T. Williams & James Jacob feat. Kelli-Leigh - The Remedy

T. Williams – Im absoluten Tanzrausch

Im Frühjahr 2018 schaffte es ein Track des britischen Produzenten-Duos T. Williams & James Jacob in die Hype- und Club-Charts weltweit. Mit Learning Process hatten die beiden für einen großen Clubhit gesorgt, der durch die Zusammenarbeit mit Tim Delxue erst richtig durchstartete. Anderthalb Jahre später sampelt das Duo seinen eigenen Song erneut und legt auf die Housebeats noch die Vocals der Londonerin Kelli-Leigh. Diese wiederum hatte bereits vor zwei Jahren mit ihrem Featuring auf James Hypes More Than Friends für einen Clubhit gesorgt. Nun sind es T. Williams & James Jacob, die sich die wunderbar klare Stimme der Britin zu Nutzen machen und aus Learning Process den Song The Remedy werden lassen. Darauf zu hören sind 90er-Jahre Pianoklänge, die mit Eurodance und Trompeten begleitet werden. Mit The Remedy könnten T. Williams & James Jacob direkt aus den 90er Jahren kommen und würden selbst dort zum Hit werden. Dabei schraubt sich der Track, durch Plays von Größen wie Basement Jaxx, Sister Bliss oder Riva Starr immer höher in den Clubcharts weltweit und ist zu Recht einer der Hits für die kommende Silvesterparty.

Al Pride - Sober By Tomorrow

Al Pride – Melancholischer Optimismus

Es heißt, dass ihr viertes Studioalbum, welches für 2020 angekündigt ist, optimistischer sein soll und weniger melancholisch. Dabei hat die Schweizer Band Al Pride gerade in diesem Sektor eine grandiose Auswahl an großartigen Songs zu bieten. Um einen Eindruck von den neuen Songs zu erhalten, ohne auf das kommende Album warten zu müssen, haben uns Al Pride vor einigen Wochen mit einer Livesession einiger ihrer neuen Songs versorgt. Diese wurden dabei opulent eingespielt und glänzen durch nostalgische Gitarrenriffs, Trompeten und einem verträumt, traurigen Gesang. Mit dem Song Sober By Tomorrow haben sie all diese Elemente zusammengesetzt und einen wunderbar zum Winter passenden Song veröffentlicht, der von Heimeligkeit und Melancholie geprägt ist. Mit zarten Lyrics und einer behaglichen Produktion der Livesession zeigen uns Al Pride, was wir 2020 von ihnen erwarten können und freuen uns schon jetzt auf das neue Album.

Bad - Sweat

B.A.D. – Sie lassen dich schwitzen

Zwei Freunde, welche die gleiche Liebe zur Musik teilen, machen seit acht Jahren zusammen Musik und entscheiden sich doch erst vor knapp einem Jahr dafür, daraus auch eine Band zu formen. Dass sich die beiden so wunderbar ergänzen, zeigt ihr aktueller Song Sweat, der Funk, mit zuckersüßem Pop und Soul verbindet und einen satten Ohrwurm auf uns los lassen. Mit einem kopfverdrehenden Trompetensound und flirrend blubbernden Funkbeats ist Sweat soulig sowie er Elemente des Swings mit bedient. Mit ihrer, im März veröffentlichten, EP Good haben Julia Brex und Jackson Hoffman eine großartige Variante des Big Sounds und der 70er-Jahre-Disco produziert, die mit Humor und einer gewissen Sexyness auch gut einen Abend als Alleinunterhalter und Cabarettshow laufen könnte. Bei dem New Yorker Duo Bad realisiert man erst wieder wie unbeschwert, klebrig süße Popmusik klingen kann und man sich um nichts anderes mehr Gedanken machen muss.

Iggy Pop - James Bond

Iggy Pop – Eine Legende findet sich neu

Iggy Pop ist jemand ganz besonderes. Hat er mit seinen 17 bisherigen Alben nie den ganz großen kommerziellen Erfolg feiern können, gilt der in Michigan, USA, geborene Sänger als Ikone des Punks und hat unzählige Bands und Musiker beeinflusst. Zwischenzeitlich lebte Pop zusammen mit David Bowie in einer WG in Berlin Schöneberg und schrieb mit ihm an zwei seiner erfolgreichsten Alben. Heute kennt Iggy Pop fast jeder – ist er doch der Rockstar, der immer Oberkörper frei auf der Bühne steht und mit seinen langen, blonden Haaren die Menge begeistert. Doch seine Songs sind vielen auch heute noch ehe unbekannt. Nun hat Pop mit Free sein – unglaubliches – 18. Studioalbum veröffentlicht und zeigt sich hier von einer gänzlich anderen Seite. Reflektiert, ruhig aber auch außer Atem präsentiert Pop seine Musik als völlig neue Interpretation seiner Person. Pop selbst sagt darüber, dass auf dem Album andere Künstler von ihm reden, Pop ihnen aber seine Stimme geliehen hat. So zeigt sich auf der aktuellen Single James Bond, dass Pop diese Schnittstellen hervorragend herausstellt. Denn hier klingt Pops Stimme, der, des 2003 verstorbenen Country-Sängers Johnny Cash fast zum verwechseln ähnlich. Diese Stimme ist nicht neu, nur nutzt sie Pop sehr selten und zeigt auf James Bond einen jazzigen Sound mit Trompeten und funkigen Elementen. Free ist Iggy Pops „Durchatmen“ vom bisherigen Sound und erfindet den Ausnahmemusiker, der seit 60 Jahren im Musikgeschäft ist, fast gänzlich neu. James Bond zeigt dabei die Erhabenheit des Sängers, sich diesem Moment anzuvertrauen.

