The Fratellis - Action Replay

The Fratellis – Indie weicht dem Dreampop

Das kam unverhofft. Konntet ihr hier Ende Februar 2020 noch davon lesen, dass The Fratellis mit Six Days In June eine neue Single veröffentlichten, die sich an dem alten Sound der Indie-Helden anschließt, kündigten sie damals auch ihr sechstes Album Half Drunk Under A Full Moon für den 8. Mai an. Doch das war alles noch vor der Pandemie, die ab Anfang März das Geschehen beherrschen sollte. So gaben die Schotten Im Frühjahr bekannt, dass sie ihre Tour und das Album auf 2021 verschieben würden. Nun – knapp ein Jahr später – stehen wir unverändert vor selbiger Situation und ist es immer noch nicht möglich, Konzerte zu spielen. Doch eines hat sich geändert – die Motivation von Bands und Acts, Musik unter einem neuen Hintergrund zu veröffentlichen. Nachdem das Album erst auf den Oktober 2020 verschoben wurde, soll es nun schließlich am 9. April erscheinen und hat mit Action Replay eine neue Single im Gepäck. Diese kann man als komplettes Gegenteil von Six Days In June werten, sind doch alle schnellen Gitarren verschwunden und klingt Jon Fratelli schwelgerischer denn je. Dabei schweift das Trio fast schon in den Dreampop ab und kommt mit der neuen Single den Songs von Beach House nahe.

The Fratellis
The Fratellis

Alle Songs auf dem neuen Album folgen einer Farbe, die sich Jon Fratellis als Konzept überlegt und mit denen er unterschiedliche Intensitäten während des Schreibprozesses erlebt hat. So wüsste er heute nicht, ob er diesen Weg des Schreibens noch einmal wählen würde. Mit Action Replay und dem dazugehörigen Musikvideo haben The Fratellis gleich auch eine Fortsetzung ihrer ersten Singleauskopplung des neuen Albums veröffentlicht und nochmals den britischen Schauspieler Rory J. Saper engagiert. Dieser ist aktuell in der dritten Staffel der Deutsch/Französischen Co-Produktion Find Me In Paris zu sehen. Mit ihrem fünften Studioalbum In Your Own Sweet Time (2018) haben es the Fratellis bis auf Platz 2 der schottischen und Platz 5 der britischen Albumcharts geschafft und können sich als Band glücklich schätzen, denn die Menschen möchten so gerne wieder auf Konzerte gehen und wir haben genau jetzt ein Album gemacht, dass genau zu dieser Stimmung passt. Als Band, die eine treue Fangemeinde hat, können wir uns glücklich schätzen, in dieser Lage zu sein, so die Band. Mit den beiden Singleauskopplungen Six Days In June und Action Replay haben The Fratellis zwei Songs veröffentlicht, die uns neugierig darauf machen, wie das Album mit den acht weiteren Songs sein wird. Action Replay ist dabei ein perfekter Vorbote, der uns die Ungeduld förmlich diktiert.

Felix Jaehn feat. Cheat Codes & Bow Anderson - I Just Wanna

Felix Jaehn fat. Bow Anderson & Cheat Codes

Mit einem Remix des Songs Cheerleader wurde Felix Jaehn 2014 über Nacht zum Superstar. In über 23 Ländern – darunter, Deutschland, die USA und Großbritannien – schaffte es der Remix bis auf Platz 1 der Singlecharts. Auch seine Folgesingle – eine Coverversion des Chaka Khan Songs Ain’t Nobody – wiederholte den Erfolg des deutschen DJs und Produzenten. Mit seinem 2018er Debütalbum I veröffentlichte er schließlich alle bisher produzierten Songs und kam so auf eine Tracklist von 25 Songs und 100-minütiger Spielzeit. Dabei hat der Hamburger bereits mit Kollaborationspartnern, wie Jasmine Thompson, Lost Frequencies, Herbert Grönemeyer, Adam Lambert, Alma, Calum Scott und VIZE zusammengearbeitet. Auf seiner neuesten Single I Just Wanna vereint Jaehn nun die Newcomerin Bow Anderson und das Produzententrio Cheat Codes und haut einen Song raus, der sich – entgegen der letzten Veröffentlichungen – deutlich melodischer und sympathischer anhört. Während vor allem seine beiden Songs Close Your Eyes und No Therapy zu absoluten Radiohits wurden und letzterer zur Clubhymne der LGBTQ-Community geworden ist, ist I Just Wanna der mittlerweile elfte Song, der darauf wartet auf einem neuen Album veröffentlicht zu werden. Dieses hat Jaehn nun mit der neuesten Single lose für das kommende Jahr angekündigt und lässt wieder einmal auf eine bunte Mischung der verschiedenen House-Elemente hoffen.

