Someone – Ein Soundtrack für das Weltall

Die niederländische Sängerin Tessa Rose Jackson ist unter ihrem Musikprojekt Someone bekannt für ausufernde Musikvideos, die ihre Songs in ein völlig eigenständiges Genre heben. Ihr hauchend, hallender Gesang ist dabei der perfekte Soundtrack für eine Tour durchs Weltall. Verfolgt man Someones Diskografie, kommt man, wenn man The DeepForgive Forget und den heute veröffentlichten Song Pull It Together anhört, unweigerlich an den Punkt, an dem man sich selbst auf die Erde niedersehen sieht. Dabei hat Pull It Together Anleihen des 1969er Bowie Hits Space Oddity und schwelgt in Atmosphären fernab des hiesigen Popgeschehens. Mit opulenter Instrumentierung und großen Gesten singt Jackson von ihrem Blick aus dem Himmel – runter zur Erde und lässt mit Textzeilen wie Stuck on a cloud again. This time i can’t come down. It was an accident oh, won’t you help me out. I made the same mistake, yes I know erahnen, wie sie dort hingekommen ist. Someone ist ambitionierter Pop, der immer auch ausufernd und bombastisch klingt und hoffentlich in Zukunft in dem ein oder anderen Science-Fiction Film zu hören sein könnte.

Advertisements

Hayden James – Dunkler House mit heller Stimme

Es wird Zeit – mittlerweile gibt es im Netz über ein dutzend Songs des australischen Produzenten und Sängers Hayden James zu hören. Doch ein Album lässt nach wie vor auf sich warten. Nun wurde für Mitte 2019 endlich sein Debütalbum angekündigt und damit auch die neue Single Better Together. Diesen Song hat der in Sydney lebende James zusammen mit dem ebenfalls aus Australien kommenden Produzenten Running Touch aufgenommen. Mit seinem melodischen House und seiner prägnanten Stimme, sowie markanten Kollaborationen hatte James bereits mit den Songs Something About You und der Zusammenarbeit mit Boy Matthews auf Just Friends alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So konnte er Something About You sogar in die deutschen Charts bringen und wurde für Dieser und Just A Lover sogar jeweils für einen ARIA Music Award als Best Dance Release nominiert. Auf Better Together klingt James dunkler und scheint die Atmosphäre der Nacht für sich entdeckt zu haben. Als Symbiose aus zwei Menschen, die sich so viel geben, dass sie fast unschlagbar stark erscheinen, versteht James Better Together und hat damit den Soundtrack es Winters abgeliefert.

Weiss – Und der Club kommt zu Dir

Er ist einer der aufregendsten Produzenten und DJ’s der letzten fünf Jahre. Mit den Ibiza Anthem My Sister brachte er 2013 und 2014 die Tanzflächen zum Beben. Was folgte, waren unzählige Gigs weltweit. Mit gestandenen Größen wie Gorgon City, Groove Armada, Richie Hawtin, Tensnake oder Claptone als Fans kann er sich Zusammenarbeiten und Clubs mittlerweile aussuchen. Nachdem Weiss diesen Sommer mit seinem neuesten Song Feel My Needs wieder die Clubs aufgemischt hat und den Soundtrack des Sommers ablieferte, schafft die Nummer es nun auch in die Radiostationen in ganz Europa. Dabei klingt Feel My Needs anfangs sogar wie eine klassische Loveparade Hymne und beginnt mit einem Repeatbeat und Piano-Part, bis ein blechernes Trommeln die Lyricsequenzen einläutet. Feel My Needs ist ein klassischer House-Song, der so auch direkt aus den späten 90ern oder frühen 2000ern entsprungen sein könnte. Mit Feel My Needs wird Weiss, nach den Clubs der Partyhochburgen nun auch die Homeparties und aufmischen.

Maribou State – Locker und sommerlich zum Ohrwurm

Gerade erst ihr zweites Studioalbum Kingdoms in Colour veröffentlicht, heizt uns das britische Duo Maribou States um Chris Davids und Liam Ivory aktuell mit ihrem Track Nervous Tics ordentlich den Oktober ein. Passend zu den sommerlichen Temperaturen vor der Tür haben Maribou States damit einen Soundtrack für den nicht enden wollenden Sommer 2018 beigesteuert. Dabei bedienten sie sich an einem Instrument aus China, welches bereits vor über 2000 Jahre (!!!) in China zur Erzeugung von Musik genutzt wurde. Das Guzheng ist eine Zither, die durch ihr Wölbbrett und die veränderbaren Stege, immer wieder andere Töne erzeugen kann. Hinzu kommt die sanfte Stimme der Londoner Sängerin Holly Walker, mit der das Produzenten-Duo bereits in der Vergangenheit zusammenarbeitete. Auf Nervous Tics geht es um den aktuellen Zeitgeist und der Flut an Informationen durch die Medien und unsere Smartphones, die zu nervösen Ticks führen und uns das Gefühl geben, etwas verpassen zu können. Dabei haben Maribou State einen so leichten Song produziert, der hier und da eine sehnsuchtsvolle Melancholie ausdrückt aber immer noch so chillig ist, dass er zu den letzten warmen Sonnenstunden dieses Jahres passt.