Whitney - Used To Be Lonely

Whitney – Die leisen Helden

Bereits mit ihrer Single Giving Up hatte das Chicagoer Duo Whitney ausnahmslos überschwängliche Kritiken eingesammelt. Nun ist mit Used To Be Lonely eine weitere Single ihres kommenden, zweiten Studioalbums Forever Turned Around erschienen, das an diesem Freitag veröffentlicht wird. Darauf setzen die Jungs einmal mehr auf die Wucht der leisen Töne. Mit schmachtendem Gesang, einem zurückhaltenden Klavierspiel und fast nicht zu bemerkenden Trompeten lassen sich Julien Ehrlich und Max Kakacek einmal mehr fallen und besingen den Moment an dem sich eine Beziehung zwischen zwei Menschen aufbaut. Mit einem ersten Date und dem Knistern nach jedem Augenkontakt setzt sich Used To be Lonely zu einem ganz besonderen Liebeslied zusammen, das herzzerreissend schön und unglaublich liebevoll klingt.

Elderbrook & Rudimental – Tanz dich frei

Beide Acts blicken bereits auf eine ausgiebige Diskografie zurück. Sind Rudimental für ihre Kollaborationen mit Blick auf Diversität, Akzeptanz, Inklusion und Freiheit bekannt und haben in der früheren Vergangenheit mit Acts wie Jess Glynne, Macklemore, Tom Walker und James Arthur zusammengearbeitet, steht das Londoner Kollektiv für tanzbare, elektronische Musik, die auch genreübergreifend funktioniert. Elderbrook – der ebenfalls aus London kommende Singer/Songwriter und Produzent – hat in den vergangenen Jahren vor allem durch seine Zusammenarbeit mit CamelPhat auf Cola von sich hören lassen. Nun haben sich beide Acts für Something About You zusammengetan und einen Song veröffentlicht, der sich sanft aber gleichzeitig euphorisierend anhört. Genau diese Mischung transportiert die Intention hinter dem Song – zeigt das Video doch eine Selbsthilfegruppe von Männern, die sich öffnet und dem vergifteten Maskulinismus – der sich jeder Verletzbarkeit bei Männern verwehrt – zu entziehen versucht. Dabei braust Something About You zwischenzeitlich mit Trompeten auf und bedeutet damit das emotionale Freitanzen der Protagonisten. Einmal mehr haben Elderbrook, sowie Rudimental einen Song veröffentlicht, der radiotauglichen Elektro, clubtaugliche Beats und gesellschaftskritische Themen so wunderbar miteinander verbindet, dass man fast spielerisch an schwere Themen herangeführt wird.

Sultans Court - Shutdown

Sultans Court – Ihrem Vorbild immer näher

Bereits Ende Mai konntet Ihr hier über die Berliner Band Sultans Court lesen und erfahren, dass sie als einen ihrer Einflüsse die Band Alt-J nennen. Auf ihrer neuen Single Shutdown zeigen sie nun, dass sie dem Sound ihrer Vorbilder so nahe kommen, dass man den Song getrost auch auf einem Album der Briten vermuten würde. Dabei behandeln Sultans Court abermals ein Thema, welches in der Gesellschaft stattfindet, jedoch kaum thematisiert wird – dem des Hikikomori. Hinter diesem – doch recht niedlich klingenden – Wort verbirgt sich allerdings eine komplexe Form der Flucht aus der Realität. So finden sich vor allem in Japan viele Menschen, die sich in ihren eigenen vier Wänden einschließen und mitunter über Jahre nicht mehr das Haus verlassen, um aus der Realität zu flüchten. Dieses beängstigende Thema untermalen Sultans Court mit düsteren und fernöstlich angereicherten Soundelementen, die aus Bass, Gitarren und derben Trompeten bestehen. Dabei knistern die Membranen der Boxen nur so vom tiefen Sound, sorgen für eine dystopische Stimmung und animieren gleichzeitig zum tanzen. Sultans Court verpacken schwere Themen so gekonnt in große Sounds, dass man jedem Moment mit dem Zünden der Rakete rechnen muss.

