Melanie C - Blame It On Me

Melanie C – Zurück zur EDM-Stärke

Es ist eine Musikkarriere die so besonders, wie einzigartig ist – Melanie C ist in ihrem 26. Jahr als Musikerin. Begonnen 1994 als Teil der Spice Girls und damit der erfolgreichsten Girlgroup der Welt, hat Melanie Chisholm zusammen mit Victoria Beckham, Emma Bunton, Geri Halliwell und Melanie Brown innerhalb von nur 4 Jahren ihrer Kernzeit als Band über 85 Millionen Tonträger verkauft. Als es schließlich 2000 zur Auflösung der Band kam, hatte Chisholm bereits mit der Zusammenarbeit auf Bryan Adams‘ Single When You’re Gone den Weg für eine Solokarriere geebnet. Was folgte, waren Singles, wie Never Be The Same Again (mit Lisa ‚Left Eye‘ Lopes), I Turn To You oder First Day Of My Life. Mittlerweile hat Melanie C sieben Alben veröffentlicht und über 20 Millionen Tonträger als Solokünstlerin verkauft, konnte jedoch zuletzt nicht mehr an den Erfolg ihrer ersten Alben anknüpfen. Mit ihrer neuen Single Blame It On Me begibt sich die Sängerin nun allerdings zurück zu ihrer Anfangsphase und stößt mit einem modernen Elektrobeat Erinnerungen an I Turn To You wach. Auch oder gerade wegen des dazugehörigen Musikvideo, wird klar, dass die Britin auf frühere Zeiten anspielt. Denn hier sehen wir eine Mitarbeiterin an einem Bürotisch sitzen und auf einem Apple iMac der Generation 4 aus dem Jahr 2002 – der sogenannten Tischlampe – ein Spiel spielen, das stark an die berühmte Videospielreihe Mortal Kombat aus den 90er Jahre erinnert. Einer der Charaktere ist Melanie C, die ihren Gegner besiegt. Blame It On Me bildet dabei die Fortsetzung ihrer, im März veröffentlichten Leadsingle Who I Am, die Melanie C als wichtigen Baustein ihrer musikalischen Laufbahn sieht. Denn hier zeigt sie einen Einblick in die vergangenen Jahre oder sogar Jahrzehnte und den damit verbundenen Entscheidungen. Mal sind sie zu Gunsten der Sängerin, mal dagegen entschieden und bedeuteten immer auch einschneidende Veränderungen. Diese kann man auch in Chisholms Diskografie sehr gut erkennen. Auf Blame It On Me singt die Britin darüber, dass ihre Liebe zur Dancemusik auch immer etwas Toxisches beinhaltet und somit zu gleichermaßen gefährlich, als auch förderlich sein kann. Mit Blame It On Me ist Melanie C im großartigen EDM-Popzirkus zurück und spielt sich damit hoffentlich wieder in die vordersten Reihen – das Potential hat ihre neue Single auf alle Fälle.

Robin Schulz & Wes - Alane

Robin Schulz & Wes – Ein Sommerhit kehrt zurück

Es war der große Sommerhit 1997 in Frankreich – Wochen später belegte er schließlich auch in Deutschland und in ganz Europa die vordersten Chartränge und war über Monate hinweg der absolute Radiohit. Die Songzeilen Alanné mba yi woma wé. Ho tou sondé. Ho ma yé konnte jeder mitsingen, auch wenn einem die Bedeutung der Worte nicht geläufig war. Der aus Kamerun kommende Musiker Wes Madiko hatte mit seinem Hit Alane dafür gesorgt, dass Weltmusik plötzlich in halb Europa gespielt wurde. Dieses Genre, das sich nur schwer in eine Richtung einordnen lässt und im Falle von Wes mit dem französischen Produzenten Michel Sanchez einen Sound erhielt, der sich deutlicher am europäischen Musikmarkt orientierte, führte zu unzähligen Gold-, Platin- und Diamant-Auszeichnungen und sagenhaften 40 Wochen in den deutschen Singlecharts. Mit Walenga wurde schließlich auch ein Album veröffentlicht, welches allerdings nicht an den Erfolg der Single anknüpfen konnte, sich dennoch aber in Frankreich, Portugal, Österreich und den Niederlanden in den Top-10 platzieren konnte. Alane sollte Madikos einziger Hit bleiben und bedeutete für den Sänger einen Platz unter den One-Hit-Wondern einzunehmen. Was über Jahre hinweg blieb – war das unvergessene Gefühl von Sommer, Ferne und einem unglaublich sympathischen Sänger, der mit einem Musikvideo voller akrobatischer Bewegungen begeisterte – legendär ist hier die Bauchwelle, die auch auf den Bühnen von The Dome oder Top Of The Pops performed wurde. Nun ist Madiko – 23 Jahre nach seinem großen Hit – wieder in einem Musikvideo zu sehen und singt dabei die gleichen Textzeilen, wie einst bei seinem großen Erfolg. Denn heute hat der Osnabrücker DJ Robin Schulz eine Version des Hits Alane veröffentlicht, die sich stark am Original orientiert und das Gefühl vom Sommer 1997 zurückbringt. Dabei kommt gleich in den ersten Momenten ein unglaubliches Gefühl von Freude auf und bringt den Hörer durch den Gesang Madikos sofort wieder zurück in die 90er Jahre – sofern man bereits zum Original getanzt hatte. Mit modernen EDM-Elementen – und einem ebenfalls choreografisch am Original erinnernden Musikvideo – kehrt auch Madiko im Musikvideo zurück in die Öffentlichkeit und lässt uns eine gute Zeit haben. Mit einer gehörigen Portion Airplay und dem prominenten Namen von Robin Schulz könnte es Alane so – satte 23 Jahre später – abermals zum Sommerhit schaffen. Zu gönnen wäre es Madiko mit seinem zeitlosen Song auf jeden Fall.

