Jax Jones feat. Years & Years – Deep House und Pop auf vom Fließband

Dass Years & Years auf eine erfolgreiche Bandgeschichte zurückblicken können, liegt nicht nur an den unglaublich guten und mitreißenden Popsongs, sondern vor allem an Frontsänger Olly Alexander – aus dem die Ideen nur so rauszusprudeln scheinen. Gleichzeitig ist Olly Alexander eine schillernd, quierlige Persönlichkeit, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Dass sie dort stehen, wo sie jetzt sind, haben sie allerdings auch Produzenten wie The Magician zu verdanken, der die Band in einem frühen Stadium gefördert und bekannt gemacht hat. Dies geben Years & Years nun zurück und arbeiten auf der Single Play mit dem Londoner Produzenten Jax Jones zusammen. Steht Jones zwar nicht mehr vor dem Problem, erfolgreich werden zu müssen – immerhin hat er mit You Don’t Know Me und Breathe selbst zweimal die britischen Top-10 geknackt – beschränkt sich seine Bekanntheit mehr oder weniger ausschließlich auf die britischen Inseln. Dies könnte sich nun mit der poppigen Housenummer Play ändern, die mit eingängigen Beats und Olly Alexanders unverkennbarer Stimme zu einer ekstatischen Club-Hymne wird. So haben der Produzent und die Band einen Song produziert, der sich aufmacht, die Charts weltweit zu erklimmen.

Werbeanzeigen

MJ Cole feat. Freya Ridings – Die Geschichte einer großen Stimme

Freya Ridings gilt als eine der heißesten Anwärterin, 2019 ganz groß durchzustarten. Mit ihrer Single Lost Without You schaffte sie es 2017 bis in die britischen Top-10 der Singlecharts. Nun gibt es auch einen Veröffentlichungstermin für ihr Debütalbum Freya Ridings, welches am 31. Mai 2019 erscheinen wird. Ihre ausufernde Stimme und der warme Klang lassen Ridings sofort auf einer Stufe mit Hannah Reid von London Grammar steigen – ist doch die übertragende Emotion so reich und voll, dass man eine Symphonie zu erleben scheint. Zusammen mit dem britischen Produzenten und Musiker Matthew James Firth Coleman alias MJ Cole, der bereits Musik für Mary J. Blige, Dizzee Rascal, Example oder Sam Smith produzierte und Remixe für Jess Glynne, Amy Winehouse, Alicia Keys oder Mariah Carey veröffentlichte, hat sie nun mit Waking Up eine mystische Pianoballade veröffentlicht, die voluminös und gewaltig klingt. Dieser Song wird auf MJ Coles nächster Platte zu finden sein und ebenfalls gute Chancen haben, es auch auf Ridings Debüt zu schaffen. Waking Up ist der perfekte Begleiter durch die kommenden Wintermonate, bis bei den Textzeilen I’m waking up… der Frühling erwacht.

Mighty Oaks – Die alte Wertschätzung

Jahre sind vergangen, seitdem das Berliner Trio Mighty Oaks noch als Newcomer galten. Heute sind sie gestandene Größen und schafften es mit ihren beiden Alben Howl (2014) und Dreamer (2017) in die Top-10 und Top-20 der deutschen Albumcharts. Dabei gab es direkt zu Beginn ihrer Karriere Songs, die nur einem kleinen Publikum zuteil wurden, da die physischen Tonträger damals nur limitiert vorhanden waren. Nun, acht Jahre nach der ersten Veröffentlichung, bringen Ian Hooper, Claudio Donzelli und Craig Saunders mit Driftwood Seat EP abermals die Songs Rainier, So Low, So High, Driftwood Seat und Like An Eagle raus. Damit schenken Sie ihren Fans eine EP mit den 4 Songs, mit denen das Abenteuer Mighty Oaks vor knapp 9 Jahren begonnen hatte. Als erste Auskopplung können wir nun Like An Eagle hören und uns vom warmen, Folk-Sound des Trios treiben lassen. Die allgegenwärtige Melancholie der Songs ist gleichzeitig so inspirierend, wie beruhigend. Mighty Oaks zeigen mit der Wiederveröffentlichung ihrer ersten Songs, dass sie keine Trittbrettfahrer des Hypes um Folkmusik waren, sondern vielmehr Begründer dieses.

