Dawncall & Subsets feat. Ayelle – Entspannt durch den Sonntag

Er passt so sehr in den heutigen, verregneten und windigen Sonntag – der Song Ghost, des israelische Produzent Dawnhall. Dazu gesellen sich der britische Produzent Subsets und die Londoner Sängerin Ayelle. Viel gibt es über die jeweiligen Produzenten allerdings nicht zu berichten, finden sich im Netz doch nur spärlich Informationen. Dabei gibt ihre Musik so viel her, worüber wir berichten könnten. Bei Ayelle sieht es bereits etwas besser aus. So hat die in London lebende Sängerin mit iranisch-schwedischen Wurzeln in den letzten Wochen so einige Songs veröffentlicht. Mal mit dem niederländischen Produzenten Mitchell Yard auf Mary Jane, mal als Solokünstlerin mit Obvious. Dabei beschreibt sie ihren Musikstil als Future R&B und liegt damit verdammt nahe an ihren Songs. Auf Ghost schafft sie es zusammen mit den beiden Produzenten einen verträumt, schweren Housetrack zu veröffentlichen, der nicht besser zu einem kalten Wintertag passen könnte. Die treibenden Elemente und Beats werden durch den Einsatz von Klavier und Gitarre, in ihrer Schnelligkeit extrahiert und setzt damit eine Entschleunigung ein, die dem Song eine ganz besondere Note verleiht. Ayelles Stimme ist hierbei allgegenwärtig und lässt an so einflussreiche Nummern, wie Deleriums Silence erinnern. Momentan haben alle drei Künstler noch deutliches Potential ihre Bekanntheit zu erhöhen, weisen ihre Facebookprofile doch nicht mehr als 2.500 Follower auf. Dabei wird Ghost in den kommenden Wochen sicherlich für einen Aufschwung sorgen.

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Apparat – Zurückgezogene Zugänglichkeit

Er kommt aus dem Bereich des Technos und hat in den vergangenen 23 Jahren massgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland international als eines der führenden Länder der, vor allem im Ambientbereich befindlichen, Elektroszene wahrgenommen wird. Mit seiner Vielfalt an musikalischer Ausdrucksweise hat sich Sascha Ring in den vergangen zwei Jahrzehnten einen festen Namen erarbeitet, der durch das Projekt Moderat, welches er zusammen mit Modeselektor zwischen 2002 und 2017 aufrecht erhielt, und sich durch seinen Wechsel – hin zu einem deutlicheren Ambient-Sound, der mittlerweile auch den Begriff IDM – Intelegent Dance Music – auszeichnet. Ist Apparats letztes Album The Devil’s Walk bereits acht Jahre her, hatte der in Quedlinburg geborene Produzent, Ende 2017 vor allem durch den von ihm beigesteuerten Theme-Song zur deutschen Netflix-Serie Dark zusätzlich weltweit Aufmerksamkeit erhalten. Nun hat Apparat mit Dawan einen neuen Song veröffentlicht und damit sein fünftes Album LP5 angekündigt. Dabei klingt Dawan zugänglicher, bleibt aber einem dunklen Sound treu. Mit schnellem Hintergrundbeat, vertrackteten Sound und dem fragilen Gesang baut sich Dawan immer weiter auf und mündet in einer verträumten Vorstellung von einer Soundwolke aus Wärme, Zufriedenheit und Zuneigung. Gibt es eine stetig wachsende Auswahl an neuen Genrekreationen, ist IDM wahrlich die zutreffendste Genrebezeichnung, die es für Apparats Musik geben kann.

