Echosmith - Favorite Sound

Echosmith – Die Weite ruft

Mit Cool Kids hatten Echosmith 2013 ihren ganz großen Wurf gelandet. Was folgte, war mit Bright eine zweite Single, ein Debütalbum und schließend immer wieder Ankündigungen, die sich nicht bewahrheiteten. So folgten zwar vier EP’s seit ihrem Durchbruch, ein zweites Album, welches 2017 veröffentlicht werden sollte, wurde immer wieder verschoben. Mittlerweile, zu einem Trio zusammengeschrumpft, haben Echosmith mit Favorite Sound einen ersten, neuen Song veröffentlicht, der zeigt, dass das Trio in eine gänzlich andere Richtung geht. Denn mit der Zusammenarbeit des Produzenten und DJ’s Audien, zeigen Echosmith, dass sie einen größeren Sound anstreben. Hier präsentieren die Geschwister sich modern, elektronisch und haben ihre folkige Musik abgestreift. Mit Favorite Sound läuten Echosmith eine neue Ära ein, die der Band hoffentlich den Erfolg zurückbringt, für den die US-Amerikaner so lange und hart gearbeitet haben. Mit der neuen Single, wird dies auf alle Fälle deutlich einfacher sein.

Werbeanzeigen
Caravan Palace - Miracle

Caravan Palace – Die Melodien kehren zurück

Für Schnellschüsse waren die Franzosen von Caravan Palace noch nie bekannt. Kam ihr Debütalbum Caravan Palace 2008 auf den Markt, dauerte es satte fünf Jahre, ehe mit Panic ihr zweites Album veröffentlicht wurde. Weitere drei Jahre später folgte mit <|°_°|> 2015 ihr drittes und bis heute erfolgreichstes Album. Hiermit konnten sie sich – nicht zuletzt durch den Erfolg der Single Lone Digger – sogar in den britischen Charts platzieren. Mit der Veröffentlichung des neuesten Songs Miracle beenden Caravan Palace, um Frontsängerin Zoé Colotis, nun abermals eine längere Pause von vier Jahren und zeigen, dass ihr Sound keinen Stillstand zulässt. So ist der vormals durch Elektroswing geprägte Sound einem verspielt, funkigen Elektropop gewichen, der an Songs wie Breathe von Télépopmusik erinnert. Dabei haben sich Caravan Palace für das Musikvideo etwas ganz besonderes ausgedacht. Mit der Produktionsfirma Double Ninja haben die Franzosen ein Musikvideo über die sexualisierte Darstellung von Frauen in den Medien und einem Aufzeig in umgekehrter Weise kreiert. Damit haben sie nicht nur dafür gesorgt, dass sie bei den Berlin Music Video Awards eine Nominierung erhielten, sondern gleichzeitig auch noch von Youtube als zu freizügig eingestuft wurden und man so das Musikvideo nur mit der Altersfreigabe Ü18 ansehen kann. Daneben ist Miracle ein verdammt guter Ohrwurm, der sich als sympathische Popnummer präsentiert, die unbeschwert und fröhlich klingt.

Local Natives – Durchbruch mit Ohrwurm?

Wenn eine Band bereits drei Alben veröffentlicht hat, kann man unmöglich noch von Newcomern sprechen. Und doch ist die US-Amerikanische Band Local Natives trotz ihrer markanten Songs bisher einem größeren Publikum noch verwehrt geblieben. Dabei waren die Alben Gorilla Manor (2009), Hummingbird (2013) und Sunlit Youth (2016) doch Türöffner und ließen die Band mehrmals für The National die Konzerte weltweit eröffnen. Nun ist die Band um Frontsänger Taylor Rice mit der Ankündigung des vierten Albums Violet Street wieder da und lässt mit When Am I Gonna Lose You? einen Song los, der vieles vereint. Ist When Am I Gonna Lose You? etwas für Fans von Foster The People oder Half•Alice haben Local Natives gleichzeitig auch noch einen deutlich satteren Sound, der nach vorne geht und in einem mehrstimmigen Refrain aufgeht. Dabei behandelt Frontsänger Rice die Zerrissenheit, seine große Liebe zu heiraten und gleichzeitig die Angst zu empfinden, dass durch diesen Schritt diese unglaubliche Beziehung weggehen, auseinanderfallen und zerfallen würde. Von dieser Angst inmitten von Liebe und Ehrlichkeit singt sich Rice förmlich frei und lässt Local Natives dabei in eine Richtung gehen, die kaum einen Spielraum für einen ausbleibenden Erfolg hat. Zumindest mit When Am I Gonna Lose You? werden die Local Natives noch für so einige Rotationen im Radio sorgen.

