Picture This – Jetzt wird es groß

Bereits mit ihrer gleichnamigen Debüt-EP Picture This übertrafen die irischen Jungs von Picture This alle Erwartungen und toppten sogar ihre kühnsten Vorstellungen. Mit einer fast komplett ausverkauften Debüttour und einem Nummer-Eins Album musste der Erfolg unweigerlich kommen. Allerdings blieb dieser Erfolg der Band auf Irland und Großbritannien beschränkt und ist sie deshalb in Deutschland weiterhin, recht unbekannt. Nun haben die Jungs um Frontsänger Ryan Hennessy mit One Night eine Ballade über den Moment veröffentlicht, der die Zeit nach der Trennung einer Beziehung – nachdem der Partner fremdgegangen ist – thematisiert. Dabei klingen Picture This deutlich größer als zuletzt und kommen daher nicht mehr nur Assoziationen zu The Coronas auf, sondern erinnert Hennessys Gesangsstimme auch immer wieder stark an die von James Arthur. So scheint One Night wie für den Soundtrack eines Liebesdramas gemacht und klingt berührend, wie resignierend aber immer auch aufrichtig. Mit den Textzeilen Maybe you shouldn’t have gone there that night. Maybe you should have told a little less lies. Maybe you shouldn’t have gone and ruined my life. For one night, for one night haben Picture This ein paar Sätze für die Ewigkeit geschrieben, die eindringlich und offenbarend sind – wie dieTatsache, dass auch die größte Liebe ohne Arbeit nicht für immer hält.

Moyka – Music for Cyborgs

Moyka verdient es, bekannter zu werden. Mit jedem ihrer Songs hat die norwegische Sängerin Monika Engeseth eine grandiose Qualität an mystisch, dunklen aber tanzbaren Songs veröffentlicht. Dieses Jahr waren darunter die großen Songs Colder und Bones die so faszinierten. Mit ihrer neuesten Single Ride bringt die Sängerin nun einen Soundtrack für die Zukunft raus. Mit einem dunklen, pulsierenden Beat, einer tiefen Stimme und sphärisch, hallendem Chorgesang hebt sich Moyka in die Welt des Science-Fiction. Zusätzlich unterstützt wird dies durchs eine computerbasierte Backgroundstimme, ehe der ganze Song eine epische Metamorphose erlebt und zum wabernden Dancetrack wird. Moyka macht den Sound der Zukunft – dunkel, euphorisch und mystisch bleiben ihre Songs auch immer ein Rätsel.

Róisín Murphy – Für die Tanzfläche geboren

Róisín Murphy wurde für die Musik geboren. Hatte sie bereits mit ihrem Vater einen Musiker – der in verschiedensten Bands war und diverse Instrumente spielte – in der Familie, war es Murphys Mutter, die sie mit einer CD des Don’t Cry For Me Argentina Soundtracks dazu brachte, das Singen anzufangen. Geschah dies im Teenageralter, sorgte sie mit dem Umzug nach Manchester für die nötige musikalische Grundlage und begann Musik zu produzieren. Wenige Jahre später war Moloko geboren und die Geschichte des Britischen House-Duos geschrieben. Die Jahre nach Moloko wurden für Murphy zur absoluten Herausforderung, kam es nach ihrem zweiten Album Overpowered doch so einer Art Sinneskrise, aus der sie selbst nur sehr zögerlich herauskam und Diese erst durch die Unterstützung Anderer vollends überwinden konnte. Daraus resultierten mit Hairless Toys (2015), Take Her Up To Monto (2016) und der diesjährigen Einzelveröffentlichung Incapable eine große Anzahl an neuen Songs und Ideen. Mit ihrer nun veröffentlichten Discohymne Narcissus haut uns Murphy jedoch wieder einmal um und gibt uns eine 7:40 Minuten lange Vorstellung davon, wie sie in einer Disco zu feiern versteht. Mit einem wunderbar eingängigen Beat und vielen zarten Spielereien heizt uns die Irin die Tanzfläche von Dublin, über Manchester, bis nach Italien ein und zeigt sich als Europäische Club-Königin. Dabei ist die Exzentrik in ihrer Stimme eines der Hauptmerkmale ihrer Produktionen und fungiert fast schon als Drop – wie es bei den angesagten Clubsongs üblich ist. Bisher hat sich Murphy noch nicht zu einem neuen Album geäußert, doch tröstet die Schlagzahl neuer Veröffentlichungen allemal darüber hinweg.