Felix Jaehn feat. Cheat Codes & Bow Anderson - I Just Wanna (Video)
Felix Jaehn feat. Cheat Codes & Bow Anderson – I Just Wanna (Video)

Auf I Just Wanna hat sich Jaehn den lockeren Tropical-House gegriffen, der zuletzt auch durch Acts, wie filous zu absoluten Hits in den sozialen Netzwerken wurde und geht damit zu Jaehns Anfängen zurück. Als Kollaborationspartner haben Cheat Codes aus Los Angeles einen erstaunlich ähnlichen Weg in den vergangenen Jahren zurückgelegt. 2014 gegründet, sind sie vor allem durch Remixe und Featuring-Acts, wie Demi Lovato, Nicky Romero, Kiiara, Little Mix oder Wiz Khalifa bekannt geworden. Bow Anderson hingegen steht noch komplett am Anfang ihrer Karriere und hat vor wenigen Monaten erst mit Sweater ihre Debütsingle veröffentlicht. Auffallend dabei ist, dass ihre Stimme auf Sweater kratziger und individueller klingt. Auf I Just Wanna hören wir sie nun deutlich sanfter singen und schmiegt sich ihre Stimme dadurch wunderbar an den Sound Jaehns an. Zusammen haben das Trio von Cheat Codes, Bow Anderson und Felix Jaehn einen sommerlich, luftigen Song mitten im Winter veröffentlicht, der uns das Gefühl geben soll, auch in der dunklen und kalten Jahreszeit jemanden zu haben, an den man sich lehnen kann. Musikalisch schlägt Jaehn dabei einen unbekümmerten Ton an und lässt nur gute Laune zu. Hält sich der Song noch bis in den März, wäre es der perfekte Soundtrack, um den Frühling zu begrüßen.

Becky Hill - Forever Young

Becky Hill – Einen Klassiker zu eigen machen

Mit dem House-Hit Gecko wurde die britische Sängerin Becky Hill 2014 über Nacht zum Star. Zusammen mit dem niederländischen DJ und Produzenten Oliver Heldens landete die Britin auf Platz 1 der britischen Singlecharts und verkaufte sich der Song mehr als 1,2 Millionen Mal. Es folgten Kollaborationen mit Sigala, MK, Watermät, Jonas Blue und Tiësto, bis im September vergangenen Jahres mit Get To Know ihr Debütalbum erschien und es in die Top-20 der britischen Albumcharts schaffte. Darauf enthalten waren die erfolgreichsten Kollaborationen und einige Solosongs der Sängerin. Mehrheitlich in den elektronischen Genres zu Hause hat sie nun, für eine Weihnachtskampagne einen bekannten Song aus den 80er Jahren neu eingesungen. Waren es in den vergangenen Jahren ausnahmslos die Werbekampagnen der britischen Warenhauskette John Lewis, die mit berührenden Weihnachtsclips und besinnlichen Songs ein Jahr ums andere einen Volltreffer landeten, ist es dieses Jahr ein Weihnachtswerbespot von McDonalds, der John Lewis den Rang abläuft.

