Filous – Mit einem Trick sommerlich in den Winter

Er ist so bekannt wie unbekannt. Der österreichische Produzent Filous – alias Matthias Oldofredi – ist in Elektrokreisen weltweit eine Hausnummer. Dabei hat er bereits den ein oder anderen Hit auch in den Mainstream gebracht. Denken wir nur an die Zusammenarbeit mit James Hersey auf How Hard I Try. Doch ebenfalls hat Filous bereits Remixe zu Song von Kodaline, Selina Gomez, Troye Sivan oder James Bay produziert und ist in den letzten Jahren dadurch immer bekannter geworden. Nun hat Filous mit der ebenfalls aus Österreich kommenden klei den Song Bicycle und damit einen wunderbar, verzaubernden Dance-Song veröffentlicht. Mit chilligen Gitarren, kleis zarter Stimme und einem sanft einsetzenden Housebeat wird Bicycle von Sekunde zu Sekunde größer und mündet schließlich in einem satten Dancetrack, zu dem man sich an einem See auf einer hoch bewachsenen Wiese liegen sieht und um einen die Bienen und anderes Getier schwelgerisch wahrnimmt. Bicycle ist eine satte Popnummer, die mit den Elementen aus House, Akustik und Indie einen sehr gelungen Song für den Winter schafft. Und so trickst uns Filous damit aus und lässt uns noch einmal eine sommerlich warme Brise auf der Haut spüren.

Hurts – Die Individualität leben

Hurts – Beautiful Ones

Nicht weniger als für alles einstehen, was Diversität bedeutet. Denn Diversität steht für Freiheit und die feiert und befeuert das britische Duo Hurts besonders gerne. Ihr neuer Song Beautiful Ones feiert dann auch diese Individualität. Dabei beginnt Beautiful Ones mit einem Klavier und Theo Hutchcrafts warmen Gesang zwar eher ruhig, wird allerdings nach und nach mächtig und zu einer stampfenden Discohymne und klingt Hutchcraft stellenweise sogar ein wenig nach Robbie Williams. Mit Beautiful Ones bringen uns Hurts dazu die Arme in die Luft zu strecken und das zu genießen, was unsere Gesellschaft so reich macht. Dabei zeigt das Video einen bemerkenswerten Ausschnitt dieser Diversität samt Gegenpol. Hier kommen Hass, Liebe, Brutalität und Schönheit zusammen und vermischen sich zu einem Feuerwerk aus Gefühlen. Regisseur Tim Mattia, der hinter dem Musikvideo von Beautiful Ones steckt, hat mit Musikvideos für The 1975, Halsey, Sam Hunt, Biffy Clyro und Troye Sivans bereits für Aufmerksamkeit gesorgt und dabei eine imposante Bildsprache gewählt. Und so wirkt Beautiful Ones – je nachdem über welches Medium man es hört – mal nach einem satten Clubsong, mal nach einer Geburtstagshymne oder auch wieder bedrückend und Augen öffnend. Hurts sind politisch und setzen Statements. Was bei anderen Künstlern oftmals an der Authentizität scheitert, singt das Duo mit einer Eleganz weg und bleibt sich dabei treu. Empfohlen sei hier auch die rückwärtig abgespielte Version des Videos.

The Best Of 2015 Vol.: 10

The Best Of 2015 Vol. 10

The Best Of 2015 Vol. 10

01. HAEVN – Finding Out More

02. City Calm Down – Rabbit Run

03. Rüfüs – Innerbloom

04. Teenage Mutants feat. Laura Welsh – Falling For You

05. Synapson feat. Anna Kova – All In You

06. Liam X – Teil Von Mir

07. Troye Sivan – Wild

08. Sons Of The East – Into The Sun

09. The Weepies – World Spins Madly On

10. Louane – Avenir

11. Jess Glynne – Take Me Home

12. MICAR – This Time It’s My Life

13. ZHU feat. Vancouver Sleep Clinic & Daniel Johns – Modern Conversation

14. Robin Schulz feat. J.U.D.G.E. – Show Me Love

15. Rudimental feat. Ed Sheeran – Lay It All On Me

16. Kakkmaddafakka – Galapagos

17. Billie Marten – Bird

18. Aurora – Half The World Away

19. MisterWives – Our Own House

20. RDGLDGRN – Won’t Last

21. Fettes Brot – Von der Liebe

22. The Vaccines – Give Me A Sign

Troye Sivan – Anerkennung von allen Seiten

Troye Sivan - Blue Neighbourhood

Troye Sivan – Blue Neighbourhood

Die Geschichte von Troye Sivan kommt einem Traum gleich. Bereits mit elf Jahren fing seine vielschichtige Karriere an. So spielte er in einem Vorort der australischen Stadt Perth den Oliver Twist auf einer Theaterbühne. Es folgten Engagements in Filmen wie ‚Spud‘, wo er eine Hauptrolle in allen drei Teilen hatte, und ‚X-Men Origins: Wolverine‘. Fast zeitgleich begann Sivan seine Gesangskarriere. Mit Auftritten in der Spendengala ‚Telethon‘ 2006, 2007 und 2008, in der er auch mit Guy Sebastian zusammen sang, wurde er über Nacht berühmt. Ebenso folgte ein Auftritt bei ‚Star Search‘. Seit 2013 hat Sivan einen eigenen YouTube-Kanal und teilt seither vieles mit seinen Fans.
Bereits eine EP veröffentlicht, folgte nun im Oktober sein Debütalbum ‚Blue Neighbourhood‘. Der darauf enthaltene Song ‚Wild‘ ist gleichzeitig die Leadsingle und der erste Teil einer 3-Episoden umfassenden Videogeschichte mit den Songs ‚Fools‘ und ‚Talk Me Down‘. Ist ‚Wild‘ bereits ein gefühlvolle Song, ist das dazugehörige Video noch ein Emotionsverstärker. Hier trifft Sivans schauspielerisches Können auf seine warme Stimme und erzeugt große Gefühle. So zeigt sich, der selbst homosexuelle Sivan, in einer heranwachsenden Freundschaft mit seinem besten Freund, die weit über eine solche hinauswächst. Doch lässt der Vater seines Freundes dies nicht zu. Kennt man diese Situation aus unzähligen Filmen zwischen Mann und Frau, wirkt diese oft kitschig und stereotypisch. Bei Sivans Video-Triologie wird allerdings eine Tiefe und Vielschichtigkeit der beiden wiedergegeben, die den Zuschauer Betroffenheit fühlen lässt.
Und so ist hier nicht nur ‚Wild‘, sondern auch ‚Fools‘ und ‚Talk You Down‘ als Tip zu sehen.