Dotan – Neues Leben, neue Musik und neues Album?

Mit seinem zweiten Album 7 Layers (2014) schaffte der niederländische Singer/Songwriter Dotan seinen großen Durchbruch. Die darauf enthaltene Single Home wurde sogar in Deutschland zum Hit. Nach seinem 2016er Song Shadow Wind, welcher zum niederländischen Soundtrack der Olympischen Spielen wurde, folgte Anfang des Jahres mit Numb die erste neue Single des Sängers. Nun hat Dotan mit Letting Go eine weitere Single veröffentlicht, die vage eine brisante Zeit in seinem Leben thematisiert. Denn die letzten anderthalb Jahre waren – wenn auch eigenverschuldet – recht hart für den Amsterdamer Sänger. Letting Go ist musikalisch dabei eine feste Nummer und zeigt Dotan mit genau diesem Sound, den wir alle seit 7 Layers von ihm lieben. Große Gesten mit epischen Sound und choralem Gesang dominieren die balladeske Kulisse des Songs und zeigen, dass Dotan sich nicht hinter seinen dunklen Schatten der vergangenen Jahre verstecken muss.

Madonna – Sie kann es doch!


Was würde nicht alles über Madonnas neue Songs und Ihr Album Madame X im Vorfeld geschrieben. Da wurden so gut wie alle neuen Songs in der Luft zerrissen und das Ende der Queen of Pop ausgerufen. Schließlich folgte auch noch ein – gesanglich nicht gerade vorteilhafter – Auftritt bei dem Eurovision Song Contest 2019 und fertig war der vermeintliche Absturz eines Weltstars. Dass Madonna jedoch schon immer gesanglich variierte, zeigen so gegensätzliche Alben wie der Soundtrack zu Evita und Alben wie American Life. Madonna ist für Ihre weiterlesen

Jeremias - Sommer

Jeremias – Der Sommer ist luftig

Mit Alles hatte vor knapp sechs Wochen in der Tat alles angefangen, waren die vier Jungs von Jeremias doch ganz plötzlich auf der Tanzfläche erschienen um zu bleiben und uns in ekstatisch tanzen zu sehen. Nun sind sie mit der nächsten Single zurück und feiern den Sommer, wie Generation Z ihn heute eben feiert – mit jugendlicher Ungeduld und einem Überschuss an geballter Energie. Dabei heben die Jungs das Gefühl der Freude und Sehnsucht hoch, indem sie an Vergangenem festhalten und Neues nicht verpassen wollen. Beachtlich ist bei dem knapp dreieinhalb minütigen Song auch, dass knapp 1 Minute nur durch ein Instrumental und eine Tonbandaufnahme bespielt wird und die Jungs dem Song Sommer so viel Raum geben, um in bei Liveauftritten ausgiebig zelebrieren zu können. Heute wie auch schon früher braucht es Songs, die unser Leben beeinflussen und als Soundtrack dieses Lebens funktionieren. Jeremias haben dies mit Sommer bereits ein zweites Mal bestens geschafft. Sommer ist damit, nach Alles die zweite Singleauskopplung, aus ihrer im Herbst erscheinenden Debüt-EP.

Whitney - Forever Turned Around

Whitney – Für die Ruhe in stürmischen Zeiten

Es ist wie nach einem vollgepackten Wochenende. Wir erlebten Tage, voller einzigartiger Momente. Momente, die wir für die nächsten Wochen im Kopf behalten werden – aber vor allem, am ersten Tag danach. Dieser Moment, wenn wir auf dem Weg zur Arbeit sind und melancholisch, an die vergangenen Tage zurücksehnen. Das ist der Moment, zu dem Giving Up so sehr passt. Doch auch zu einem schwülen Sommerabend auf dem Balkon, wenn wir das nahende Gewitter erwarten und die Luft so dick zu werden scheint, dass wir sie schneiden könnten. Mit schummrig leuchtenden Glühbirnen an der Brüstung und einem erfrischenden Getränk, genießen wir diesen Moment. Das ist der Moment, zu dem Giving Up so sehr passt. Doch auch im eigentlichen Sinne – dem Grund, warum die Chicagoer Band Whitney diesen Song geschrieben hat, kann nicht besser passen. Denn die Bandmitglieder Julien Ehrlich und Max Kakacek wollten den Moment erzählen, an dem man mit Magenschmerzen feststellt, dass eine einstmals so liebevolle Beziehung vor den Trümmern steht und ihr kein neues Leben mehr eingehaucht werden kann. Auf Giving Up hören wir ein smoothes Klavierspiel, welches so schön laid-back klingt und hier und da den sanften Einsatz von Trompeten durchblitzen lässt. Giving Up ist so wunderbar vielschichtig, wie anschmiegsam und der perfekte Soundtrack für einen Sommerabend mit einzigartigen Momenten. Das dazugehörige zweite Album Forever Turned Around folgt am 30. August.