Becky Hill
Becky Hill

Während bei John Lewis in den vergangenen Jahren Acts, wie AURORA, Elton John, Katie Melua, Tom Odell, Ellie Goulding, Vaults, Lily Allen und Elbow auftrumpfen konnte, hat sich der Fastfood-Riese – der sich für seine FareShare-Kampagne verantwortlich zeichnet, fünf Millionen Menüs zu spenden – mit Becky Hill zusammengetan, die den 80er-Jahre Hit Forever Young der deutschen Synthiepop-Band Alphaville neu eingesungen hat. Dabei hat sich Hill den Song komplett zu eigen gemacht und eine komplett reduzierte Ballade daraus gemacht, die berührt und ergreifend klingt. Dass Hill dabei gänzlich auf die elektronischen Sounds verzichtet, tut der Sängerin hörbar gut und unterstreicht ihre großartige und klare Stimme. Mit dieser wird sie nur von einem Klavier und Streichern begleitet und sorgt so für die passende musikalische Atmosphäre der McDonalds-Kampagne. Gleichzeitig sorgt der dazugehörige Werbeclip für sentimentale Momente, in denen wir eine Mutter sehen, die versucht, in der Vorweihnachtszeit, ein wenig Spaß mit ihrem Sohn zu haben, der sich allerdings zu cool fühlt, um dies zu erwidern. Becky Hill zeigt mit der Coverversion von Forever Young, dass ihr nicht nur derbe Beats stehen, sondern sie auch mit ganz ruhigen Nummern überzeugen kann.

Beau - Ode To Ibiza

Beau – Festivalstimmung um 4 Uhr morgens

Er ist noch nicht einmal 2:30 Minuten lang, der hypnotisierende Song Ode To Ibiza des Londoner Produzenten Beau. Doch schafft er es, dass wir uns an genau diesen Moment zurückerinnern, bei dem wir nachts zwischen drei und vier Uhr auf einem Festival den Floor erreichen, von dem die meiste Stimmung ausgeht. Hier ist es nicht der dumpfe Elektrosound, der die Massen stillschweigend unterhält, sondern ist es ein Mix aus Tropical House, Afrobeats, Minimal und dem leicht verschmitzten Gesang, der Ode To Ibiza so unterhaltsam macht. Mit dem Sound der Steeldrum wird der Song darüber hinaus noch deutlich einpräg- und unterhaltsamer. Beau vereint dabei das Gefühl, einen etwas nostalgischen Song veröffentlicht zu haben, gibt aber gleichzeitig auch den modernen Vibe von Acts, wie Krystal Klear, DJ Koze oder Erobique wieder.

Beau
Beau

Als großer Liebhaber der Club-Insel Ibiza war die Intention hinter Ode To Ibiza auch schnell erkennbar. Ich denke, einer der Gründe, warum das Schreiben des Tracks für mich so angenehm war, war, dass es in jeder Hinsicht – sowohl textlich als auch musikalisch – eine Ode an Ibiza ist, welche einer meiner Lieblingsorte auf der Welt ist. Die Fähigkeit, die Musik besitzt, dich an einen bestimmten Ort oder zu eine bestimmten Zeit zu bringen, hat etwas Magisches – und für mich ist es das, was der Song tut. Er fängt den Zeitgeist Ibizas ein, weshalb der Track, wie die Insel selbst, immer einen besonderen Platz in meinem Herzen und (ich hoffe) auch in den Herzen anderer Ibiza-Liebhaber haben wird. Mit Ode To Ibiza bringt uns Beau das Gefühl nach Hause, für einen Moment wieder vor den großen Bühnen der Festivals, die wir so lieben, zu stehen und den Abend und die gesamte Nacht durchzutanzen. Damit ist Ode To Ibiza gleichzeitig auch die Ode an die Freude und zieht uns mit ganz viel positiver Stimmung in ihren Bann.