Douwe Bob & Jacqueline Govaert – Gewinner mit Gefühl

Mit einer 1A-Castinglaufbahn hat sich der niederländische Singer/Songwriter Douwe Bob in den letzten Jahren zu einem der bekanntesten Sänger des Landes gemausert. Hat er seit seinem Sieg der Castingshow De beste singer-songwriter van Nederland 2012 bereits drei Alben veröffentlicht, konnten sich diese allesamt in den Top-10 platzieren und eines sogar den Thron besteigen. Nun steht seit letzten Freitag mit The Shape I’m In sein viertes Studioalbum sowie die Single I Do in den Regalen. Auf I Do hat er sich seine ehemalige Jurorin Jacqueline Govaert dazugeholt und präsentiert sich damit im Duett. Govaert – selbst über 12 Jahre Frontsängerin der sehr erfolgreichen Band Krezip – gibt mit ihrer warmen und unverkennbaren Stimme die Gesangspartnerin. Beide lassen I Do zu einer fantastischen Ballade wachsen, die wunderbar in die besinnliche Jahreszeit passt. Nur von einem Piano begleitet, singen sie so klar und warm, dass wir uns am liebsten zu ihnen an den Kamin gesellen möchten.

Josh. – Der Sommerhit des Herbstes

Es ist diese raue Stimme, der liebenswerte Text und ein sympathischer Name, der seit Monaten schon in Österreich sein Unwesen treibt. Dabei singt der Österreicher Johann Sumpich – der sich für den Song Cordula Grün schlicht Josh. nennt, über eine Frau, die ihm in einer Tanzbar ins Auge fiel und er nicht mehr von ihr lassen konnte. Sie verdrehte ihm den Kopf und so landeten sie in ihrem Bett – ehe er herausfand, dass das doch weit komplizierter war. Mit diesem sympathisch, menschlichen Blick auf solch einen Moment und einem leichtgängigen Text, schafft es Josh. zu erst in Österreich aus dem Nichts bis auf Platz 5 und nimmt nun Anlauf die deutschen Top-10 der Singlecharts zu erklimmen. Dabei ist Sumpich kein Newcomer im eigentlichen Sinne, hatte er bereits 2016 eine eigene EP namens Wie Im Kino veröffentlicht. Cordula Grün ist dabei Zweierlei – ein Glückstreffer und professionell erarbeiteter Erfolg. Denn neben Josh. als Musiker, standen ihm die Produzenten und Musiker wie Martin Kromar und Florian Cojocaru vom Wiener Musikstudio Echopilot zur Seite. Und so ist Cordula Grün der Sommerhit des Jahres 2018, der uns nun den Herbst versüßen wird.

Janet Jackson – Wie einst zu Together Again

Ihre Hochzeiten schienen längst vorbei – Janet Jackson hatte von Mitte der 80er Jahre bis 2001 einen Nummer-1 Hit nach dem anderen. So gehen in dieser Zeit 10 Pole-Positions und weitere 12 Top-5 Hits auf ihr Konto. Doch seit 2002 schaffte es die US-Amerikanische Sängerin kein einziges Mal mehr in die Top-10. Sicherlich auch ein Zeichen ihrer Kehrtwende, hin zu mehr Ambivalenz und dem nachlassen ihrer eigenen Note. Nun allerdings, hat sich die 52 jährige Sängerin mit dem Raggaeton-Superstar Daddy Yankee zusammengetan und mit der Single Made For Now einen Sommerhit veröffentlicht, den man so von Jackson nicht erwartet hätte. Mit sommerlichen Vibes, einer sanft singenden Jackson und dem Gedanken, einen Song über Liebe und Verbundenheit zu schreiben, kamen Jackson und der britische Produzent Harmony Samuels – der bereits für Ariana Grande, Maroon 5 oder Janelle Monáe Songs produzierte – zusammen. Bereits im Produktionsprozess orientierten sich beide an lateinamerikanischer Musik, mit einem Hauch von Afro-Kultur – so beschreiben es Samuels und Jackson. Hört man sich den gesamten Song an, bekommt man diese Absicht in jeder Sekunde zu spüren und lenkt diese ein wenig davon ab, dass Jackson selbst eher wenig Text zu singen hat. Am Ende ist Made For Now allerdings seit Together Again einer von Jacksons stärksten Songs, hebt sich deutlich von dem aktuellen Sound-Einheitsbrei – der in den USA herrscht – ab und ist darüberhinaus eine satter Sommerhit.

