Amason - Marry Me Just For Fun

Amason – Eine Supergroup ganz verträumt

Sie besteht aus der Crème de la Crème der schwedischen Musiklandschaft – die Supergroup Amason. Steckt hinter der Band doch die Sängerin Amanda Bergman – die seit Jahren unter verschiedenen Pseudonymen Musik macht und mit The Tallest Man On Earth-Kristian Matsson verheiratet war, der Keyboarder Gustav Ejstes – der mit seiner Band Dungen in den vergangenen 20 Jahren bereits neun Alben veröffentlicht hat, der Produzent Pontus Winnberg – der als Teil des Produzenten-Duos Bloodshy & Avant Songs unter anderem für David Guetta, Maroon5 und Britney Spears produziert hat und gleichzeitig Teil der Band Miike Snow ist, der Produzent Petter Winnberg – der vor allem als Produzent für Film- und Serienmusik für Netflix, HBO, H&M und Vogue in Erscheinung tritt und der Schlagzeuger Nils Törnqvist, der ebenfalls mit der Band Little Majonettes erfolgreich ist. Hat sich die Band 2012 gegründet, veröffentlichte sie 2015 mit Sky City ihr Debütalbum. Nun ist mit Galaxy I ihr langersehntes Nachfolgealbum rausgekommen und besitzt mit der aktuellen Single Marry Me Just For Fun eine wunderbar, nostalgische Popballade, die mit 80er Jahre Synthies und melancholischer Grundstimmung eine Art Ode auf den Moment darstellen soll. Amason haben damit gleichzeitig den ersten Teil ihres Doppelalbums Galaxy I veröffentlicht, welches aus fünf Songs besteht und Anfang 2020 mit dem zweiten Teil komplettiert wird. Mit der wunderbar hohen und brüchigen Stimme Bergmans, dem poplastigen Sound und dem grandiosen Songwriting kommt einem bei Amason momentan die Frage auf, warum die Band eigentlich nicht ähnlich schnell durch die Decke geht, wie es sonst bei den einzelnen Bands und Projekten der Musiker passiert ist. Mit Marry Me Just For Fun haben sie auf alle Fälle einen veritablen Hit im Angebot, der mit Sicherheit die Fanbase der Band vergrößern wird.

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Thees Uhlmann - Avicii

Thees Uhlmann – Stampfendes Tribut

In knapp zwei Wochen ist es soweit und das dritte Album Junkies und Scientologen des Hamburgers Thees Uhlmann kommt in die Läden. Bereits mit seiner ersten Singleauskopplung Fünf Jahre Nicht Gesungen vor gut vier Wochen zeigte uns Uhlmann, warum er so wichtig für die Deutsche Musiklandschaft ist. Mit seinen Songtexten, die immer direkt beim Hörer landen und seinen cleveren Wortkonstellationen ist Uhlmann bereits seit Tomte-Zeiten ein hoch angesehener Musiker. Auf seiner nun veröffentlichten, neuen Single Avicii besingt der Label-Mitbegründer des Grand Hotel van Cleef Plattenlabels, die Liebe zu dem schwedischen Musikproduzenten Avicii, der im April letzten Jahres so plötzlich verstarb. Dabei lässt uns Uhlmann textlich etwas im Dunkeln. Stehen sich doch Zeilen wie Du wartest auf die Liebe und ich auf das nächste Bier. Der Platz am Tresen neben mir bleibt heute leider leer. Eine gute letzte Reise, zum Abschied leise winken. Elektronische Musik kann man sich so selten schöntrinken. gegenüber, als könnten sie gar nicht zusammengehören. Mit der Musik jedoch, hat sich Uhlmann wieder an dem tanzbaren Indierock seiner Stammband Tomte orientiert. Thees Uhlmann ist ein wichtiger Bestandteil der deutschen Musikwelt und zeigt, was Songwriting und der richtige Sound mit Themen machen kann, die unbequem sind.