Moglii feat. Panama - Push Me

Moglii feat. Panama – Wie sich Sound fügt

Diese beiden Künstler enttäuschen einfach nie. Während der Düsseldorfer Produzent Simon Ebener-Holscher, der mittlerweile in Köln lebt und als Moglii auftritt, seit einigen Jahren so ungewöhnliche, wie fantastisch, elektrisierende Songs produziert – wie auf Breath zusammen mit Island Fox zu hören ist – hat der Australische Produzent und Sänger Panama bereits so einige Male den Weg hier zu SOML gefunden. Um genau zu sein, ist er insgesamt acht Mal auf SOML mit einem Feature vertreten. Dabei sind nicht nur seine Solosongs, wie Jungle und The Highs stilprägend – vielmehr ist Panama in den vergangen Jahren zu einem äußerst beliebten Kollaborations-Act mutiert, der zum Beispiel mit dem ebenfalls aus Deutschland kommenden Produzenten Satin Jackets auf Automatic und Electric Blue zusammenarbeitete. Doch auch mit Petit Biscuit (Waterfall), Hazey Eyes (Emotion), den Bag Raiders (How Long) oder zuletzt mit pluko auf Higher hat der Australier, der aktuell in L.A. lebt, bereits zusammengearbeitet. Damit versprechen die beiden Acts, eine explosive Mischung zu werden, sollten sie einmal einen gemeinsamen Song veröffentlichen. Gesagt, getan, hat Moglii den Australier kurzer Hand via Instagram angeschrieben und stellten die beiden relativ schnell fest, dass ihre Arbeit an Musik sich so sehr ähnelte, dass es den beiden nicht schwer fiel, einem gemeinsamen Song Leben einzuhauchen.

Moglii & Panama
Moglii & Panama

Herausgekommen ist ein Song voller Loops, Samples, Soul, organischen Sound mit Perkussions und einem elektronischen Touch, der sich so sehr zurückhält, dass man sich kaum sicher ist, ihn überhaupt zu realisieren. Moglii steht mit seinen ansteckenden Elektrosounds für eine neue Form der elektronischen Musik, die sich frei vom Bombast-Gestampfe in den Charts macht und so clever arrangiert ist, das wir uns erst nach mehrmaligen Hören sicher sein können, alle Facetten auch wirklich wahrgenommen zu haben. Push Me ist die intime, musikalische Antwort auf ein Candlelight-Diner, das wir uns schon immer ausgemalt haben. Moglii ist dabei aktuell so umtriebig, dass er auf allen Plattformen enorm am Wachsen ist. Hat er im Oktober mit Skoda einen Song veröffentlicht, der den Sommer noch hochgehalten hat, gab es im November den Solosong OxYgen. Schließlich folgte am 2. Dezember die Zusammenarbeit mit den Italienern von Eugenio In Via Di Gioia, mit denen er gleichzeitig das erste Mal einen nicht-englischsprachigen Song veröffentlicht hat. Moglii hat die Frische für seine Songs förmlich gepachtet und begeistert mit jeder neuen Veröffentlichung durch einen organischen und mitreißenden Sound.

Purple Disco Machine feat. Mind Enterprises - Exotica

Purple Disco Machine feat. Mind Enterprises – Italo-Disco für die Party zu Hause

Dieser Sommer gehörte Purple Disco Machine! Und auch im Herbst und Winter geht aktuell nichts ohne den Dresdener Soundtüftler Tino Piontek. Sein Disco-Überhit Hypnotized erklingt überall. Ob im Radio, Stream, in Malls oder im TV – überall kann man die unglaublich rhythmischen Beats und den Gesang von Sophie And The Giants hören. Aufgefallen ist Purple Disco Machine SOML bereits letztes Jahr, als er mit seinem Song Emotion die Tanzflächen sprengte. Während Hypnotized in Italien bereits Platin erhalten hat und bis auf Platz 2 stieg, arbeitet sich der Song in anderen europäischen Ländern immer weiter nach vorne. In Frankreich ist Purple Disco Machine mit Platz 6 ein Top-10 Hit gelungen und auch in Deutschland steht als höchste Platzierung aktuell Platz 18 fest und somit eine Top-20-Platzierung. Nun hat Purple Disco Machine mit Exotica den nächsten Song veröffentlicht und sich dabei Mind Enterprises dazugeholt. Kein schlechter Schachzug – steckt hinter Mind Enterprises doch der italienische Produzent Andrea Tirone, der in Turin geboren ist und mittlerweile auf Gran Canaria lebt. Dabei ist Mind Enterprises fest im Italo-Sound der 80er Jahre verankert und haut uns die Synthesizer und Vocoder-Gesänge nur so um die Ohren.

