Bosse - Der Letzte Tanz

Bosse – Wann war Dein letzter Tanz?!

Der Sympathiebolzen schlechthin ist zurück! Bosse hat mit Der letzte Tanz eine neue Single veröffentlicht und zeigt uns einmal mehr, warum wir den sympathischen Musiker so lieben. Bosse spricht nicht lange um den heissen Brei herum und folgt seinem Gefühl. Die damit verbundene Direktheit erreicht die Fans einmal mehr und lässt die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen mit dem Sänger nicht abreissen. Nun fordert Bosse uns in seinem neuen Song auf, so zu tanzen, als wäre es der letzter Tanz. Dabei treffen die Zeilen auf verschiedenen Ebenen. Sicherlich – die offenbarste Situation beschreibt das Ende einer Beziehung. Doch im Jahr 2020 trifft uns der Satz tanz, als wäre es der letzte Tanz gerade auch deshalb, weil wir eben nicht, wie sonst, auf Konzerten, Festivals oder im Club zu unserer Lieblingsmusik tanzen können. Doch was Axel Bosse zum Ausdruck bringen möchte ist vielmehr der Moment, an dem man sich noch nicht ganz bewusst ist, dass man etwas zum letzten Mal tut oder wiederum so verfährt, sich sogar im Klaren zu sein, diesen bewussten Schritt zu gehen.

Bosse
Bosse

So kennen einige bestimmt den Moment, eine schwitzige Clubnacht gehabt zu haben und zu wissen, dass der Club nach dieser Nacht für immer schließt. Das wäre hier allerdings die entfernteste Interpretation des Songs. Vielmehr geht es Bosse aber wohl um die Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich verabschieden. Ob es eine Trennung oder der Wegzug ist. Die so frei gewordenen Emotionen zelebriert Bosse in Der letzte Tanz einmal mehr so wunderbar euphorisch, dass aus der eigentlichen Trauer ein hymnisch, ekstatischer Song wird. Hatte Bosse 2018 mit Alles Ist Jetzt sein letztes Studioalbum veröffentlicht, folgten letzten Jahr mit Kein Geld Der Welt (zusammen mit Chefboss) und Ich Warte Auf Dich (mit Capital Bra und Prinz Pi) zwei Singles ausserhalb der Reihe. Nun könnte Der Letzte Tanz darauf hindeuten, dass von Bosse womöglich eine neue Platte in Arbeit ist. Während wir auf diese Ankündigung noch warten müssen, tanzen wir einfach den letzten Tanz immer und immer wieder.

Bonobo & Totally Enormous Extinct Dinosaurs - Heartbreak

Bonobo feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Rufen zum 90s-Rave auf!

Anfang des vergangenen Jahres erst hatte der britische Soundtüftler Bonobo mit seinem DJ Mixtape fabric presents Bonobo neues Material veröffentlicht. Darauf enthalten war mit Ibrik der erste neue Song seit 2017. Doch bereits im Juli 2019 sollte mit Linked eine Singleveröffentlichung erfolgen, die bisher noch auf keiner Platte zu finden ist. Nun hat Bonobo – alias Simon Green – mit Heartbreak eine weitere neue Single veröffentlicht und nährt Gerüchte um ein baldiges, siebtes Studioalbum. Dabei zeigt sich der Musiker auf Heartbreak hörbar vom 90er-Jahre Rave inspiriert und sorgt mit zappelden Housebeats und feiernden Loop-Vocals für eine satte Clubatmosphäre. Mit dabei ist mit Totally Enormous Extinct Dinosaurs (kurz TEED) ein weiterer britischer Soundtüftler, der mittlerweile in Los Angeles lebt. Dabei zeigt sich TEED in den vergangenen Jahren äußerst umtriebig und kollaborierte bereits mit SG Lewis – auf Again – und mit Amtrac – auf Radical. Doch auch solo brachte Orlando Tobias Edward Higginbottom mit Leave A Light On wieder neues und ungewohnt ruhiges Material raus.