Duke Dumont feat. Zak Abel - The Power

Duke Dumont feat. Zak Abel – Voller Energie auf die Tanzfläche

Duke Dumont ist mittlerweile ein Garant für euphorische Clubsounds. Mit Songs wie Won’t Look Back oder The Giver (Reprise) hat sich der Brite in den letzten Jahren eine sehr ansehnliche Fangemeinde erspielt. Auf seinem neuesten Track The Power hat Dumont den Shootingstar Zak Abel mit dabei. Dieser macht zwar schon seit einigen Jahren Musik, doch so richtig gezündet hat es für den marokkanisch-stämmigen Musiker bisher noch nicht. Und das, obwohl er in den vergangenen Jahren vor allem durch Kollaborationen mit erfolgreichen Acts, wie Avicii, Jonas Blue, Gorgon City und Tom Misch zusammengearbeitet hatte. Nun ist er auf Duke Dumonts Song The Power zu hören und bedienen beide Acts hier ihre Paraderollen. Duke Dumont mit seinem Deep-House Sound, lässt uns auf der Tanzfläche garantiert nicht stehen. Mit euphorischen Synthies und dumpfen Bässen zeigt der DJ und Produzent, wie mit Highs und Lows gespielt werden kann. Abel hingegen setzt mit seinem Gesang auf volle Emotionen. Dabei wird seine Stimme mal hallend, mal vibrierend in Szene gesetzt und bleibt immer präsent. Als ob das nicht schon reichen würde, um einen Hit zu landen, hat sich das Liverpooler Duo CamelPhat des Songs angenommen und ist sowohl für die Produktion, als auch für das Songwriting verantwortlich. Bei dieser Kombination aus Talenten und gestandenen Größen der britischen Houseszene kann am Ende nur ein Hit herauskommen.

Half Moon Run - Then Again

Half Moon Run – Vier Jahre der Stille sind vorbei

Nun ist es bereits vier Jahre her, dass die Kanadier von Half Moon Run mit ihrem zweiten Album Sun Leads Me On und der Single I Can’t Figure Out What’s Going On das Nachfolgewerk zu ihrem 2012er Debüt Dark Eyes veröffentlichten. Doch das lange Warten hat ein Ende, denn mit Then Again haben die Jungs um Frontsänger Devon Portielje nun einen ersten neuen Song ihres kommenden, dritten Albums veröffentlicht. Dabei ist Then Again nicht als neue Single im eigentlichen Sinne zu betrachten, haben ihn die Jungs doch bereits vor fünf Jahren geschrieben und immer mal wieder auf Konzerten gespielt. Mit einer Mischung aus Folk, hervorragendem Songwriting und einem epischen Sound aus Geigen, Gitarren und Schlagzeug klingen Half Moon Run dabei fast schon bedrohlich und lassen uns sehnsüchtig auf die kommenden Konzerte hin sehnen. Sie selbst sehen Then Again als ersten Schritt zu ihrem dritten Album – auch wenn sie hierfür noch keinen Veröffentlichungstermin nennen möchten. Den neuen Song können wir allerdings auch schon vor Veröffentlichung des dritten Albums auf vier Konzerten in Deutschland Mitte November erleben. Ob bis dahin auch das Album fertig sein wird, bleibt dabei noch etwas offen.

