Bon Iver - Naeem

Bon Iver – Ein Evolution in vier Akten

Bon Iver ist ein Aussätziger unter den Musikern. Mit seinen Soundmustern, die sich mit jedem seiner Alben verändern, über die Art zu singen, bis hin zu seinen kryptischen Titeln – kaum etwas ist richtig greifbar. Mit seinem nun veröffentlichten I,I setzt der US-Amerikaner Justin Vernon seinem Alter Ego Bon Iver einen vierten Akt auf und komplettiert damit die Soundästhetik, der vier Jahreszeiten. Auf seiner nun veröffentlichten Single Naeem kehrt Venon zurück zu den Anfängen seines Sounds und lässt eindringliche Pianoklänge über sanfte Bässe zu einem kratzig fordernden Gesang des Sängers legen. Dabei wirkt Naeem wie eine Folkballade, die sich aus den Einflüssen von Sigur Rós, The Lumineers und The Slow Show zusammensetzt. Einmal mehr schafft es Bon Iver so, dass seine Musik eine Kunstform annimmt, die sich für viele immer wieder aufs Neue als völlig eigenständig etabliert und zum Einfluss vieler anderer Künstler wird und ist darüber hinaus der perfekte Begleiter für den rauen Ton des nahenden Herbstes.

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Helgi Jonsson feat. Emilíana Torini - Crossroads

Helgi Jonsson feat. Emilíana Torrini – Isländische Leichtigkeit

Mit Emilíana Torrini besitzt Island, neben seiner Vielzahl an herausragenden Künstlern der schweren Musik, eine Sängerin, die durch ihre Musik das Leben so leicht wirken lässt, dass man sich nicht dagegen wehren kann, bei jedem Song der Sängerin ein Lächeln ins Gesicht zu bekommen. Während hierzulande Torrini vor allem durch ihren Nummer 1 Hit Jungle Drum bekannt ist, wird einem der Name Helgi Jonsson wohl gänzlich unbekannt sein. Müsste er aber nicht, denn Jonsson steht für Musik hinter Bands und Künstlern wie Boy, Philipp Poisel, Sigur Rós, Damien Rice oder Tina Dico – mit der er seit Jahren verheiratet ist. Mal als Pianist auf Sigur Rós und Boy Songs, mal als Songwriter für Tina Dico, ist Jonsson in den letzten Jahren unbekannter Weise recht erfolgreich gewesen. Dabei steht sein Klavier im Vordergrund seiner Musik und wird durch elektronische Elemente bereichert. Auf der nun veröffentlichten Version von Crossroads – das im Original als Solosong auf seinem aktuellen Album Intelligentle zu finden ist – hat sich der isländische Sänger die wunderbare Emilíana Torrini dazu geholt und so daraus ein Duett gemacht, welches so sympathisch und locker klingt, dass man sich vorkommt, als würde man neben den beiden auf der Veranda sitzen, ehe alle in einen Pick-Up steigen und raus auf die kargen Felder des Südens fahren. Dabei weht die Luft bei offenen Fenstern in den Fahrerraum und lässt die Wärme des Spätsommers herein. Crossroads ist hierbei eine gar nicht so leichte Kost, schaut man sich den Songtext einmal genauer an. Denn hier beschäftigte sich Jonsson mit den geschichtsträchtigen Wahlen von Donald Trump und dem Brexit. Wie man herausfordernde Themen mit einer Leichtigkeit von Sound verpacken kann, zeigen Helgi Jonsson und Emilíana Torrini mit Crossroads wunderbar.

Martin Baltser – Mit Falsett direkt ins Herz

Es ist eine Geschichte über einen Kleinstadt-Jungen, der zu viel Angst davor hat, die Hand eines anderen Jungen zu halten – auch wenn er weiß, dass keiner in der Kleinstadt damit ein Problem hätte. Eine Geschichte eines Schuljungen, der Angst hat, nicht in das System zu passen und Angst vor der Einsamkeit hat, dass dieses Gefühl ihn selbst einsam fühlen lässt. Das ist die Geschichte, des aus Aarhus kommenden Martin Baltser, die er uns auf seinem wunderschönen Debütalbum The Wasteland Incident erzählt. Dabei ist die aktuelle Single Call My Wild ein emotionales Aufstehen, gegen die Erwartungshaltung an einen jungen Erwachsenen in der Schule. Hier hat der Däne selbst erfahren, dass Individualität und individuelle Stärken zurückgedrängt werden, um in ein Schema zu passen. Dabei kling Call Me Wild kaum greifbar aber unglaublich berührend. Mit frickeligen Soundfetzen, folkigen Gitarren und einer behutsam inszenierten Zerrissenheit, führt Baltser im Falsett durch den Song und lässt starke Assoziationen an Sigur Rós aufkommen. Call Me Wild klingt wie eine Katharsis von schlechten Erfahrungen. Baltser wirft alte Erfahrungen ab und will sich auf Call Me Wild neuen Erfahrungen öffnen. Und wir liegen ihm zu Füßen und lauschen, in geborgener Atmosphäre, den Geschichten seines Debütalbums.

