Bob Moses & ZHU - Desire

Bob Moses & ZHU – Wenn die Sehnsucht zerstörerisch wird

Es sind zwei Acts, die sich nicht besser hätten zusammenfinden können. Zum einen haben wir die beiden US-Amerikaner Jimmy Vallance und Tom Howie aus Brooklyn, New York City – die das Elektro-Duo Bob Moses bilden und mittlerweile von Vancouver in Kanada aus Musik machen. Zum anderen ist es der aus San Francisco kommende House-Produzente ZHU, der mit seinem 2014er Hit Faded nicht nur auf Anhieb in 14 Ländern in die Charts kam und damit mit seiner Debütsingle äußerst erfolgreich war – sondern gleich auch eine Grammy-Nominierung als Best Dance Recording einsammeln konnte. Durch Kollaborationen, wie mit AlunaGeorge, Skrillex, Tame Impala oder Sofi Tukker hielt sich Steven Zhu – wie ZHU bürgerlich heisst – immer wieder in den Clubcharts und konnte von starken Airplays profitieren. Bob Moses hingegen wählten den Weg über die Bühne und erreichten, seit ihrer Gründung 2012 einen Status auf Festivals, den es sich hart zu erspielen gilt. Denn egal, ob auf dem Coachella Festival, dem Lollapalooza Festival, dem Bonnaroo Music Festival oder dem MELT! Festival – wo Bob Moses spielen, wird es vor der Bühne eng.

Bob Moses & ZHU

Bob Moses & ZHU

Nun haben sich die beiden Acts für den Song Desire zusammengetan und dunkle Version des Clubs gezeichnet. Ist Desire durch und durch für den Club produziert und überzeugt mit dumpfen Basslines und dem Gesang von Bob Moses wird er gleichzeitig auch zur dunklen Warnung an den Club. Denn hier wollen Bob Moses und ZHU auf die zerstörerische Kraft aufmerksam machen, die Sehnsüchte mit sich bringen können. Dabei kann getrost auf die vielen Sehnsüchte der Partygänger Bezug genommen werden, sich bei Clubnächten manchmal vielleicht auch zu viele davon erfüllen und schließlich nicht mehr davon loskommen. Bob Moses sagen dazu – mit diesem Track versuchen wir deshalb selbstbewusst zu sein, indem wir auf unsere Sehnsüchte schauen und damit abrechnen. Doch auch ohne Message ist Desire eine satte Clubnummer, die an dunklen Ecken in den Clubs mit dem starken Beat erst richtig zur Geltung kommt. Desire ist dabei die erste Veröffentlichung aus Bob Moses neuem, gleichnamigen Konzeptalbum, welches die Jungs am 28. August veröffentlichen werden.

Ed Sheeran feat. Yebba - Best Part Of Me

Ed Sheeran – Er kann es noch – intim und verletzlich

Was seinen Erfolg angeht, kann dem Briten Ed Sheeran aktuell keiner das Wasser reichen. Als momentan erfolgreichster Künstler weltweit wird jede seiner Veröffentlichungen zum Hit. Doch hat sich der Stil des Sängers in den letzten Jahren drastisch verändert. Vom Debütalbum + das aus Folksongs bestand, zum heutigen Elektropop und R&B hat Sheeran fast alle populären Genres einmal durch. Nun  – mit seinem vierten Album No.6 Collaborations Project setzt Sheeran noch einen drauf und arbeitet sich durch die Hip-Hop Szene der USA. Darauf enthalten sind Songs mit Künstlern wie Cardi B, Camila Cabello, Chance The Rapper, Eminem, 50 Cent, Skrillex oder Justin Bieber. Doch ein Song sticht besonders hervor und ist mit der Grammy-Award-Gewinnerin Yebba produziert – die in den letzten 12 Monaten durch ihre Zusammenarbeit mit Rudimental und Mark Ronson bereits ins Rampenlicht trat und bis dahin vorrangig als Songschreiberin tätig war. Nun hat sie zusammen mit Sheeran den Song Best Part Of Me veröffentlicht, der sich an der Musik des Debütalbums + orientiert und mit Folk und Akustik begeistert, wie wir sie seit der Single The A Team nicht mehr von dem Briten hörten. Bei dem unglaublichen Erfolg des Sängers ist es schön zu sehen, dass er nach wie vor mit allen Genres spielt und mit solche wunderbaren Songs wie Best Part Of Me überrascht.

