Big Wild – Der musikalische Traum

Maker klingt, wie die klangliche Untermalung eines Traumes. Sanfte Beats, eine hohe Stimme und hypnotisierende Töne lassen Maker zu dem wahr gewordenen Traumsound werden, den der 28-jährige Sänger und Produzent Jackson Stell – alias Big Wild – hier produziert hat. Kommt sein Debütalbum Superdream am 1. Februar 2019 auf dem Plattenlabel Foreign Family Collective des Elektro-Duos ODESZA raus, kann der in Massachusetts, USA geborene Musiker bereits auf eine längere Laufbahn im Musikbusiness zurückblicken. Bereits mit 14 Jahren hatte er begonnen Hip-Hop Beats zu produzieren und veröffentlichte diese unter dem Namen JBeats. Anfang 2017 bekamen wir dann das erste Lebenszeichen des Big Wild Projekts durch die Veröffentlichung der Debüt-EP The Invincible präsentiert. Darauf enthalten waren große elektronische Songs mit Gastsängerinnen wie iDA HAWK und Yuna. Mit seiner nun veröffentlichten Single Maker bekommen wir Stells Stimme selbst zu hören – die so sanft und zart klingt, dass man den Eindruck bekommt, seine eigene innere Stimme zu hören. Bereits über 100 Millionen Mal wurden die Songs von Big Wild gestreamt und lösten somit in den letzten Monaten einen ordentlichen Hype aus. Ob sich dieser Hype auch in Verkaufszahlen widerspiegeln wird, gilt es abzuwarten. Die besten Voraussetzungen dafür hat Steel mit Maker auf jeden Fall!

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Rhys Lewis – Ein Song mit Wow-Effekt

Würde Rhys Lewis auf einer Bühne einer Casting-Show stehen und seinen Song Better Than Today singen, wäre jetzt der Moment, Standing Ovations zu geben, obwohl sein Lied gerade einmal 20 Sekunden gelaufen wäre. Denn diese, so einfühlsame Stimme, die mal falsettartig hoch, mal kratzig und kräftig klingt beschert uns ein Gefühl der Empathie für ein Erlebnis, welches wir noch nicht einmal kennen. Dabei ist der britische Newcomer über die letzten 12 Monate so sehr gewachsen, dass seine Songs mittlerweile millionenfach aufgerufen werden. Hat alles mit kleinen Pub-Gigs begonnen, wurde ihm nur kurze Zeit später ein Plattenvertrag angeboten. Hat Lewis seine erste EP – Bad Timing –  vor knapp einem Jahr veröffentlicht, ist er nun mit der Single Better Than Today zurück und möchte den Song als Stütze wissen. Er habe den Song geschrieben, um mit seiner Angst vor den aktuellen Geschehnissen in der Welt umzugehen, und entlässt ihn als Trost in die Welt. Was sich pathetisch liesst, schafft Lewis mit nur einem Klavier wegzustoßen und Better Than Today als wunderbare Ballade zu präsentieren. Lewis steht damit ganz am Anfang seiner Karriere und wird 2019 sicherlich für den ein oder anderen Erfolg verantwortlich sein.

David Gray – Und plötzlich klingt er glücklich

Mit großen Songs wie BabylonSail AwayDraw The Line oder Fugitive hat der britische Musiker David Gray in den vergangenen 26 Jahren mehrere Generationen geprägt. Schallt heute durch die Supermarktlautsprecher auf den britischen Inseln einer seiner Songs, singen die Kunden ungeniert, laut und fröhlich mit. Dabei ist Gray jemand, der seine Musik für sich selbst stehen lässt. Hier werden keine Promotionräder angekurbelt und gibt es über Gray selbst recht wenig zu berichten. Dies liegt auch daran, dass sich der Singer/Songwriter stets voll auf seine Musik konzentriert und damit die typisch Greysche Melancholie erzeugt. Doch gerade diese ist auf der neuen Single A Tight Ship plötzlich wie weggeblasen. Dabei stellte die zweite Singleauskopplung aus seinem, im März erscheinenden, Album Gold in a Brass Age einen großen Unterschied zu seinen bisher veröffentlichten Singles dar. Hier besteht das Gesamtbild aus melodischen und eher fröhlichen Soundteppichen, in denen Grey seine Stimme deutlich weicher als sonst erklingen lässt. Weg ist die schwere, kratzige Stimme. Gekommen ist ein falsettähnliche Stimmlage und ein durchproduziertes Klangbett. Damit legt Gray musikalisch einen Zahn zu und zeigt sich auf A Tight Ship mit seinen 50 Jahren frischer und probierfreudiger denn je.

