Die Berlin Music Week Tag 1 – First We Take Berlin Festival die 1.

Berlin Music Week

Berlin ist ein Ort, der Musik als stetigen Begleitung hat. Gibt es 365 Tag im Jahr, gibt es mindestens 2.000 Konzerte innerhalb dieser Zeitspanne. Nun dürfte die Music Week also keine bahnbrechende Bereicherung sein. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Denn was sonst in Berlin auf zwei Wochen verteilt an Konzerten passiert, kommt hier ganz offiziell und ganz komprimiert auf vier Tage. Genau richtig gehört – vier Tage reichen um sowohl über die Musikentwicklung im Allgemeinen zu sprechen. Als auch über 200 Bands die Möglichkeit zu geben, ihre Musik an die Massen weiterzugeben. Da gibt es das bereits etablierte Berlin Festival aber auch das Showcase-Festival First We Take Berlin. Seit diesem Jahr nun auch noch dazugekommen ist das First We Take The Street Festival bei dem sich 300 Bands um einen Straßengig beworben hatten und 100 schließlich entlang der Geschichtsträchtigen East-Side Gallery auftretten durften.

Abends ging es dann in den Clubs zum First We Take Berlin Festival weiter. Was im Jahr 2013 als frühestes Booking Showcase für die kommende Festivalsaison gedacht war, hat sich innerhalb kürzester Zeit, um genau zu sein bereits im zweiten Jahr, zu einem beliebten Festival für Musikliebhaber entwickelt. Kann man doch nirgendwo sonst so eine Dichte an neuen Künstlern und Bands finden.

So führte dieses Jahr der Weg vorbei an exentrischen Elektroperfomances wie dem Künstler Dinner, der in einem schwarzen Gewand und mit wummernden Beats an die Hochzeit von Depeche Mode erinnerte, wobei die, zum Verwechseln ähnliche, Stimme ihr übriges dazu beiträgt. Der zweite Act des Abends war das komplette Gegenteil zu Dinner. Denn die 17 jährige Soak stand im Privatclub nur mit ihrer Akustikgitarre vor den Neugierigen und sang in einem klaren und verletzlichen Ton, wie es nur erfahrene Sänger eigentlich beherrschen. Und man mag ihr vollkommen abnehmen, dass sie das was sie singt auch so meint. Später am Abend konnte man dann nochmals in einer anderen Location, der Tante Emma, in den Genuß ihres Könnens kommen. Denn sie spielte auch hier dierekt nach der Österreicherin Anna F. ihr Set. Derweil hatte Anna F., die in Berlin bereits eine gute Fangemeinde aufbauen konnte und mit den Songs ‚DNA‘ und ‚Too Far‘ übers Radio begeistert, eine Art Heimspiel fernab der Heimat. Kommt doch die sympatische Sängerin auf der, doch schon erstaunlich kleinen Bühne des Tante Emmas, an und überzeugt als würde sie unter Freunden singen.

Im Anschluß ging es dann im Privatclub mit den Newcomern von PHOX aus Wisconsin weiter. Monica Martins Stimme könnte man nicht von den Studioaufnahmen unterscheiden. Ist doch die Bandbreite ebenso spontan abrufbar, wie sie es in dem Song ‚Slow Motion‘ unter Beweis stellt. Noch dazu kommen die immer wieder aus dem Hintergrund hervortretenden Bandmitglieder mit Mundinstrumentalisierungen á lá Bump bump daher, was den Unterhaltungs und Sympathiewert enorm steigert. Und selbst dort, wo vor viele Newcomer ängstlich zurückschrecken, dem akustischen Gesang, gibt es für Martins Auftritt mit einer Ukulele durchweg tosenden Applaus und das zu Recht.

Ein kurzer Abstecher im Glashaus der Arena zeigt die britische Band Fickle Friends, die erstaunlich normal auf einer großen Bühne stehen und so auch hinter einem an der Supermarktkasse stehen könnten. Ihr Hit ‚Swim‘, der natürlich zum Abschluß nicht fehlen dürfte, hat dieser Band den Weg in das Showcase-Festival geebnet und wird wohl auch für die kommende Albumproduktion wegweisend sein. Im Anschluß an Fickle Friends trat im Lido Seinabo Sey auf. Mit einem traditionellen Gewand, das an einen Kimono erinnert, sang sie 40 Minuten mit einer Ausstrahlung, die ein beschäftigte. Denn war man zuvor womöglich etwas abgeschreckt von ihrem Gewand, wurden diese Bedenken mit den ersten Tönen ihrer Stimme und der Musik, die einen modernen elektrolastigen Beat beinhaltet, weggeblasen. Man möge fast behaupten, dass gerade dieses Zusammenspiel für eine gewisse Magie gesorgt hat, denn selbst als sie ihren letzten und bekanntesten Song ‚Younger‘ ihrem, vor einem Jahr verstorbenen, Vater widmete, wurden aus Zeilen wie ‚You ain’t getting any younger.. are you?‘ Worte die nicht mehr nur aus einem gut gemachten Popsong kommen, sondern vielmehr das Gefühl, dass Sey wohl beim Schreiben dieses erlebt hatte.

Ein kurzer Abstecher zu As Animal und darauffolgend Talisco im Bi Nuu gaben eine perfekte Abwechslung und so lauschte man einer Interpretation von Rihannas ‚Stay‘ und Taliscos gerade aufkommenden Hit ‚Your Wish‘.

Der Secret Act des Abends war im Postbahnhof gleichzeitig ein alter Bekannter. Ist doch Bonaparte mittlerweile soetwas wie Berliner Kulturgut. Und so trat er diesmal nicht mit einer Entourage an Künstlern auf sondern war nur zu dritt. Doch seiner Exentrik tat dies keinen Abbruch und so legte er sich wahlweise zu Songs aus seinem neuen Album zwischen den Fans auf den Boden, werkelte an ihnen rum oder warf Bier und Obst in die Menge um den, nach Crazyness lechzenden Fans die Mäuler zu stopfen. Und so enttäuschte Bonaparte natürlich keinen und machte damit gleichzeitig deutlich, warum er ein Berliner Kulturgut ist.

Und so führte der letzte Weg der mittlerweile bei zwei Uhr angekommenen Nacht zurück in den Arena Club, wo im M.A.N.D.Y. und Wankelmut die Feiernden durch die Nacht begleitete. Dass der Arena Club – ein ehemaliges Kesselhaus – mit seinem roughen Charme genau die richtige Kulisse für elektronische Klänge liefert, wahr von vornherein klar. Dass allerdings die Party durch Wankelmut an frühere Clubs der 90er Jahre in Berlin erinnert, war so nicht zu ahnen. Und so ging es mit Freude in den Gesichtern der Partygänger durch die Nacht.

 

Morgen folgt dann der zweite Tag des First We Take Berlin Festivals und der Beginn des Berlin Festivals. Also schaut wieder vorbei!

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht unter Allgemein. Lesezeichen für Permalink hinzufügen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s