Bonobo & Totally Enormous Extinct Dinosaurs
Bonobo & Totally Enormous Extinct Dinosaurs

Nun haben sich Bonobo und TEED – die bereits seit längerem befreundet sind – auf Heartbreak dem Club zugewandt und, passend zum Strobolicht, die schnellen Beats ihrer Musikstile zusammengefügt. Ganz im Stile des Loveparade-Raves klingt Heartbreak nach großer Ekstase, nach Hedonismus und ausufernden Nächten. Mit diesem ungewöhnlich, nach vorne gehenden Song läutet Bonobo nun auch eine neue Zeit ein und veröffentlicht Heartbreak nicht nur als Einzeltrack, sondern gleichzeitig als Leadsingle seiner Doppelvinyl, die am 13. November erscheinen wird. Als zweiten Track wird die Vinyl den Song 6.000 ft enthalten und erstmals auf Bonobos eigenem Label OUTLIER veröffentlicht. Wem die Vocals auf Heartbreak bekannt vorkommen, dürfte sich im 70er und 80er Jahre Discosound bewegt haben. Sind die Lyrics doch ein Sample des ’78er Discoklassikers Weekend vom New Yorker Musikprojekt Class Action. Zusammengefügt mit TEEDS Produktion haben die beiden Produzenten einen waren Clubbanger veröffentlicht, der sich ideal zu langen Nächten in den angesagtesten Clubs der Welt eignet. Auch wenn diese Clubs aktuell alle geschlossen sind, entfaltet Heartbreak seine treibende Kraft und sorgt auch zu Hause für einen perfekten Moment der Ekstase.

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax - Looking for Me

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax – Deep House für den Spätsommer

Erst setzen sphärische Claps und eine tiefe Stimme mit den Worten Oh Yeah ein, ehe ein starker Housesound den Song in einen pulsierenden Clubtrack verwandelt. Es ist der Song Looking For Me vom britischen Produzenten und DJ Paul Woolford. Zusammen mit dem US-Amerikanischen Produzenten Diplo und der ebenfalls aus den USA kommenden Sängerin Kareen Lomax haben sie mit Looking For Me eine hypnotische EDM-Version einer Ballade veröffentlicht, die nicht nur zusammen von den Dreien geschrieben wurde, sondern mit dem Hamburger Produzenten und Songwriter Jr Blender ein großes Potential hat, richtig durchzustarten. Dabei fällt vor allem der Gesang auf. Ist er von der – in Atlanta lebenden – Sängerin Kareen Lomax, wird er gerade durch ihre tiefe und dunkle Stimme so besonders.

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax

Dass der Song kein Glückstreffer für die Sängerin war, zeugt vor allem davon, dass Lomax ein großer Fan Diplos ist und ihn letztes Jahr ganz unkonventionell via Facebook anschrieb. Was daraus geworden ist, können wir nun alle hören und zeugt Looking For Me davon, dass man sich auch Mal etwas trauen muss, um an seinen Erfolg zu kommen. Mit einer ohrwurmverdächtigen Melodie, den immer wieder aufflirrenden Synthies und Lomax‘ hervorstechender Stimme ist Looking For Me eine melancholisch, treibende EDM-Hymne an die 90er Jahre, die Paul Woolford, Diplo und Kareen Lomax sicherlich in den kommenden Monaten viel Spaß bereiten wird. Diplo agiert dabei einmal mehr als Tausendsasser und hat – neben seinen Projekten, wie Jack Ü, Major Lazor, Silk City und Kollaborationen mit , Ellie Goulding, Dillon Francis oder Sidepiece – ein weiteres, heißes Eisen ins Feuer geworfen.