Robbie Williams – Überraschend geerdet

Robbie Williams - Love My Life

Robbie Williams – Love My Life

Mit seiner ersten Single Party Like A Russian hatte Robbie Williams eine Bauchlandung hingelegt. War die Single doch alles andere als erfolgreich. Dafür landete das Album The Heavy Entertainment Show in den europäischen Charts ganz vorne. Nun veröffentlicht Williams mit Love My Life eine ungewohnt geerdete Single. Hatte Williams zusammen mit Gary Go, der unter anderem Songs für Lady Gaga, Skrillex und Rihanna schreibt, und Johnny McDaid, der Songs für Paul Van Dyk, Snow Patrol und Ed Sheeran geschrieben hat, doch Love My Life geschrieben. Dabei hatte er ganz bewusst die Selbstreflexion im Kopf und wie sich die Vergangenheit auf die Zukunft auswirkt. Hierzu fügt Williams immer wieder hinzu, wie glücklich er über seine Familie ist und wie wichtig es ihm ist, dass seine Kinder in einer sicheren und liebevollen Umgebung aufwachsen. Und so klingt Love My Life dann auch. Nach einem losgelösten Williams, der jeglichen Druck, etwas grandioses abliefern zu müssen, abgeworfen hat und einfach nur Danke sagen möchte. Dabei versteht sich Love My Life gleichermaßen stark als Ballade und Up-Tempo-Nummer. Und, ohne es groß zu bemerken, ist plötzlich der Robbie Williams zurück, der vor 13 Jahren mit Songs wie Feel und Come Undone die Welt eroberte.

Flume – Zerbrechlichkeit kann so massiv sein

Flume feat. Kai - Never Be Like You

Flume feat. Kai – Never Be Like You

Er ist bereit! Der australische DJ und Produzent Harley Edward Streten alias Flume hat vor wenigen Tagen eine weitere Single seines, 2016 erscheinenden, zweiten Albums ‚Skin‘ veröffentlicht. Nachdem zwischen der ersten Single ‚Some Minds‚ und dem zweiten Song ‚Never Be Like You‘ knapp neun Monate vergangen sind, dürfte die zweite Auskopplung wohl einen baldigen Albumrelease bedeuten.
‚Never Be Like You‘ ist in einer Nacht in New York entstanden, als er mit der kanadischen Sängerin Kai um die Häuser zog. Ist Kai zwar noch weitestgehend unbekannt, hat sie in den vergangenen Jahren jedoch bereits auf Songs von Jessie J, Diplo, Childish Gambino und Skrillex mitgewirkt. Durch Kai klingt ‚Never Be Like You‘ sensibel und fein, während sich Flume’s Sound schwer und dick anfühlt. Zusammen erzeugen Flume und Kai einen Mix der wie zwei Magneten mit wechselnden Polen wirkt – immer wieder kommt es zu Annäherungen und Abstoßungen. Genau in diesem Aufbau steckt dann auch der Reiz des Songs und bleibt bis zum letzten Ton betörend.

Justin Bieber – ungewöhnlich erwachsen

Justin Bieber - I'll Show You

Justin Bieber – I’ll Show You

Zu Justin Bieber bräuchte man eigentlich nichts mehr sage, ist er doch mit Eskapaden, Liebesgeschichten und anderen Auffälligkeiten fast ununterbrochen in den Medien. Doch war er seit Jahren in der Boulevardlandschaft ein absoluter Garant für Klicks, hatte er mit seiner Musik zumeist nur in englischsprachigen Ländern wie den USA, Großbritannien oder Australien Erfolg. War doch die, damals noch auf zwölfjährige Mädchen zugeschnittene, Musik oftmals zu glatt um das Interesse in anderen Ländern zu wecken. So waren Tourstops außerhalb der erfolgreichen Länder auch oftmals nur sehr sporadischer Natur.