Tom Odell & Alice Merton – Das warten auf einen ungemütlichen Herbst

Alice Merton hat gerade erst letzte Woche mit ihrer neuen Leadsingle Why So Serious die Vorfreude auf ihr bald erscheinendes, Debütalbum eingeläutet. Nun steht sie mit einem weiteren Song im Rampenlicht. Dieses Mal allerdings mit dem britischen Pop-Sänger Tom Odell. Dieser hat mit Jubilee Road sein drittes Studioalbum angekündigt und zusammen mit Merton die Single Half As Good As You veröffentlicht. Diese, als Promosingle angedachte, Veröffentlichung passt zum aufkommenden Herbst. Auch wenn dieses Jahr die Temperaturen bis weit in den September einfach nicht runtergehen wollen, sind die Nächte bereits frisch bis kalt. Mischt sich hier noch etwas Regen dazu, gibt Half As Good As You den perfekten Soundtrack dazu ab. Mit einem einfachen Klavier leitet der Brite hier zu einer wunderbar warmen Ballade ein und lässt dann durch Mertons klare Stimme ein Gewitter entstehen, bei dem sich beide Künstler fantastisch ergänzen. Half As Good As You passt in die Jahreszeit und bringt einen dazu die Decke bis zum Hals zu ziehen und mit einem Tee im Warmen zu sitzend, das ungemütliche Wetter vor den Fenstern zu genießen.

Alex The Astronaut – Ein Song, perfekt für einen Trip fernab des Alltags

Mit ihrer Coming-Out-Hymne Not Worth Hiding hatte die australische Sängerin Alex The Astronaut Ende 2017 den Soundtrack zur landesweiten Wahl für die Öffnung der Ehe für Gleichgeschlechtliche Paare begleitet. Nun ist sie mit der Single Waste Of Time zurück und veröffentlicht diese, nach ein paar umtriebigen Monaten in Europa, den Fans. Dabei singt Alexandra Lynn vom genießen verschwendeter Zeit. So zeigt sie sich als Fan des Nichtstuns – manchmal bewusst gesteuert und somit wiederum geplant. Dabei präsentiert sich Lynn mit so viel Drive, dass sie die perfekte Musik für einen Moment des Ausbrechens erzeugt. Mit schnellen Gitarren erinnert sie fast ein wenig an die britische Sängerin Amy MacDonald, die vor allem auf ihrem Debütalbum This Is The Life ähnliche Tempi zeigt. Waste Of Time klingt jugendlich und rebellisch und hat dabei die sympathische Haltung eines Hitzkopfes wie Alex The Astronaut sie besitzt.

Sam Spiegel – und die Crème de la Crème

Ob für die Yeah Yeah Yeahs, Donavon Frankenreiter, die Swollen Members oder Crystal Castles – Sam Spiegel ist ein Produzentenallrounder. Denn er produziert nicht nur für Musiker, sondern auch für Werbeclips oder Filme. Damit ist er in den letzten Jahren zu einem der erfolgreichsten Produzenten aufgestiegen. Das alles, ohne wirklich im Mainstream bekannt zu werden. Dies wird sich wohl in Zukunft ändern. Denn Spiegel hat entschieden, selbst in den Vordergrund zu treten. Seine Arbeiten in den letzten Jahren haben dann auch in der Musikszene für Aufmerksamkeit gesorgt und so musste Spiegel nicht lange bitten, um auf seiner Single To Whom It May Concern herausragende Künstler, wie Theophilus London, Alex Ebert und Cee-Lo Green zu vereinen. Herausgekommen ist eine Disconummer, die an fetten Beats und smarten Rhymes nicht zu überbieten ist. Mit dem immer wiederkehrenden Trompeten und einem eingängigen Refrain ist To Whom It May Concern auf dem direkten Weg, der Soundtrack zu den Hundstagen zu werden. Also dreht die Lautsprecher auf, setzt den Bass höher und genießt Sam Spiegels To Whom It May Concern!