Bob Moses & ZHU - Desire

Bob Moses & ZHU – Wenn die Sehnsucht zerstörerisch wird

Es sind zwei Acts, die sich nicht besser hätten zusammenfinden können. Zum einen haben wir die beiden US-Amerikaner Jimmy Vallance und Tom Howie aus Brooklyn, New York City – die das Elektro-Duo Bob Moses bilden und mittlerweile von Vancouver in Kanada aus Musik machen. Zum anderen ist es der aus San Francisco kommende House-Produzente ZHU, der mit seinem 2014er Hit Faded nicht nur auf Anhieb in 14 Ländern in die Charts kam und damit mit seiner Debütsingle äußerst erfolgreich war – sondern gleich auch eine Grammy-Nominierung als Best Dance Recording einsammeln konnte. Durch Kollaborationen, wie mit AlunaGeorge, Skrillex, Tame Impala oder Sofi Tukker hielt sich Steven Zhu – wie ZHU bürgerlich heisst – immer wieder in den Clubcharts und konnte von starken Airplays profitieren. Bob Moses hingegen wählten den Weg über die Bühne und erreichten, seit ihrer Gründung 2012 einen Status auf Festivals, den es sich hart zu erspielen gilt. Denn egal, ob auf dem Coachella Festival, dem Lollapalooza Festival, dem Bonnaroo Music Festival oder dem MELT! Festival – wo Bob Moses spielen, wird es vor der Bühne eng.

Bob Moses & ZHU

Bob Moses & ZHU

Nun haben sich die beiden Acts für den Song Desire zusammengetan und dunkle Version des Clubs gezeichnet. Ist Desire durch und durch für den Club produziert und überzeugt mit dumpfen Basslines und dem Gesang von Bob Moses wird er gleichzeitig auch zur dunklen Warnung an den Club. Denn hier wollen Bob Moses und ZHU auf die zerstörerische Kraft aufmerksam machen, die Sehnsüchte mit sich bringen können. Dabei kann getrost auf die vielen Sehnsüchte der Partygänger Bezug genommen werden, sich bei Clubnächten manchmal vielleicht auch zu viele davon erfüllen und schließlich nicht mehr davon loskommen. Bob Moses sagen dazu – mit diesem Track versuchen wir deshalb selbstbewusst zu sein, indem wir auf unsere Sehnsüchte schauen und damit abrechnen. Doch auch ohne Message ist Desire eine satte Clubnummer, die an dunklen Ecken in den Clubs mit dem starken Beat erst richtig zur Geltung kommt. Desire ist dabei die erste Veröffentlichung aus Bob Moses neuem, gleichnamigen Konzeptalbum, welches die Jungs am 28. August veröffentlichen werden.

Maya Jane Coles feat. Claudia Kane - Run To You

Maya Jane Coles feat. Claudia Kane – Erzeugen eine sehnsüchtige Atmosphäre

Maya Jane Coles wurde bereits mit Auszeichnungen, wie Producer of the Year 2011 vom DJ Mag, Best Breakthrough DJ 2011 von Mixmag, Staff Pick: Artist of the year 2011 des Beatport Awards oder Best House/Garage/Deep House Track bei der Miami Winter Music Converence 2012 ausgezeichnet. Wurde mehrmals von der BBC eingeladen, einen Essential Mix aufzunehmen und wird vom Billboard Magazin, über den Rolling Stone Magazin bis hin zum Pitchfork Magazin gefeiert. Dabei hat es die britische DJane mit japanischen Wurzeln in den vergangenen Jahren bis in die Bestenlisten dieser Magazine geschafft, mit Maya Jane Coles (2010), Comforts (2013) und Take Flight (2017) drei Alben herausgebracht und Remixe für Little Dragon, Tricky, The Shapeshifters, Florence + The Machine, The XX, Rudimental, Bonobo, Sia, Fritz Kalkbrenner oder Dua Lipa veröffentlicht. Daneben veröffentlicht Coles unter dem Pseudonym Nocturnal Sunshine ebenfalls Musik und hat erst im November 2019 mit Full Circle ihr zweites Album herausgebracht.

