Matt Corby & Tash Sultana - Talk It Out

Matt Corby & Tash Sultana – Zwei Genies treffen aufeinander

Es ist eine Kollaboration, die so viel Energie bündelt, dass man fast die Brust bersten fühlt, vor so viel Passion. Dass die beiden australischen Künstler Matt Corby und Tash Sultana jedoch einmal auf einem Song vereint sein würden, hat gute zwei Jahre gedauert. Denn genau so lange spielten die befreundeten Musiker bereits mit dem Gedanken einer Zusammenarbeit. Matt Corby hatte bereits mit seinem 2011er Brother einen absoluten Superhit veröffentlicht, der sich nicht nur sagenhafte 420.000 Mal in Australien verkaufte, sondern auch in Europa zu einer satten Indiehymne wurde. Tash Sultana wiederum hatte in den vergangenen vier Jahren einen Aufstieg hingelegt, der nicht vergleichbar ist. Mit nur einem Album und einer einzigartigen Soundstruktur gelang es Sultana Menschen auf der ganzen Welt zu begeistern und von einer ausverkauften Tour zur Anderen zu reisen. Nun haben Corby und Sultana mit dem Song Talk It Out eine Kollaboration veröffentlicht, die beide Künstler so zeigen, wie sie selbst sind. Würde man bei anderen Kollaborationen denken, dass das zu keinem guten Ergebnis führen würde, ist genau diese Eigenständigkeit der beiden Künstler das große Plus des Songs. Mit Sultanas markantem Gitarrenspiel und Corbys falsettartiger Stimme nehmen sich beide Künstler gegenseitig ab und schaffen damit eine wunderbar inspirierende Atmosphäre. Talk It Out ist treibend, entspannt und lässt uns einen Laid-Back-Moment haben, den wir nur durch Corby und Sultana bekommen können.

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Keane - The Way I Feel

Keane – Die große Rückkehr

Nach sechs Jahren der Bandpause sind Keane zurück auf der Tanzfläche. Hatte Frontsänger Tom Chaplin die Bandpause von 2013 bis heute genutzt um zwei Soloplatten zu veröffentlichen, war es um die anderen Bandmitglieder in der Zwischenzeit eher ruhig geworden. Das war allerdings auch der Grund, ihrer Bandpause – den Stress, der mit dem Erfolg der britischen Band kam, etwas zu entkommen. Denn mit über 10 Millionen verkauften Platten und fünf Nummer-1 Alben und EPs in ihrem Heimatland zählen sie zu den erfolgreichsten Bands der britischen Inseln. Nun sind sie mit der Ankündigung des neuen Albums Cause And Effect zurück, welches am 20. September veröffentlicht werden soll. Darauf enthalten ist die Leadsingle The Way I FeeI, die durch die Motivation, die Band wieder aufleben zu lassen, entstanden ist. Chaplin erinnert sich dabei an einen Moment, während er an seiner Soloplatte arbeitete, in der er sich selber in der Situation wiederfand, sich zu wundern, wie es soweit kommen konnte, diese wirklich energiereiche und wichtige Beziehung zu seinen Bandmitgliedern verloren zu haben. Dieses Gefühl transportieren die Jungs so wunderbar auf The Way I Feel, dass man sich, von der Euphorie gepackt, selbst fragt, ob man alles getan hat, um wichtige Menschen um sich herum zu behalten. Dabei klingen Keane gewohnt episch und haben es auch sechs Jahre nach ihrem letzten Album nicht verlernt, große Hymnen zu schreiben.

Georgia - About Work The Dancefloor

Georgia – Robyns Schwester im Geiste

Die Clubkultur weltweit ist so verschieden, wie aufregend. Ob eine Nacht in einem Club in Stockholm, London, New York oder Berlin, überall wird die Nacht anders zum Tag gemacht. Darüber hat die in London lebende Sängerin Georgia mit About Work The Dancefloor ein Lied geschrieben, welches so sehr für die Nacht steht, wie man es von der Sängerin Robyn kennt. Und auch About Work The Dancefloor ähnelt im Aufbau und Gefühl den Songs der schwedischen Pop-Ikone. Frisch vom SXSW Showcasefestival gekommen, schafft es Georgia innerhalb der vergangenen Monate immer mehr Menschen mit ihrer Hymne an die Clubnacht zu erreichen. About Work The Dancefloor ist die Hymne über den Club und gleichzeitig Öl für den Club. Und wir alle liegen Georgia zu Füßen.