Dean Lewis – Wird sich der Erfolg wiederholen?

Mit Be Alright hatte der Australier Dean Lewis 2018 einen satten Welthit hingelegt. Konntet Ihr bereits im Herbst 2017 und im Winter 2018 hier bei SOML über Lewis und seine Songs etwas lesen, ist er mit Be Alright mittlerweile in 26 Ländern in die Charts eingestiegen und in 14 davon bis in die Top-10 gelangt. Nach diesem Erfolg wird es für jede Single danach schwer, den Erfolg zu wiederholen. Mit Stay Awake sieht dies allerdings völlig anders aus. Noch nicht ganz den Erfolg der vorherigen Single verdaut, steigt Stay Awake kontinuierlich die Charts hinauf. Dabei ist der folkige Song des Singer/Songwriters treibend, euphorisch und klingt anders, als es der Songtext aussagt. Denn während sich der Song selbst recht fröhlich und nach Guter-Laune anhört, besingt Lewis darin, wie er versucht an einer Person die er liebt festzuhalten, die im Begriff ist ihn zu verlassen. Dabei mischt er abermals ein Erfolgsrezept zusammen und lässt einen weiteren Hit auf die Welt los. Gelungen ist Lewis dies mit Stay Awake auf alle Fälle.

Gorgon City – Der Club hält Einzug

Mit ihrem ersten Album Sirens (2014) konnten sie einen satten Erfolg verbuchen und sechs Singles in die britischen Singlecharts bringen. Mit ihrem 2018er veröffentlichten Album Escape folgte dann schließlich eine satte Bauchlandung. Gab es hieraus fünf Veröffentlichungen, schafften es gerade einmal zwei Songs überhaupt in die Charts zu kommen. Dabei war und ist am Sound der beiden Londoner Jungs nichts auszusetzen. Mit ihrer nun veröffentlichten Single Delicious gehen Gorgon City nun aber einen Schritt weiter und orientieren sich bei der elektronischen Musik mehr an Clubsounds. Mit dem Label REALM, auf dem Gorgon City bereits einige derbere Housetracks veröffentlichten, haben die zwei Briten eine weitere Undergroundhymne, die so hart mit Housebeats spielt, dass man sich in der dunkelsten Ecke eines Clubs wiederfindet, veröffentlicht. Delicious ist dabei so etwas wie eine weiterführende Schule für all diejenigen, die zwar Housetracks basteln können, allerdings oftmals in Wiederholungen stecken bleiben. Gorgon City zeigen dabei, wie dünn die Grenzen zwischen Mainstream-Elektro und Undergroundsound funktionieren und haben damit ein ausgeprägtes Gespür für Trends und Nachfragen.

Two Door Cinema Club – Funky Talk

Seit 2010 gehört das nordirische Trio Two Door Cinema Club zu jeder Indiedisko dazu. Mit Überhits wie Something Good Can WorkI Can TalkUndercover Martyn und Sleep Alone hatten sie unsere Herzen über Jahre hinweg zum schneller rasen gebracht und alle Körperteile zum tanzen animiert. Und plötzlich platzte die Blase des Erfolgs. Mit ihrem dritten Album Gameshow verfehlten die Nordiren den Erfolg des zweiten Albums Beacon deutlich und konnten in der Folge auch keine nennenswerten Chartplatzierungen mehr erreichen. Nun haben sie alles auf eine Karte gesetzt und mit der neuen Single Talk eine 80er-Jahre Partyhymne hervorgezaubert, die irgendwo zwischen Ghostbusters-Beat und typischen TDCC-Euphorie liegt. Dabei scheint sich die Band wieder mehr auf ihre Wurzeln zu konzentrieren – ohne rückwärts zu gehen. So beschreibt Frontsänger Alex Trimble Talk dann auch mit den Worten Es klingt irgendwie nach Two Door Cinema Club – allerdings nicht nach Two Door Cinema Club, wie es sie schon einmal gab – und das ist, was ich liebe an unserer Band und dem musizieren. Wir können immer wieder etwas Neues ausprobieren und klingen doch irgendwie auch immer noch nach Two Door Cinema Club. Damit überraschen uns Two Door Cinema zwar nicht, ist ihre neue Single aber dennoch ein satter Banger und wird seinen Weg ans Publikum ganz sicher finden