Goldfrapp feat. Dave Gahan – eine Kollaboration die es in sich hat

Es ist wohl eine Kollaboration, die man nie für möglich gehalten hätte. Und doch passen sie zusammen, als hätten sie bereits seit ihrer Schulzeit zusammen Musik gemacht. Die Rede ist vom britischen Duo Goldfrapp und dem Synthiekönig Dave Gahan von Depeche Mode. Steht Gahan seit jeher für dunkle Synthie- und New-Wave Musik, haben Goldfrapp zwischen relaxtem Dancepop und derben Housebeats eine deutlich größere Bandbreite. Nun veröffentlichen Goldfrapp, zum Re-Release des 2017er Albums Silver Eye – als Deluxe Edition – den vormals als Promosingle veröffentlichten Song Ocean. Darauf treffen sich Goldfrapp und Gahan musikalisch und bilden eine Symbiose aus treibenden, düsteren Synthiebeats und sphärisch, wabernden Bässen. Gesanglich drängeln sich beide nicht wirklich in den Vordergrund, bleiben aber jederzeit präsent. Ocean klingt wie der Soundtrack einer heranwachsenden Science Fiction Metropole, bei der man die Entstehung vom ersten Sandkrümel bis zu den letzten 2.000 Meter hohen Wolkenkratzern in einem Zeitraffer zu sehen bekommt.

Haevn – Kino trifft Sommer

Das niederländische Duo Haevn hat bereits einige Veröffentlichungen hinter sich, ehe vor zwei Wochen endlich ihr langerwartete Debütalbum Eyes Closed das Licht der Welt erblickte. Darauf enthalten sind alle bisher veröffentlichten Singles Where the Heart IsBright LightsFinding Out MoreFortitude und die aktuelle Single Back In The Water. Damit ist das Album voller cineastischer Songs, die einem Soundtrack entstammen könnten. Nicht von ungefähr kommt diese Assoziation – besteht das Duo doch aus einem Singer/Songwriter und einem Filmmusikkomponisten. Mit Back In The Water veröffentlichen Haevn nun allerdings eine Remix Version des irischen Produzenten und Remixers Mark McCabe offiziell. McCabe war bereits 2016 als Remixer des Gavin James‘ Songs Nervous beteiligt und bringt mit seiner Version des Haevn-Songs nun etwas Summer-Feeling in die Produktion. Dabei klingt Back In The Water immer noch nach Haevn, hat aber zusätzlich die Leichtigkeit der aktuellen EDM-Trends im Gepäck.

Celine Dion – Titanic Vol.: 2

Vor genau 20 Jahren hatte die kanadische Sängerin Celine Dion ihren – bis heute – größten Hit. Mit dem Titelsong My Heart Will Go On, zum Blockbuster Titanic, verkaufte sie über 18 Millionen Platten und wurde der Song so, zur zweiterfolgreichsten Single einer Sängerin aller Zeiten. Seitdem sind 20 Jahre vergangen, elf Alben veröffentlicht und unzählige Singles rausgekommen, doch keine war nochmals so erfolgreich, wie My Heart Will Go On. Nun allerdings, hat sich Celine Dion ein weiteres Mal an einen Titelsong eines Blockbusters gewagt. Mit Deadpool 2 läuft am 17. Mai die Fortsetzung des 2016er Hits an und hat mit Ashes einen ebenbürtigen Titelsong erhalten, der sich tatsächlich mit dem Titanic-Soundtrack messen kann. Ashes wirkt dabei so unpassend wie kaum ein anderer Titelsong. Wird bei dem Actionfilm Deadpool 2 rumgeschossen und explodiert alles, was nur in die Luft fliegen kann, singt sich Dion durch einen Liebessong, der so groß und episch ist, wie kaum ein anderer Soundtrack. Mit großen Gesten und Dions Stimmgewalt gibt es hier die ganz großen Emotionen und von Streichern und Klavieren ein ganzes Orchester, das Dion begleitet. So Emotional und groß Ashes auch sein mag, ist auch immer eine Prise Humor dabei. Und so kommt es, dass im zweiten Drittel des Videos plötzlich Deadpool auf Highheels auf die Bühne tritt um Ballett zu tanzen. Zum Ende dann lobt Deadpool – hinter dem sich Ryan Reynolds verbirgt – Dion für ihre Performance, erwartet jedoch, dass Dion einen Gang runterschaltet und nicht gleich auf dem Top-Level performt – schließlich sei das eben nicht Titanic. Dies konntert Dion damit, dass bei ihr unter diesem Niveau nichts geht. Ashes hat das Zeug, ein ganz großer Hit zu werden und sich neben My Heart Will Go On auf gleicher Höhe einzuordnen.