AVEC - Home

AVEC – Wenn ein Mensch dich komplettiert

Vor etwas mehr als einem Jahr konnten wir uns selbst von der großartigen österreichischen Sängerin AVEC überzeugen und im Gretchen in Berlin ihren Songs lauschen. Denn dabei passte das Wort lauschen wie selten ein anderes zu ihrem Konzert aus viel Gefühl, Herzlichkeit und Authentizität. Dabei spielte sie nicht einfach nur Songs ihrer beiden Alben Heaven/Hell (2018) und What If We Never Forget (2016), sondern hauchte ihnen regelrechtes Leben ein – wie mit dem Song Love. Nun hat die Österreicherin mit Home erneut einen Song veröffentlicht, der sich so sehr aus den Gefühlen der Sängerin speist und uns gleichzeitig so vertraut vorkommt. So singt sie darüber, wie es ist nach Hause zu kommen. Allerdings meint AVEC damit nicht etwa die vier Wände und das Dach über dem Kopf, sondern viel mehr den Partner, den liebsten und engsten Menschen neben sich. Dieses Gefühl – wohl eines der Stärksten, das wir fühlen – von Vertraut- und Geborgenheit, vom Auffangen und Aufbauen. All diese Gedanken und Gefühle halten allerdings nur so lange, wie wir sie auch ertragen können. Denn dann kommt der Twist. AVEC hat dafür ein wunderbares Musikvideo gewählt, welches dieses Gefühl und die Umkehr dessen, was es bedeutet, sich bei jemanden zu Hause zu fühlen, sehr emotional transportiert.

Hollow Coves - Borderlines

Hollow Coves – Der entscheidende Schritt

Knapp zwei Wochen noch, dann ist es endlich draußen – das Debütalbum der beiden Australier Ryan Henderson und Matt Carins – die zusammen Das Duo Hollow Coves bilden. Über die letzten Jahre konntet Ihr die Band hier auf SOML bereits begleiten und den sympathischen Folk des Duos lieben lernen. Mit den Singles Coastline und der zuletzt veröffentlichten Single When We Were Young zeigten sie, warum die aus Brisbane kommenden Musiker eine Act sind, den man im Auge behalten sollte. Nun haben sie mit Borderlines nicht nur eine weitere Single veröffentlicht, sondern stehen auch kurz davor, ihr Debütalbum Moments zu veröffentlichen, das am 18. Oktober erscheint. Mit einem entspannten Sound, der uns wahlweise in die Wälder Kanadas oder an die Küsten Australiens katapultiert, heben die Hollow Coves sich vom aktuellen Sound ab und spülen sich somit als Band dieses Genres erfolgreich an die Oberfläche. Borderlines schwelgt dabei in einer nostalgischen Stimmung und arbeitet sich immer wieder die großen Momente heraus, die durch Gitarrensolos und einem weiten Sound getragen werden. Erstaunlich hierbei ist, dass sich seit When We Were Young die Stimme des Sängers Henderson immer mehr zu der des Frontsängers von Coldplay Chris Martin bewegt und man unterbewusst, an eine neue Single der britischen Band denken muss. Dies tut der Authentizität des Duos allerdings keinen Abbruch, bleiben sie doch in ihrem Genre aktuell einer der aufstrebendsten Bands.

Lizzo - Juice

Lizzo – Der Discobanger 2019

Die amerikanische Hip-Hopperin und Sängerin Melissa Viviane Jefferson – alias Lizzo – zählt zweifellos zu den Anwärtern, auf den ganz großen Durchbruch in 2019. Doch, steht sie nicht einfach nur für eine Musikerin, die gerade am Aufblühen ist, sondern prescht Lizzo mit ihrer Musik und allem was sie ausmacht in die erste Reihe. Dabei ist die aus Houston, USA, kommende Sängerin gar keine Newcomerin mehr. Ist ihr, am vergangenen Freitag, veröffentlichtes Album Cuz I Love You doch bereits ihr drittes Studioalbum und verbindet sie hierauf Genres, wie Hip-Hop, Soul, R&B und Funk so gekonnt miteinander, dass man einfach nur weggeblasen wird. Thematisch behandelt die Sängerin auf dem Album alles rund ums Bodyshaming – oder vielmehr – Bodyloving. Mit Songs über die Körperfülle, Sexualität und die Farbe ihrer Haut hat Lizzo ein Album produziert, welches in 2019 bisher seines Gleichen sucht. Auf der aktuellen Single Juice hat sie dabei den Funk von Pharrell Williams übernommen und ihn tatsächlich noch verfeinert, so, dass sie Williams mit diesem Song schon fast alt aussehen lässt und hat eine ähnlich einzigartige Stimmlage wie Bruno Mars. Mit einem Mix aus Authentizität, Sexiness, nostalgischen Hauch, Ästhetik und einer ordentlichen Menge Augenzwinkern ist Juice ein absoluter Überhit, der keinen still stehen lässt. Wer Lizzo bisher noch nicht auf dem Radar hatte, sollte dies schleunigst nachholen, denn wenn nicht, wird Lizzo ihn überrollen und mit in ihren Bann ziehen.

