The Best Of 2018 Vol.: 04

01. Passenger – Hell Or High Water

02. Lenny Kravitz – Low

03. Disclosure feat. Fatoumata Diawara – Ultimatum

04. HONNE – Sometimes

05. Maggie Rogers – Fallingwater

06. Snow Patrol – Life On Earth

07. Dennis Lloyd – Nevermind

08. Christine And The Queen feat. Dâm-Funk – Damn dis-moi

09. Blaudzun – islands_

10. Sonia Stein – Muse

11. Celine Dion – Ashes

12. Parcels – Tieduprightnow

13. Leo Kalyan – Get Your Love

14. Jungle – Happy Man

15. Harrison Brome – Looking At You

16. Gorillaz feat. George Benson – Humility

17. Gavin James – Always

18. Foster The People – Sit Next To Me

19. Florence + The Machine – Hunger

20. Das Paradies – Discoscooter

21. Cesár Samson – Nobody But You
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Gorillaz – Überraschend schnell

Gerade einmal ein Jahr ist es her, dass die Gorillaz um Damon Albarn ihr fünftes Album Humanz veröffentlichten – da stehen sie plötzlich schon wieder mit einem neuen Album, mit dem Namen The Now Now, vor der Tür. Sickerten die ersten Berichte über ein neues Album erst vor drei Tagen durch, haben die Gorillaz gestern Nachmittag mit Humility die erste Single daraus veröffentlicht. Ebenso geben sie uns mit Lake Zurich eine weitere Kostprobe des kommenden Sounds. Es geht zurück zum Pop und orientieren sich die Singles an Elementen aus Funk und Disco und lassen dabei nie die Identität der Gorillaz in den Hintergrund geraten. Humility geht ins Ohr, bleibt dort und lässt jeden Gorillaz-Fan auf seine Kosten kommen. Im Video mit dabei, spielt Jack Black mit einer Gitarre die funkigen Parts und sorgt dafür, dass Humility so wunderbar relaxt und poppig klingt. Nach diesen zwei Veröffentlichungen können wir gar nicht abwarten, das neue Album The Now Now Ende Juni in die Finger zu bekommen. Bis dahin heizen uns Humility und Lake Zurich.

David Byrne – Ein Held macht diplomatisch Politik

Die Überschriften sind groß. Er ist zurück, Comeback nach 14 Jahren, Erste Soloplatte seit 2014ließt man heute überall. Dass große Headlines bei niemanden geringeren als David Byrne angebracht sind, steht indes außer Frage. War er von 1977 bis 1991 Sänger der Talking Heads, hat er in dieser Zeit die Popkultur, mit Songs wie Burning Down The House, Once In A Lifetime oder Road To Nowhere geprägt. Hier stand er und seine Band wie nur wenige Andere für das Verschmelzen von den Siebzigern und Achtzigern und hat musikalische Grenzen aufgesprengt. Doch auch nach dem Ende der Talking Heads wurde es um Byrne nicht still. So hat er mit Künstlern wie Philip Glass, X-Press 2, Paul Van Dyk, Arcade Fire oder De La Soul ein wunderbares Potpourri aus den verschiedensten Musikgenres in seiner Diskografie angehäuft. Zwischenzeitlich sogar Alben mit St. Vincent und seinem langjährigen Produzentenfreund Brian Eno veröffentlicht, hat Byrne nun für den 9. März 2018 mit American Utopia ein neues Album angekündigt. Die erste Single daraus, wurde zusammen mit Brian Eno und Sampha produziert. Everybody’s Coming To My House heißt der erste Vorgeschmack des Albums, welches sehr diplomatisch Politik betreibt. Anders, als seine Kollegen von Arcade Fire, Moby oder den Gorillaz, hält sich Byrne mit direkter Kritik gegen bestimmte Personen zurück. Vielmehr fängt er die Stimmung auf den Straßen und stellt die Frage We look around and we ask ourselves—well, does it have to be like this? Is there another way? These songs are about that looking and that asking. Dabei klingt Byrne verspielt, groovig und gleichzeitig kantig. Sein Art-Pop hält die Erinnerung an David Bowie hoch und öffnet sich dem heutigen Pop. David Byrne ist Referenz so vieler, heute höchst erfolgreicher, Künstler. Daher ist ein wenig Superlative bei einer neuen Veröffentlichung des Schottisch-Amerikanischen Sängers durchaus angebracht.

