Das Moped - Wenn Du ehrlich bist

Das Moped – Alte Bekannte??

Hört man den Song Wenn Du ehrlich bist das erste Mal, brechen Euphorie und Unglaube förmlich aus. Denn sollte es wirklich sein, dass ECHT wieder zurück sind?! Nein, wird man bei einem Blick auf den Interpreten denken. Das Trio Das Moped nutzt diese Ähnlichkeit allerdings bewusst und fügt in Interviews gerne hinzu, dass die Band die Inspiration für direkte Texte von der Band ECHT hat. Mit einem entwaffnend ehrlichen Text kommen die Jungs aus dem beschaulichen Bad Kreuznach, westlich von Mainz, um die Ecke und präsentieren nicht nur den Song Wenn Du ehrlich bist, sondern gleich auch noch die EP Alle wollen Liebe. Darauf enthalten sind fünf Tracks, von denen nur einer nach Kim Frank und seine Band klingt. Dieser Mix aus melancholischer Erinnerung, verträumter Jugendlichkeit und euphorischer Direktheit wirken gerade auf Wenn Du ehrlich bist wie ein Motor der Frische. Das Moped haben damit den Soundtrack geschrieben, den wir mit unseren Freunden am Ende einer durchzechten Nacht und durch die Straßen wankend, voller Freude, singen möchten.

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A Choir Of Ghosts - Southwest Of The Moon

A Choir Of Ghosts – Wenn die Seele Urlaub braucht

Gerade erst schaute James Auger mit seinem Musikprojekt A Choir Of Ghosts in Berlin vorbei und präsentierte am 2. Mai in der Barkett Bar seine neuen Songs. Schreibt der Schwede seine Songs in Abgeschiedenheit, lässt er sein Debütalbum An Ounce of Gold vom kanadischen Produzenten Terry Benn produzieren. Dieses soll im Herbst 2019 auf den Markt kommen und ist mit einem warmen Folksound versehen, der an die Produktion des Soundtracks Brokeback Mountain von Gustavo Santaolalla erinnert. Da ist das herzzerreißende Gefühl – seinen Emotionen freien Lauf zu lassen – und der raue Klang von Gitarre und Augers Gesang, welche A Choir Of Ghosts zu einem wunderschönen Begleiter durch die Wildnis der skandinavischen Berge werden lassen. Mit der aktuellen Single Southwest Of The Moon zeigt sich A Choir Of Ghosts dabei zurückhaltend, wie berührend. Southwest Of The Moon ist dabei die Abrechnung mit einer Beziehung, die von Verlangen geprägt und genau von Diesem erdrückt wurde. Auger singt dabei so abwechslungsreich, dass man in den knapp vier Minuten regelrecht hören kann, wie seine Gefühle von Stärke, Zweifel, Verletzbarkeit und Liebe geleitet werden. Mit diesem sanften Folksound und der Thematik der Verletzbarkeit einer Beziehung hat Auger mit A Choir Of Ghosts eine wunderschöne Ballade veröffentlicht, die berührt.

Bodi Bill - What If

Bodi Bill – Dunkel, Elektronisch, Wabernd

Bodi Bill sind zurück! Nach einer fast siebenjährigen Pause vom Bandleben haben sich die drei Berliner Fabian Fenk, Anton Feist und Alex Stolze mit zwei neuen Songs zurückgemeldet und lassen die Bombe direkt am Anfang platzen. Denn hatte das Trio Ende März mit Kiss Operator eine erste Single veröffentlicht, folgte nun – nur vier Wochen später – mit What If – Song Nummer zwei. Zu der Veröffentlichung gab es gleich ein paar Gigs auf den Festivals Futur 2 Festival, Watt En Schlick Fest 19 und Golden Leaves Festival 2019 zu verkünden. Mit What If veröffentlichen Bodi Bill eine geheimnisvolle Single, die durch eine elektronische Klangwolke zieht und gleichzeitig mit einem Indiesound aufwartet, der uns – nach knapp der Hälfte des Songs – in einen tanzbaren Hypnosezustand versetzt. Dabei konzentrierten sich Bodi Bill auf den Zustand, zwischen dem Loslassen und Festhalten zu stehen und der Liebe und das Hadern, was oftmals in einander übergeht, wiederzugeben. Melancholisch – aber nicht traurig – klingt What If nach einem Soundtrack des Berliner Nachtlebens, mit all seinen Facetten und Variationen.

