The Best Of 2020 Vol.: 07

The Best Of 2020 Vol.: 07

01. Aquilo – Sober (zum Artikel)

02. Ten Kills The Pack – Barcelona (zum Artikel)

03. Spoon And The Forkestra – Mosquitoes (zum Artikel)

04. Girl In Red – Midnight Love (zum Artikel)

05. Lie Ning – Tonight (zum Artikel)

06. Jónsi – Exhale (zum Artikel)

07. Howling – Bind (zum Artikel)

08. Woodkid – Goliath (zum Artikel)

09. Clueso – Tanzen (zum Artikel)

10. Washed Out – Too Late (zum Artikel)

11. Sébastien Tellier – Domestic Tasks (zum Artikel)

12. Duke Dumont & Say Lou Lou – Nightcrawler (zum Artikel)

13. Alfie Templeman – Happiness In Liquid Form (zum Artikel)

14. Angels & Airwaves – All That’s Left Is Love (zum Artikel)

15. Everything Everything – In Birdsong (zum Artikel)

16. Sea Girls – Ready For More

17. Florence + The Machine – Light Of Love (zum Artikel)

18. Sultans Court – Good Enough (zum Artikel)

19. The Streets & Tame Impala – Call My Phone Thinking I’m Doing Nothing Better (zum Artikel)

20. Armand van Helden – My My My

Woodkid - Goliath

Woodkid – Die musikalische Sprache der Dystopie

Unter dem Pseudonym Woodkid hat der französische Singer/Songwriter, Musikvideo-Regisseur und Grafikdesigner Yoann Lemoine mit seiner 2013er Debüt-EP Iron für einen Aufschrei gesorgt. Denn war der Franzose zum damaligen Zeitpunkt vor allem als Regisseur für Musikvideos von Katy Perry (Teenage Dream) Lana Del Rey (Born To Die) verantwortlich, brachte er damit auch in sein musikalisches Projekt Woodkid eine visuelle Ästhetik, die in der Folge alles hinter sich lassen sollte. Das Debütalbum The Golden Age schaffte es dann 2013 bis in die Top 10 in Frankreich, Deutschland, Belgien und der Schweiz und verkaufte sich knapp 300.000 Mal weltweit. Überzeugend war vor allem der futuristische Sound, den man durch all seine Songs hören konnte. Die elektronischen Beats, die irgendwo zwischen Utopie, Dystopie und Science-Fiction pendeln, die charakteristische Klangfarbe seiner Stimme und die epischen Sounds lassen Woodkid zu einem Künstler werden, der über alles steht und gleichzeitig kein Massenphänomen ist. Denn im Mainstream ist der Künstler – trotz des massiven Einsatzes von Run Boy Run in Werbefilmen – weiterhin eher unbeschrieben. Nach sieben Jahren der Stille – in der Woodkid lange Zeit keine Hoffnung auf neues Material machte – hat der 37-jährige Sänger aus Tassin-la-Demi-Lune bei Lyon nun mit Goliath einen ersten neuen Song – fernab von Soundtracks – veröffentlicht und setzt dort an, wo er 2013 mit The Golden Age aufhörte. Mit einem episch ausufernden Sound und einem Musikvideo, das Bilder aus einem Tagebau zeigt, wirkt das Zusammenspiel, wie ein dunkler Sci-Fi-Actionfilm, der sich mystisch auf die Suche nach Goliath macht. Gleichzeitig erklingt Woodkids tiefe, heißere Stimme und sorgt gleichermaßen für ein effektreiches und beklemmendes Gefühl. Goliath könnte die perfekte Untermalung für Endzeitserien und -filme à la DarkRain oder I Am Legend sein, greift dabei Furcht, Wucht und Macht auf und zeigt, wie sehr Woodkid den kinematografischen Sound beherrscht.

Amy Shark – Durchbruch mit Schwere

Amy Shark ist 31 Jahre alt, kommt aus Australien und macht seit knapp drei Jahren Musik – soweit so gut. Dass sie allerdings vorher als Video Editor gearbeitet hat und einen Blick für Bilder hat, kommt ihrer neuen Leidenschaft durchaus entgegen. Ähnlich wie der Franzose Woodkid ist Shark somit eine Musikerin, die sich gleichzeitig auch für ihre Musikvideos verantwortlich zeigt. Mit ihrem 2016 veröffentlichten Song Adore erlebt Shark gerade nochmal eine Art zweiten Frühling. Trat sie doch in der The Late Late Show With James Corden auf und präsentierte hier Adore. Dieser Erfolg kommt allerdings nicht von ungefähr – schließlich stieg Adore 2016 in Australien bis auf Platz 3 und verschaffte Shark bei den diesjährigen ARIA Awards, Nominierungen in sechs Kategorien – unter anderem auch als Apple Music Best Song Of The Year. Dabei klingt Adore nach alten bekannten Künstlern, wie Lana Del Rey, und überzeugt mit einer nachdenklich, melancholischen Schwere. Mit einem Indie-Pop Sound und ordentlich Hall im Refrain ist Adore der perfekte Begleiter durch den verregneten Winter. Etwas Besinnlich, etwas schwer und irgendwie auch frech klingt Adore nach einem Highschool-Abschlußball-Song und lädt zum Engtanz ein.