Maya Jane Coles

Maya Jane Coles

Nun ist sie mit Run To You wieder zurück und veröffentlicht diese Single zusammen mit der britischen Sängerin Claudia Kane unter ihrem Realnamen. Diese begeistert gleich zu Beginn mit einem fernöstlich angehauchten Saitenspiel, ehe ein äußerst präsenter Bassbeat einsetzt und sich darauf die Stimme Claudia Kanes setzt. Anders als zuvor ist Run To You nicht mehr ausschließlich über die tiefen Bässe zu definieren, sondern sorgt mit der flehenden Stimme Kanes für eine melancholisch, sehnsüchtige Atmosphäre. Dabei gibt es immer wieder Zuspitzungen, in denen sich der Track zu verlieren scheint. Immer mit am Start – das Gefühl, sich irgendwo zwischen fernöstlich, orientalischen Sounds zu bewegen. Run To You ist ein entspannter Housetrack, der wunderbar zu chilligen Abenden passt. War der Song lange Zeit nur auf Coles Club-Playlisten enthalten – ohne Run To You direkt veröffentlicht zu haben – kamen immer mehr Fans nach ihren Sets auf sie zu, um zu fragen, wie sie an diesen Song kommen könnten. Nun hat Coles ihn veröffentlicht und damit angekündigt, dass wir in naher Zukunft noch mehr neuer Musik von ihr erwarten können. Run To You bereitet uns schon jetzt bestens darauf vor.

Amtrac feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs - Radical

Amtrac feat. Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Entspannter House-Sound für den Sommer

Seit Wochen schwirrt er durch die Clubradios und Playlists der DJs, die ihre Sets via Livestreams zu uns nach Hause bringen. Und auch wenn wir aktuell immer noch nicht mit Freunden dazu tanzen können, ist der Song Radical eine großartige Möglichkeit, uns auf einer Wiese im Park zu treffen und die warmen Strahlen der Sonne zu genießen – bis sie untergeht. Dabei kommt der Song vom 33-järigen US-Produzenten, DJ und Multiinstrumentalist Caleb Cornett alias Amtrac. Bereits 2011 – nur ein Jahr nach seinem Start im Musikbusiness – veröffentlicht der Produzent mit Came Along sein Debütalbum. Auch auf seinem neusten Album Oddyssey, das im April veröffentlicht wurde begeistert er wieder mit sphärischen Housetracks. Auf Radical holt sich der Musiker den britischen Produzenten und Sänger Totally Enormous Extinct Dinosaurs dazu, der mittlerweile in den USA lebt und von Los Angeles aber auch anderen Orten aus seine Musik veröffentlicht. Beide zusammen legen mit Radical einen wunderbar entspannten Housetrack auf, der sich für die Open Airs dieses Sommers genauso gut eignet, wie für die dunklen Ecken eines Clubs. Dabei legt sich die Stimme TEEDs – wie sich Totally Enormous Extinct Dinosaurs auch gerne selbst abkürzt – passend zum schwelgenden Sound wie ein Bettlaken über die Produktion und verbindet sich mit den Arrangements Amtracs. Gleichzeitig freut sich TEED darüber, mit Amtrac zusammengearbeitet zu haben und Teil seines neuen Albums zu sein. Radical gibt es auch in einer Radio tauglichen 4-Minuten-Version – entfaltet jedoch auf der über sieben minütigen Version erst sein volles Volumen.

