Die Berlin Music Week Tag 4 – Berlin Festival die 2.

Berlin Festival 2014

Tag vier ist vorbei und damit auch die Berlin Music Week und das Berlin Festival. 32 Acts wurden gesichtet und somit eine gute Mischung aus Hip-Hop, Pop, Alternative und Elektro. Und so war der zweite Tag auf dem Festivalgelände des Berlin Festivals geprägt durch den Aufenthalt vor der Mainstage. Konnte man doch hier die Newcomer Highasakite aus Norwegen bestaunen. Die Frontsängerin Ingrid Helene Håvik, bekleidet mit einem Glitzerkleid und ausufernd hohen schwarzen Plateauschuhen sang in einer so direkten Art in die Menge, dass den Besuchern gar keine Gelegenheit gegeben wurde Berührungsängste zu haben. Ist ‚Since Last Wednesday‘, vom Veranstalter zur Festivalhymne auserkoren worden, spielten sie natürlich auch Songs aus ihren beiden Alben wie ‚Leaving No Traces‘ und ‚Hiroshima‘. Für einen zweiten Act des Tages auf der Mainstage eine solide und sympatische Performance.

Diese konnten die nachfolgenden Mädchen von Warpaint leider nicht fortsetzen. War ihr Indie Rock doch zeitweise zu stark in sich gekehrt und konnte die Massen nicht wirklich miteinbeziehen. Natürlich gehörte der Track ‚Undertow‘ hierbei dann doch zu den Ausreißern. Passte doch die Athmosphäre auf der Bühne mal wunderbar zu dem aufkommenden Regensturm außerhalb der riesigen Halle und saßen völlig durchnässte Fans auf dem Boden und ergaben sich einen Moment lang der Ruhe.

Der Abend schritt voran und so langsam kamen die großen Acts näher. So wurde Jessie Ware fast schon frenetisch gefeiert, als sie auf die Bühne kam. Ohne große Show und ausgefallener Kostümen stand sie in ihren schwarzen, legeren Klamotten und einem Tee in der Hand auf der Bühne und sang ihre Songs. Dies machte sie so erhaben, dass man sich an die Zeit in der die großen Souldiven die Musiklandschaft beherrschten, erinnert fühlte. Man mochte fast eine Whitney Houston der späten Achtziger in ihr erkennen, doch war sie so offen und überwältigt vom Publikum, dass sie nach jedem Song die Hände vor den Mund nahm um ihrer Sprachlosigkeit Ausdruck zu verleihen. Und so gab es neben ‚Running‘ und ‚Say You Love Me‘ natürlich zum Abschluß auch noch ‚Wildest Moment‘ zu hören, bei dem die Halle freudig mitsang. Doch wer hier glaubte, den Höhepunkt der möglichen Faneuphorie erlebt zu haben hatte noch kein Woodkid-Konzert besucht. Ist die Opulenz des Bühnenorchesters doch für ein Festival-Gig unerwartet groß gewesen, zeigte die LED-Wand während der Stücke futureske Gebäude und Straßenschluchten. Zwischen Bläsern und Geigern tanzte, der in Lyon als Yoann Lemoine geborene, Woodkid auf der Bühne von einer Seite zur Anderen und hielt die Massen auf Trab. Doch dies brauch er gar nicht, waren doch so epische Songs wie ‚Golden Age‘, ‚I Love You‘ oder ‚Brooklyn‘ mit all den Streichern, Trommeln und Trompetern ein Garant für Gänsehaut. Als Zugabe gab es dann noch eine knapp 15 minütige Version von ‚Run Boy Run‘ die wohl auch den letzten Fan seelig stimmen sollte. Doch nicht bei Woodkid, ist man geneigt zu sagen. Denn hier hatten die Fans noch lange nicht genug und stimmten zur Melodie von ‚Run Boy Run‘ ein. Sichtlich überwältigend vom Konzertende, ließ Woodkid doch immer wieder verblüfft den Blick zu seinen Bandkollegen schweifen und deutet mit schüttelndem Kopf an, dass sie wohl noch weiterspielen sollten. Und so gab es noch einmal eine 5 minütige Verlängerung des Songs und ein ebenso tosenden und langanhaltenden Applaus zum Abschied. Verschwitzt und geschafft griffen sich alle Gäste ihre Begleitungen und verschwanden zu den anderen Bühnen in die Nacht. Im Glashaus empfing einem die unglaublich sympatische Neneh Cherry die zu ihrem neuesten Album rappte. Ist die Schwedin schon seit dreißg Jahren im Geschäft, sah man ihr weder körperlich noch musikalisch an, dass sie bereits 50 Jahre alt ist. Und so war der Mix aus Hip-Hop und satten Bässen gepaart mit einer schnellen Zunge ein regelrechte Erfrischung und etwas Unerwartetes.

Den Abschluß auf der Mainstage machten die Berliner von Moderat. Hierbei sah man auch deutlich, warum nicht eine Neneh Cherry sondern eben Moderat auf die Mainstage gebucht wurden. War doch im Gegensatz zu dem halbvollen  Glashaus die Mainstage bis in die hintersten Ecken gefüllt. So konnten sie das Berlin Festival mit eigenen Songs wie ‚Bad Kingdom‘ aber auch mit fremden Material wie dem Song ‚Nightcall‘ des Franzosen Kavinsky und einer ebenso großen LED-Leinwand wie sie Woodkid nutzte, abschließen.

Es bleibt als Fazit, dass die Veranstalter des Berlin Festivals noch so Einiges verändern müssen um weiterhin relevant zu bleiben. Denn wenn der Sound in den Hallen nicht optimiert, die Ticketanzahl nicht drastig verringert oder das Getränkeverbot nicht wieder gelockert wird, könnte sich das Festival sein eigenes Grab an der Spree schaufeln. Und dies wäre nicht nur für Berlin schade.

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht unter Allgemein. Lesezeichen für Permalink hinzufügen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s