HAELOS - End Of World Party

HÆLOS – Mystisch und nostalgisch

In einer Woche ist es soweit – dann steht mit Any Random Kindness das zweite Album der Londoner Trip-Hop Band HÆLOS in den Regalen. Bereits mit Kyoto und Boy/Girl zeigte die Band Anfang des Jahres, wo es klanglich hingehen würde. Mit einem mystischen Elektrobeat zeigten HÆLOS bereits auf ihrem Debütalbum Full Circle und der Single Separate Lives vor drei Jahren, dass verschiedene Genres und Stile zusammen ein emotionales und einfühlsames Gemisch ergeben können. Auf ihrem neuen Album probieren sie Neues aus, bleiben aber auch ihrer mystischen Grundstimmung treu. So klingt ihre neueste Single End Of World Party genau so, wie es der Titel verspricht – mit dramatischen Breakbeats und einer auffälligen Zunahme der Gesangszeit ist End Of World Party eine Reaktion auf die heutigen Anzeichen, den Fokus auf das Wichtige zu verlieren und sich im Wahnsinn der Nachrichten aus aller Welt zu verlieren. Dabei beschreibt die Pressemitteilung End Of World Party kryptisch als ein satirischer Blick auf die Ablehnung der apokalyptischen Aspekte der Menschheit und die Konzentration auf das Jetzt. Kurzum, wollen HÆLOS, dass wir den Moment wieder für uns entdecken und einfach wieder einmal loslassen. Mit End Of World Party hat das Quartett eine große Trip-Hop Hymne produziert, die in einer Reihe mit Songs von Portishead und Massive Attack genannt werden kann.

Middle Kids - Real Thing

Middle Kids – Wenn die Teenage-Zeit ein Song wäre

Die Middle Kids sind ambitioniert – waren sie schon immer. Bereits im Alter von 12 Jahren hatten Frontsängerin Hannah Joy im Sydney Opera House gespielt. War es damals noch als Teil eines Gewinnspiels – stand sie nun, zusammen mit ihren Bandkollegen Tim Fitz und Harry Day wieder auf der Bühne des Sydney Opera House und spielte Musik ihrer eigenen Band. Dabei handeln die Songs der drei Australier vom Erwachsenwerden. Von den Gefühlen, was es bedeutet in der heutigen Welt jugendlich zu sein, aufzuwachsen und sich damit auseinanderzusetzen. So gab ihnen ihr 2018er Debütalbum Lost Friends die Möglichkeit weiter, an diesen Themen zu arbeiten und kontinuierlich Musik zu veröffentlichen. Denn steht bereits für Mai dieses Jahres mit New Songs For Old Problems ein neues Album – im Miniformat – an. Miniformat deshalb, weil New Songs For Old Problems aus sechs neuen Songs besteht. Einer davon ist Real Thing, den die Middle Kids gerade als Single veröffentlicht haben. Hierauf begeben sich Middle Kids auf die Suche nach Bedeutung – so, wie sie jeder Jugendliche mindestens einmal durchlebt und sich selbst hinterfragt. Dabei sind Middle Kids eine Coming-Of-Age-Band der modernsten Form und lassen mit ihrem gitarrengespickten Sound ihrer direkten Wirkung freien Lauf. Real Thing ist Hymne und Melancholie, Aufbäumen und Niedergeschlagenheit und immer auch ein wenig Chaos – aber nie gezwungen oder unglaubwürdig. Damit haben Middle Kids das Potential eine der besten Bands ihrer Zeit zu werden.