Blanks - Don't Stop

Blanks – Große Fußstapfen einfach wegpusten

Mit 22 Jahren gilt Simon de Wit schon nicht mehr als Youtube-Youngster. Doch unter seinem Künstlernamen Blanks hat der Niederländer es geschafft, innerhalb der letzten  sechs Jahre eine Fangemeinde von 500.000 Followern aufzubauen. Seit 2013 vloggend – veröffentlicht Blanks seit 2016 auch eigene Songs. Dabei handelte es sich Anfangs noch zumeist um Coverversionen bekannter Hits wie von Taylor Swift, Imagine Dragons, Ed Sheeran oder Harry Styles, die Blanks in ein 80er Jahre Gewand steckte. Nun hat er mit Don’t Stop einen fantastischen Indiesong produziert, der zu 100 Prozent von ihm stammt. Hierbei bedient sich Blanks an eingängigen Gitarrenriffs und einer ordentlichen Synthesizer-Portion und lässt Don’t Stop damit zu einem perfekten Teenagersoundtrack werden, der einen an unbeschwerte Momente und bekloppte Aktionen mit seinen Freunden denken lässt.

The Slow Show @Silent Green Berlin. www.soundtrack-of-my-life.com

The Slow Show – Konzertkritik

Der Rahmen versprach Großartiges. Hatte sich die britische Band The Slow Show drei Jahre lang aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, kündigten die Manchester um Frontsänger Rob Goodwin mit Sharp Scratch den ersten Vorboten des kommenden Albums an. Dabei war es in der Vergangenheit beunruhigend ruhig um die Band gewesen. Hatten sie mit ihren 2015er und 2016er Alben White Water und Dream Darling doch in kürzester Zeit zwei Alben vorgelegt, die vor allem durch die Baritonstimme des Frontsängers Goodwin, zu absoluten Glückstreffern der britischen Musikszene avancierten. Dabei galt das Glück nicht etwa der Band, dadurch bekannt zu werden, sondern vielmehr uns Hörern, diese Atmosphäre erleben zu dürfen.

Lou Stone @Silent Green Berlin.    www.soundtrack-of-my-life.com

Als Ort für die Vorstellung der neuen Songs wurde die einzigartige Eventlocation Silent Green in Berlin ausgewählt. Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Krematorium, welches vor 110 Jahren im Stadtteil Wedding erbaut wurde und noch bis 2001 als solches genutzt wurde. In der ehemaligen Feierhalle – in der einst die Urnen der Verstorbenen aufgestellt wurden – befindet sich heute das Herzstück des gesamten Areals und finden in der 17 Mieter hohen, achteckigen Halle heute Veranstaltungen, wie Lesungen und Konzerte statt. Dabei steht die, mit einem deckenhohen Bühnenvorhang dekorierte, Erhöhung als Bühne zur Verfügung.

In diesem besonderen Umfeld eröffnete der Londoner Singer/Songwriter Lou Stone den Abend mit einer passenden Mischung aus Folk, Pop und Soul und überzeugte sogleich mit seiner warmen, einfühlsamen Stimme, welche die Aufmerksamkeit des Publikums schnell auf sich zog. Legt die Feierhalle jedes noch so kleine Geräusch an den Tag, war es das Berliner Publikum welches seinen Ruf alle Ehre machte und so still war, dass man die Saiten der Gitarre schwingen hören konnte. Mit seiner EP Fictions und so wunderbar romantischen Stücken wie Don’t UnderstandCarry Me HomeSally oder dem Titelstück Fictions war er der perfekte Opener für The Slow Show und stimmte das Publikum auf einen herzerwärmenden Abend ein.

Schließlich kamen um Punkt 20 Uhr Sänger Rob Goodwin, Keyboarder Frederik ‚t Kindt, Bassist Joel Byrne-McCullough und Schlagzeuger Chris Hough auf die Bühne und starteten in einen Abend, der versprach einmalig zu werden. Mit Songs aus den ersten beiden Alben und einigen Stücken aus dem kommenden – für später in 2019 angekündigtem – dritten Album führte Goodwin das Publikum mit warmen Worten durch den Abend und ließ dabei nur äußerst selten seine Augen von der Menge. Immer wieder streifte der Blick des britischen Sängers durch die Menge, suchte ganz bewusst den Blickkontakt mit Einzelnen und verschaffte seiner Musik damit eine weitaus eindringlichere Wirkung.

