Dead Sea – Interview (DE)

Heute könnt Ihr ein Interview mit Charles und Caro von Dead Sea lesen.
Dead Sea ist eine Phychedelic Rockband mit elektronischen Einflüssen aus Paris. In den letzten Monaten stand ich immer wieder im Kontakt mit Charles, der mir dieses Bild exklusiv für meinen Blog zur Verfügung gestellt hat. Habt viel Spaß beim Entdecken der Band. Wenn Euch der Beitrag gefällt liked und teilt dieses Interview auf allen Kanälen.

 

Dead Sea © Vincent Ducard

Dead Sea © Vincent Ducard

 

 

 

Soundtrack-Of-My-Life: In einem Interview habe ich gelesen, dass Ihr Dead Sea in Indonesien gegründet habt. Weshalb ward ihr in Indonesien und welchen Stellenwert hat Reisen für Euch?

Charles: Wir lieben es einfach zu Reisen, es ist der beste Weg den eigenen Horizont zu erweitern. Indonesien ist geradezu perfekt dafür. Wir waren bereits einige Male dort, unsere Eltern leben sechs Monate im Jahr dort. Natürlich lieben wir es aber auch zu surfen, bei den Wellen ist das einfach ein Muss.

SOML: Charles, Alex, wer von Euch hatte die Idee eine Band zu gründen?

Charles: Eigentlich gar keiner so richtig. Wir waren vorher bereits in einer Band, doch hatten das Gefühl nicht mehr am Gleichen Strang zu ziehen. Nur ein paar Wochen später – auf einem Trip, mit Alex und Julien durch Indonesien – kamen wir an einer Bar vorbei, die von vielen Einheimischen besucht wurde. Dort spielten sie Livemusik die alle möglichen Stile hatte. So fragten wir kurzerhand ob wir auch etwas spielen dürften und endeten in einer 15 minütigen Improvisation. Dead Sea war geboren.

SOML: Ihr habt Caro durch eine Flyeraktion, mit der ihr eine Sängerin gesucht hattet, auf dem Paris International Festival For Psychedelic Music gefunden. Was verbindet ihr mit diesem Festival?

Charles: Wir stehen voll und ganz hinter der Idee dieses Festivals, da wir alle auch selbst Psychedelic Rock hören. Doch da wir es bisher noch nie zum Psychedelic Festival nach Austin, USA, geschafft haben. Als es dann nach Paris kam, waren wir total aus dem Häuschen.

Caro: Es bereichert die Pariser Musikszene ungemein und man kann Paris daher nur beglückwünschen.

SOML: In vielen Interviews gleichen sich die Fragen nach der Herkunft eures Bandnamen, Eurer Entstehung und der Zukunftsvision eurer Band. Welche Fragen würdet Ihr Euch selbst stellen um euch zu präsentieren?

Charles: „Warum das alles?“ Die Antwort darauf wäre dann, dass wir die beste Band der Welt werden wollen, zumindest was die Originalität und Authentizität angeht.

SOML: Charles und Alex, nochmal zurück zu Euch. In der Musikbranche gibt es immer wieder mal auch die Konstellation von Geschwistern in einer Band. Oasis oder Angus & Julia Stone als Beispiel. Wie geht ihr mit brüderlichen Streitgesprächen innerhalb der Band um und wie reagieren Caro und Julien darauf?

Charles: Alex und ich wuchsen zusammen auf und entdeckten Musik zur selben Zeit. Daher sind wir sehr miteinander verbunden. Wobei ich nicht denke, dass sich Julien und Caro ausgeschlossen fühlen. Wir sind eher eine Familie als nur Freunde die zusammen Musik machen.

Caro: Die beiden haben natürlich auch mal hier und da ihre kleinen heftigen Streitgespräche. Doch was ich darin eher sehe ist, dass zwei Menschen es hassen einander zu enttäuschen und erst dann zufrieden sind, wenn sich beide einigen konnten. Was zum Glück immer der Fall ist. Hinzukommt, dass Charles seit Jahren eng mit Julien befreundet ist und ich mich vom ersten Tag an gut aufgehoben und willkommen gefühlt habe. Zu sehen wie viel diese drei Jungs füreinander machen hat mich so fest an sie geschweißt.

SOML: Caro, wie lange dauerte Dein Aufenthalt auf der englischen Musikschule und wie kam es dazu dort zu studieren?

Caro: Ich machte bereits vorher lange Zeit Musik, hatte auch Klavier- und Gesangsunterricht und spielte auf der Musikschule in einer Rockband. Doch dann kam ich irgendwann an den Punkt, dass ich einfach raus musste, meine musikalischen Fähigkeiten auf ein neues Level heben wollte. Da kam für mich sofort England in den Kopf. Ich mochte eh schon als kleines Kind die englischen Geschichten und Filme. Die vier Jahre in Brighton haben meine Fokus enorm geschärft und meine Neugier und meinen Willen zur Musik auf eine neue Ebene gehoben.

