und Sign noch sieben weitere Songs und die Gewissheit, eines der heissesten Dancealben des Winters erwarten zu können. Feels Right selbst kam ganz natürlich zustande, sagt Lauber über den Song. Der Song handelt von einem Gefühl der unerschütterlichen Zustimmung. Als ich den Song schrieb, begann alles mit einem, von der [US-Amerikanischen Funk-Rock-Band] ESG beeinflussten Funk-Loop, der schon in seiner einfachsten Variante etwas euphorisch verspieltes hatte. Es ist auf jeden Fall einer der Songs, auf dem neuen Album, der am leichtesten entstand. Einer dieser Songs, der die Richtung regelrecht diktiert, anstatt, dass man noch Wochen an ihm arbeitet.

Roosevelt - Poyldans
Roosevelt – Poyldans

Das neue Album geht – anders als der Zweitling Young Romance – wieder zurück zu Roosevelts Anfängen und versperrt sich keiner Kreativität. Hier gab es keine kreativen Einschränkungen mehr und konnte Roosevelt all das machen, was ihn glücklich macht. Dabei nennt der DJ, Produzent und Songwriter sein neues Album, das persönlichste, dass er bisher produziert hat. Während viele Acts der Elektroszene weltweit mit kalten, tiefen House-Elementen arbeiten und dadurch eine Dunkelheit vor sich her schieben, begeistert Roosevelt mit einem warmen, euphorischen Discosound, der die hellsten Elemente des Clubfeelings transportiert. Neben der Albumankündigung hat Roosevelt für die zweite Märzhälfte sechs Konzerte in Deutschland angekündigt, auf die wir uns schon jetzt sehnlichst freuen. Feels Right zeigt, dass sich das Multitalent mit seinem jetzigen Sound glücklich fühlt. Das transportieren die Songs und sorgen für einen Moment der euphorischen Freude.

John Summit - Deep End

John Summit – Es wäre der Ibiza Sommerhit

Wäre dieses Jahr die Partyszene wieder nach Ibiza gereist, würde sie um diese Zeit die heissesten Clubtracks mit im Gepäck haben und dafür sorgen, dass diese Songs überall in Europa in der Folge die Charts raufklettern würden. Dies ist mittlerweile seit Ende der 90er Jahre so und hat unter anderem schon Paul Johnsons Get Get Down (1999), Shapeshifers Lola’s Theme (2004), Eric Prydz Pjanoo (2009), Bakermats One Day (Vandaag) (2014) oder El Professors Bella Ciao (Hugel Remix) hervorgebracht und an die Spitzen der Charts gespült. Doch dieses Jahr fiel auch Ibiza aus und somit mussten sich die Dance-Acts ihren Weg über das Internet suchen. Wie das geht, zeigt der US-Amerikanische Produzent und DJ John Summit. Mit seinem Hit Deep End mischt der in Chicago lebende Produzent nämlich seit einigen Wochen die Dancecharts weltweit auf.

John Summit
John Summit

Mit seinem enorm treibenden Housebeat und dem wiederkehrenden Lyrics wird Deep End schnell zu einem enormen Ohrwurm, den man weder aus dem Kopf bekommt, noch aus dem Körper, schreit der doch regelrecht, dass er sich bewegen möchte. Hat Summit bereits mit den Tracks Summertime Chi und Forgotten One für Aufsehen gesorgt, ist es schließlich Deep End zu verdanken, dass er auf den Playlisten von Pete Tongs Essential New Tune und der BBC Radio1-Playlist von Annie Mac landete. Gleichzeitig wird er durch Acts, wie Fatboy Slim, Diplo oder MK gepushed und landet in deren Playlisten. So schaffte es Deep End schließlich auch in die Radioplaylisten in Deutschland und dürfte auf der ein oder anderen Party bereits angekommen sein. Mit Deep End hat John Summit ein Brett von einem Tech-House Song produziert, der noch lange nachhallen wird und die Messlatte ziemlich weit oben ansetzt.