Schiller feat. Schwarz – Eine Lawine ohne Halt

Nach und nach veröffentlicht Christopher von Deylen als Schiller immer mehr Songs seines, am kommenden Freitag erscheinenden Albums Morgenstund und gibt damit auch immer mehr Einblick in den Sound, der sich bereits mit der Single Morgenstund aus dem gleichnamigen Album andeutete. An den Sound seiner ersten Alben erinnert, ist der geschätzte Musiker und Produzent mit viel Epos, welches von Freiheit, Weite, Liebe, Wärme und Antrieb erzählt, mit einem frischen und doch bekannten Sound zurück. Dabei passt Schwarz‘ Stimme so unglaublich gut zum produzierten Sound, dass man sich fast wünscht, diesen Song einmal in einem emotionsgeladenen Werbeclip zu sehen, der auch schon Bag Riders, Jonah oder Empire Of The Sun zu der verdienten Aufmerksamkeit verhalf. Dass Schiller diese Aufmerksamkeit gar nicht nötig hat, zeigen die – wiederholt – auf Platz 1 der Albumcharts gelandeten Alben. Allerdings konnten die Singles nicht mehr den Erfolg wiederholen, den er noch Mitte der 2000er erzielen konnte. Schwarz ist dabei der perfekte Featuring-Act, der dem Song einen ganz eigenen Drive gibt und mit seiner hohen Stimme fast schon zu einer Dream-Pop Nummer werden lässt. Für Schwarz dürfte es rund um seine, aktuell mehr als umtriebige, Arbeit an neuer Musik sehr passend sein, dass er auf der Schiller Single Avalanche mit Synthies in Berührung kommt – ist er doch selbst in einem voluminösen Elektrosound aus Synthies und Beats zu Hause. Auf Avalanche bilden Schiller und Schwarz eine Symbiose und klingen dabei so organisch, dass man eine langjährige Zusammenarbeit fest vermutet hat und dann doch überrascht wird, dass es der erste Song der beiden Musiker ist. Somit werden die letzten Tage vor der Albumveröffentlichung von Morgenstund gefühlt nochmal verkürzt und bildet der Song eine wunderbare Klangwolke aus Kreativität und Kraft.

Novaa – Aus der Starre erwacht

Für junge Künstler ist es oft eine Frage von großer Bedeutung, ihre innersten Gedanken nach außen zu krempeln und einem Publikum preiszugeben. Dabei spielen Gedanken, wie wenn das Lied Erfolg haben wird, kennt jeder meine Schwächen oder ist es richtig, diesen intimen Moment zwischen mir und einer weiteren Person nach außen zu tragen oder aber auch schlicht und einfach will das überhaupt jemand hören eine große Rolle im eigenen Finden von Mut. Bei der neuen Single Home von Novaa war der Entstehungsprozess wahrlich auch nicht ganz einfach. Erzählt der autobiografische Text doch von der Sängerin und ihrer Bulimie-Erkrankung – doch noch viel mehr vom Gesunden. Dabei baut Novaa, die bereits mit Moglii zusammengearbeitet hat und als Support für Roosevelt und die Mighty Oaks spielte, eine wahnsinnige Klangkulisse auf, in der sie ihre ernsten Themen angenehm warm präsentiert. Hierbei klingt Home kräftig, neu erstärkt und unglaublich verletzlich. Zusätzlich hat Novaa auf Home Aufnahmeschnipsel einer jungen Frau namens Sara K. eingefügt, die mit ihrer Sicht auf so einfache Grundbausteine unserer Lebensmittel – Pflanzensamen – mit einer Komplexität entgegentritt, nur im sich ihr Handeln zu erklären. Novaa hat mit Home einen wunderschönen Wintersong veröffentlicht, der die Muster von schwach, stark, scheu, provokant, friedlich und aggressiv miteinander vermischt und somit ein opulentes Meisterstück entstehen lässt.