The Best Of 2017 Vol.: 04

The Best Of 2017 Vol. 04

01. Calvin Harris feat. Frank Ocean & Migos – Slide

02. Moglii feat. Island Fox – Breath

03. The Coronas – We Couldn’t Fake It

04. Kasabian – You’re In Love With A Psycho

05. Glass Animals – Pork Soda

06. Gorillaz feat. D.R.A.M. – Andromeda

07. Howling – Phases

08. Lea Porcelain – Streets Of Philadelphia

09. Burak Yeter feat. Danelle Sandoval – Tuesday

10. Ofenbach – Be Mine

11. Mahmut Orhan feat. Sena Sener – Feel

12. Feist – Pleasure

13. Marian Hill – Down

14. Coldplay – Hypnotised

15. Fleet Foxes – Third Of May/Ōdaigahara

16. Schwarz – Home

17. James Vincent McMorrow – One Thousand Times

18. Vaults – Hurricane

19. Anni – Feels So Easy To Be Loved (Acoustic Version)

Gorillaz – Mit einem Paukenschlag

Gorillaz – Humanz

Bereits im Januar veröffentlichten die Gorillaz mit Hallelujah Money eine düstere, erste Single aus ihrem neuen Album Humanz. Dieses wird am 28. April erscheinen und ist bestückt, mit jeder Menge prominenter Gastsänger. Konnten wir auf Hallelujah Money bereits Benjamin Clementine hören, werden auf Humanz De La Soul, Grace Jones oder auch Rag’n’Bone Man dabei sein. Gestern holten Damon Albarn und Jamie Hewlett allerdings zum Rundumschlag aus und veröffentlichten gleich vier Songs. Mit Saturnz Barz, We Got The Power, Andromeda und Ascension fluteten sie nicht nur die Medien, sondern setzen mit einem Mix aus Hip-Hop, Rap, Elektro, Psychedelic und Pop ein Statement, dass so nur von den Gorillaz kommen kann. Da ist der düstere Hip-Hop-Track Saturnz Barz, der mit Autotune und vor-sich-hin-kriechenden Beats ein Cyborg aus 90er-Jahre-Hip-Hop und Kanye West ist. We Got The Power hingegen ist ein purer Funksong, der mit der Stimme der Frontsängerin des Indie/Punk-Band Quartetts Savages, Jehnny Beth, begeistert und durch seine Geschwindigkeit und einer Dauer von nur 2:19 Minuten wie in einem Atemzug vergeht. Ascension ist ganz im Stil Saturnz Barz‘ produziert und besticht durch die Rap-Rhymes von Vince Staples, der im Wechsel mit Damon Albarn immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Regelrecht experimentell und futuresk sind hier die musikalischen Elemente. Doch der eigentliche Star der vier Songs ist Andromeda, der genau das bedient, weshalb Abermillionen von Menschen die Band so lieben – er ist ein fantastischer Disco-Pop-Song. Hier kommen klare Synthies, ein pulsierender Beat und der Rap des, in Deutschland geborenen, Amerikaners D.R.A.M zum Einsatz. Erinnert Andromeda an Songs wie El Mañana, ist er wieder deutlich greifbarer für die Popwelt, als die zuletzt veröffentlichten Songs. Man kann vor den Gorillaz nur den Hut ziehen, schaffen sie es doch, mit gleich vier Veröffentlichungen, alle Fanbasen zu bedienen. Werden mit Andromeda die Popfans der Band begeistert, schlagen die Briten mit Saturnz Barz und Ascension eine Brücke zum Hip-Hop der 90er und 2000er und grasen mit We Got The Power gleich mal noch ein wenig im Indie und Funk ab. Das fünfte Album Humanz wird damit wohl eines der abwechslungsreichsten Alben, einer eh schon vielfältigen Band.