Tokio Hotel – Sie reifen schneller, als man ihnen folgen kann

Tokio Hotel - Something New

Tokio Hotel – Something New

Es ist fast schon verrückt. Wir spulen 12 Jahre zurück, als die damals um die 15 jährigen Magdeburger mit ihrer Single Durch Den Monsun die Charts stürmten und zu Teenie-Idolen in ganz Europa wurden. Ihr Erfolg damals zeigte, dass es kein Englisch brauchte, um in die oberen Chartregionen anderer Länder zu kommen. Waren ihre ersten beiden Alben Schrei und Zimmer 483 noch auf Deutsch, folgte mit Humanoid das erste Album, dass sowohl in einer deutschsprachigen, sowie auch englischsprachigen Version erschien. Dann wurde es ruhig um die Jungs. Unendlich weiterlesen

The Best Of 2016 Vol.: 07

The Best Of 2016 Vol.: 07

The Best Of 2016 Vol.: 07

01. Agnes Obel – Familiar

02. Bear’s Den – Auld Wives

03. Blossoms – Getaway

04. Chairlift – Moth To The Flame

05. Drake feat. Wizkid & Kyla – One Dance

06. Dusky – Ingrid Is A Hybrid

07. Gorgon City feat. Vaults – All Four Walls

08. Kaiser Chiefs – Parachute

09. Matt Corby – Brother (Kygo Remix)

10. Mike Posner – I Took A Pill In Ibiza (Seeb Remix)

11. MØ – Final Song

12. Please The Trees & Elpida – Píseň

13. Shura – What’s It Gonna Be

14. Sigur Rós – Óveður

15. The Coronas – Taibhse Nó Laoch(ra)

16. Tourist – Run

17. Two Door Cinema Club – Are We Ready (Wreck)

18. Usher – Crash

19. White Lies – Take It Out On Me

20. Young Franco feat. DIRTY RADIO – Drop Your Love

Sigur Rós – die große Sprachlosigkeit ist zurück.

Sigur Rós - Óveður

Sigur Rós – Óveður

Viel hat sich getan, bei den isländischen Musiktüftlern von Sigur Rós. Sind doch seit ihrem letzten Album ‚Kveikur‘ nicht nur drei Jahre vergangen, sondern ist die Band seitdem auch zu einem Trio geschrumpft. Doch das diese unscheinbare und so gar nicht in die Populärmusik passende Band im Mainstream angekommen ist, zeigte nicht zuletzt eine Folge der Simpsons, in der sie einen Gastauftritt hatten. Der Reiz Sigur Rós‘ liegt weiterlesen

Retro Stefson – Mit isländischem Charme

Retro Stefson - Skin

Retro Stefson – Skin

Es ist doch schon bemerkenswert, was Island alles an großartigen Künstlern hervorbringt, da sind Sigur Ros und Björk genauso zu nennen, wie FM Belfast und Retro Stefson. Letztere haben gestern ihre neue Single ‚Skin‘, aus ihrem dritten Studioalbum ‚Scandinavian Pain‘ veröffentlicht.
Retro Stefson haben bereits einige Musikrichtungen ausprobiert. So war das erste Album noch eine Art Weltmusik und beinhaltete viele afrikanische Musikelemente, hatten sie ihr zweites Album deutlich elektronischer und moderner produziert. Nun kommt mit ‚Skin‘ ein weiterer Song ins Repertoire der Band der frisch, frech und vor allem wieder sehr elektronisch angehaucht ist. Der Gesangsanteil bei ‚Skin‘ ist erstaunlich hoch und lässt Frontsänger Unnsteinn Manuel Stefánsson’s Stimme gut arbeiten.
Als erster Vorbote des neuen Albums ist ‚Skin‘ somit eine sehr gute Wahl.

Kaleo – Island trifft auf David Gray

Kaleo - Way Down We Go

Kaleo – Way Down We Go

Klein aber Oho.. So könnte man Island, im Bezug auf die dortige Musikszene, beschreiben. Leben doch auf der Insel gerade einmal knapp 330.000 Menschen, präsentiert sich Island musikalisch so, vielseitig und auf hohem Niveau. Hier kommen bekannte Bands wie Sigur Rós, Emiliana Torrini, FM Belfast oder eben Kaleo her.
Letzere Band ist gerade damit beschäftigt, ihr erstes weltweit vermarktetes Album zu veröffentlichen. Auf diesem Album enthalten, sind so große Songs wie ‚All The Pretty Girls‘, ‚I Can’t Go On Without You‘ und ‚Way Down We Go‘. Die allesamt absolute Anspieltipps sind. Letzterer ist so stark, dass man sich an Soul der 90er Jahre zurück erinnert sieht. Da mischt ein Beat mit, der an En Vogue’s ‚Don’t Let Go‘ erinnert. Ebenfalls an jemanden erinnert, fühlt man sich beim hören der Stimme von Frontsänger Jökull Júlíusson, dessen Stimme sich auf ‚Way Down We Go‘ so anhört, als wäre es David Gray zu besten ‚White Ladder‘ Zeiten. Hier singt er rau, soulig und lässt den schweren Beat unter sich wabern. Mitte Juni ist es dann soweit und wir werden sehen, wie gut sie sind. Mit drei hervorragenden Songs aus dem Album ‚A/B‘ können sie jedenfalls schon einmal überzeugen. Wir wollen mehr!