Mit Songs wie Dresden, Ordinary LivesFlowers To Burn oder dem alles überragenden Bloodline beflügelte die Band das Publikum immer wieder mit dem Gefühl des kollektiven Schwelgens. Bei Bloodline welches die Band auf eine 7-minütige Version ausdehnte, in der das Publikum einen Teil des Refrains selbst sang und damit in der Halle eine Atmosphäre entstand, die ein überborderndes Wir-Gefühl ausstrahlte, wuchs die Dankbarkeit in Goodwin sichtlich ins unermessliche. Dass die Band glücklich ist, dieses Leben, leben zu dürfen und mit so vielen Menschen Emotionen teilen zu können, zeigt sich in der fast schon schmerzhaft dankbaren Haltung des Sängers. Dabei wirkte er zu keinem Zeitpunkt unauthentisch und zeigte eher bei jedem Song eine fast schon gebrochen, mitfühlende Haltung – als fühle er die Emotionen, die ihm beim Schreiben der Songtexte antrieben, nochmals nach.

Gleichwohl kamen mit – unter anderem – Sharp ScratchSt. Louis und Places You Go auch einige neue Songs vor, die sich wunderbar in die heimelige Stimmung einfügten. Mit ihrem Hang zu ruhig beginnenden Songs, die in einer opulent instrumentierten Version aufgehen, haben The Slow Show den perfekten Soundtrack für die Untermalung von Emotionen geschaffen. Immer wieder kam man sich an diesem Abend vor, als wäre man in einem Spielfilm, bei dem tiefe, emotionale Momente musikalisch untermalt würden, nur, um anschließend in einer ergreifenden Auflösung zu enden.

Zum Ende hin überraschte Goodwin schließlich noch mit einer Rede auf Deutsch, in der er sich für die Geduld des Publikums bedankte und dafür, dass man die Band nicht vergessen habe. Gleichwohl kündigte er für später im Jahr weitere neue Musik an und war dankbar über einen Abend in so einer Location, mit solch einem Publikum und der Tatsache, dass das Publikum der Band die Nervosität, neue Songs zu spielen, mit solche einer Wärme genommen hatte und ihnen so zeigte, die richtige Richtung gegangen zu sein.

The Slow Show @Silent Green Berlin. www.soundtrack-of-my-life.com

The Slow Show kann man nicht vergessen. Nicht die Stimme, nicht den Sound, nicht die Emotionen, die diese Band verkörpert. Und so zeigte sich am Ende auch das Publikum dankbar und war glücklich, diesen Abend miterlebt zu haben.

Ellie Goulding – Eine Stimme, ein Gefühl

Ihr drittes Studioalbum Delirium liegt mittlerweile dreieinhalb Jahre zurück, doch weg von der Bildfläche war die britische Sängerin Ellie Goulding nie wirklich. War Goulding doch mit der Veröffentlichung von Still Falling For You – dem Titeltrack des Soundtracks zu Bridget Jones – und durch Kollaborationen mit Kygo und Clean Bandit kontinuierlich im Radio und den Charts vertreten. Nachdem Goulding bereits im Oktober 2018 mit Close To Me einen Vorboten ihres für Frühjahr 2019 angekündigten vierten Albums veröffentlichte, hat sie nun mit Flux eine Stripped-Down-Ballade herausgebracht, die Gouldings Stärken und einzigartige Stimme herausragend präsentiert und nur durch ein Klavier und sanfte Violineneinsätze begleitet wird. Gouldings Intention hinter Flux war die schwierige Situation zu beschreiben, die sie selbst erfahren hat, als eine Beziehung zu Ende ging, doch ihr Gefühl, die Zuneigung und das Verlangen nach dieser Person nicht abschalten konnte. Mit den Worten And I’m still in love with the idea of loving you. It’s a state of flux, but it’s not enough. And I’m still in love with the idea of loving you. It’s a state of flux, I just keep holding on trifft sie genau dieses Gefühl der Zerrissenheit und dem Verlangen nach etwas, was unwiderruflich der Vergangenheit angehört. Das kommende Album soll laut Goulding deutlich mehr von ihren persönlichen Erfahrungen und Gefühlen geprägt sein, als es die vorherigen waren. Mit Flux beweist sie bereits jetzt eindrucksvoll, wie das klingen kann.