SOML: Ihr seid momentan an dem Punkt einer Band, an der nur noch große Schritte folgen können. Wie reagierten eure Familien auf eure ersten Songs?

Charles: Ich würde nicht sagen, dass wir kurz davor stehen bekannt zu werden, doch sind wir glücklich so weit gekommen zu sein und freuen uns über alles was noch kommt.

Caro: Unsere Familien und Freunde waren positiv überrascht von der Musik Dead Sea’s, was mich allerdings eher überraschte war, was für Reaktionen unsere Musik bei Menschen auslöste von denen wir es nicht gedacht hätten. Wir hatten Leute die außerhalb unseres engen Freundes- und Familienkreises waren und eigentlich komplett andere Musik hörten, die uns zu den Songs gratulierten und uns sagten wie gut sie ihnen gefielen. Das war großartig.

SOML: ‚Rain‘ und ‚Keep It High‘ haben mich hier und da an Beach House erinnert, wie steht ihr zu Vergleichen mit anderen Bands? Ehrt Euch das oder distanziert ihr euch eher davon?

Charles: Es ist immer wieder toll mit Bands verglichen zu werden, die wir selber mögen, vor allem wenn sie selbst durch einen guten Musikgeschmack überzeugen können. Es ist natürlich auch wichtig Feedback von Anderen zu bekommen. Da wir, unsere Musik, ab einen bestimmten Punkt einfach nicht mehr objektiv genug beurteilen können um etwaige Mängel zu erkennen.

Caro: Ich liebe Beach House einfach, da kann ich einen Vergleich mit ihnen gar nicht schlimm finden. Auch wird oft London Grammar genannt, wenn man uns hört. Sie sind unglaublich talentiert und die Sängerin hat eine der schönsten Stimmen die ich je gehört habe. Wenn die Leute sagen, dass wir sie an jemanden erinnern ist das immer noch etwas anderes als wenn sie sagen würden „du hörst dich genauso an wie..“. Das würde uns nicht gefallen.

SOML: Dazu kam, dass ‚Tempest‘ eine Opulenz hat und so auch von Anthony Gonzales, als Filmmusik zu Oblivion produziert sein könnte. Wie entstehen solche Songs bei Euch?

Charles: Der Entstehungsprozess ist eigentlich immer gleich, wir beginnen mit Sound zu spielen, der uns gefällt. Meistens kommt er aus dem Synthesizer, von einem Beat oder einem Gitarrenspiel. Als nächstes bauen wir quasi den Song drum herum. Davon inspiriert verselbstständigt sich dieser Prozess dann. ‚Tempest‘ beispielsweise war in 10 Minuten fertig obwohl es, bis jetzt, unser komplexester Song ist.

SOML: Ihr werdet gerade von vielen „entdeckt“ und mit Blogposts und Interviews konfrontiert. Wie sehr verfolgt ihr das Treiben um euch und gab es auch schon amüsante Begebenheiten dadurch?

Charles: Da bin ich sehr akribisch. Ich behalte alles, was über uns berichtet wird. Ich denke mir einfach, dass es irgendwann mal ganz hilfreich sein könnte. Und klar, haben wir auch schon ganz schön abgedrehte Artikel über uns gelesen. Einer ist aber ganz besonders abgefahren: http://www.syffal.com/dead-sea-keep-it-high. Ich sprach etwas später mal mit dem Kerl und kann nur sagen, dass der Typ auch im wahren Leben so drauf ist.

Dead Sea Homepage

Dead Sea Homepage

SOML: Auf eurer Homepage und im Musikvideo zu ‚Keep It High‘ habt ihr viele geometrische Formen und Spiegelungen, was gefällt euch daran?

Charles: Das visuelle Auftreten Dead Sea’s würde ich schon als psychedelische Ästhetik beschreiben. Das passt einfach am besten zu uns. Für mich ist Dead Sea eine futuristisch, psychedelische Rockband. Die Formen sind eine Abbildung von geometrischen Mustern.

SOML: Welche Idee hat euch zum Video von ‚Keep It High‘ inspiriert?

Charles: Wir wollten etwas stark Visuelles machen aber hatten nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung. So saßen wir am Ende mit den abgefahrensten Ideen da und wollten davon so viele wie uns möglich war ins Video einarbeiten. Sebastien [Desmedt] hat sich dann, das was am besten davon passte herausgepickt und das Video gemacht.

SOML: In wie weit lasst ihr Erfahrungen, persönliche Gefühle oder auch das Tagesgeschehen in eure Musik einfließen?

Charles: Wir haben kein Interesse daran, das, was gerade in der Politik, im Sport oder den Nachrichten abläuft, in unsere Musik einfließen zu lassen. Bei uns dreht sich wirklich alles nur um die Musik, ums Surfen und um die Menschen die wir lieben. Es finden also keine aktuellen Geschehnisse den Weg in unsere Musik, im Gegenteil zu unseren Gefühlen im Allgemeinen. Die schaffen es sehr wohl in die Welt von Dead Sea.