Lollapalooza Berlin 2017 Tag 2

Man war vorbereitet… An Tag zwei hatten sich die Festivalbesucher Pläne gemacht, wie, wann und womit sie zum Festivalgelände bzw. auch Abends wieder davon weg kommen würden. So waren die S-Bahnen nicht mehr ganz so voll, der Einlass auf das Festivalgelände geordneter und deutlich mehr Mitarbeiter unterwegs. Und um den Tag auch noch komplett umzukrempeln, spielte die Sonne mit und lachte vom Himmel mit spätsommerlich, wärmenden Strahlen.

Also die besten Voraussetzungen, um doch noch ein grandioses Festivalerlebnis zu haben. Mit Bands und Künstlern wie Sigrid, Bonaparte, Rudimental, AnnenMayKantereit, London Grammar, den Foo Fighters und The XX war der Sonntag zusätzlich auch noch großartig besetzt. weiterlesen

State Lights – Große irische Vorbilder

State Lights – I Need Time

Ist es die Stimme Shobsy O’Briens oder das Gitarrenspiel? Oder gar der Stadionrock des Songs I Need Time, der uns an U2 erinnert? Was allerdings bei Bono und seiner Band für zunehmenden Überdruss bei Fans sorgt, lässt das Quartett gekonnt weg und macht Musik, die groß und euphorisch klingt – ohne dabei an Authentizität zu verlieren. State Lights kommen aus Dublin und haben sich 2015 gegründet. Über die letzten beiden Jahre haben sie mit The Disguise bereits eine EP und die Single Breakout veröffentlicht, doch mit I Need Time starten sie jetzt so richtig durch und reihen sich in die lange Liste der irischen Bands ein, die mit erstklassigem Sound Irland präsentieren. Mit markanter Gitarre und O’Briens hoher Stimme katapultiert sich I Need Time direkt in den Kopf um sich dort festzusetzen. Der sauberer Rock und die Portion Pathos, die I Need Time hat, werden State Lights ganz viele Türen öffnen. Well done lads!

Blossoms - Getaway

Blossoms – Wir wollen so groß werden wie möglich

Wir wollen nicht im Untergrund bleiben. Wir wollen so groß werden, wie nur möglich, so Frontsänger Tom Ogden. Wenn das mal kein bescheidenes Statement ist, dann wären die Briten von Blossoms nicht da, wo sie nun stehen. Auf Platz vier der jährlichen BBC Wertung für die Newcomer 2016 gekommen, haben Blossoms bereits für The Libertines und The Courteeners als Vorband gespielt. Somit kann getrost gesagt werden, dass Zurückhaltung und Bescheidenheit nicht zu ihren Stärken zählen. Müssen sie aber auch gar nicht, wenn man sich erst anhört, was die fünf aus Stockport, südlich von Manchester, kommenden Jungs hier fabrizieren. Denn erst Ende 2013 gegründet, heimsen Blossoms gerade wirklich alle Lorbeeren ein, die es einzusammeln gibt. Ihr Sound gibt ihnen recht. Hört man sich ihre aktuelle Single Getaway an, wird man ein wenig an die ersten Schritte von The Kooks erinnert. Selbst Ogden’s Stimme klingt irritierend vertraut. Dabei ist Getaway musikalisch eine Mischung aus Alternative und Indie-Rock. Untermalt wird der Song durch ein farbenprächtiges Musikvideo, dass an die 70er Jahre erinnert.
Authentizität steht hier ganz oben. Und wenn Sound und Auftreten stimmen, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Da werden Blossoms in den kommenden Monaten noch so einige Lorbeeren folgen.

Juli - Insel

Juli – Wenn der September zum Juli wird

Vor zehn Jahren schaffte es diese Band mit Initialzünder einer folgenden musikalischen Entwicklung zu sein – der Neuen Neuen Deutschen Welle. Neben Wir Sind Helden, Silbermond und Annett Louisan waren Juli eine der großen Bands der Stunde. Die Songs Perfekte Welle und auch Geile Zeit sind, obwohl sie den Zeitgeist widerspiegeln, zeitlos geworden. Künstlerisch gab es bei Juli stets den Drang nach unbedingter Authentizität und Natürlichkeit. Und so schafften sie es mit dem zweiten Album bis auf Platz 1 der deutschen Albumcharts. Nachdem sich die Band eine vierjährige Auszeit nahm wurde mit der Single Elektrisches Gefühl 2010 eine neue musikalische Richtung eingeschlagen. Waren doch die Lieder deutlich elektronischer und tanzbarer arrangiert. Doch abermals vier Jahre sollte es dauern bis Juli ihr viertes Album rausbringen. Und so ist die erste Veröffentlichung vom im Oktober erscheinendem Album Insel, der gleichnamige Song. Beginnt Insel mit einem Gitarrenintro und einem Hall der an vergangene Tage erinnert schiebt sich ruhig aber wehmütig Eva Briegels Stimme hinein. Und diese Wehmut ist auch Rezeptur des Juli Erfolges. Transportiert doch Briegels Stimme Sehnsucht und Drängen gleichermaßen, spielen die Instrumente einen bekräftigende Rolle. Man kann Juli damit unumwunden eine Starke Nummer für ein Comeback attestieren. Und es ist schön, dass die alten Bekannten zurück sind.