Liam X – Unterschwellige Anklage

Liam X feat. Egon Holz - Herbst

Liam X feat. Egon Holz – Herbst

Wenn ein Plattenlabel einen Künstler als Mischung aus SOHN und Woodkid ankündigt, sollte der Künstler mit diesem Druck klarkommen. Denn beide Acts stehen für ungewöhnliche und freigeistige Musik. Im Falle des Wahlberliner Liam X kann von Druck keine Rede sein, produziert er doch Songs, die auch von Chet Faker stammen könnten. Mit seinem dunklen Dub-Step und deutschen Texten hatte Liam X bereits vor gut einem Jahr für Aufmerksamkeit gesorgt. Hatte er doch den Song Teil Von Mir veröffentlicht. Nun kommt er mit seinem neuen Song Herbst zurück und kündigt gleichzeitig für das Frühjahr 2017 sein Debütalbum an. Auf Herbst thematisiert er den aktuellen Rechtsruck der Gesellschaft und zieht Parallelen zum zweiten Weltkrieg. Mit dabei ist OK KID Frontsänger Jonas Schubert, der als Egon Holz mit seiner Reibeisenstimme wie Casper klingt. Was Liam X macht ist tatsächlich Kunst. Nicht Pop, nicht berechenbar. Seine Songs sind modern, international und experimentell. Damit wird das Debütalbum nicht nur richtungsweisend für die deutsche Popkultur sein, sondern auch eines der wichtigsten Alben 2017 werden. Ob Liam X diesem Druck gewachsen ist, stellt sich bei Songs wie Herbst gar nicht erst.

The Best Of 2015 Vol.: 08

Und schon kommt die nächste Playlist.

The Best Of 2015 Vol. 08

The Best Of 2015 Vol. 08

01. Ben Khan – Youth

02. Postiljonen – Go!

03. Cosby – Yeah

04. Gavin James – 22

05. Birds Of Tokyo – I’d Go With You Anywhere

06. Vanessa Carlton – Blue Pool

07. Philipp Dittberner – Das Ist Dein Leben

08. Rüfüs – Lika An Animal

09. Bleachers – Like A River Runs

10. Le Very – Numbers

11. Young Empires – So Cruel

12. Darkness Falls – Night Games

13. Hot Chip – Started Right

14. David Lemaitre – Megalomania

15. Panteros666 feat. Woodkid – Clear

16. Janet Jackson feat. Missy Elliott – BURNITUP!

17. Naughty Boy feat. Bexoncé & Arrow Benjamin – Runnin‘ (Lose It All)

18. Frittenbude – Die Möglichkeit Eines Lamas

19. Wanda – Bussi Baby

20. Hurts – Lights

21. Robin Schulz feat. Francesco Yates – Sugar

22. Stereophonics – I Wanna Get Lost With You

23. Alanis Morissette – Superstar Wonderful Weirdos

Panteros666 holt Woodkid zurück!!

Panteros666 hat es geschafft den Kritikerliebling Woodkid zurück ins Studio zu bekommen. Das Ergebnis ist ein großartiger Housesong. Aber von Anfang; Panteros666, das ist der Franzose Victor Watel. Watel lebt in Lille und macht bereits seit einigen Jahren satten House. 2013 kam sein erstes Album ‚Bromance #8: Hyper Reality‘ auf den Markt. Seitdem wächst seine Fangemeinde stetig. Nun hat er sich für seinen neuesten Track den allseits beliebten und ebenso aus Frankreich kommenden Woodkid ausgesucht. Beide zusammen liefern mit ‚Clear‘ eine Bombe von Song ab. Ist der Beat sehr houselastig erkennt man klar auch Elemente aus de 90er Jahren wieder. Hinzu kommt Woodkids einzigartige Stimme. Damit schafft es Panteros666 uns einerseits zum tanzen zu bewegen um uns andererseits mit Woodkids Gesang wieder abzuholen. Hier zeigt sich einmal mehr, was für eine Ausnahmestimme Woodkid besitzt.

Vancouver Sleep Clinic & GXNXVS - Hold On We're Going Home

Vancouver Sleep Clinic – Die Magie eines Songs

Es gibt sie immer wieder mal, diese Momente in denen man von Musik verzaubert wird. Müsste man sie ihnen einen Namen geben, könnte man The XX, James Blake oder Woodkid sagen. Und so reiht sich Vancouver Sleep Clinic auch in genau diese Art von Musik ein. Sind doch die Songs des Australiers Tim Bettinson geprägt von atmosphärisch, houselastigen Indie Sounds. Und als wäre diese Mischung nicht schon Anreiz genug, singt der 18-Jährige in einer fast schon falsettartigen Stimmlage, dass man eine Träne über seine Wange rollen zu fühlen vermag. Ein besonderen Eindruck macht hierbei eine gänzlich fremder Song. Hat der Australier doch den Song Hold On, We’re Going Home von Drake in eine traumhafte Geschichte verwandelt und somit auf höchstem Niveau eine Coverversion geschaffen, die das Zeug hat ein endloser Indie-Hit zu werden.