Caro: Da stimme ich voll und ganz zu. Das heutige Tagesgeschehen ist so weit von der Welt rund um Dead Sea entfernt. So liegt unser Augenmerk voll und ganz auf den Emotionen anstatt zu thematisieren, wie man mit beiden Beinen im Leben steht. Zeitlose Musik eben.

SOML: Für das Musikvideo konntet Ihr den französischen Regisseur Sebastien Desmedt, der mit kineastischen Slow-motion Videos brilliert, für Euch gewinnen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Charles: Es war so gut. Wir haben diese ganzen Erfahrungen, die wir mit Sebastien erlebt haben förmlich aufgesaugt. Sebastien hat schon fast autistische Züge und ist ein klarer Macher. So ist er ein Genie in seinem Fach. Wir haben uns irgendwann angefreundet und über die verschiedenen Projekte gesprochen, die wir noch machen wollen. So kam es zu dieser Zusammenarbeit.

SOML: Ist Dead Sea mittlerweile ein Fulltime Job oder arbeitet ihr alle noch nebenbei?

Charles: Du wirst es nicht glauben aber wir investieren immer noch mehr in die Band als wir von ihr erhalten. So ist es momentan noch nicht möglich ein Full-time Musiker zu sein. Jeden Morgen stehen wir ganz normal auf und gehen zur Arbeit. Es hilft aber immer wieder, das, was wir am Vorabend als Band geleistet haben nochmals zu hören um sich selbst die Frage des „Was mache ich hier überhaupt“ zu beantworten.

SOML: Wir haben im Vorfeld kurz über Auftritte außerhalb Frankreichs gesprochen. Wie sieht euer aktueller Terminkalender aus und welche Städte außerhalb Frankreichs stehen bei euch ganz oben auf der Liste?

Charles: Wir sitzen gerade daran, im Zusammenhang mit der Veröffentlichung unseres ersten Debütalbums, eine kleine Tour durch einige europäische Städte zu planen. Das wäre wohl Anfang 2016 und natürlich sind auf unserer Wunschliste Städte wie London, Lille, Berlin, Brüssel, Barcelona oder Amsterdam. Wir würden auch einfach gerne als Support für eine Band, die wir mögen, auf Tour gehen.

SOML: Werdet Ihr euer Debütalbum, unabhängig eines Plattenvertrages, trotzdem veröffentlichen oder gibt es einen Masterplan den ihr hier verfolgt?

Charles: Das müssen wir mal sehen. Wenn wir einen Plattenvertrag bekommen ist das super, wenn nicht, ist es aber auch ok. Wir machen eh alles selbst, so könnten wir es ohne richtigen Plattenvertrag weiterhin tun.

Caro: Und wenn wir weiterhin auf uns allein gestellt sind, gibt es auch keinen Druck von einem Dritten. Guck Dir nur die heutige Musikwelt an. Das ist schon erschreckend manchmal. So arbeiten wir dann wenigstens nicht für andere, sondern vollständig für uns und können stolz auf das sein, was wir erreichen.

SOML: Es gibt ja einige Bands und Künstler aus Frankreich, die gerade mit ihrer Musik international sehr erfolgreich sind. Welche französischen Bands würde jeder einzelne von euch empfehlen, wenn ihr den neuen französischen Sound erklären müsstet?

Charles: Die französische Musik ist nicht wirklich unseres. Doch ein paar Bands gibt es da schon, wie Isaac Dellusion, Venera4 oder Agua Roja

Caro: Daneben mögen wir aber auch den etwas älteren Stoff wie von Air, Phoenix, Daft Punk und M83. Es war für mich sehr hilfreich mit dieser Musik aufzuwachsen. Schaut Euch nur an was für einen großen Einfluss diese Bands gerade jetzt in der Musikwelt haben.

SOML: Um so richtig im Club abzugehen, welcher Song muss dafür laufen? Und welchen Song bringt euch wieder runter?

Charles: Wir gehen nicht wirklich in Clubs. Wir bleiben stattdessen lieber zu Hause und arbeiten an unserer Musik oder treffen uns mit Freunden. Unser Nachtleben beschränkt sich also komplett auf unsere eigenen Auftritte, die wir in Clubs haben.

SOML: Eine letzte Frage zu The Horror. Woher kommt die Liebe zu den Briten?

Charles: Oh… das ist eine gute Frage! Es stimmt, dass wir The Horrors in vielen Interviews erwähnen. Was wohl daran liegt, dass sie gerade eine der besten Bands auf der Welt sind. Wir fühlen uns der Band sehr verbunden. Immerhin spielen sie ähnliche wie wir Rock Musik mit unglaublich vielen Instrumenten und Techniken. Ich glaube wir würden den besten Moment unseres Lebens haben, sollten wir ihnen einmal begegnen.

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