The Asteroids Galaxy Tour - Dynamite

The Asteroids Galaxy Tour – Explosiv, wie Dynamit

Mit Around The Bend hatte das Dänische Psychedelic Popduo The Asteroids Galaxy Tour – alias Sängerin Mette Lindberg und Produzent Lars Iversen – 2008 einen satten Indiehit gelandet. Dabei wurden sie weltweit in den Clubs gespielt und begeisterten mit einem euphorisch, fröhlichen Popsound, der mal schräg war und mal einfach nur Partystimmung verbreitete. Nun, elf Jahre nach Around The Bend, veröffentlichen The Asteroids Galaxy Tour mit Dynamite bereits ihren fünften Song aus einem Album, welches nach fünf Jahren Pause, noch dieses Jahr erscheinen soll. Dabei ist Dynamite eine energiegeladene Pophymne, die mit Trompeten und 70er-Jahre-Funk aufwartet und so einen satten Ohrwurm in The Asteroids Galaxy Tour-Manier kreiert. So kündigten The Asteroids Galaxy Tour den Song letzte Woche dann auch mit dem kurzen Kommentar Die Trompeten sind zurück! an. Wann genau das vierte Album veröffentlicht wird, steht noch nicht fest. Doch nach fünf ausgekoppelten Songs, dürfte es sich nicht mehr all zu lange hinziehen. Wir sind gespannt und bleiben am Ball.

Whitney - Forever Turned Around

Whitney – Für die Ruhe in stürmischen Zeiten

Es ist wie nach einem vollgepackten Wochenende. Wir erlebten Tage, voller einzigartiger Momente. Momente, die wir für die nächsten Wochen im Kopf behalten werden – aber vor allem, am ersten Tag danach. Dieser Moment, wenn wir auf dem Weg zur Arbeit sind und melancholisch, an die vergangenen Tage zurücksehnen. Das ist der Moment, zu dem Giving Up so sehr passt. Doch auch zu einem schwülen Sommerabend auf dem Balkon, wenn wir das nahende Gewitter erwarten und die Luft so dick zu werden scheint, dass wir sie schneiden könnten. Mit schummrig leuchtenden Glühbirnen an der Brüstung und einem erfrischenden Getränk, genießen wir diesen Moment. Das ist der Moment, zu dem Giving Up so sehr passt. Doch auch im eigentlichen Sinne – dem Grund, warum die Chicagoer Band Whitney diesen Song geschrieben hat, kann nicht besser passen. Denn die Bandmitglieder Julien Ehrlich und Max Kakacek wollten den Moment erzählen, an dem man mit Magenschmerzen feststellt, dass eine einstmals so liebevolle Beziehung vor den Trümmern steht und ihr kein neues Leben mehr eingehaucht werden kann. Auf Giving Up hören wir ein smoothes Klavierspiel, welches so schön laid-back klingt und hier und da den sanften Einsatz von Trompeten durchblitzen lässt. Giving Up ist so wunderbar vielschichtig, wie anschmiegsam und der perfekte Soundtrack für einen Sommerabend mit einzigartigen Momenten. Das dazugehörige zweite Album Forever Turned Around folgt am 30. August.

Parov Stelar - Gringo

Parov Stelar – Mehr Beat, mehr Trompeten

Parov Stelar hat sich über die letzten 20 Jahren ein Denkmal gesetzt. Denn mit einem Mix aus elektronischen Beats, Trompeten, Balkansound und 20er Jahre Swing hat der Österreicher es geschafft ein komplett neues Genre zu kreieren. Man kann fast sagen, Stelar ist der Vater des Elektroswings. Mit unzähligen Alben und Songs wie All Night kann der 45-Jährige Produzent auf eine riesige Diskografie schauen und wird dennoch nicht müde, neues Material zu veröffentlichen. Denn gerade in den letzten Jahren ist sein Sound zunehmend populärer geworden und Stelar daher ein gefragter Act auf Festivals. Nun hat Stelar mit Gringo einen fast schon untypischen Song veröffentlicht, der seinen gewohnten Sound erst zur Mitte hin erkennen lässt. Mit derben Beats und einem Kinderchor beginnt Gringo fast schon wie ein elektronischer Hip-Hop-Track aus den USA. Doch wenn schließlich die Trompeten und das Klavier einsetzen ist klar, das ist Stelar. Die schnellen Trompeten prägen einmal mehr den Balkanbeat des Künstlers und lassen ein nahendes, neues Album erwarten, welches lose für den Sommer angekündigt ist. Gringo ist abermals ein satter Partyhit, der in Clubs genauso gut funktioniert, wie in Kneipen, Homepartys oder Open-Airs. Und dafür liebt die ganze Welt den Österreicher Stelar.