Dies sollte sich mit dem Song ‚Where Are Ü Now‘ vom amerikanischen DJ und Produzenten Skrillex schlagartig ändern – steuerte Bieber hier doch nicht nur den Gesang bei, sondern formte er mit Skrillex zusammen viele neue Ideen, die auf Biebers vierten Album ‚Purpose‘ zu hören sein sollten. Diese Arbeitsweise öffnete Bieber den Blick um weitere Kollaborationen, unter anderem mit Ed Sheeran und Jason Boyd, einzugehen. Das daraus entstandene Album ‚Purpose‘ hat so eine Hitdichte erhalten, die selbst für einen Justin Bieber in dieser Form vorher noch nicht dagewesen war. So hatte Bieber doch zeitweise drei, der vier meistverkauften Songs weltweit in den Charts.

Mit dem, eigentlich für Promozwecke veröffentlichten, Song ‚I’ll Show You‘ zeigt Bieber allerdings noch einmal mehr, dass er sich von seinem Teenie-Image verabschiedet hat und wieder mehr Schlagzeilen durch seine Musik machen möchte. So ist ‚I’ll Show You‘ eine schwere, elektronische Popnummer, die mit Biebers Gesang fast schon ins Verträumte geht. Selbst das Musikvideo, dass in Island aufgenommen wurde, transportiert Skrillex‘ Sound so treffend, dass es für diesen Song eigentlich viel zu schade wäre, ihn nur als Promosingle veröffentlicht zu wissen. Mit solcher Musik dürfte Bieber selbst hartgesottenen Kritikern die Luft aus den Segeln nehmen.

ZHU feat. Vancouver Sleep Clinic - Modern Conversation

ZHU feat. Vancouver Sleep Clinic – explodieren

Der amerikanische DJ und Produzent Stephen Zhu ist unter den Produzenten der Freigeist. Definiert er doch seine Arbeit als Kunst und möchte nur über diese wahrgenommen werden. Weshalb es über ihn selbst auch nicht viel zu berichten gibt – aus Mangel an Informationen. Seine Musik ist da jedoch weitaus offener. Bestehen seine Songs zumeist aus einem dunklen Housebeat, arbeitet er auch mit vielen anderen Künstlern zusammen und kreiert fabelhafte, düstere Songs. Sein im Frühjahr 2014 veröffentlichter Song Faded sorgte sogar für eine Nominierung als Best Dance Recording.
Nun kommt Zhu mit einem ganzen Album – der Genesis Series – zurück und haut eine Single nach der anderen raus. Hier finden sich unter anderem Kollaborationen mit AlunaGeorge, A-Trak, Bone-Thugs-n-Harmony, Skrillex und Vancouver Sleep Clinic. Mit dem 19 jährigen Australier Tim Bettinson alias Vancouver Sleep Clinic hat sich ZHU eine ganz besondere Kollaboration ausgesucht. Ist Bettinson doch ein kleines Wunderkind und erschafft melancholisch, elektronische Songs die den Zuhörer eine Art kollektive Erfahrung machen lassen sollen. Hier geht es einzig um die Musik und nicht darum mich in das Rampenlicht zu stellen sagte er einmal und passt damit wunderbar zu ZHU. Zusammen haben sie einmal mehr einen schnellen, dunklen und atmosphärischen Song geschaffen, der zum Soundtrack der Nacht werden könnte. Modern Conversation ist bestückt mit einer tiefen Bassline und frickeligen Sounds. Dazu kommt die zerbrechliche Stimme Tim Bettinson’s und seinem Projekt Vancouver Sleep Clinic, das auch deutlichen Einfluss auf den Sound des Songs genommen hat. Mit einem mystischen Gitarrensolo, unterlegt mit einem treibenden Beat, endet schließlich der Ausflug in die Nacht und es heißt – Repeat.