Armand van Helden feat. Lorne - Give Me Your Loving

Armand van Helden feat. Lorne – Die Disco kommt zurück!

Kürzlich konntet Ihr hier die neue Single Captain Duck des US-Amerikanischen Duos Duck Sauce hören, bei der A-Trak und Armand van Helden zusammen das Produzentenduo bilden. Nun ist auch van Helden wieder zurück mit einer neuen Single, die sich nahtlos an die ganz großen Songs der 90er und frühen 2000er Jahre anschließt. Bereits 1994 konnte van Helden mit seiner Single Witch Doktor die britischen Charts entern und erwies sich seitdem als fester Bestandteil der Charts weltweit. Mit seinem Hit You Don’t Know Me erreichte van Helden 1999 den Höhepunkt seines kommerziellen Erfolgs, kletterte auf Platz 1 der britischen Singlecharts und konnte sich in weiteren 13 Ländern in den Charts positionieren. Aber auch mit dem All-Time-Favorite The Funk Phenomena steht ein großartiger Klassiker in seiner Diskografie. Seitdem folgten mit Hear My Name, My My MyInto Your Eyes und I Want Your Soul große Clubhits, die in den jeweiligen Jahren die Clubjahrescharts anführten. Seit Beginn der 2010er ist es jedoch ruhiger um den Bostoner Produzenten geworden. Zwar ist der Output des mittlerweile 50-Jährigen nicht weniger geworden, tauchte van Helden aber immer häufiger mit Alias-Namen wie die eingangs erwähnten Duck Sauce, Sultans of Swing oder Wizzards of Wax auf. Nun ist er unter seinem eigenen Namen mit dem Song Give Me Your Loving zurück und nutzt den – sehr an die Jackson 5 erinnernden – Gesang des Sängers Lorne, um einen neuen Clubbanger zu landen. Mit funkigen Housebeats und einem großartigen Discosound lädt Give Me Your Loving zum Clubbesuch und tanzen ein, als gäbe es keinen Morgen mehr. Armand van Helden ist seit mehr als 25 Jahren ein Garant dafür, die Disco und den Club leben zu lassen und bringt mit Give Me Your Loving das Ibiza-Partygefühl direkt zu uns nach Hause.

Alex The Astronaut - Lost

Alex The Astronaut – Es ist soweit!

Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der wir uns Song um Song nach einem Debütalbum von der australischen Singer/Songwriterin Alex The Astronaut gesehnt haben, ist nun endlich die Ankündigung erfolgt, dass mit The Theory Of Absolutely Nothing am 21. August das Debütalbum der sympathischen Sängerin erscheinen wird. In der Vergangenheit hatte sie bereits mit den beiden EPs See You Soon und To Whom It May Concern (beide 2017) und dem 2019er Livealbum The Space Tour Live (At Your Place) für einen ordentlichen Output gesorgt. Auf ihrem Konzert im Berliner Lido gab es dann auch eine wunderbare Performance, die so sehr zeigte, wie viel Herzblut die Sängerin in ihre Musik legt. So sind die Songs kompromisslos direkt und klingen fast, als würde die 25-Jährige einem gegenüber stehen. The Theory Of Absolutely Nothing wird dabei nicht nur neue Songs beinhalten, sondern auch als Wiedersehen alter Bekannter dienen. Denn hier werden die Songs Happy SongI Like To DanceSplit The Sky und I Think You’re Great enthalten sein und somit die Vorfreude auf eine gesammelte Kollektion dieser Tracks steigern. Mit Lost ist dabei nun die erste offizielle Leadsingle des Albums veröffentlicht worden und zeigt wieder einmal, was wir alle so sehr an Alexandra Lynn lieben. Mit ihren direkten Texten zeigt sie bei Lost, was sie umtreibt. Denn hier singt Alex The Astronaut davon, einen Weg zu finden, um all die Probleme zu lösen, die man sieht und dabei feststellen muss, dass es schlicht nicht möglich ist, alles zum Guten zu wenden. Es geht darum, auch mal einen Schritt ins Ungewisse zu wagen, um sich selbst herauszufordern und den Drang nach Sicherheit auch einmal abzulegen. Dabei klingt Alex The Astronaut mit ihrer Gitarre und den eingängigen Drums nach einem Teenage-Song der 90er Jahre. Bis zum 21. August sind es noch mehr als drei Monate, in denen wir uns darauf vorbereiten können, womöglich sogar noch eine weitere Auskopplung zu hören, bevor wir alle final den ersten Longplayer des sympathischen Ausnahmetalents in den Händen halten können.

Nena - Licht

Nena – Die Neuerfindung perfektioniert

Da steh sie nun, die große Zahl 60. An diesem Dienstag wird eine der erfolgreichsten deutschen Sängerinnen 60 Jahre alt. Mit 99 Luftballons erreichte Nena 1983 international die Chartspitzen und ging die Single knapp 3 Millionen über den Ladentisch. Doch nicht nur mit 99 Luftballons war die Sängerin erfolgreich – so zählte sie in den 80er Jahren weitere Top-5 Hits wie Nur Geträumt, Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann, ? (Fragezeichen) und Leuchtturm zu den ganz großen Hits. Während sich ihr Erfolg in den 90er Jahren abkühlte, gab es ein zunehmendes Interesse anderer Künstler, ihre Songs zu covern. Allen voran machte Jan Delay mit seiner 1999er Version von Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann Schlagzeilen und schaffte es sogar, das Original sowohl von der Chartplatzierung, als auch von den Verkaufszahlen deutlich zu übertreffen. Denn kam das Original 1984 bis auf Platz 3, schaffte es Delay bis auf Platz 2 und verkaufte mehr als 500.000 Singles. Davon beflügelt, arbeitete Nena Anfang der 2000er an einem Best-Of Album der besonderen Art. Hier veröffentlichte sie mit Nena feat. Nena 2002 ihre größten Songs nochmal – allerdings in einem neuen Gewandt und mit musikalischer Unterstützung von Joachim Witt, Kim Wilde oder Udo Lindenberg. Mit über 1,5 Millionen verkauften Alben zählt es zu den meistverkauften Alben der Sängerin und markierte ihre Rückkehr auf die ganz großen Bühnen des Musikbusiness. Seitdem ist sie aus den oberen Rängen der Charts nicht mehr wegzudenken und erreichte 2005 mit Liebe Ist sogar wieder Platz 1 der deutschen Singlecharts. Trotz der mittlerweile 30 Studioalben, 47 Singleveröffentlichungen und 60 Jahren pfeift Nena auf das Alter und veröffentlicht an ihrem runden Geburtstag mit Licht einen neuen Song, über den es momentan noch nicht all zu viel Informationen gibt. Was allerdings sofort auffällt – der große 80er-Jahre Vibe, den Licht versprüht. Gepaart mit modernen Drums und einem großartigen Soundkostüm, tritt Licht ohne Umschweife in die Fußstapfen des momentan äußerst erfolgreichen Songs Blinding Lights von The Weeknd. Warum gerade Blinding Lights?! Beide nutzen die Synthies der 80er Jahre, haben ein sportliches Tempo, beinhalten melancholische Parts und Textzeilen und bauen auf einem Nostalgiegefühl auf, das momentan äußerst gefragt ist. Natürlich unterscheiden sich beide Künstler deutlich voneinander, doch macht Nena mit Licht so ziemlich alles richtig und erfindet sich einmal mehr neu. Ob mit dem Hashtag #gehtumalles womöglich der Albumtitel ihres neuen Studioalbums gemeint sein könnte, oder er sich einfach aus den Textzeilen zu Licht ergibt, kann nur vermutet werden. Licht ist eine der Überraschungen 2020 und lässt uns mit hochgerissenen Armen durch die Zeit der sozialen Distanz tanzen.

