Someone – Ein Soundtrack für das Weltall

Die niederländische Sängerin Tessa Rose Jackson ist unter ihrem Musikprojekt Someone bekannt für ausufernde Musikvideos, die ihre Songs in ein völlig eigenständiges Genre heben. Ihr hauchend, hallender Gesang ist dabei der perfekte Soundtrack für eine Tour durchs Weltall. Verfolgt man Someones Diskografie, kommt man, wenn man The DeepForgive Forget und den heute veröffentlichten Song Pull It Together anhört, unweigerlich an den Punkt, an dem man sich selbst auf die Erde niedersehen sieht. Dabei hat Pull It Together Anleihen des 1969er Bowie Hits Space Oddity und schwelgt in Atmosphären fernab des hiesigen Popgeschehens. Mit opulenter Instrumentierung und großen Gesten singt Jackson von ihrem Blick aus dem Himmel – runter zur Erde und lässt mit Textzeilen wie Stuck on a cloud again. This time i can’t come down. It was an accident oh, won’t you help me out. I made the same mistake, yes I know erahnen, wie sie dort hingekommen ist. Someone ist ambitionierter Pop, der immer auch ausufernd und bombastisch klingt und hoffentlich in Zukunft in dem ein oder anderen Science-Fiction Film zu hören sein könnte.

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Lydmor – Soundtrack aus der Zukunft

Mit und dem Kollaborationsalbum Seven Dreams Of Fire, das sie mit dem WhoMadeWho-Bassisten Tomas Hoffding aufgenommen hat, hatte die dänische Sängerin Jenny Rossender, alias Lydmor, 2015 gleich zwei Alben veröffentlicht. Jeweils darauf enthalten waren die Songs I Love You aus Y und Things We Do For Love aus Seven Dreams Of Fire die so zuckersüße Popsongs waren und sich entspannt aber vehement im Kopf festsetzten. Bereits damals hatte Lydmor damit – nicht nur in Dänemark – für Aufsehen gesorgt und fand auch in Deutschland Beachtung. Nun ist sie mit Money Tower – aus ihrem für 2018 angekündigten Album – wieder zurück und überrascht mit einem vollen Dancesound. Lebte die Dänin für einige Zeit in Shanghai, beeinflusste sie gerade hier der so schillernde, kalte und moderne Vibe der Mega-Stadt. So entstand mit Money Tower ein Cyborg, der auch als Soundtrack des Science-Fiction Films Lucy stammen könnte. Gewaltig und doch zurückhaltend bricht Money Tower über uns hinein und lässt irritiert aber begeistert zurück.

The Slow Show – All der Schmerz in einer Stimme

Es ist ein wenig wie in einer Rückblende. Man hat diese Erinnerungen an längst vergessene Zeiten, die voll von Emotionen sind und kann sie nicht recht verarbeiten. So in etwa klingt auch die Musik der, aus Manchester kommenden, Band The Slow Show. Besonders die Stimme Rob Goodwins, seines Zeichens Sänger der Band, ist so fantastisch tief und rau. Dazu kommt, dass die Jungs um Goodwin einen Sound kreieren, der episch und brüchig zugleich klingt, sich aber dennoch um die Stimme des Sängers schmiegt wie eine warme, weiche Decke.
Bereits 2011 wurde die BBC mit ihrem Introducing Gigs auf die fünfköpfige Band aufmerksam und unterstützte sie in ihrem weiteren Verlauf immer wieder. So tourten The Slow Show bis heute durch viele europäische Länder. Nun gelang es ihnen mit dem deutschen Plattenlabel Haldern Pop Recordings ihr erstes Album in Großbritannien zu veröffentlichen. Ebenfalls wurde gerade das Video zur aktuellen Single Bloodline online gestellt. Eine Single wie aus einen Coming-of-age Film bei dem hiermit die Rückblenden untermalt werden. So winkt The Slow Show mit etwas Glück bald der große Erfolg. Die Songs sind zumindest vielversprechend.