Purple Disco Machine
Purple Disco Machine

Hier möchte man sofort die kastigen Klamotten mit Schulterpolstern oder quietschbunten Joggingdresses rausholen. Bereits vorher haben Purple Disco Machine und Mind Enterprises zusammengearbeitet, als der Dresdener Mind Enterprises‘ Hit Mont Blanc remixte. Passend für den italienischen Markt, haben sich die beiden so wieder zusammengetan und mit Exotica den nächsten großen Nu-Disco-Banger veröffentlicht. Mit ganz viel Funk und groovigen Housebeats ist Exotica genau der richtige Sound für die Party allein zu Hause. Ganz laut aufgedreht, lassen Purple Disco Machine und Mind Enterprises keinen Fuß still stehen. Mit ganz viel Euphorie ist Exotica ein weiterer phänomenaler Release des Dresdener Produzenten und lässt ihm immer mehr Aufmerksamkeit zukommen. Zu Recht, schaut man sich an, dass Piontek bereits seit über zehn Jahren Musik macht. Nun stellt sich der verdiente Erfolg ein und lässt den Produzenten europaweit zu einem der heißesten Acts des Winters werden. Mit Exotica liefert Purple Disco Machine wieder richtig ab und lässt dem Winterblues keine Chance.

Indochine & Christine and the Queens - 3SEX

Indochine & Christine And The Queens – Ein Song für sexuelle Vielfalt und Freiheit

Hier treffen sich zwei Acts, die – jeder Act für sich – ein absolutes Alleinstellungsmerkmal haben. Auf der einen Seite sind es Indochine – die Band, die sich 1981 in Paris gründete und mit ihrem Rock- und New-Wave-Sound über 13 Millionen Platten verkauft haben. Auf der anderen Seite ist es Christine And The Queens, die mit ihrem Art-Pop seit ein paar Jahren ganz Europa in ihren Bann zieht. Während Indochine auf eine 13 Alben, elf Live-Alben, sechs Compilation-Alben und weit über 60 Singles füllende Diskografie blicken können, sind es vor allem die Songs 3e Sexe (1986) und J’ai Demandé À La Lune, sowie Le Grand Secret aus dem 2002er Album Paradize, die als die größten Hits ihrer Karriere gelten und vor 18 Jahren sogar in die deutschen Radio-Playlisten schwappten. Nachdem Indochine am 28. August mit Singles Collection (2001 – 2021) einen ersten Teil ihrer Diskografie als Compilation veröffentlichten und direkt auf Platz 1 der französischen Albumcharts einstiegen, wird nun am 11. Dezember mit Singles Collection (1981 – 2001) der zweite Teil ihrer Diskografie erscheinen. Darauf enthalten ist sowohl die originale Version von 3e Sexe, sowie die neue Version, die Indochine zusammen mit Christine And The Queens aufgenommen hat.

Indochine & Christine and the Queens - 3SEX
Indochine & Christine and the Queens – 3SEX

Hierzu ist vor wenigen Tagen auch das Musikvideo veröffentlicht worden und bringt uns die beiden Ausnahme-Acts auf der neuen Version 3SEX zusammen. Dabei geht es in dem Song, wie schon in seinem Original, um die Freiheit und sexuelle Toleranz. Dass dies zu den beiden Acts, wie zu kaum einen anderen Act in der französischen Musikszene passt, zeigen beide Historien. Héloïse Letissier – die hinter Christine And The Queens steckt, lebt die Freizügigkeit der queeren Antigender-Rollen vollends aus und wechselt immer wieder zwischen ihren Alter-Egos Chris und Christine. Dabei war es für Letissier eine große Ehre, von Indochine-Frontmann Nicola Sirkis gefragt zu werden, ob sie mit ihm für die neue Version zusammenarbeiten würde. So bedankt sich Letissier dann auch über ihre sozialen Kanäle mit den Worten Danke, Nicola, dass du mir die Ehre und das Vertrauen gegeben hast, 3SEX mit dir zu singen, zu einer Zeit, in der das Wort Freiheit wieder all seine Bedeutung und Dringlichkeit annimmt. Echte Revolutionen sterben niemals. Ich küsse dich! War der Song im Original eine New-Wave-Hit, der an den Sound von Depeche Mode oder The Cure erinnert, ist die neue Version 3SEX eine Synthie-Pop-Hymne mit Discoelementen und einem großartigen Vibe. In den Zeiten, in denen es momentan nur äußerst schwer ist, soziale Interaktionen zu haben, lassen Christine And The Queens und Indochine einen Hauch von Freiheit, Euphorie und Empathie auf uns los, der uns, wie ein Impfstoff durch diese Zeiten bringt.