Thees Uhlmann - Fünf Jahre Nicht Gesungen

Thees Uhlmann – Fünf Jahre nicht gesungen

Sechs lange Jahre war der Wahlberliner nicht mehr aufgetreten. Doch nun ist die Stille, die um Thees Uhlmann herrschte, verschwunden. Denn vor einer Woche veröffentlichte Uhlmann mit Fünf Jahre Nicht Gesungen seine erste, neue Single seit der Veröffentlichung von #2 – seinem zweiten Album. Dabei kommt Uhlmann mit einem gewohnt hervorragenden Songwriting zurück und stellt klar, dass das harte Arbeit war. Denn er selbst fragte sich, warum ihm seit fünf Jahren nichts mehr einfiel, über das er Songs schreiben könnte. Vielleicht war es auch der Roman Sophia, der Tod und ich (2015) der Uhlmann des Songwritings beraubte. Schließlich verhalf ihm genau dieser Ansatz – das darüber Nachdenken des ausbleibenden Songwritings – dazu, diese Schreibblockade zu überwinden. Dabei ist das dritte Album Junkies und Scientologen entstanden, das am 20. September veröffentlicht wird. Die erste Single Fünf Jahre Nicht Gesungen hat einen Rhythmus, der an Cold As Ice von Foreigner erinnert und dennoch typisch Uhlmann bleibt. Wir dürfen uns daher auf ein Album freuen, dass wohl nicht all zu stark Neues ausprobiert, sondern vielmehr Thees Uhlmanns typischem Sound treu bleibt.

Millie Turner - Swimming Pool

Millie Turner – Im Chaos tanzen

Dass die britische Sängerin Millie Turner gerade an der Schwelle zum Durchbruch steht, dafür stehen die unzähligen Lobeshymnen, welche die gerade einmal 18 jährige Sängerin derzeit erhält. Vom NME über BBC Radio 1 bis hin zu diversen Blogs schwirren der Londoner Sängerin, Songwriterin und Produzentin die Lobhuddeleien nur so um den Kopf. Und das zu Recht – hört man sich ihre aktuelle Single Swimming Pool an. Beginnt der Song mit einem ruhigen Gitarrengezupfe, setzt Turners glasklare Stimme – die an Hannah Reid von London Grammar erinnert – ein und wirkt im ersten Teil des Songs noch nicht ganz griffig. Doch mit erreichen der Sekunde 56 wechselt Swimming Pool plötzlich in einen treibenden Dancesong ab, der sich zurückhaltend und stürmig zu gleich zeigt. Dabei ging es Turner um einen ganz ähnlichen Moment. Denn für den Song stellte sie sich eine Gruppe aus Teenagern vor, die ein altes, heruntergekommenes aber historisches Haus zerstört. So spricht sie vom Niederbrennen und Wände einreißen und einem schlussendlichen Wiederfinden im Swimming Pool des Hauses, welches um sie herum niederbrennt. Mit so viel Potential im Songwriting, Produzieren und Singen wird Millie Turner in den kommenden Monaten sicherlich noch öfter zu hören sein.

Girl In Red - I'll Die Anyway

Girl In Red – Auf dem Weg zu Chapter 2

Bereits Anfang Januar hatte Girl In Red mit der Single We Fell In Love In October eine wunderbare Liebeshymne für all diejenigen veröffentlicht, die es schwer und herausfordernd finden, sich zu verlieben. Nun hat Marie Ulven mit I’ll Die Anyway einen weiteren unmissverständlich direkten Song veröffentlicht, der zeigt, wie sich eine 20-Jährige in der heutigen Zeit fühlt und womit sie sich auseinandersetzt. Ulven selbst hinterfragt momentan alles, was mit ihr zu tun hat und kommt immer wieder zu dem Schluss, dass sie bisher nur weiss, dass so nichts weiss. Diese Orientierungslosigkeit hat Ulven wunderbar in einen Dreampop-Song verwandelt, der mit einem schnellen Gitarrenspiel anfängt, nur, um sich mit Einsetzen des Gesangs in eine verträumte Welt zu verlieren. Mit der Textzeile I reach for me but I’m not there. It’s so lonely but who cares. It’s fine, it’s ok. But I’ll die anyway zeigt die Norwegerin gleichzeitig, wie direkt ihr Songwriting ist. Girl In Red ist keine Blaupause eines Teenagerlebens, sondern zeigt vielmehr die Vielschichtigkeit einer heutigen jungen Erwachsenen und gleichzeitig, wie wunderbar sich dies in Musik umsetzen lässt. Nachdem die EP Chapter 1 Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde, folgt nun am 6. September Chapter 2.