Kele Okereke – Mit Soundtrack für Theaterstück zurück

Mit seiner Band Bloc Party beeinflusst Kele seit Anfang der 2000er die Indiewelt und elektronische Musik Großbritanniens. Aktuell sind sie sogar mit einer Anniversary-Tour ihres Debütalbums Silent Alarm wieder auf Welttournee. Währenddessen schreibt Kele weiter unentwegt Songs und hat nun erstmals einen Soundtrack für das Theaterstück Leave To Remain, des britischen Theaterregisseurs Matt Jones, geschrieben. Tritt Jones als Co-Schreiber auf, stehen die Songs im Zeichen des alten Bloc Party Sounds. Zwar fehlt der elektronische Beat, dabei kommt Keles Stimme so klar zum Ausdruck, dass man sich an die warmen Songs Bloc Partys der frühen 2000er erinnert fühlt. Mit der Single The Sea Between Us wird dies eindrucksvoll bewiesen. Denn mit Leave To Remain zeigt Kele einmal mehr, dass er musikalisch unglaublich vielseitig ist und lässt uns mit dem dazugehörigen Musikvideo an einer warmen aber herzzerreißenden Theaterinszenierung teilhaben.

Someone – Ein Soundtrack für das Weltall

Die niederländische Sängerin Tessa Rose Jackson ist unter ihrem Musikprojekt Someone bekannt für ausufernde Musikvideos, die ihre Songs in ein völlig eigenständiges Genre heben. Ihr hauchend, hallender Gesang ist dabei der perfekte Soundtrack für eine Tour durchs Weltall. Verfolgt man Someones Diskografie, kommt man, wenn man The DeepForgive Forget und den heute veröffentlichten Song Pull It Together anhört, unweigerlich an den Punkt, an dem man sich selbst auf die Erde niedersehen sieht. Dabei hat Pull It Together Anleihen des 1969er Bowie Hits Space Oddity und schwelgt in Atmosphären fernab des hiesigen Popgeschehens. Mit opulenter Instrumentierung und großen Gesten singt Jackson von ihrem Blick aus dem Himmel – runter zur Erde und lässt mit Textzeilen wie Stuck on a cloud again. This time i can’t come down. It was an accident oh, won’t you help me out. I made the same mistake, yes I know erahnen, wie sie dort hingekommen ist. Someone ist ambitionierter Pop, der immer auch ausufernd und bombastisch klingt und hoffentlich in Zukunft in dem ein oder anderen Science-Fiction Film zu hören sein könnte.

Hayden James – Dunkler House mit heller Stimme

Es wird Zeit – mittlerweile gibt es im Netz über ein dutzend Songs des australischen Produzenten und Sängers Hayden James zu hören. Doch ein Album lässt nach wie vor auf sich warten. Nun wurde für Mitte 2019 endlich sein Debütalbum angekündigt und damit auch die neue Single Better Together. Diesen Song hat der in Sydney lebende James zusammen mit dem ebenfalls aus Australien kommenden Produzenten Running Touch aufgenommen. Mit seinem melodischen House und seiner prägnanten Stimme, sowie markanten Kollaborationen hatte James bereits mit den Songs Something About You und der Zusammenarbeit mit Boy Matthews auf Just Friends alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So konnte er Something About You sogar in die deutschen Charts bringen und wurde für Dieser und Just A Lover sogar jeweils für einen ARIA Music Award als Best Dance Release nominiert. Auf Better Together klingt James dunkler und scheint die Atmosphäre der Nacht für sich entdeckt zu haben. Als Symbiose aus zwei Menschen, die sich so viel geben, dass sie fast unschlagbar stark erscheinen, versteht James Better Together und hat damit den Soundtrack es Winters abgeliefert.

Weiss – Und der Club kommt zu Dir

Er ist einer der aufregendsten Produzenten und DJ’s der letzten fünf Jahre. Mit den Ibiza Anthem My Sister brachte er 2013 und 2014 die Tanzflächen zum Beben. Was folgte, waren unzählige Gigs weltweit. Mit gestandenen Größen wie Gorgon City, Groove Armada, Richie Hawtin, Tensnake oder Claptone als Fans kann er sich Zusammenarbeiten und Clubs mittlerweile aussuchen. Nachdem Weiss diesen Sommer mit seinem neuesten Song Feel My Needs wieder die Clubs aufgemischt hat und den Soundtrack des Sommers ablieferte, schafft die Nummer es nun auch in die Radiostationen in ganz Europa. Dabei klingt Feel My Needs anfangs sogar wie eine klassische Loveparade Hymne und beginnt mit einem Repeatbeat und Piano-Part, bis ein blechernes Trommeln die Lyricsequenzen einläutet. Feel My Needs ist ein klassischer House-Song, der so auch direkt aus den späten 90ern oder frühen 2000ern entsprungen sein könnte. Mit Feel My Needs wird Weiss, nach den Clubs der Partyhochburgen nun auch die Homeparties und aufmischen.