Parov Stelar - Brass Devil

Parov Stelar – Der Pionier swingt wieder

Er ist und bleibt der König des Electro-Swing. Auch wenn dem Österreicher Marcus Füreder – alias Parov Stelar – die Erfindung dieses Genres zugeschrieben wird, gab es in den vergangenen Jahren einige Turbulenzen, die damit einhergingen. Denn als Erfinder dieses Sounds, wurde dem Linzer Produzenten nur sehr wenig Spielraum zugestanden, auch mal etwas anderes auszuprobieren. Daraus ausbrechend, konnten wir in den vergangenen Jahren immer öfter Songs hören, die sich nicht mehr mit dem Trademark-Sound des Produzenten deckten, wie der Balkanbeats-Hit Gringo zeigt. Doch gleichzeitig ist Swing in den letzten Jahren immer größer geworden und wurde die Musik unter anderem durch die grandiose Serie Babylon Berlin nochmals in den Vordergrund gestellt. Hieraus hat sich dann auch die Motivation des Musikers ergeben, ganz frisch und neu an die Sache ranzugehen und wieder Songs im Stile seiner Anfangszeit zu produzieren. Der neue Song Brass Devil ist dabei der erste Song, der wieder nach einem solchen Muster entstand und hat bei Stelar deshalb eine ganz besondere Stellung. Denn hier zeigt sich, dass mit einer Instrumental-Version keine Langeweile aufkommen muss und der Song, wie gemacht, für den Club erscheint. Dass die Rückkehr zum Electro-Swing nicht zwingend bedeuten muss, den House-Sound der vergangenen Jahre aufzugeben, zeigt sich auf Brass Devil eindrucksvoll. Hier mischen sich dunkle Housebeats mit der Leichtigkeit des Swings und Jazz‘ und werden zu einer irritierend, modernen Variante des Retro-Sounds. Für Stelar selbst, ist Brass Devil eine Art Befreiung aus dem Konflikt der verschiedenen Sounds. Brass Devil befindet sich auf dem zweiten Teil, seiner Voodoo Sonic Trilogy, die am 24. April veröffentlicht wurde und mit seinen 5 Songs unterschiedlicher nicht sein könnte. Hier folgt auf Brass Devil – dem original Electro-Swing-Song – der Jazz-Ausflug (Piano Boy) und endet in modernen House Beats (Don’t You ForgetFade To Red), sowie einer Folk-Elektromischung auf (Come Back Home). Ebenso werden wir bald die Möglichkeit haben, in einer Doku mehr über den Werdegang des Electro-Swing-Pioniers zu erfahren. Wann diese veröffentlicht wird und wie sie heißen wird, steht dabei noch nicht fest. Mit seiner zweiten EP Voodoo Sonic Trilogy, Part 2 beweist uns der Musiker auf jeden Fall, warum er der Meister des Electro-Swing ist und verbindet hierbei gleich auch gekonnt Jazz mit wunderbar treibenden Elektroelementen. Stelar ist damit einmal mehr eine sichere Bank für großartigen Elektro mit Retrotouch.