William Fitzsimmons – Aufrichtiger Ruf nach Geborgenheit

William Fitzsimmons‘ aktuelles Album Mission Bell stellt eine Zäsur dar. Davon konntet Ihr Euch bereits durch seine Single Angela überzeugen. Nun hat Fitzsimmons dem Gefühl allerdings mit seiner neuen Auskopplung Wait For Me nochmal eine größere Bedeutung zu teil werden lassen. So besingt der US-Amerikaner mit gewohnt hauchend, beruhigender Stimme, wie es ist, plötzlich von seiner Ehefrau getrennt zu sein und nicht zu wissen wie es weitergeht. Dabei verliert sich Fitzsimmons darin, zu hoffen, dass jemand ihn braucht und er somit gewollt ist oder aber – wie im Falle des Sängers – sich aus dieser Gefühlslage zu befreien und loszureißen. Fitzsimmons hat auf Mission Bell sein Innerstes nach außen gekrempelt und geht so roh und aufrichtig mit seinen Gefühlen um, wie es nur der Pittsburgher Sänger kann. Bei Fitzsimmons ist Melancholie das Lebenselixier, auch wenn es immer nahe am Abgrund entlang geht. Dabei klingt Wait For Me drängender und hat an Tempo zugelegt, ohne hektisch zu wirken. Fast könnte man meinen, Fitzsimmons neben sich im Arm zu haben und seinem gebrochenen Herzen zuzuhören. Damit schafft der Sänger immer wieder eine Geborgenheit zu entwickeln, die reich an Emotionen und Wärme ist und dabei melodisch und authentisch klingt.

Someone – Ein Soundtrack für das Weltall

Die niederländische Sängerin Tessa Rose Jackson ist unter ihrem Musikprojekt Someone bekannt für ausufernde Musikvideos, die ihre Songs in ein völlig eigenständiges Genre heben. Ihr hauchend, hallender Gesang ist dabei der perfekte Soundtrack für eine Tour durchs Weltall. Verfolgt man Someones Diskografie, kommt man, wenn man The DeepForgive Forget und den heute veröffentlichten Song Pull It Together anhört, unweigerlich an den Punkt, an dem man sich selbst auf die Erde niedersehen sieht. Dabei hat Pull It Together Anleihen des 1969er Bowie Hits Space Oddity und schwelgt in Atmosphären fernab des hiesigen Popgeschehens. Mit opulenter Instrumentierung und großen Gesten singt Jackson von ihrem Blick aus dem Himmel – runter zur Erde und lässt mit Textzeilen wie Stuck on a cloud again. This time i can’t come down. It was an accident oh, won’t you help me out. I made the same mistake, yes I know erahnen, wie sie dort hingekommen ist. Someone ist ambitionierter Pop, der immer auch ausufernd und bombastisch klingt und hoffentlich in Zukunft in dem ein oder anderen Science-Fiction Film zu hören sein könnte.