Fettes Brot – Nichtig? Richtig? Auf jeden Fall wichtig!

Mit 27 Jahren Bandgeschichte sind die Hamburger von Fettes Brot mittlerweile zum deutschen Kulturgut avanciert. Mit ihrer Mischung aus extrem Pop-affinen Sounds, bissigen Texten und schrägen Videos haben sie sich einen Platz im kollektiven Gedächtnis erobert. Nun sind sie mit einer neuen Single zurück und vereinen abermals genau diese Mischung zu einem Ohrwurm mit Aufhorch-Moment. Denn auf Du driftest nach rechts sprechen Doktor Renz, König Boris und Björn Beton einmal mehr an, was nicht oft genug ausgesprochen werden kann. Hier geht es um eine Liebe zwischen schwarz/weiss und bunt, zwischen Tag und Nacht, zwischen Krieg und Frieden. Nicht immer miteinander vereinbar sind die Unterschiede zu gravierend, als dass sie nebeneinander her laufen könnten. Dabei klingt Du driftest nach rechts nach einer Disco-Ballade – wie die Jungs sie selbst beschreiben. Und genau das ist der Schlüssel zum Erfolg der Band. Ob mit Schwule Mädchen (gegen Homophobie und Frauenfeindlichkeit), An Tagen wie diesen (über Massenflucht und Anschläge), Lass die Finger von Emanuela (Drogenkonsum) oder Bettina, zieh dir bitte etwas an (dem allgegenwärtigen Alltags-Sexismus‘), all diese Songs vereinen gesellschaftskritische Themen mit Ohrwurmsounds für das Radio. Damit schafft es das Trio immer wieder aufs Neue kritische Themen ins Mainstreamradio zu bringen und das, ganz ohne den Zeigefinger immer wieder zu erheben. Das und ganz sicher noch vieles mehr können wir auf dem neunten Album Lovestory der Hamburger erwarten, welchen Anfang April erscheinen wird.

Avril Lavigne – Die Rotzgöre ist zurück

Das neue Album Head Above Water ist seit vergangenem Freitag veröffentlicht. Mit der gleichnamigen Leadsingle hatte die kanadische Sängerin Avril Lavigne im vergangenen Herbst allerdings weniger Erfolg – landete der Song doch zumeist auf den hinteren Rängen der Top-100 Singlecharts auf der ganzen Welt. Nun hat sie, passend zum Albumrelease, am vergangenen Freitag nicht nur ihr sechstes Studioalbum veröffentlicht, sondern gleich dazu noch eine neue Single. Dumb Blonde ist eine starke Popnummer, die mit Vorurteilen und Kategorisierungen aufräumt. Denn Lavigne, die den Song zusammen mit Nicky Minaj singt, ist alles andere, als das „nette Blondchen“, welches leicht um den Finger zu wickeln ist. Vielmehr ist es als Ode an die Selbstbestätigung zu sehen und hat dabei einen großen Popappeal der sich vor allem durch einen kräftigen Sound auszeichnet. Gleichzeitig passt Minaj hier ganz natürlich als Gegenpart zu Lavignes hoher Stimme und fügt sich angenehm ausgeglichen in den Song ein. Dass diese Zusammenarbeit überhaupt zustande gekommen ist, hätte man der Complicated-Lavigne damals wohl nicht zugetraut. Nun zeigt sich die Sängerin ganz selbstbewusst und losgelöst von auf sie einprasselnder Kritik. Diese Haltung findet sich in Dumb Blonde wieder und zeigt eine erstärkte und freche Lavigne zurück im Business.