Sofi Tukker x Gorgon City - House Arrest

SOFI TUKKER & Gorgon City – Clubbing unter House Arrest

Es ist ein schiefer Vergleich – doch kommen die beiden New Yorker von SOFI TUKKER mit ihren Songs Best Friend und Mi Rumba auf bisher zwei Posts bei SOML, haben es satte acht Songs des britischen Duos Gorgon City auf SOML geschafft. Dabei eint beide Acts, die treibenden und nach vorne gehenden Dance- und Housebeats. Nun haben SOFI TUKKER zusammen mit Gorgon City einen Song veröffentlicht, dessen Zeitpunkt nicht besser hätte gewählt werden können. Dabei muss gesagt werden, dass ein solcher Zufall fast noch nicht einmal auszudenken ist. Denn heisst ihre neue Single House Arrest, wird sie zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, an dem sich die ganze Welt durch die Pandemie tatsächlich im Hausarrest befindet. Dabei hat die Geschichte des Songs im Sommer 2019 begonnen und setzt sich damit auseinander, dass sich SOFI-TUKKER-Sängerin Sophie Hawley-Weld im Sommer 2019 bei einem Liveauftritt auf dem Groovin The Moo Festival das Bein gebrochen hatte. So musste das Duo die Australientour vorzeitig abbrechen und zurück nach New York fliegen, wo Hawley-Weld sich zur Heilung in einen Hausarrest begeben musste. Während Gorgon City und SOFI TUKKER über den Winter via Internet an dem Song arbeiteten, konnte noch keiner ahnen, was der Welt wenige Wochen später bevorstehen würde. Mit House Arrest haben SOFI TUKKER und Gorgon City einen dunklen Housetrack veröffentlicht, der sich an den eskapistischsten Clubnächten orientiert, die man haben kann. Mit tiefen Beats und einem hypnotisierenden Refrain Sophie Hawley-Welds haben SOFI TUKKER und Gorgon City einen satten Clubhit veröffentlicht und kommentieren den Song damit, dass, nur weil wir unter Hausarrest stehen, es nicht heißt, dass wir in unseren Gedanken nicht im Club sein können. Dazu passend gibt uns House Arrest eine klare Vorstellung dessen, wie wir uns im Club dazu bewegen würden und macht sich gleichermaßen auf, ein satter Ohrwurm zu werden. Nach den EPs Soft Animals (2016) und Dancing On The People (2019) haben SOFI TUKKER mit ihrem Debütalbum Treehouse (2018) einen ersten Einstieg in die Billboard Albumcharts geschafft. Ob House Arrest ein erster Vorbote eines neuen Albums sein wird, kann noch nicht gesagt werden. Allerdings würde er einen perfekten Opener geben.

Regard & RAYE - Secrets

Regard & RAYE – Hymnischer Sommerhit

Sie haben etwas ganz großes und einzigartiges geschaffen – mit diesen Worten haben DJ Regard und die britische Singer/Songwriterin Rachel Agatha Keen – alias RAYE – ihre Zusammenarbeit auf der neuen Veröffentlichung Secret kommentiert. Dabei ist Regard in den Charts mit seinem Hit Ride It weiterhin äußerst erfolgreich und hat in 24 Ländern eine Platzierung in den Top-10 der Singlecharts erreicht. Dass dieses Sample des 2008er Jay-Sean-Hits für den Kosovaren Dardan Aliu – der sich hinter Regard verbirgt – zum Erfolg wurde, hat der DJ einer kontinuierlichen Steigerung seiner Musik zu verdanken – denn immerhin veröffentlicht Regard bereits seit 2008 Songs. Zusammen mit der Sängerin RAYE hat er nun einen Song der Britin neu produziert und eine ganz eigene Version veröffentlicht, die ursprünglich als langsame R&B-Songs gedacht war. Dabei spielt RAYEs Background eine große Rolle. Denn besuchte die Londonerin die BRIT School of Music – und damit die selbe Schule, von der auch Adele, Amy Winehouse, Ella Eyre, FKA Twigs, Freya Ridings, Imogen Heap, Katie Melua oder Leona Lewis abgingen – brach sie das Studium ab, weil es sie – trotz der vielen erlernten Dinge – zu sehr einengte. 2014 veröffentlicht RAYE mit Welcome to the Winter schließlich ihre Debüt-EP und machte damit Years & Years-Frontsänger Olly Alexander auf sich aufmerksam, der sie bei dem Plattenlabel – bei der Alexanders Band unter Vertrag steht – empfahl. Seitdem ist sie bei Polydor unter Vertrag und hat einen immensen Einfluss auf die Musik der vergangenen vier Jahre genommen. Denn obwohl die Sängerin mit eigenen Veröffentlichungen, wie Decline (2017), Love Me Again (feat. Jess Glynne, 2019) oder Tequila (mit Jax Jones und Martin Solveig, 2020) oder durch Kollaborationen mit Jonas Blue (By Your Side, 2016), Jax Jones (You Don’t Know Me, 2016) und David Guetta (Stay (Don’t Go Away), 2019) immer erfolgreicher wurde, sind es vor allem Songs –  die sie in ihrer Funktion als Songwriterin geschrieben hat – für die sie bekannt ist. Denn neben den selbst veröffentlichten Songs, hat sie Songs für alle großen Stars, wie Blonde, Matoma, SG Lewis, Charli XCX, Jax Jones, Little Mix, Rita Ora, John Legend, Major Lazer, Ellie Goulding, David Guetta oder Beyoncé, geschrieben. Da ist es nicht verwunderlich, dass DJ Regard dann auch über das Multitalent schreibt, dass jeder einmal mit ihr zusammengearbeitet haben sollte. Auf Secrets hat Regard einen ganz ähnlichen Aufbau genutzt, wie es sein Hit Ride It schon besaß und überzeugt mit House, der sich durch melancholisch, hymnische Gesangparts zu einem großartigen hochsommerlichen Hit entwickelt. Mit 80er Jahre Synthies und einem klassischen Drop, funktioniert Secrets darüberhinaus auch im Club und könnte zu einem der ersten Hits werden, zu dem wir – bei der Rückkehr der Parties in die europäischen Clubs – tanzen werden.