Gorgon City – Der Club hält Einzug

Mit ihrem ersten Album Sirens (2014) konnten sie einen satten Erfolg verbuchen und sechs Singles in die britischen Singlecharts bringen. Mit ihrem 2018er veröffentlichten Album Escape folgte dann schließlich eine satte Bauchlandung. Gab es hieraus fünf Veröffentlichungen, schafften es gerade einmal zwei Songs überhaupt in die Charts zu kommen. Dabei war und ist am Sound der beiden Londoner Jungs nichts auszusetzen. Mit ihrer nun veröffentlichten Single Delicious gehen Gorgon City nun aber einen Schritt weiter und orientieren sich bei der elektronischen Musik mehr an Clubsounds. Mit dem Label REALM, auf dem Gorgon City bereits einige derbere Housetracks veröffentlichten, haben die zwei Briten eine weitere Undergroundhymne, die so hart mit Housebeats spielt, dass man sich in der dunkelsten Ecke eines Clubs wiederfindet, veröffentlicht. Delicious ist dabei so etwas wie eine weiterführende Schule für all diejenigen, die zwar Housetracks basteln können, allerdings oftmals in Wiederholungen stecken bleiben. Gorgon City zeigen dabei, wie dünn die Grenzen zwischen Mainstream-Elektro und Undergroundsound funktionieren und haben damit ein ausgeprägtes Gespür für Trends und Nachfragen.

Two Door Cinema Club – Funky Talk

Seit 2010 gehört das nordirische Trio Two Door Cinema Club zu jeder Indiedisko dazu. Mit Überhits wie Something Good Can WorkI Can TalkUndercover Martyn und Sleep Alone hatten sie unsere Herzen über Jahre hinweg zum schneller rasen gebracht und alle Körperteile zum tanzen animiert. Und plötzlich platzte die Blase des Erfolgs. Mit ihrem dritten Album Gameshow verfehlten die Nordiren den Erfolg des zweiten Albums Beacon deutlich und konnten in der Folge auch keine nennenswerten Chartplatzierungen mehr erreichen. Nun haben sie alles auf eine Karte gesetzt und mit der neuen Single Talk eine 80er-Jahre Partyhymne hervorgezaubert, die irgendwo zwischen Ghostbusters-Beat und typischen TDCC-Euphorie liegt. Dabei scheint sich die Band wieder mehr auf ihre Wurzeln zu konzentrieren – ohne rückwärts zu gehen. So beschreibt Frontsänger Alex Trimble Talk dann auch mit den Worten Es klingt irgendwie nach Two Door Cinema Club – allerdings nicht nach Two Door Cinema Club, wie es sie schon einmal gab – und das ist, was ich liebe an unserer Band und dem musizieren. Wir können immer wieder etwas Neues ausprobieren und klingen doch irgendwie auch immer noch nach Two Door Cinema Club. Damit überraschen uns Two Door Cinema zwar nicht, ist ihre neue Single aber dennoch ein satter Banger und wird seinen Weg ans Publikum ganz sicher finden

Wilkinson feat. Hayla – Vom Drum’n’Bass zum EDM

Der britische Produzent Mark Wilkinson, den alle nur unter seinem Nachnamen kennen, war in den letzten Jahren einer der verlässlichsten Produzenten im Bereich des Drum’n’Bass. Mit Songs wie Afterglow, Sweet LiesBreathe oder Half Light begleitet uns 29-Jährige seit nunmehr fast zehn Jahren und ist mit seinen Songs seit acht Jahren auch ein verlässlicher Besucher der britischen Singlecharts. Mit seinen beiden Alben Lazers Not Included (2013) und Hypnotic (2017) schaffte er es auf Platz 2 und 1 der UK Dance Charts und sorgt als Resident DJ seit nunmehr fünf Jahren im Club Amnesia auf Ibiza für den perfekten Sound. Dabei stellt seine neue Single I Need aber auch eine Zäsur dar, denn hier verzichtet Wilkinson auf den charakteristischen Drum’n’Bass, der ihn Mitte der 2010er bekannt gemacht hat und geht in einen deutlich opulenteren EDM über, der Wilkinsons vielfältige Arbeit zeigt. Präsentiert hat Wilkinson den Song mit den Worten It’s not d&b this time but I like to try something different once in a while! Hope you enjoy! und die Resonanz der Fans folgte mit viel Zuspruch. Dass I Need erst jetzt so richtig zündet, ist ein typisches Phänomen von Ibiza-Hymnen. Diese wabern erst einige Monate in den besten Clubs der Welt rum, ehe sie es an die Oberfläche schaffen und hier und da zu einem satten Charthit mutieren. Mit I Need hat Wilkinson den Weg zu einem neuen Hit geebnet und die Nacht im Club einmal mehr gerettet. So kann der Samstagabend kommen.

