Ingrid Witt - Fools

Ingrid Witt – Melancholischer Elektropop

In der Riege des melancholischen Elektropops reihten sich neben Robyn zuletzt aufstrebende Sängerinnen wie Skott, Georgia und nun auch Ingrid Witt ein. Dabei ist die letztere in Stockholm lebende Sängerin auf dem Weg zu einer der ganz großen Exportschlager Schwedens zu werden. Mit ihrem melancholisch schönen Elektropop der aktuellen Single Fools verbindet Witt klebrig süßen Pop und modernen Elektro mit einer Blase aus Tränen und Freude. So kann man Fools gleichermaßen für einem einsamen Tanz in der eigenen Wohnung, dem romantischen Kuss mit seiner neuen Liebe oder auf dem Nachhauseweg nach einer euphorischen Nacht hören und wird immer wieder von einer Wärme durchflutet, die sich nur durch das Zusammenspiel aus Fools und dem Erlebten speisen. Witt hatte beim schreiben des Songs allerdings im Hinterkopf, einen Song zu machen, der für all die schrägen Menschen ist, die sich immer wieder die Frage stellen, was eigentlich dieses Wort verrückt bedeuten soll. Bei Fools trifft dabei Pop – der allgemein als Mainstream unter den Genres eingestuft wird – auf Melancholie, die mehrheitlich als Gegenpol des Beliebten gilt. Witt hat damit die zweite Single aus ihrer Songserie von vier Songs online gestellt und über ihr eigenes Plattenlabel Oh Mama Records veröffentlicht. Fools klingt nach Robyn und ist doch ganz eigenständig – auf alle Fälle aber ein großartiges Stück Pop.

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Georgia - About Work The Dancefloor

Georgia – Robyns Schwester im Geiste

Die Clubkultur weltweit ist so verschieden, wie aufregend. Ob eine Nacht in einem Club in Stockholm, London, New York oder Berlin, überall wird die Nacht anders zum Tag gemacht. Darüber hat die in London lebende Sängerin Georgia mit About Work The Dancefloor ein Lied geschrieben, welches so sehr für die Nacht steht, wie man es von der Sängerin Robyn kennt. Und auch About Work The Dancefloor ähnelt im Aufbau und Gefühl den Songs der schwedischen Pop-Ikone. Frisch vom SXSW Showcasefestival gekommen, schafft es Georgia innerhalb der vergangenen Monate immer mehr Menschen mit ihrer Hymne an die Clubnacht zu erreichen. About Work The Dancefloor ist die Hymne über den Club und gleichzeitig Öl für den Club. Und wir alle liegen Georgia zu Füßen.

SOMA - Slow

SOMA – Funk Soul Sister

Was haben der Irak, Finnland und Schweden gemein? Die Sängerin SOMA! Denn ist sie im Irak geboren, zog ihre Familie mit ihr als kleines Mädchen nach Helsinki. Vor knapp sechs Jahren zog es sie schließlich nach Stockholm, wo sie seitdem an ihrer Musik arbeitet. Mit ihrer im Frühjahr veröffentlichten Single Don’t Believe Them begeisterte sie auf Anhieb durch einen funkigen Elektropop, der 80er Jahre Synthies mit modernen Dancebeats verknüpft und an Künstler, wie Kiesza und ihrem Hit Hideaway erinnert. Auf ihrem heute veröffentlichten Song Slow eröffnet sie uns, in einer Art musikalische Rückblende, den flirrend glitzernden 80er Jahre Moment auf der Tanzfläche einer Schulsporthalle zum Abschlussball zu stehen und die Lichtpunkte der Diskokugel an den Wänden zu verfolgen. Dabei springt Slow zwischen einem soulig, funkigen Sound und der vollen Kraft einer Powerballade hin und her und lässt SOMA so zu einem der heißesten Musikexporte Skandinaviens werde.