Sarah P. – Das geheimnisvolle Hauchen

Sarah P. ist umtriebig. Absolvierte die griechische Sängerin bis 2010 in Athen ein Schauspielstudium, traf sie im selben Jahr den Produzenten RΠЯ, der mit ihr und zwei weiteren Mitgliedern die Band Keep Shelly In Athens gründete. Vier Jahre tourten sie um die Welt und spielten unter anderem auf dem Coachella und The Great Escape Festival. Dabei veröffentlichte die Band 2011 mit Late Night Later Night CS eine sogenannte Split EP, auf der sich drei Songs der Athener wiederfanden und drei Songs eines, bis dato, noch recht unbekannten Produzentenduos – Disclosure. Wo die britischen Brüder heute stehen, wissen wir alle. Schließlich 2014 von der Band losgesagt, zog es Sarah P. nach Berlin. Von hier aus arbeitete sie konsequent an neuer Musik und  veröffentlichte mit der Free EP 2015 erstmals als Solokünstlerin Musik. Ihr Debütalbum Who I Am folgte 2017. Nun steht mit Maenads eine weitere EP an, die am kommenden Freitag erscheint. Darauf enthalten ist die Dream-Pop Single Mneme, die verträumt, geheimnisvoll und sogar etwas verrucht klingt. Sarah P. selbst beschreibt den Song als ein Schlaflied, inspiriert von unbeschwerten Zeiten und einem gebrochenen Herzen, das an die Vergangenheit erinnert und die Dinge in die richtige Perspektive bringt. Genau dieses Gefühl transportiert Mneme angenehm und entspannt und klingt dabei stark in einer sanften Umgebung.

Shout Out Louds – Verträumt in eine neue Zukunft

Diese Band hat so einige Höhen und Tiefen durchlaufen. Waren ihre ersten beiden Alben Howl Howl Gaff Gaff und Our Ill Wills volle Erfolge in Schweden, schaffte es das dritte und vierte Album Work und Optica sogar international in die Charts. Doch mit dem fünften und aktuellsten Album Ease My Mind folgte ein herber Dämpfer. Landete dieses Album doch in keinen Charts weltweit. Dabei klingen die fünf Stockholmer hierbei deutlich offener und bleiben ihrem euphorischen Sound treu. Mit der nun veröffentlichten Single Up The Hill schließen sie – nach eigenen Aussagen – die Ära des Albums Ease My Mind ab. Somit schließt sich die neue Single wohl der Produktionszeit des fünften Albums an und überbrückt die Zeit bis zum sechsten Langspieler, welches die Band bereits vorbereitet. Up The Hill ist eine Liebeserklärung an die Liebe selbst. Mit viel Autotune und großen Gesten verabschieden sich die Stockholmer in eine Phase des Songwritings. Up The Hill ist eine verträumt, perfekte Indiehymne, die uns fühlen lässt, wie sehr die Band mit den Fans verbunden ist.

Maggie Rogers – Pfiffige Kehrtwende

Nanu – möchte man sagen, wenn man den Song Give A Little hört und erfährt, dass er von Maggie Rogers sein soll. Wirkt der Song doch auf den ersten Blick ungewöhnlich einfach. Hört man ihn sich allerdings ein zweites, drittes und viertes Mal an, hört man all diese kleinen Nuancen heraus, die den Song geradezu freigeistig klingen lassen. Da kommt ein tropischer Synthiesound gleich nachdem endloses Händeklatschen den Song weiterträgt und dabei mit der Gitarre und Rogers Gesang in eine verträumte Umgebung abdriften lässt. Mit dem Produzenten Greg Kerstin hat sich Rogers hier einen stark Pop affinen Produzenten gesucht, der in den letzten Jahren Songs für Chvrches, Sia, Years & Years, der Lady Gaga produziert hat. Dabei hat sich Rogers wohl ganz bewusst für diesen Sound entschieden. Gab es doch mit der im Mai veröffentlichten Single Fallingwater eine Art Zäsur in ihrer bisherigen Karriere. So war der rasante Aufstieg von Rogers in den letzten zwei Jahren nicht immer auch gesund, weshalb sich die US-Amerikanische Sängerin eine Zeit lang zurückzog. Nun, nach ihrem Seelenstrip Fallingwater ist sie mit Give A Little zurück und zeigt sich frech, frisch und pfiffig – und somit mit den Attributen, durch die wir sie und ihre Musik so sehr ins Herz geschlossen haben.