Breakbot – Darum lieben alle French-House

Der Song Be Mine Tonight ist ein Paradebeispiel für den leichten und unglaublich groovigen Sound, den French-House in den vergangenen dreißig Jahren zu einem der beliebtesten Sounds werden ließ. Zum einen sind da die großen Vorreiter, wie Daft Punk und das Sideproject Stardust, Modjo, The Supermen Lovers, Étienne de Crécy oder Mr. Oizo, die Ende der 90er und Anfang der 2000er mit Songs, wie Around The WorldStarlightLady (Hear Me Tonight)Am I Wrong oder Flat Beat ganz Europa am tanzen hielten. Zum anderen Bands, wie Justice, Kavinsky, The Blaze und Breakbot, die dafür sorgen, dass es auch weiterhin einen kontinuierlichen Output an French-House-Songs gibt. Letzterer Künstler steht seit gut elf Jahren bei Ed Bangers Records unter Vertrag und ist nicht zuletzt durch großartige Remixe von Songs der Bands und Künstler, wie Air, Metronomy, Parcels, Lizzo, Röyksopp, Kavinsky, Justice oder Phoenix bekannt. Mit By Your Side (2012) und Still Waters (2016) hat Breakbot bereits zwei erfolgreiche Alben veröffentlicht – hinzu kommen sechs EP’s. Nun hat Breakbot – hinter dem sich der Franzose Thibaut Jean-Marie Michel Berland verbirgt – mit Be Mine Tonight einen neuen Song veröffentlicht, auf dem der 38-Jährige zum einen wieder mit der Sängerin Delafleur zusammenarbeitet und zum anderen einen absoluten Retrohammer veröffentlicht. Dabei knüpft Be Mine Tonight an die ganz großen French-House Klassiker von The Superman Lovers‘ Starlight und und Étienne de Crécy Am I Wrong an und zeigt, wie sehr der Sound den Körper anregt. Gleich zu Beginn fangen die Beine mit dem funkigen Synthesizern an zu zucken und hören erst nach fast drei Minuten wieder auf. Für Breakbot ist es nach Don’t Stop The Dance bereits die zweite Zusammenarbeit mit Delafleur und steigert die neue Single gleichzeitig die Hoffnung auf eine baldige neue EP oder gar ein neues Album.

Duke Dumon - Therapy

Duke Dumont – Vom Batik-Shirt bis zur Jeansjacke – Der Sound der 90er

Duke Dumont hatte schon immer ein gewisses Faible für den 90er-Jahre-Sound. Hört man in seine großen Hits Need You (100%)I Got You und Won’t Look Back rein, schimmern immer wieder klar die Einflüsse des Eurodance-Genre heraus. Doch das, was Adam George Dyment nun veröffentlicht hat, übertrifft nochmal alles bisher dagewesene. Denn mit Therapy greift er nicht mehr nur den Sound der 90er-Jahre auf, sondern IST der Sound der 90er. Wäre er mit Therapy nicht schon 20 Jahre zu spät, würde man glatt behaupten, er habe die 90er mitgeprägt. Mit satten Housebeats und einem intensiven Gesangspart spricht Therapy die Raver der 90er Jahre an und bittet sie auf die Tanzfläche. So hart und schnell wie Therapy auch klingen mag, ist der Song gleichzeitig unglaublich intensiv und exzessiv und trifft damit genau den Vibe, den viele Dance- und Housesongs in den 90er Jahren hatten.

T. Williams & James Jacob feat. Kelli-Leigh - The Remedy

T. Williams – Im absoluten Tanzrausch

Im Frühjahr 2018 schaffte es ein Track des britischen Produzenten-Duos T. Williams & James Jacob in die Hype- und Club-Charts weltweit. Mit Learning Process hatten die beiden für einen großen Clubhit gesorgt, der durch die Zusammenarbeit mit Tim Delxue erst richtig durchstartete. Anderthalb Jahre später sampelt das Duo seinen eigenen Song erneut und legt auf die Housebeats noch die Vocals der Londonerin Kelli-Leigh. Diese wiederum hatte bereits vor zwei Jahren mit ihrem Featuring auf James Hypes More Than Friends für einen Clubhit gesorgt. Nun sind es T. Williams & James Jacob, die sich die wunderbar klare Stimme der Britin zu Nutzen machen und aus Learning Process den Song The Remedy werden lassen. Darauf zu hören sind 90er-Jahre Pianoklänge, die mit Eurodance und Trompeten begleitet werden. Mit The Remedy könnten T. Williams & James Jacob direkt aus den 90er Jahren kommen und würden selbst dort zum Hit werden. Dabei schraubt sich der Track, durch Plays von Größen wie Basement Jaxx, Sister Bliss oder Riva Starr immer höher in den Clubcharts weltweit und ist zu Recht einer der Hits für die kommende Silvesterparty.

