Kiesza © Universal Music

Kiesza – Konzertkritik

Am vergangenen Donnerstag fand im Berliner BiNuu Club die Konzertreihe Introducing des Musikmagazins Intro statt. Diesen Monat mit dabei war die Belgierin Coely, die britische Band All We Are und die Kanadierin Kiesza. Der Reihe nach hat die junge Antwerpenerin Coely den Anfang gemacht. Bereits in Belgien eine der heißesten Newcomerin schaffte sie es erstaunlich schnell, das Publikum mit ihren Hip-Hop Songs voll und ganz zu überzeugen. Ob Ain’t Chasing Pavements, Nothing On Me oder ihrer aktuelle Single My Tomorrow ist sie stets dabei das Publikum zu animieren und zu fordern. So lässt sie es sich auch nicht nehmen dreimal zu fragen Where are you, I can’t hear you screaming um dann wiederum mit dem Publikum Songzeilen in verschiedenen Lautstärken durchzugehen. Auch wenn man kein Freund des Hip-Hops ist wird man von Coely’s Livequalitäten angenehm positiv überrascht.

Als nächstes kamen All We Are auf die Bühne. Das Trio bestehend aus Rich, Guro und Luis aus Liverpool schreibt sich dem Indiesound zu. Ihre Songs sind vom Arrangement wirklich experimentierfreudig und frisch produziert und machen Lust auf mehr, doch sind es ihre Intonationen – also ihre Stimmen – die dem ganzen einen Stil verleihen, der einen abschreckt. Wirkt doch Guro, als einzige Frau in der Band, recht burschikos, ist auch ihre Stimme eher im tiefen Bereich angesiedelt. Dreht man diese Beschreibung nun einmal um, hat man die Stimme vom Schlagzeuge Rich erklärt. Sind doch seine mitunter extrem hohen Töne unangenehm und wirken quietschig. Doch dann schliesst man die Augen und lauscht ‚Feel Safe‘ und versteht warum sie es soweit gebracht haben, dass sie selbst im Ausland spielen können. Es ist der Sound und immerhin, an den Stimmen kann man arbeiten.

Zu guter letzt kommt Kiesza nach halbstündiger Umbaupause auf die Bühne und anhand des Publikum das frenetisch anfängt zu klatschen und zu grölen merkt man wie populär sie binnen kurzer Zeit geworden ist. Mit zwei Tänzern betritt sie die Bühne um ohne Umschweife und langem Gerede gleich komplett ohne ein Wort loszulegen. No Enemisz ist dann auch gleich die Einstimmung auf ein unerwartet professionell durchchoreografiertes Konzert. Man muss vielleicht hinzufügen, dass Kiesza bis auf Hideaway noch so gut wie kein eigenes Material zu perfomen hat. Und so tanzt sie dieses Manko nonchalant von der Bühne und hat damit so viel Spaß, dass es im Saal keinen mehr ruhig dastehen lässt. Nach kurzem Zwischenspiel des 90er Jahre Nightcrawler Hits Push The Feeling On geht es weiter mit Giant In My Heart. Spätestens hier wird klar, dass die 25 Jährige den Sound der 90er Jahre nicht nur liebt sondern, dass sie diesen auch im Blut hat. Weist doch das Outfit, die Bühnenshow und der musikalische Sound eindeutig Referenzen an so viele Künstler und Musikrichtungen eben dieses Jahrzehnts vor. Womit auch direkt der nächsten Titel kommt, der Coverversion von Haddaways What Is Love, welches sie am Keyboard mit direkter Stimme und vor ruhigem Publikum singt. Doch nicht nur sie singt, beim Refrain setzt der ganze Saal ein und singt mit ihr die Textzeilen So what is right? And what is wrong? Gimme a sign. What is love? Baby don’t hurt me….. Man merkt ihr an, dass es ihr gefällt, wie das Publikum ihre Version des Songs aufnimmt und geht, nach einem intensiven letzten Teil des Songs dahin über mit den Leuten im Saal zu sprechen und den nächsten Song anzukündigen. Es ist eine Uptempoversion des Jeff Buckley/Leonard Cohan Songs Hallelujah. Zum Schluss lässt Kiesza es sich nicht nehmen, das Publikum noch einmal zu animieren und die Erkennungsmerkmale ihres derzeitigen Hits Hideaway zu üben. Von jetzt an gibt es kein Halten mehr und das ganze BiNuu springt, singt und feiert mit Kiesza zu ihrem Hit und man stellt fest, dass 4:12 Minuten verdammt schnell vorbeigehen und so hängt sie nach abklingen des Songs einfach nochmal 2/3 Minuten ran und performed Hideaway in einer Remixversion. So schnell wie Kiesza gekommen ist, war sie auch wieder weg und der ungestillte Hunger nach mehr von ihr ist nicht etwa befriedigt sondern wurde ausgebaut. Und so können sich all Diejenigen auf eine weitere Performance freuen, die dieses Jahr auf das MELT! Festival gehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.