Aurora – Volle Power Umweltschutz

Es passt zu Aurora, wie Tag und Nacht. Sie selbst ist als Sängerin kaum zu greifen und dennoch schaffen es ihre Lieder immer wieder in die Radios und die Charts. Dabei ist Aurora vor allem eine Sängerin, die sich inspirieren lässt und der Natur verbunden ist. Mit Ihrer aktuellen Single The Seed nimmt die 22-jährige Norwegerin kein Blatt vor den Mund und konfrontiert die Menschen, die den Klimawandel nicht ernst nehmen, mit den blanken Tatsachen. So singt sie die Textzeilen You cannot eat money oh no. When the last tree has fallen and the rivers are poisened. You cannot eat money oh no und spricht damit eine Warnung an uns Menschen aus. Hierbei klingt The Seed euphorisch und kann durch und durch als Soundtrack der Friday’s For Future-Bewegung eingesetzt werden. Aurora schafft es mit The Seed ein weiteres Mal den Skandinavischen Pop zu neuen Höhen zu treiben.

Das Moped - Wenn Du ehrlich bist

Das Moped – Alte Bekannte??

Hört man den Song Wenn Du ehrlich bist das erste Mal, brechen Euphorie und Unglaube förmlich aus. Denn sollte es wirklich sein, dass ECHT wieder zurück sind?! Nein, wird man bei einem Blick auf den Interpreten denken. Das Trio Das Moped nutzt diese Ähnlichkeit allerdings bewusst und fügt in Interviews gerne hinzu, dass die Band die Inspiration für direkte Texte von der Band ECHT hat. Mit einem entwaffnend ehrlichen Text kommen die Jungs aus dem beschaulichen Bad Kreuznach, westlich von Mainz, um die Ecke und präsentieren nicht nur den Song Wenn Du ehrlich bist, sondern gleich auch noch die EP Alle wollen Liebe. Darauf enthalten sind fünf Tracks, von denen nur einer nach Kim Frank und seine Band klingt. Dieser Mix aus melancholischer Erinnerung, verträumter Jugendlichkeit und euphorischer Direktheit wirken gerade auf Wenn Du ehrlich bist wie ein Motor der Frische. Das Moped haben damit den Soundtrack geschrieben, den wir mit unseren Freunden am Ende einer durchzechten Nacht und durch die Straßen wankend, voller Freude, singen möchten.

A Choir Of Ghosts - Southwest Of The Moon

A Choir Of Ghosts – Wenn die Seele Urlaub braucht

Gerade erst schaute James Auger mit seinem Musikprojekt A Choir Of Ghosts in Berlin vorbei und präsentierte am 2. Mai in der Barkett Bar seine neuen Songs. Schreibt der Schwede seine Songs in Abgeschiedenheit, lässt er sein Debütalbum An Ounce of Gold vom kanadischen Produzenten Terry Benn produzieren. Dieses soll im Herbst 2019 auf den Markt kommen und ist mit einem warmen Folksound versehen, der an die Produktion des Soundtracks Brokeback Mountain von Gustavo Santaolalla erinnert. Da ist das herzzerreißende Gefühl – seinen Emotionen freien Lauf zu lassen – und der raue Klang von Gitarre und Augers Gesang, welche A Choir Of Ghosts zu einem wunderschönen Begleiter durch die Wildnis der skandinavischen Berge werden lassen. Mit der aktuellen Single Southwest Of The Moon zeigt sich A Choir Of Ghosts dabei zurückhaltend, wie berührend. Southwest Of The Moon ist dabei die Abrechnung mit einer Beziehung, die von Verlangen geprägt und genau von Diesem erdrückt wurde. Auger singt dabei so abwechslungsreich, dass man in den knapp vier Minuten regelrecht hören kann, wie seine Gefühle von Stärke, Zweifel, Verletzbarkeit und Liebe geleitet werden. Mit diesem sanften Folksound und der Thematik der Verletzbarkeit einer Beziehung hat Auger mit A Choir Of Ghosts eine wunderschöne Ballade veröffentlicht, die berührt.