Girl In Red – Indie-Schlafzimmer-Sound

So direkt und offen, wie die norwegische Sängerin Marie Ulven alias Girl In Red ist, ist wohl selten eine Künstlerin gewesen. Denn trifft man auf die junge Musikerin, wird man regelrecht weggefegt – hat sie doch eine Ausstrahlung, die so stark ist, dass man sich fasziniert irgendwo festhalten möchte, um nicht weggeblasen zu werden. Sie schreibt und produziert fast ausschließlich in ihrem Schlafzimmer und hatte – bei nur 10 Live-Auftritten überhaupt – einen Gig in Frankreich als Support der amerikanischen Sängerin Clairo. Dabei so fasziniert von der Sängerin spricht Ulven in Interviews wie ein Fan von dem Erlebnis, welches sie vollkommen überwältigte – sei sie doch selbst ein riesiger Fan Clairos. Dabei ist die bisher veröffentlichte Musik der 19 Jahre jungen Sängerin so intim, euphorisch und mitreissen und besingt Themen, die Ulven selbst beschäftigen. Sie selbst hat in den letzten Jahren zu sich gefunden und besingt diesen Werdegang in einzelnen Kapiteln auf ihren Liedern. Mit der EP Chapter 1 hatte Ulven bereits zu Beginn des Jahres 2018 ihre erste Veröffentlichung notieren können. Nun arbeitet sie an einer zweiten EP und veröffentlicht mit We Fell In Love In October eine herzzerreißende Indie-Dreampopnummer, auf der sie über die Erlebnisse ihrer ersten Liebe zum selben Geschlecht singt. Einnehmend mit den Textzeilen My girl, my girl, my girl. You will be my girl. ist We Fell In Love In October ein absoluter Ohrwurm, der sich nicht hinter großen Stars verstecken muss. Dass Girl in Red zum Erfolg werden könnte, liegt nicht nur an den fantastischen Songs, sondern auch an der Eigensinnigkeit der Sängerin und, wie sie all dies präsentiert.

Smith & Thell – Schwedischer Folk dreht ganz groß auf

Sie sind eines der aufstrebendsten schwedischen Acts des Jahres. Nachdem Smith & Thell 2017 mit Soulprints ihr Debütalbum veröffentlichten, erreicht nun mit Forgive Me Friend auch die Single aus ihrer, im November veröffentlichten EP Telephone Wires den Rest Europas. Dabei besingen Maria Jane Smith und Victor Thell die Veränderung einer Freundschaft durch das Erwachsenwerden und der Naivität, dass man denkt, es würde sich nie etwas ändern. Bereits im Sommer 2018 veröffentlicht, kletterte der Song in den vergangenen Monaten europaweit immer höher. Sind sie mit Forgive Me Friend in ihrer Heimat bis auf Platz 7 gekommen, nehmen nun auch Radiostationen in ganz Europa ihre Single in ihre Playlists auf. Dabei sind die in Helsingborg lebenden Musiker musikalisch weit von dem entfernt, was die meisten schwedischen Musiker als Sound veröffentlichen. Denn mit ihrem Mix aus hymnischen Folk, Pop und dem gesanglichen Duett lassen Smith & Thell keinen anderen Weg zu, als in naher Zukunft mit Forgive Me Friend die europäischen Charts zu erobern. Hier lässt Mumford & Sons Little Lion Man grüßen und klingt doch eigenständig und frisch.

KIAN – Der geborene Musiker

Wer bereits mit zwei Jahren durch die abgelegenen Gebiete der Aborigines reist und mit seinen Eltern dort Musik spielt, kann völlig zu Recht als geborener Musiker gezählt werden. Denn die Musik wurde dem australischen Sänger Kian Maxwell Bytyci Brownfield, kurz KIAN, bereits durch seine Eltern in die Wiege gelegt. Mit sieben Jahren bekam er seine erste Gitarre und mit 12 folgte dan die E-Gitarre, seitdem geht es mit dem 16-jährigen Sänger steil bergauf und traf er durch Musikprojekte wie einem Aborigine Hip-Hop Projekt Künstler wie Baker Boy, mit dem er zusammen die Single Cloud 9 veröffentlichte. Von seinem Song Waiting überzeugt, reichte KIAN den Track beim australischen Talentwettbewerb Triple J Unearthed – der australischen Radiostation Triple J – ein und wartete auf das Feedback. Dieses folgte Wochen später, indem der Radiosender einen Feueralarm an KIANs Schule simulierte und den jungen Sänger so auf dem Spielfeld der Schule damit überraschen konnte, dass er den Wettbewerb gewonnen habe. Damit ist KIAN nicht nur einer der jüngsten Gewinner dieses Wettbewerbs, sondern hat gleichzeitig auch schon in ausverkauften Konzerthallen als Support-Act gespielt – was äußerst selten für einen Triple J Unearthed Gewinner ist. Waiting zeigt dabei, wie Neo-Soul uns berühren kann – im Alter von 14 Jahren geschrieben und gefühlvoll und mit einem modernen Sound versehen, ist Waiting eine liebevolle Ballade über das Gefühl, sich in jemanden zu verlieben und auf ein Zeichen des anderen zu warten, diese Liebe zu erwidern. Damit konnte der Australier einen Plattenvertrag eingeheimst und sein Debütalbum für die erste Jahreshälfte 2019 ankündigen. KIAN ist damit 2019 einer der ganz großen Anwärter, der sich auf einen internationalen Durchbruch einstellen sollte.