Palace – Wenn der Schmerz die Heilung bringt

Bereits vor zwei Jahren kamen die Single Break The Silence und das Debütalbum So Long Forever des britischen Trios Palace auf den Markt. Dieses beinhaltete dunkle Indie-Songs, die von Schmerz und Weite getragen wurden. Nun sind Frontsänger Leo Wyndham, Matt Hodges und Rupert Turnersie nach zweijährigem Touren und Song-schreibens zurück und bieten uns mit No Other eine würdevolle neue Single als Nachfolger des Sounds ihres Debütalbums. Dabei ist No Other thematisch der Übergang ihres 2016er Albums, welches sich um Schicksalsschläge und eine dunkle Vergangenheit drehte. Denn hier besingt Wyndham den spannenden Moment, als in seinen dunkelsten Momenten plötzlich eine Person in sein Leben trat, die ihn aus der ausweglosen Situation holte, in der Wyndham keine Hoffnung mehr hatte und sich beinahe verloren hätte. Diese Person entfachte in ihm eine neue Leidenschaft und das wunderbare Gefühl der Liebe. Musikalisch äußert sich dies in einem epischen Indie-Song, der sich oft zu verlieren scheint, nur um sich dann wieder selbst aufzufangen. Hier kommen die ganz großen Gefühle zum Ausdruck und zeigen die Band in all ihrer Kraft.

Grace Carter – Emotionale Suche nach einer Antwort

Inspiriert von den Sängerinnen Lauryn Hill und Nina Simone hat die heute 21-jährige Sängerin Grace Carter schon früh die Musik für sich entdeckt. Auch oder vielmehr gerade durch ihren Stiefvater motiviert, bekam Carter zu ihrem 13. Geburtstag eine Gitarre geschenkt und wurde von ihm ermutigt, Songs zu schreiben. Acht Jahre später steht sie bei Warner Bros. unter Vertrag und veröffentlichte mit Silence bereits eine respektable Debütsingle. Nun ist sie mit Why Her Not Me zurück und schöpft aus den Vollen ihrer Songwriting-Kunst. Denn Carter zieht die Inspiration für Texte aus ihren ganz persönlichen Erlebnissen, die allesamt von Wut, Frust, Enttäuschungen und Niederschlägen geprägt sind. Hieraus sammelt Carter ihre Energie und schafft es ihren Songs etwas aufbauendes zu geben und sie nicht als das Ende verstanden zu wissen. Auf Why Her Not Me thematisiert sie die Entscheidung ihres gebürtigen Vaters, die Familie zu verlassen um mit einer anderen Frau und Kindern glücklich zu werden, seiner alten Familie aber Schmerz zuzufügen. Dies schafft Carter mit einer so emphatischen Art, dass man meinen würde, sie könnte es nicht selbst erlebt haben. Durch die kräftige Stimme der Britin, ihr dunkles Timbre und einen bombastischen Sound ist Why Her Not Me so, eine Hymne der Stärke und des nicht Aufgebens und ein großes Ausrufezeichen einer noch jungen Sängerin.

Soak – Bereit für Album 2

Vor fast genau vier Jahren hatte die damals 17 jährige Britin Bridie Monds-Watson – alias Soak – ihre Debütsingle B A noBody veröffentlicht. Konnte sie damit viele Kritikerherzen erobern, folgte im Frühling 2015 ihr Debütalbum Before We Forgot How to Dream. Nun ist die mittlerweile 22 jährige Sängerin mit der ersten Single ihres kommenden, zweiten Albums zurück und zeigt uns, dass sie weiterhin für tiefgründiges und emotionales Songwriting steht. Behandelt sie doch auf Everybody Loves You den Widerspruch von Akzeptanz und Verleugnung der ihr als Teil des Erwachsenwerdens begegneten und das Gefühl, dass Freundlichkeit als Zuneigung angesehen wird und man sich als junger Mensch dadurch immer wieder unglücklich verliebt. Das macht Soak einmal mehr so sanft und fast schon scheu, dass man sich zu ihr setzen möchte, um einfach nur da zu sein.