Sia - Hey Boy

Sia – Kehrt zu ihren Ursprüngen zurück

Zusammen mit dem französischen Star-DJ David Guetta hatte die australische Sängerin Sia Anfang der 2010er Jahre ihren internationalen Durchbruch gefeiert. Mit Songs, wie Titanium, She Wolf (Falling In Pieces), Wild One Two, Bang My Head oder Flames schaffte es die eigenwillige Sängerin an die Spitze der Charts weltweit. Dabei geht fast unter, dass die Singer/Songwriterin auch mit Acts, wie Kendrick Lamar, Sean Paul, The Weeknd, Flo Rida, Giorgio Moroder oder Zayn zusammengearbeitet hat. Zumeist eint alle Songs ein elektropoppiger Beat, der durch seine Eingängigkeit direkt ins Ohr geht. Dass dieser Weg eine lange Vorgeschichte hat, zeigt sich erst, wenn man sich die Diskografie der Sängerin anschaut. Denn bereits vor 23 Jahren veröffentlichte Sia Kate Isobelle Furler – wie Sia vollständig heißt – mit OnlySee (1997) – ihr Debütalbum. Nach einem 2-Step orientierten zweiten Album Healing Is Difficult (2001) folgte mit Colour The Small One (2004) nicht nur das dritte Album, sondern auch ein Wechsel der Musikrichtung – hin zu Folk und Jazz, gepaart mit elektronischen Elementen. Auf diesem Album war auch die Single Breathe Me zu finden, die als musikalische Untermalung des Serienfinales der erfolgreichen HBO-Serie Six Feet Under für einen enormen Bekanntheitsschub sorgte und der Sängerin weltweite Chartplatzierungen einbrachte.

Sia
Sia

Mit dem Song Clap Your Hands – aus dem fünften Album We Are Born – kam schließlich eine unerwartet poppige Dance-Rock-Nummer raus, die nach vorne ging und für guter Laune sorgte. Nun knüpft Sia genau an diesen Sound an und hat mit Hey Boy einen Song veröffentlicht, der quietschiger und fröhlicher nicht klingen könnte. Mit gerade einmal zweieinhalb Minuten ist Hey Boy die dritte Singleauskopplung aus dem Soundtrack, des Films Music, der höchstwahrscheinlich Mitte Februar 2021 veröffentlicht wird. Hierbei ist Sia Furler nicht nur die Sängerin des Original Soundtracks, sondern gleichzeitig auch die Autorin und Regisseurin des kommenden Films mit Kate Hudson und Maddie Ziegler. Letztere hatte bereits durch die Tanzperformances in Sias Musikvideos zu Chandelier und Elastic Heart für Staunen gesorgt. Hey Boy ist eine großartige Popnummer, die mit Schalk und Spaß überzeugt und Sia nach langer Zeit nun erstmals wieder zurück zum catchigen Pop bringt, der sie einst einen Schritt weiter in Richtung Erfolg gebracht hat.

Lea Porcelain Choirs To Heaven

Lea Porcelain – In unruhigen Zeiten ein wenig träumen dürfen

Die Geschichte von Lea Porcelain fängt in Frankfurt am Main an und zieht sich seit einigen Jahren durch die Berliner Musiklandschaft. Das Duo ist so umtriebig, vernetzt und doch separiert, wie kaum eine andere Berliner Band. Genau diese Einflüsse lassen es zu, dass sich das Duo in eine Welt voller Synthiewänden, fließenden Sounds und lethargischen Gesängen flüchten kann. Mit insgesamt 8 Reviews und einer Konzertkritik sind Julien Bracht und Markus Nikolaus auf jeden Fall einer der Acts mit den meisten Erwähnungen auf SOML. Dabei ist es der Sound, der so introvertiert klingt und uns jedes Mal wieder in eine Welt entführt, die fernab von den aktuellen Zeiten zu sein scheint. Ihre neue Single Choirs To Heaven ist dabei größtenteils in Berlin und Spanien entstanden, während sie am Strand entlangliefen, das Salz auf den Lippen schmeckten und – aus heutiger Sicht – wie aus einer anderen Zeit zu kommen schienen.