Foster The People – Ein Ohrwurm, der seine Zeit braucht

Mit Pumped Up Kicks hatte die amerikanische Band Foster The People 2010 gleich mit ihrer Debütsingle einen Welterfolg landen können. Mit eingängigen Beats und einem Songtext zum mitsingen, gelang es ihnen den Song in 23 Ländern in die Charts zu bringen – 13 Mal davon sogar in die Top-10. Nach ihrem zweiten Album Supermodel (2014) erschien letztes Jahr mit Sacred Heart Club ihr dritter Longplayer. Darauf enthalten ist die Single Sit Next To Me, die offiziell bereits am 13. Juli 2017 veröffentlicht wurde. Da der Song aber irgendwo zwischen Ed Sheerans Shape Of You und Luis Fonsis Despacito unterging, versucht das Trio aus Los Angeles nun erneut einen Anlauf. Ihr positiver Indie-Pop lässt sich auf Sit Next To Me perfekt mit der heutigen Geschwindigkeit der Jugend verknüpfen – was die Jungs wunderbar im dazugehörigen Musikvideo umsetzen. Hier haben sie ihre Fans nach Videobeiträgen für den Song gebeten- herausgekommen ist eine InstaStory, wie wir sie auf dem Social-Network täglich sehen. Schnell, charmant und euphorisch wechseln sich die unterschiedlichsten Posts ab und erwecken Sit Next To Me zum Leben. Allein das Musikvideo wäre schon Grund genug, beim zweiten Veröffentlichungsanlauf endlich Erfolg zu haben. Wir drücken ihnen dafür auf jeden Fall die Daumen.

Snow Patrol – Don’t Give In

Seit nunmehr 25 Jahre ist die Nord-Irische Band Snow Patrol zusammen unterwegs. Lange Zeit nur in Irland erfolgreich, schafften sie 2006 mit Chasing Cars den Durchbruch und landeten in den Top-10 der internationalen Charts. Dass sie dies mit einem Song aus ihrem vierten Studioalbum Eyes Open (2006) schafften, war die Beute langer Arbeit. Denn bereits mit den Alben Songs For Polarbears (1998), When It’s All Over We Still Have to Clear Up (2001) und Final Straw (2003) hatten auf den britischen Inseln Erfolge zu vermelden und stießen 2003 sogar auf Platz 1 der irischen und Platz 3 der britischen Albumcharts vor. Seit ihrem Erfolg durch Chasing Cars prasselten die Gold- und Platinschallplatten nur so über die Jungs ein und in der Folge lieferten Snow Patrol, um Sänger Gary Lightbody, mit A Hundred Million Suns (2008) und Fallen Empires (2011) zwei weitere, gefeierte Alben ab. Doch auf einem der Höhepunkte ihrer Karriere wurde es plötzlich still um die Band. Lange sieben Jahre sollte es dauern, bis die Fans der nordirischen Band neues Material zu hören bekamen. Dabei war der Grund nicht etwa eine kreative Auszeit – wie Lightbody im BBC Radio 2 Interview mit Jo Whiley erklärte. Vielmehr war es die Mischung aus der Unzufriedenheit des Songmaterials und einer Phase, durch die Lightbody gehen musste, um wieder voll da zu sein. Dabei zog sich das Texten der Songs am längsten hin und bedeutete die schwierigste Phase. Denn hier musste für Lightbody eine Veränderung in seinem Leben her. Hatte er sich in seiner Kindheit mit einem Alkoholiker als Vater auseinanderzusetzen, zerfraß ihn das über die Jahre immer mehr, wie er im Interview äußerte. Dies ging schließlich so weit, dass er Anfang der 2010er schließlich am eigenen Tiefpunkt angekommen war und sich bewusst wurde, dass es tiefer nicht mehr gehen darf. Über diese Phase singt Lightbody nun auf dem kommenden Album Wildness, welches am 25. Mai erscheinen wird. Darauf enthalten ist die nun veröffentlichte Single Don’t Give In, auf der er den Ausbruch aus diesem Tiefpunkt beschreibt. So musste er aus dieser Phase rauskommen, um darüber schreiben zu können und kann nun damit deutlich positiver umgehen, was man auch in Don’t Give In hören soll. Dabei klingt Don’t Give In fast, als würde es ein Nachruf auf die dunkle Vergangenheit sein. Ein Abschluss eines Kapitels, welches nicht mehr Teil des Lebens sein soll. Dabei ist der elektronische Sound der letzten beiden Alben, einem rauen und puren Akustiksound gewichen. Hier singt Lightbody mit gebrochener Stimme und wird von der Band in einem hallenden Chor durch den Refrain begleitet. Damit läuten Snow Patrol eine neue Zeit in ihrer musikalischen Laufbahn ein und packen uns mit einem emotionaleren Sound. Mit Don’t Give In hat Gary Lightbody dem Alkohol abgeschworen und uns eine ganz neue Seite Snow Patrols gezeigt, der wir Wort für Wort folgen.

