Chromeo – Konzertkritik

Chromeo - White Women

Viel Glitzer, viel Tamtam und was bleibt ist ein Abend der einem viel Spaß bereitet hat. So könnte man das Chromeo Konzert am vergangenen Mittwoch im Postbahnhof am Berliner Ostbahnhof zusammenfassen. Aber natürlich soll hier eine detailiertere Kritik folgen. Fing doch der Support-Act mit Dominique Young Unique sehr ungewohnt an. Wenn man sie nicht vorher schon mal wahrgenommen hat, müsste man meinen, dass dort die vielbeachtete Azealia Banks vor einem auf der Bühne steht, so nahe liegen diese beiden Acts beieinander. Denn zu den harten und schnellen Hip-Hop Rhymes gesellt sich ein fester wummernder Beat der den Takt angiebt. Für gerade diesen Beat steht ein DJ an den Plattentellern und mischt die Tracks. Aber auch ein Neuling wie es Dominique Young Unique es ist, muss feststellen, dass nicht alle Songs auf das Publikum überspringen und so besinnt sie sich schnell darauf zu den stampfenden Beats zu rappen und einfach Spaß zu haben. Und so kann man sich die Frage, warum sie es wohl auf die Bühne geschafft hat, letztendlich damit beantworten, dass Dominique Young Unique einfach Spaß hat auf eben dieser zu stehen.

Zwischen den beiden Acts wärmt sich das Publikum während der Umbauphase mit einem Sprechchor auf, der immer wieder und stetig anschwellend CHRO–MEE–OOO ruft. Und genau so lassen sich David Macklovitch und Patrick Gemayel schließlich empfangen und feiern. Erst jetzt wird die Aufwendigkeit der Bühne sichtbar und man stellt fest, dass man von allen erdenklichen Seiten angestrahlt wird. Dass die beiden ganz genau wissen, wie sie das Publikum anheizen können, zeigt sich im Opener, der den Fanchor und das laute CHRO–MEE-OOO mit einem Syntheziserbeat untermalt und so gekonnt, wie in den ‚Intro‘ zu ‚Fancy Footwork‘ einbettet. So steigen sie ein mit den Klassikern ‚Night By Night‘ und ‚Hot Mess‘ und schnell wird klar, wie Textsicher das Publikum ist, singt es doch die meisste Zeit extatisch mit. Es folgt der Track ‚Tenderoni‘ bei dem Macklovitch mit seiner vollverspiegelten E-Gitarre die Strahler der Bühne einfängt und so einen Licht-Dome in die Halle hinausstrahlt, der einen epischen Moment hervorruft, wäre da nicht die verzerrte Stimme Gemayel, der mit der Talkbox und dessen Schlauch im Mund sehr stimmig den Song untermalt. ‚Come Alive‘ vom aktuellen Album ‚White Woman‘ ist einer der Höhepunkte trotz der Abwesendheit Toro y Moi’s, der auf der Studioversion einen Teil des Songs singt. Nach ‚Bonafied Lovin“ folgen ein paar künsterlisch experimentierfreudigere Songs wie dem ‚Sexy Socialite‘ der in einer verspielten Rap-80er Jahre Version endet und sehr an ‚Pop Goes My Heart‘ aus dem Film ‚Mitten ins Herz – Ein Song für Dich‘ mit Hugh Grant erinnert. Es folgen ‚Momma’s Boy‘ und ‚Over Your Shoulder‘ bei dem sich beide Rücken and Rücken an den Bühnenrand stellen und ihre Gitarren spielen lassen. ‚Frequent Flyer‘ soll der letzte Song des Konzert sein, rechnet man die obligatorische Zugabe nicht mit ein. Und so kommt es auch hier, dass das Publikum nach knapp 1 :15 Stunde Konzert immer noch hochmotiviert ist und um eine Zugabe ruft. Doch ist hier das Chromeo-Publikum nicht etwa so festgefahren das Wort ‚Zugabe‘ oder das englische Pendant ‚We Want More‘ zu rufen. Vielmehr scheinen sie sich aufgeteilt zu haben; die Einen Klatschen einen Grundtakt, Weitere einen Zwischentakt und zum Schluß kommen noch die typischen CHRO–MEE-OO Rufe dazu. Und so scheint es wieder der richtige Ruf gewesen zu sein und die Beiden Jungs kommen für ein extra langes ‚Jealous (I Ain’t With It)‘ zurück und feiern für eine ungefähr zehn Minuten lange Version mit den Fans. Was bleibt ist ein sehr zufriedenes Publikum und das Gefühl etwas richtig erlebt zu haben mit diesen Jungs aus Montreal.

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