Die Berlin Music Week Tag 3 – Berlin Festival die 1.

Berlin Festival 2014

Berlin Festival 2014

Viel wurde in den letzten Wochen und Monaten über den Umzug vom Flughafen Tempelhof zum Arena Festival Gelände gesprochen. Da gab es Diejenigen, die von Anfang an schlecht geredet hatten und den vermeintlich schleppenden Ticketverkauf dafür verantwortlich machten, oder auch Diejenigen, die sich auf ein neues Gelände mit vielen Möglichkeiten gefreut haben. Gestern dann sollte allen Besuchern die Gelegenheit gegeben werden, sich selbst von dem neuen Konzept zu überzeugen. Betritt man das Gelände durch eine, für Festivals mit 15.000 bis 20.000 Besuchern, eher kleine Eingangskontrolle, steht man gleich im ArtVillage und auf einer Wiese mit mächtigen Bäumen. In Zelten und Ständen geben wahlweise kleine Künstler, als auch große Sponsoren ihre Marken zum Besten und teilen sich die Fläche mit einem Discobus bei dem der Sound, nach Einwurf einer Münze, erklingt, einer Tanzarena, einem Art Kino oder des kleinsten Dancefloors der Welt in einem zwei Quadratmeter Saunahäuschen. Auf dieser Fläche ist auch die Splash! Mag Stage und die Food Area aufgebaut.

Durch die abgeranzten Gänge und Straßen des ehemaligen BVG-Bus-Depots geht es zur Mainstage, der Glashaus-Bühne, dem Badeschiff und der Hoppetosse. Hier wird schnell deutlich, wo sich den Abend über die Massen aufhalten werden. Die riesige Halle, die Jahre lang Europas größte freitragende Dachkonstruktion war, beheimatet die Mainstage, auf der es am Nachmittag auch mit Rüfüs, einer australischen Band, losgeht, deren Sound irgendwo zwischen Elektro, Dreampop und Indie angesiedelt ist. Wer die Gelegenheit hatte die Jungs im Dezember 2013 im Prince Charles zu sehen wird feststellen, dass sie sich in den letzten Monaten zu einer erfolgreichen Band aus Down Under entwickelt haben und so sehr gut auf die Mainstage passen. Mit Songs wie ‚This Summer‘, ‚Sundream‘ oder ‚Tonight‘ haben sie sich eine gute Fanbase erspielt und spätestens als die ersten Sekunden des Future Pop Song ‚Take Me‘ erklangen blieb kein Bein vor der Bühne mehr ruhig.

Rüfüs war vorbei und die Crystal Fighters traten erst in knapp anderthalb Stunden auf. Zeit genug also um sich den Rest des Geländes anzusehen. Das Glashaus, eine langgestreckte Halle mit einer ebenso unendlich lang wirkenden Wand aus Glas, sollten später Künstler wie HVOB, Rustie, Mount Kimbie oder Neneh Cherry bespielen.

Durch Strandsand watend am Badeschiff angekommen wurde einem freundlich aber bestimmt durch einen Sicherheitsman mitgeteilt, dass es hier nicht weitergeht, da es zu voll unten sei. So drehte man eine kurze Runde und ließ den Blick zur Hoppetosse und dem Rest der Anlage schweifen um dann den Weg zum Art Village anzutreten. Mittlerweile an manchen Stellen unangenehm voll werdend ging es am White Trash vorbei, das bereits am frühen Abend den Durchlass versperrt hatte. Hier kamen noch Merchandisestände, ein Glitzerklub, in dem man sich festivaltauglich mit Glitzer dekorieren konnte, die 1Up Graffiti-Wände und ein Tattooshop hinzu, bei dem man sich ein Tattoo mit Verfallsadatum stechen lassen konnte.

Zurück zu den Crystal Fighters wurde man für jede Minute belohnt, die man in der heißen Halle wartete. Schon durch das einfache rumstehen schien der Schweiß zu fließen, doch tat dies den Festivalgängern keinen Abbruch zu Alternative Dance und Synthiepop-Klängen zu tanzen als gäbe es keinen Morgen mehr. Standen die Sechs mit Federn und rituellem Schmuck bekleidet auf der Bühne spielten sie einen Hit nach dem anderen aus ihren zwei bis jetzt erschinenen Alben. Ob ‚Love Is All I Got‘, ‚You & I‘, ‚Plage‘, oder ‚Xtatic Truth‘, es blieb kein Song unerfüllt und so merkte man der Band auch an, wie viel Spaß ihnen dieses Konzert bereitete.

Nach einer kurzen Stärkung ging es dann auch gleich mit Bombay Bicycle Club und dessen Folk Rock weiter. Man könnte fast eine kollektive Genügsamkeit in den Gesichtern der Fans erkennen, wären auch hier nicht immer wieder Ausreißer gewesen, mit denen Jack Steadman und Co. die Massen zum tanzen brachte. Dies war dann auch eine wunderbare Einstimmung auf die folgende Band, sind doch die Editors bekannt für ihre langen und intensiven Konzerte. Hier sollte es dann auch nicht anders sein und man schrie sich die Seele aus dem Leib und sprang was der Körper an Energie hergab. War die Setliste wie mit einer Energiekurve versehen, gab es nach intensiven Songs wie ‚Munich‘ und ‚Racing Rats‘ auch immer wieder ruhige Songs wie ‚Honesty‘ zum Energie tanken bevor zum Abschluss ihr wohl stadiontauglichster Song ‚Pappillon‘ folgte und die Fans in den Abend entließ.

Aus der Halle kommend begleiteten uns für die nächsten 30 Minuten helle, lautlose Blitze am Himmel und sorgten so für eine ganz eigene Stimmung.

Doch diese Stimmung wurde wohl bei so einigen Fans weggeblasen, als sie sich auf den Weg zu Bilderbuch ins White Trash machen wollten. Wurden sie doch von Sicherheitsmännern zurückgewiesen mit der Begründung, dass es zu voll sei. Hinzu kam dann noch eine, verantwortliche Dame vom Trash Restaurant, die den Fans in beleidigender Art und Weise den Weg in Richtung Ausgang wies. So ging der Abend, inzwischen mit stark einsetzendem Regen, für den Ein oder Anderen unbefriedigend zu Ende.

Und so war der erste Tag auf dem Berlin Festival eine Kurve der Freude und Enttäuschung. Bietet sich den Festivalbesuchern, durch den Veranstalter, nur eine unzureichende Organisation an und schafft somit den ein oder anderen Dämpfer. Tag zwei wird zeigen wie sich die Besucherströme verteilen und ob die Erfahrungen des Samstags nur am traditionell vollsten Tag eines Festivals liegen.

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