Postiljonen – Große Gefühle und verträumte Wünsche

Dass das schwedische Pop-Trio Postiljonen noch nicht den ganz großen Durchbruch erfahren hat, bleibt vielen ein Rätsel. Schlagen sie doch in die gleiche Kerbe wie M83 und machen euphorischen Dream-Pop, der sich so zart aber mächtig anfühlt, dass man sich darin nur verlieren kann. Mit ihren beiden Alben Skyer (2013) und Reverie (2016) steuerten sie große Hymnen wie Skyer High, How Can Our Love Be BlindGo! und Crazy bei. Dabei sind ihre Songs von Verlust, Freude, Schmerz und Liebe geprägt. Mit ihrer neuesten Single Chasing Stars behandeln die drei Stockholmer das Gefühl, Sehnsucht nach jemanden zu haben, dem man früher einmal sehr nahe war. Dieses warme Gefühl, nicht nach der Rückkehr in dieses Gefühl zu jagen, sondern es einfach für den Moment zu wecken und es zu spüren, ist auf Chasing Stars allgegenwärtig. Dabei bleiben Postiljonen in ihrem überbordenden Dream-Pop zu Hause und lassen uns auf der Tanzfläche eines jeden Indie-Clubs ausrasten. Postiljonen wecken einmal mehr Gefühle von Euphorie und Glück und zaubern uns ein riesiges Lächeln in unser Gesicht und lassen die Zeit, bis zu ihrem dritten Album, hoffentlich nicht all zu lange dauern.

Shout Out Louds – Verträumt in eine neue Zukunft

Diese Band hat so einige Höhen und Tiefen durchlaufen. Waren ihre ersten beiden Alben Howl Howl Gaff Gaff und Our Ill Wills volle Erfolge in Schweden, schaffte es das dritte und vierte Album Work und Optica sogar international in die Charts. Doch mit dem fünften und aktuellsten Album Ease My Mind folgte ein herber Dämpfer. Landete dieses Album doch in keinen Charts weltweit. Dabei klingen die fünf Stockholmer hierbei deutlich offener und bleiben ihrem euphorischen Sound treu. Mit der nun veröffentlichten Single Up The Hill schließen sie – nach eigenen Aussagen – die Ära des Albums Ease My Mind ab. Somit schließt sich die neue Single wohl der Produktionszeit des fünften Albums an und überbrückt die Zeit bis zum sechsten Langspieler, welches die Band bereits vorbereitet. Up The Hill ist eine Liebeserklärung an die Liebe selbst. Mit viel Autotune und großen Gesten verabschieden sich die Stockholmer in eine Phase des Songwritings. Up The Hill ist eine verträumt, perfekte Indiehymne, die uns fühlen lässt, wie sehr die Band mit den Fans verbunden ist.

Postiljonen – Skandinarviens Dreampoptrio ist zurück!

Postiljonen – Crazy

Mit Euphorie, schwelgenden Beats und einer hauchenden Frontsängerin Mia Brox Bøe hatten Postiljonen vor zwei Jahren mit ihrem Song Go direkt ins Schwarze getroffen. Nicht zuletzt, da ihr Sound eine regelrechte Soundgrandiosität übermittelt. Da kommen Saxophone genauso vor, wie pumpende Beats und Synthies. Nachdem das Trio Bøe, Joel Nostrum Holm und Daniel Sjörs Ende 2015 mit Reverie ihr zweites Album veröffentlicht wurde es ruhig um sie. Widmeten sie sich doch Soloprojekten oder zehrten vom Erlebten des zweiten Albums. Dies musste kompensiert werden und mündet in einer neuen Single. Dabei klingt Crazy einmal mehr nach fabelhaften Dreampop, der in Soundwellen zu einem kommt. Hier treffen Synthies auf schnelle Beats und einem sehnsuchtsvollen Gesang Bøes. Dabei singt Bøe mal verführerisch naiv, mal traurig und verzweifelt und spiegelt Crazy das Gefühl wieder, dass das Trio in den vergangenen Monaten erleben durfte. Abschließend endet Crazy schließlich in einem weichen ausfaden. Dass Postiljonen mit Crazy ihr drittes Album vorbereiten und dennoch nicht auf den Zug der Dreampop-Bands wie Beach House und M83 aufgestiegen sind erstaunt. Das Zeug dazu liefern die drei auf jeden Fall seit Jahren.