Kettcar – Aufbruch der Verlierer

Er ist kess, er ist schnell und er ist zynisch – der neue Song Palo Alto von den Hamburger Indierockern von Kettcar. Sind sie für ihre politischen Texte bekannt, verfolgen sie auf Palo Alto einer Gruppe von Menschen, die durch die Digitalisierung ihre Jobs verloren haben und damit ihrer Identität hinterherlaufen. Mit einem Plan – nach Palo Alto zu fahren – um die digitalen Riesen niederzubrennen – begeben sie sich auf ein verrücktes Abenteuer. Dabei sind es wieder einmal Marcus Wiebuschs erzählerischer Gesang, und seine vertrauenerweckende Stimme, die den treibenden und hymnischen Song tragen. Mit schnellen Gitarrenriffs, einem verdammt schnellen Refrain und einem ebenso wortreichen Text, wie Und wenn die vom Jobcenter fragen, kannst du ihnen sagen, wir sind unterwegs, mit allem was wir haben. Die Algorithmen zu zerschlagen und, dass die Benzinkanister und Streichhölzer zu uns gehören. Burn Palo Alto Burn spiegeln Kettcar genau die Mitte der Gesellschaft zwischen Abhängenden und Abgehängten wider. Dass vor allem die letzte Aussage des Refrains für das Verhalten einer verrückten Truppe aus Menschen besteht, möchte Wiebusch – wie in einem Deutschlandfunk Kultur Interview auch explizit hingewiesen – nicht als Sympathisieren verstanden wissen. Mit Palo Alto kündigen Kettcar die EP Der süsse Duft der Widersprüchlichkeit (Wir vs. Ich) an, die am kommenden Freitag veröffentlicht wird.

Two Year Vacation – Tanzen bis zum Umfallen

Die Schweden wieder – möchte man mit einem freudigen Lächeln meinen. Denn mit den Göteborger Jungs von Two Year Vacation gibt es wieder einmal eine Newcomerband die mehr als nur erfolgversprechend ist. Nach zwei EPs stehen sie nun bei einem Hamburger Indielabel Clouds Hill unter Vertrag und arbeiten an ihrem Debütalbum. Dabei möchten die vier Jungs um Frontsänger Anton Tuvesson doch mit ihrer Musik nur für eine unbeschwerte Zeit sorgen. Mit Frontmann Tuvesson – der mit seiner Stimme große Ähnlichkeiten zu Kakkmaddafakka Sänger Axel Vindenes aufweist – leisten sich die Jungs eine durchweg positive Grundstimmung und konzentrieren sich voll und ganz auf die Musik. Mit dem sympathischen Musikvideo zur aktuellen Single I Forgot Your Name (But I Like You) rufen die Jungs den Sommer aus, indem sie einen Wettertristesse-am-Strand-Clip abgedreht haben und mit der fröhlich, lockeren Indiehymne für gute Stimmung sorgen. Mit einer ordentlichen Portion Synthies beschreiben sie sich selbst mit den Worten Two Year Vacation sind deine täglichen Ferien. Ihre Musik ist eine faszinierende Mischung aus Rock, karibischem Kraut und Disco, die uns mit Freude zum Tanzen bringen wird. Dass diese Beschreibung den Nagel auf den Kopf trifft, könnt Ihr bei ihrer neuen Single I Forgot Your Name (But I Like You) hören.