Chaka Khan – Die Soullegende ist zurück!

Denkt man an die 80er Jahre kommen einen Künstler wie Madonna, Kylie Minogue und Whitney Houston in den Sinn. Mit dabei sind aber auch Tina Turner, Diana Ross und Chaka Khan. Letztere war mit ihrem 1983er Überhit Ain’t Nobody auf allen Tanzflächen der Welt zu hören. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit ist Ain’t Nobody auch heute noch eine feste Nummer, wenn es um Partysongs geht. Veröffentlichte Khan 2007 mit Funk This ihr letztes Studioalbum, überrascht die amerikanische Soulqueen nun mit Hello Happiness als neue Single. Das Gleichnamige Album stellt 2019, 12 Jahre nach ihrem letzten Album, ein Lebenszeichen der Sängerin dar, die sich ihrem Sound treu geblieben ist und gerade deswegen auch immer noch auf die Tanzfläche gehört. Dabei klingt Hello Happiness nach Disco und French-House und wird durch Khans Gesang unverwechselbar. Erinnert der Sound stark an die Produktionen von Kelis‘ 2010er Album Flesh Tone, muss es wahrscheinlich anders herum heißen – hat sich Kelis damals wohl stark an Khans Stil orientiert, nur zusätzlich noch den Bass aufgedreht. Khan schafft auf Hello Happiness eine friedliche und sympathische Atmosphäre, die durch leichte Beats zu einer absoluten Discohymne mutiert. Chaka Khan war nie wirklich weg und doch freuen wir uns, dass die Sängerin nach 12 Jahren Pause endlich wieder neue Musik für uns bereit hält.

Moonlight Breakfast – Dreamdance im Breitwandformat

Beim Hören von Look Up wird man das Gefühl nicht los, dass einem der Song irgendwie schon mal begegnet ist. Hört man sich die Stimme von Frontsängerin Christie an, verstärkt sich dieses Gefühl sogar noch einmal. Dabei sind Moonlight Breakfast aus Bukarest dies trotz ihres Newcomer Status überhaupt nicht mehr. Schließlich gibt es die rumänische Band bereits seit 214 und konnten sie als Support von Jamiroquai, Hurts und Macy Gray spielen und sind bei der Abschlusskundgebung der Olympischen Spiele in Sotschi aufgetreten. Noch dazu haben sie mit ihren 2014er und 2016er Alben Shout und Time einen Soundmix aus Dreampop, Elektro mit Anleihen von Swing und Jazz kreiert. In den letzten beiden Jahren folgten dann mit Go Get It und Bonjour zwei neue Singles. Diese werden jetzt durch die dritte Auskopplung Look Up verstärkt und bauen damit ein ganz neues Soundgerüst für das kommende Album auf. Mit einer deutlichen Annäherung zu Elektro- und Dreampop haben Moonlight Breakfast mit Look Up eine wunderbare Easy Listening Single veröffentlicht, die sich mal opulent und episch, mal heimelig und ganz Indie anhört. Dabei erinnert die Musik immer auch ein wenig an Claire, Cosby oder dem schwedischen Jazz-Duo Koop. So lädt Look Up zum schwelgen fallen lassen ein.