Arcade Fire – Protestsongs als neue Waffe

Arcade Fire feat. Mavis Staples - I Give You Power

Arcade Fire feat. Mavis Staples – I Give You Power

Die Gorillaz haben es letzte Woche bereits vorgemacht. Ob CocoRosie feat. Anohni, Fiona Apple oder Moby und viele mehr, nie gab es eine größere Protestsongbewegung in den letzten 30 Jahren als heute. Nun hat auch die kanadische Indie-Rockband Arcade Fire einen Song als Statement zum aktuellen politischen Wandel in den USA veröffentlicht. Mit I Give You Power zeigen Arcade Fire eine Seite, die nicht unbedingt zu ihrem Musikstil gehört. So ist I Give You Power markant elektronisch und wird vom Gesang Win Butlers getrieben. Dabei könnte I Give You Power fast schon, von den eingangs erwähnten Briten, Gorillaz kommen. Ob I Give You Power auf dem fünften Album, dass 2017 erscheinen soll, enthalten sein wird und eine musikalische Richtungsänderung markiert, wird sich wohl erst später in diesem Jahr zeigen. Vielmehr ist allerdings anzunehmen, dass I Give You Power ein einzelner Song sein wird, der als Reaktion auf die aktuelle politische Lage zu sehen ist. Unterstütz werden die Kanadier von der amerikanischen Gospel- und Soulsängerin Marvis Staples. Darüber hinaus werden alle Einnahmen an die ACLU – der amerikanischen Brügerrechtsorganisation gesprendet.

Gorillaz – Politik als Quelle für Kreativität

Gorillaz feat. Benjamin Clementine - Hallelujah Money

Gorillaz feat. Benjamin Clementine – Hallelujah Money

Mit einem Paukenschlag sind sie zurück! Sechs Jahre nach ihrem letzten Album The Fall ist die britische Band Gorillaz um Damon Albarn zurück auf der Tanzfläche. Dabei zielen sie mit der neuen Single gerade nicht auf die Tanzfläche ab, sondern setzen ihr ganz eigenes Statement zur gestrigen Vereidigung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Gorillaz sind seit jeher eine Band, die mit politischen Aussagen, gesellschaftskritischen Videos und den Träumen der Menschen spielen. So haben Damon Albarn und Jamie Hewlett mit den virtuellen Figuren Murdoch Niccals, 2D, Russel Hobbs und Noodle die perfekte Lösung gefunden, um ihre Texte auch visuell zu untermalen. Ob mit poplastigen Songs wie Feel Good Inc., Dare und Kids With Guns oder im nun veröffentlichten Hallelujah Money – Gorillaz sind politisch. Und das zumeist auf eine sehr radiotaugliche Art. In Hallelujah Money zeigt die Band sowohl im Sound als auch im Video eine dystopische Sicht auf unsere Gesellschaft und der aktuellen Lage weltweit. Unterlegt ist der Song mit einem gleichbleibenden Bass und des Gesangs, des britischen Sängers Benjamin Clementine, der im Video vorwurfsvoll und wie ein Prediger auftritt. Hallelujah Money ist nicht als Leadsingle des 2017 erscheinenden, sechsten Albums zu verstehen, sondern viel mehr eine Reaktion auf den Moment.

Kideko & George Kwali feat. Nadia Rose & Sweetie Irie – Woah!!!

Kideko & George Kwali feat. Nadia Rose & Sweetie Irie - Crank It (Woah!)

Kideko & George Kwali feat. Nadia Rose & Sweetie Irie – Crank It (Woah!)