MK – Die Silvesternacht kann kommen

Zwei Buchstaben – mehr braucht es nicht, um einen der heißesten Songs für die Silvesternacht anzukündigen. Wenn dann auch noch der Titel aus nur zwei Zahlen besteht, fragt man sich fast, was das alles zu bedeuten hat. Dabei ist der – aus Detroit stammenden – House-DJ MK bereits seit fast 30 Jahren im Geschäft und hat Anfang und Mitte der 90er Jahre unzählige Songs geremixt. Für den Hit-Remix zum Nightcrawlers Song Push The Feeling On zeichnet sich MK verantwortlich und hat dafür gesorgt, dass dazu auch heute noch in den Clubs getanzt wird. Seit 1995 wurde es jedoch plötzlich still um Marc Kinchen – wie der DJ bürgerlich heißt. Ganze 14 Jahre sollte es dauern, bis MK wieder von sich hören ließ. So kam MK 2009 deutlich präsenter zurück und steuerte Remixe für renommierte Künstler wie Chris Malinchak, Disclosure, Wankelmut, Rüfüs oder Pet Shop Boys bei, die mitunter bis auf Platz 1 der britischen Charts stiegen. Mit seiner nun veröffentlichten, eigenproduzierten Single 17 steht MK das erste Mal als Solokünstler in den Top-10 der britischen Charts. Der 45-jährige DJ beweist somit, dass Clubmusik immer geht. Hört man sich 17 an, wird man mit einer gehörigen Portion House in die 90er katapultiert. Hier kommen Erinnerungen an Whigfield und das Gefühl von absolutem Spaß auf. 17 ist eine grandiose Partynummer, die wie für die Silvesternacht produziert scheint. Spielt den Song doch einfach auf Eurer Silvesterparty und tanzt als wärt Ihr 17!

Tash Sultana – Lass Dich nicht täuschen

Tash Sultana – Murder To The Mind

Hört man zum ersten Mal den Song Notion der 21 jährigen Australierin Tash Sultana, wird man an ein junges, unbedarftes und zierliches Mädchen denken. Doch weit gefehlt – sieht man Sultana einmal live, wird man seinen Augen kaum glauben können. Da steht eine tätowierte, gepiercte Frau vor einem, die ihre lange Lockenmähne mit einem Basecap in Zaum hält und Gitarrensolis abliefern kann, bei dem einen die Spucke wegbleibt. Mit ihren 21 Jahren hat sie es schließlich geschafft, ein aufregendes Leben hinter sich zu haben – gab es mit 17 Jahren die Entzugsklinik, mit 18 die ersten Auftritte als Straßenmusikerin, mit 20 die ersten ausverkauften Konzterhäuser und schließlich heute eine Top-10 EP und ausverkaufte Konzerte in Australien, Großbritannien und den USA, sowie Millionen Klicks für ihre veröffentlichen Songs auf YouTube. Dabei setzt sich ihre Musik aus dem Spiel einer Loop-Machine zusammen, bei der man einzelne Sequenzen in einen Computer einspielt und dieser die dann in Endlosschleife abspielt. Sultana kreiert damit einen Mix aus Dub, Pop und Rock und beeindruckt mit einer warmen Stimme und beachtlichen Gitarrenspiel. Mit dieser Musikmischung und Lebensgeschichte hat Tash Sultana alles, um für Furore zu sorgen und Gesprächsthema zu werden.