Es ist ein anschwellender Synth-Sound, der auf dem Song Wasted All Those Years der schwedischen Singer/Songwriterin Viic Woods für eine Atmosphäre sorgt, in der man sich im Hier und Jetzt verliert. Nun steht Victoria Skoglund – wie Viic Woods bürgerlich heißt – mit Unravel Time vor der Veröffentlichung ihres Debütalbums, das am 20.02.2026 erscheinen wird. Doch täuscht das Wort Debütalbum hier eine Newbie-Situation vor, die mitnichten auf Victoria Skoglund zutrifft. Denn bevor Skoglund ihr Projekt Viic Woods startete, spielte sie bereits in Bands wie Mire Kay und Audrey.
Letztere Band gründete sich um das Jahr 2002 als Quartett und ging schließlich um 2010 in der Band Mire Kay auf. Somit ist Skoglund seit nunmehr 25 Jahren im Musikbusiness und weiß, wie der Hase läuft.
Hört man sich Wasted All Those Years einmal an, bekommt man auch den Eindruck, dass hier jemand am Werk ist, der sein Fach kennt. Mit atmosphärischen Indie-Elementen spielt sich die Schwedin auf den viereinhalb Minuten regelrecht in Trance. Mit immer stärker anschwellenden Synthies entsteht ein cinematischer, introspektiver Vibe, der eher kontemplativ als tanzbar ist.

Dabei ist die Dramaturgie, die der Song aufbaut, von einer tiefen Melancholie geprägt, die sich irgendwo zwischen nächtlichen Waldspaziergängen und dem Wunsch, zu entfliehen, verortet. Wer sind wir, wenn wir plötzlich alleine sind? An welchen Notwendigkeiten halten wir fest und wie reagieren wir eigentlich im Umfeld von Menschen und in völliger Einsamkeit? Dabei stellt sich für Skoglund auch die Frage nach der Abhängigkeit von anderen Menschen.
Wasted All Those Years ist eine langsam pulsierende Hymne der Melancholie, die sich in der Verflüchtigung verliert. Fast gänzlich selbst aufgelöst bleibt am Ende eine Stille, die sich wohltuend anfühlt und eine heilende Wirkung mit sich bringt.
Dabei erinnert Viic Woods stimmlich an Bands wie, Sylvan Esso oder BOY und gibt uns einen verträumten Moment zurück, den unser Alltag uns zu Hauf entzieht. In wenigen Wochen können wir dann herausfinden, welche Momente uns Viic Woods auf ihrem Debütalbum noch zu schenken vermag.