Was für eine Interpretenriege! Wenn man von vorne beginnt, muss man das Produzentenduo Kideko & George Kwali als erstes vorstellen. Kideko ist ein britischer DJ und Produzent aus Brighton und hat unter anderem einen Remix für den Nummer 1 Hit von Imany Don’t Be So Shy gemacht. George Kwali – ebenfalls aus Brighton hat noch nicht so viel an Material vorzuweisen, dafür aber maßgeblich zu Crank It (Woah!) beigetragen. Beide kommen aktuell noch auf eine recht überschaubare Zahl an Facebook Likes. Für ihren Monsterhit Crank It (Woah!) hat sich das Duo nicht nur die 25 jährige Rapperin Nadia Rose, die in den letzten 12 Monaten mit Songs wie Station und Boom für Furore in der britischen Rapszene gesorgt hat, mit ins Boot geholt, sondern auch Sweetie Irie. Der Reggae-Sänger hat bereits mit den Gorillaz, No Doubt und Ms. Dynamite zusammengearbeitet. Viele Köche verderben den Brei heißt es oftmals. Doch im Falle von Crank It (Woah!) ist es gerade diese Vielzahl von Einflüssen die den Song so interessant machen. Ist er doch vollgepackt mit derben Beats á lá 212 von Azealia Banks und zeigt eine Dynamik, die zum absoluten Ausrasten animiert. Nadia Rose‘ und Sweetie Iries Rap-Parts bringen dem Song nur noch mehr Energie und lassen die Wände beben. Crank It (Woah!) ist ein Song, der das Potential hat über die nächsten Jahre zu einer der meist gewünschten Songs in den Clubs weltweit zu werden.

Banks & Steelz – Ein Song der Giganten

Banks & Steelz feat. Florence Welch - Wild Season

Banks & Steelz feat. Florence Welch – Wild Season

Dieser Song steht für sich. Hat es die Tatsache, dass das amerikanische Duo Banks & Steelz aus dem Wu-Tang Clan Mitglied RZA und dem Interpol Sänger Paul Banks besteht, nicht schon in sich. Sind bei der nun veröffentlichten Single Wild Season gleich auch noch die Britin Florence Welch von Florence & The Machine und Andrew Wyatt, seines Zeichens Sänger der schwedischen Band Miike Snow, mit dabei. Haben Wyatt und Welch den Song mit geschrieben, singt Welch auch noch ein paar Zeilen selbst. Herausgekommen ist eine Mischung aus Hip-Hop, Soul, Elektro und überflügelnden Indie-Elementen. Diese Mischung passt so wunderbar zueinander, dass man sich fragen muss, warum nicht schon eher eine solche Zusammenarbeit entstanden ist. Allerdings kann man sich bei dem Resultat auch nicht gegen die Assoziation erwehren, gerade einen Song der Gorillaz zu hören. Wild Season ist eine starke Nummer die so unverkrampft soulig klingt und doch so viel mehr ist.

Big Scary – Indie auf leisen Sohlen

Big Scary - Organism

Big Scary – Organism

Ihre Musik klingt zart und weich und ist dennoch Indie. Das australische Duo Big Scary hatte bereits 2010 mit seinen EP’s ‚Autumn‘, ‚Winter‘, ‚Spring‘ und ‚Summer‘ für Aufsehen gesorgt. Waren es doch die vertrakteten und oftmals schwer zugänglichen Indiesongs, die von den zwei sehr scheuen Musikern komponiert wurden.
Nun sind Big Scary zurück und kündigen mit der Single ‚Organism‘ ihr drittes Studioalbum ‚Animal‘ an. Erstaunlich hierbei ist, dass sich ‚Organism‘ so viel klarer an Indierezepte hält und mit Tom Iansek’s Gesang schon fast an einen Song der Gorillaz und Damon Albarn erinnert. ‚Organism‘ hat einen wunderbar, treibenden Rhythmus sowie auch hier, durch die deutlich düster klingenden Instrumente, klar wird, dass Big Scary nach wie vor eine gewisse Heimlichtuerei um sich herum behalten wollen.
So ist ‚Organism‘ ein perfekter Spagat zwischen der Indie-Underground- und der Mainstreamszene und klingen Big Scary hier deutlich größer, verdichten gar ihren Sound.