Postiljonen – Dreampop aus Skandinarvien

Postiljonen - How Can Our Love Be Blind

Postiljonen – How Can Our Love Be Blind

Skandinarvien deshalb, da sich die Band aus Mitglieder, die in Stockholm und Bergen wohnen, zusammensetzt. Bereits im Oktober 2015 konnten Ihr hier über die Single ‚Go!‚, der dreiköpfigen Band, lesen. Nun steht übermorgen ihr zweites Album ‚Reverie‘ in den Läden und mit der Single ‚How Can Our Love Be Blind‘ ist eine weiter Single ausgekoppelt. Ihr sphärisch, hallender Sound, und der Dreampop-Beat lassen das Trio an Beach House oder M83 erinnern und schwelgen damit unvoreingenommen in einer Art Luftblase. ‚How Can Our Love Be Blind‘ baut sich im Verlauf der 4:19 min. zur Hymne, mit Trompeten, Schlagzeug und einer hauchend, sehnsüchtigen Stimme Mia Brox Bøe’s auf und holt den Hörer ab. Dieses Lied und Postiljonen verdienen es, beachtet zu werden.

Holy Holy – Eindrücke formen die Stücke

Holy Holy - You Cannot Call For Love Like A Dog

Holy Holy – You Cannot Call For Love Like A Dog

Was mit einer Unterstützung unter Freunden anfing entwickelte sich binnen kürzester Zeit zu einer handfesten Band. Aber der Reihe nach. Kennengelernt durch Volontariate in Südostasien haben Timothy Carroll und Oscar Dawson schnell Freundschaft geschlossen. Diese reichte sogar über Kontinente und Ländergrenzen hinweg. Dies zeigte die Zeit, als Carroll in Stockholm und Dawson in Berlin lebten. Schrieb Carroll zur damaligen Zeit gerade an eigenen Songs, hatte Dawson mit den Dukes Of Windsor, von Berlin aus, eine eigene Band gegründet, die es schaffte in die australischen Charts zu kommen. Denn genau da kommen beide ursprünglich her. Und so reiste Dawson kurzerhand nach Stockholm um Carroll zu unterstützen und herauszufinden, dass sich zwischen Ihnen eine so treibende Energie entwickelt hatte, dass sie kurzerhand beschlossen als Duo unter dem Namen Holy Holy Musik zu machen.
So sind auf dem, im Juli 2015 veröffentlichten, Debütalbum ‚When The Storms Would Come‘ nicht nur große Alternativesongs enthalten, sondern gleichzeitig auch die Eindrücke aus den verschiedensten Ländern und Regionen.
Herausragend ist hierbei der Song ‚You Cannot Call For Love Like A Dog‘. Beschreibt er doch am besten, wie Holy Holy klingen. So ist der, eigentlich als Ballade geschrieben, Song in seiner Wucht kaum zu bremsen. Besticht er doch durch einen fantastischen Bass mit stetigen Aufbau und einem psychedelischen Gesang, bis er zum Ende hin förmlich ausrastet und mit lautem Gitarrensolo alles hinwegfegt. ‚You Cannot Call For Love Like A Dog‘ markiert vielleicht den Aufbruch einer neuen, erwachseneren Alternativ- und Rockwelle, die gerade so sehnlichst erwartet wird.

Postiljonen – Einfach groß

Sie kommen aus Stockholm und Bergen, sind zu dritt und machen einen wahnsinnigen Sound. ‚Go‘, ihre neue Single, liegt irgendwo zwischen verträumten Sound, Euphorie, großen Hymnen und einem catchy Gesang der Frontfrau Mia Brox. Seit 2012 zusammen musizierend, haben Postiljonen bisher ein Album – Skyer – veröffentlicht. Postiljonen erinnern an M83 und beschreiben sich selbst als nostalgische Tagträumer, Brox‘ Stimme klingt hier, als würde man neben ihr an einem einzigartigen Ort jede Kleinigkeit mit den Augen aufsaugen und ihren Gesang leise ins Ohr gehaucht bekommen. Bereits mit Songs wie ‚Supreme‘, ‚Wait‘ und ‚Rivers‘ haben sie in den letzten Jahren für viel Aufsehen in Schweden und Norwegen gesorgt. Die neue Single ‚Go‘ ist wohl der imposanteste Weg, um ihre Band einem großen Publikum vorzustellen. Spannend dürfte hier auch sein, wie sich ‚Go‘ live auf der Bühne anfühlt. Postiljonen sind definitiv eine Band, die es gut zu beobachten gilt.