AnnenMayKantereit – Konzertkritik

 

Gestern war es nun soweit. Die Jungs von AnnenMayKantereit traten zum Tourstart im restlos ausverkauften SO36, in Berlin, auf. Das SO36 war hierbei allerdings eine kleine Besonderheit im Tourplan der Kölner, passten doch gerade einmal rund 500 Personen in den kleinen dunklen Raum, war dieser Auftakt das genaue Gegenteil von den folgenden Locations, die mit dem Tempodrom in Berlin, bis in die großen Hallen reichen.
Etwas enttäuscht aber dennoch mit dem Schalk im Nacken, bemerkte Henning May dann auch, dass dieses Konzert der Tourauftakt sei, da die vorangegangenen Termine durch krankheitsbedingten Ausfall Mays verschoben werden mussten.
So begannen sie das Konzert dann auch gewohnt entspannt. Ohnehin steht an der Tagesordnung AnnenMayKantereits – Lässigkeit, Zurückhaltung und ein freundschaftliches Auftreten.
Hatte sich die Band auf dem Melt! noch zurückhaltender präsentiert, sah man, vor allem May, an, dass er Spaß hat mit seinem Publikum zu kommunizieren. Waren doch auf Festivals wie dem Melt! auch viele Neugierige da, war das Publikum im SO36 ausschließlich wegen AnnenMayKantereit gekommen. Dies gab der Band wohl viel Bestätigung und ließ sie schnell auftauen.
Mays Art zu singen war hierbei fast schon wie ein Geschichtenerzähler aus der Kindheit. Singt er doch Songs wie ‚Jeden Morgen‘, ‚Nicht Nichts‘, ‚Bitte Bleib‘ oder ‚Es Geht Mir Gut‘, die allesamt einen leicht verbitterten und gleichzeitig provozierenden Unterton haben, auf eine Art, der man kaum entgehen kann. Man möchte seinen Geschichten zuhören, man möchte mit so klaren Worten wie „…und ruf mich bitte Nachts nicht mehr an, wenn Du mich vergisst“, lachen und sich an seine Jugend mit solchen Problemen erinnern. Überhaupt sind die Geschichten, die May erzählt, so nachvollziehbar und geerdet, dass sich das Publikum in vielen Momenten an die eigenen Situationen erinnert. Sind die Texte doch unglaublich verständlich und ohne lyrischen Pomp geschrieben. AnnenMayKantereit haben was zu sagen, möchten etwas sagen und sagen dies auf dem direktesten Weg. Das und natürlich Mays Stimme sind wohl der Grund für den Erfolg dieser Band.
Mit ‚Oft Gefragt‘ gibt er dann auch einmal mehr den Song, der mit für ihren Erfolg verantwortlich ist, zum besten. Seinem Vater gewidmet, treibt er so manchen im Publikum, aus den verschiedensten Gründen, eine Träne ins Gesicht.
Zwei Zugaben später kommen sie schließlich für ‚Barfuß Am Klavier‘ und ’21, 22, 23′ nochmals auf die Bühne und zeigen ihre Spielwut ein letztes mal an diesem Abend.
Knapp eine Stunde und zwanzig Minuten später gehen sie dann endgültig von der Bühne. Um dann allerdings nach dem Abbau ihrer Instrumente ins Publikum zu kommen und sich mit vielen Fans zu unterhalten und ein Bier zu trinken.
Nach unglaublich vielen Festivals, Support-Shows für die Beatsteaks und eigenen Konzerten 2015 sind sie trotzdem geerdet, sympathisch und fast schon erstaunlich zurückhaltend. So macht es immer wieder Spaß die Band live zu sehen und ihre Entwicklung mitzubekommen.

 

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