Jeremias - Keine Liebe

Jeremias – Innere Zerrissenheit

Sie waren eine der wenigen Bands, die bereits zu Beginn des Jahres mit ihrer Clubtour für ausverkaufte Hallen sorgten und gleichzeitig für einen der letzten Momente sorgten, Musik live auf der Bühne gespielt zu erleben – bevor die Pandemie alles zum erliegen brachte. Mit ihrem Tourfinale im Berliner Club Musik & Frieden am 29. Februar sorgten sie ein letztes Mal für eine fulminante Show, die das Publikum zum feiern brachte. Die anschließende Aftershow-Party in der Baumhausbar gleich oben drüber, ließ die Stimmung schließlich noch bis in die Nacht weiter steigen. Mit der – im Herbst veröffentlichten – EP Du Musst An Den Frühling Glauben gab es bereits einen ersten großen Release. Nun steht mit der neuen EP alma eine neue Platte kurz vor der Veröffentlichung und bietet nicht mehr nur den funkigen Indie-Gitarrensound der Vorgänger-EP, sondern wird durch das Element des Singer/Songwritings ergänzt. Hier kommen energiegeladene Songs gleich nach ruhigen Balladen, lassen aber den Kern der Band nach großen Funk-Indie-Songs erneut aufleuchten. Nach der großen Popnummer Schon Okay folgte in mitten in der Pandemie und Lockdown-Phase mir Mit Mir eine wunderschöne Klavierballade, welche das Quartett via Cardinal Sessions von zu Hause aus aufgenommen hatten. Nun haben wir mit Keine Liebe eine hochemotionale Veröffentlichung, in der sich eine innere Zerrissenheit mit dem Gefühl von Vertrauen und Geborgenheit in einer freundschaftlichen Beziehung auseinandersetzt. Es ist der Moment, in dem man nicht mehr weiss, wie man seine eigenen Gefühle deuten soll. Kommt die Wärme, die in einem aufsteigt, wenn man der anderen Person gegenübersteht von einer tiefen freundschaftlichen Vertrautheit oder etwa doch, vom Aufkeimen eines viel tieferen Gefühls? Verbunden mit dem treibenden Funk in ihrem Sound, lassen Jeremias Keine Liebe zu einem Soundtrack der Selbstfindung werden und mischen dies mit einem lockeren Gitarrenspiel und der Kopfstimme von Jeremias Heimbach, die bereits auf Schon Okay hervorragend funktionierte. Die Band selbst beschreibt den Song als etwas brauchen und nicht-haben, wollen und nicht kriegen. Gleichzeitig sagen sie aber auch, dass sich die ganze EP um das Thema Liebe und Kummer drehen wird. Somit dürfen wir eine funkige zweite EP erwarten, die uns – trotz der emotionalen Topics – abermals zum tanzen bringen wird.