Alanis Morissette – Kompromisslos direkt

Im kommenden Jahr feiert das Album Jagged Little Pill der kanadischen Rockröhre Alanis Morissette sein 25-jähriges Jubiläum. Um dies gebührend zu feiern, hat Morissette für den Sommer 2020 eine Jubiläumstour angekündigt, für die bisher ausschließlich Daten für die USA veröffentlicht wurden. Darüber hinaus wird es Jagged Little Pill auch ans Broadway schaffen und in Form eines Musicals zu sehen sein. Als wäre der Kalender für Morissette somit nicht schon voll genug, hat die 45-jährige Sängerin für den 1. Mai 2020 ihr neuntes Studioalbum Such Pretty Forks In The Road angekündigt und mit Reasons I Drink auch gleich noch eine neue Single veröffentlicht. Morissette hat es damit geschafft dass wir uns plötzlich zurück in den 90er Jahren fühlen. Denn mit ihren direkten Songtexten erreicht sie sowohl damals, wie auch heute ein großes Publikum. Auf Reasons I Drink thematisiert die Kanadierin ihre Probleme mit einer Essstörung,  Alkohol- sowie Medikamentensucht, die vor einiger Zeit ihr Leben bestimmten. Hierbei singt sie aus der Ich-Perspektive (Here are the reasons I eat. Reasons I feel everything so deeply when I’m not medicated.), sowie auch aus der Perspektive anderer (Nothing can give reprieve like they do. Nothing can give a break for this soldier like they do.) und hält so ein Thema hoch, das weit verbreitet in der Gesellschaft ist und doch viel zu selten wirklich besprochen wird. Hinzu kommt, dass Reasons I Drink mit einem messerscharfen Gesang Morissettes glänzt und ihren gewohnt rockigen Sound einmal mehr in Bestform präsentiert. 2020 wird wohl eines der aufregendsten und größten Jahre für die dreifache Mutter und wir alle können einen Teil davon abbekommen.

Debby Smith - Something Special (by Lea Braeuer)

Debby Smith – Das ist Pop in seiner besten Art

Eigentlich ist Debby Smith eine absolute Newcomerin – eigentlich. Denn auch wenn der Hörer sie auf ihrer Debütsingle Something Special zum allerersten Mal wahrnimmt, ist die Hamburgerin schon seit knapp zehn Jahren im Musikgeschäft unterwegs. Nicht nur, dass sie an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater ihren Bachelor in Gesang macht, sondern tritt sie seit Jahren auch auf Firmenfeiern, Hochzeiten und ähnlichen Veranstaltungen mit einem enormen Repertoire an Songs auf und war in Bandprojekten in Malaysia, Chile und den USA involviert. Hierher mag wohl auch die Verbindung zu Josh Groban stammen, der sie 2013 auf seiner Welttournee All That Echoes World Tour in Deutschland als Solosängerin engagierte. Nun will es Smith auch international wissen und hat mit ihrer Debüt-EP Peace Of Mind eine wunderbar leichte Interpretation von Pop veröffentlicht, die durch ein 80er und 90er Jahre Feeling und scheu verwendeten Hip-Hop Sounds so sehr in die sommerlichen Tagträume von all denen spielt, die den Herbst gerade vor Augen haben. Dabei ist Something Special eine satte Popnummer, die an die frühen 90er Jahre erinnert, in der Synthies nicht überbordend eingesetzt werden aber deutlich herauszuhören sind. Hiermit trifft sie genau den Nerv der aktuellen Newcomer-Landschaft, die ebenfalls durch Acts wie Shura und Girl In Red bedient werden. Trotz der internationalen Einflüsse bleibt Smith sich treu und schreibt ihre Songs und Texte selbst und produziert diese auch mit. Something Special ist eine wunderbar, warme Version des Sommers, der sich auf entspannte Tage mit Freunden und milden Nächten am Strand einlässt und das Gefühl der vergangenen Monate noch etwas länger versucht wachzuhalten.