Lea Porcelain - Photo Credits KANE
Lea Porcelain – Photo Credits KANE

Choirs To Heaven zeugt von dem Wunsch nach Normalität. Um uns herum wächst eine neue Welt heran, in der wir unseren Platz suchen. Doch auch finden wir uns immer wieder in diesem einen Moment nach Frieden Ausschau haltend und in eine Traumwelt flüchtend um für einen kurzen Augenblick Ruhe und Glück zu empfinden. Dabei ist Choirs To Heaven der Moment auf der Autobahn, wenn wir die Hand bei 120 km/h wellenförmig durch den Fahrtwind gleiten lassen oder an den abgelegensten Orten der Welt die Natur erfühlen können. Wie auch schon auf den Songs, I Am Ok, Clock Of Time, Sink Into The Night und Future Hurry Slow präsentieren uns Lea Porcelain auch auf Choirs To Heaven einen weiten Sound, der voll und satt ist und uns mit einem Gefühl ausfüllt, das von Melancholie und Lethargie getrieben, niemals an Magie zu verlieren scheint. Mit dem neuen Song kündigt das Duo, das sich in den Studios im Funkhaus Nalepastraße mittlerweile häuslich eingerichtet zu haben scheint, ihr zweites Studioalbum lose für 2021 an und zeigt uns einmal mehr, auf was wir uns dabei freuen können.

John Summit feat. Guz - Thin Line

John Summit & Guz – Neuer Clubhit wird zum Hit

Mit Deep End hatte der Chicagoer DJ und Produzent John Summit dieses Jahr den erfolgreichsten Dance-Hit 2020 veröffentlicht. Noch heute spielt der Track in den Party-Playlisten eine große Rolle und ist bei Beatport der Song, der sich am längsten auf Nummer 1 in diesem Jahr halten konnte. Während der DJ den Sommer in den USA nutzen konnte und einige wenige Auftritte streamte, arbeitete der Produzent sich durch die vergangenen 40 Jahre der Chicagoer House-Musik. Großgeworden in einer Stadt wie Chicago bedeutet auch, einen regen Austausch mit der hiesigen Elektroszene zu haben. Schließlich kommen aus Chicago House-Acts, wie Felix Da Housecat, Paul Johnson und Green Velvet. Gleichzeitig gibt es Künstler aus anderen Gegenden der USA und Europa, wie Tensnake, Todd Terry, Julio Bashmore oder Inner City, die den Chicago House Sound ins Heute transportieren und so am Leben halten. Mit John Summit kommt nun ein weiterer Act hinzu, der sich alleine durch das derbe Deep End einen Namen machen konnte.

John Summit
John Summit

Nun ist mit Thin Line ein neuer Song veröffentlicht worden, der Summit in ein noch strahlenderes Licht rückt. Denn Thin Line ist deutlich frischer, als das dunkle Deep End und versprüht den positiven Vibe der großen Chicago-House Klassiker. Zusammen mit dem niederländischen DJ und Produzenten Guz, der – wie Summit – gerade noch am Anfang seiner Karriere steht, hat sich der US-Amerikaner den britischen Klassiker People Hold On von Coldcut und Lisa Stansfield vorgenommen, der vor über 31 Jahren veröffentlicht wurde. Herausgekommen sind etwas mehr als 3 Minuten voller Discofieber. Hier erklingen Stansfields Textzeilen: Give a little light, give a little love. Maybe there’s enough for everyone. Give a little hope and a little drugs. Maybe thеre’s enough for evеryone. We’re all dancing on a, dancing on a thin line, so schillernd und in bester Chicago House Manier, dass wir uns an die Hochzeit der Szene in den 80er Jahren erinnert fühlen. John Summit hat mit Thin Line einen weiteren Überhit produziert, der die kommenden Monate wohl nicht mehr von der Spitze der Beatport-Charts wegzudenken sein wird.