Zayn feat. Timbaland – Frischling vs. Altmeister

Zugegeben, die Überschrift passt nicht so ganz. Ist Zayn Malik doch längst kein Frischling mehr. Doch im Vergleich zu Timbalands fast 30 jähriger Karriere sind Maliks 8 Jahre noch recht überschaubar. Nach seinem 2016er Nummer-Eins Debüt Mind Of Mine hat Malik nun mit der Single Too Much die Hoffnung auf ein baldiges, zweites Album genährt. Dafür hat sich der britische Sänger den Star-Produzenten dazugeholt. Mit seinen unzähligen Hit-Songs und -Alben hat Timbaland in seiner Laufbahn bereits Millionen von Platten verkauft – nun treffen sich Timbalands pumpende Beats, sein typisches Echo und der Vocoder-verzerrte Gesang mit Maliks smartem R&B. Dabei erinnert er ein wenig am Marios Let Me Love You, ist einfühlsam, romantisch und verträumt. Auf Too Much treffen sich moderner und klassischer R&B von Timbaland und Malik und lassen sowohl neue Fans als auch die Älteren freudig aufhorchen.

Passenger – Unaufgeregt und mit Herz zurück

Fluch und Segen zugleich – so könnte man Let Her Go vom britischen Folksänger Passenger beschreiben. Sicherlich ein deutlich größerer Segen als Fluch. Denn hatte dieser Song den Sänger einst 2012 an die Spitze von 19 Ländern gebracht, wurde er so häufig gespielt, dass Passengers markante Stimme danach kaum noch Gehör fand – so sehr reduzierte man ihn auf Let Her Go. Doch ermöglichte gerade dieser Song ihm auch, dass er mehr von seiner Musik veröffentlichen konnte und sich schließlich alle Alben in den Charts wiederfanden und mit dem 2016er Album Young as the Morning, Old as the Sea sogar wieder auf Platz 1 in Großbritannien stand. Nun kündigt der Sänger mit der Single Hell Or High Water sein neuntes Studioalbum an, für das allerdings noch kein Veröffentlichungstermin feststeht. Dabei singt sich Passenger entspannt und wie auf einem Roadtrip befindend durch die 3:40 Minuten. Mit dabei sind Gitarren, ein Banjo und Schlagzeug, der er sanft und verträumt nutz. Schließlich setzt mit einem Violinenspiel der intensivste Teil ein und könnte nun wunderbar als Break-up-Song dienen. Passenger hat sich in den letzten Jahren keine Zeit gelassen und unnachgiebig Material veröffentlicht und dennoch hat er uns die Zeit gegeben, uns loszureißen und seinen größten Hit zu verarbeiten. Nur, um nun wieder mit vollem Herzen seiner Musik zu folgen.

Sonia Stein – Zwischenstopp England?

Zuletzt in aller Munde, durch ihre Single No Roots und ihrer internationalen Wurzeln, hat Alice Merton genau dies gemein mit der Sängerin Sonia Stein. In Berlin geboren, wuchs sie in Polen und den USA auf. Nun hat sie es nach London verschlagen, wo sie fleißig an ihrer Musikkarriere arbeitet und Songs veröffentlicht. Kommt am 31. Mai mit Change Shapes bereits die nächste Single raus, ist ihr aktueller Song Muse eine sommerlich, schwere Popballade, die sich an Songs von Jessie Ware oder Shura orientiert. Mit ihrer verträumten Stimme schafft Stein es, in ihrer ganz eigenen Welt zu sein. Dabei nimmt sie den Hörer mit in diese und begleitet ihn mit einem sanften, elektronischen Sound. Genau mit diesem Sound werden ihr in einigen Wochen wohl alle Türen offen stehen und muss zu Konzertterminen der Hinweis Sold Out hinzugefügt werden.