Icarus feat. Nathan Ball - Meet Me There

Icarus – Mit großer Ankündigung ins neue Jahr

Jetzt scheint es Schlag auf Schlag bei den britischen Brüder Ian und Tom Griffiths – alias Icarus – zu gehen. Hatten sie vor ein paar Wochen bereits mit Rae Morris die Single Dreams Of You veröffentlicht, folgt nun mit Meet Me There die nächste großartige House-Nummer. Dieses Mal als Sänger dabei ist der mittlerweile zum Wahllondoner gewordene Sänger Nathan Ball, den SOML seit einigen Jahren begleitet und bereits zum Interview hatte. Herausgekommen ist ein weiterer treibender House-Track, der mit Balls sehnsuchtsvollem Gesang perfekt die Mischung der Brüder verkörpert. Mit langen Bridges und deutlich größerem Gesangsanteil läuten Icarus eine Zeit ein, die vom Aufbruch und Beenden erzählt. Denn in den letzten Jahren haben die Brüder vieles erlebt und durchlebt, haben Bekanntschaften geschlossen und andere beendet, die ihre Persönlichkeit maßgeblich prägten. Diese Songs, aufgenommen mit ausgewählten Künstlern, zeugen von dieser Phase und lassen die Jungs gerade enorm wachsen. Bereits jetzt steht fest, dass Icarus im kommenden Jahr auf Clubtour gehen und mit UNFOLD ein Projekt veröffentlichen wird, welches noch viele weitere spannende Künstler parat halten wird.

 

Icarus feat. Rae Morris - Dreams Of You

Icarus – Mit Melodic House zum Höhepunkt

Hat man den Song einmal gehört, wird man das Bild von ekstatisch feiernden Festivalbesuchern auf einem Feld, welche die Augen schließen, die Hände spirituell in die Höhe strecken und dabei tanzen nicht mehr los. Bei Icarus ist dieses Gefühl Alltag. Denn mit ihrem Melodic-House schaffen sie es immer wieder wahre Hymnen zu produzieren. Hatten sie 2016 mit Home und der Stimme der norwegischen Sängerin Aurora bereits einen grandiosen Song veröffentlicht, folgten in der Zeit danach mehrere EPs wie die 2019er EP This Must Be The Place. Nun haben die beiden Brüder Ian & Tom Griffiths aus Bristol neues Material veröffentlicht, welches wieder einmal mit Gastsängern begeistert. Auf Dreams Of You haben sich die beiden Produzenten die britische Art-Pop Sängerin Rae Morris dazugeholt und einen wunderbaren Housetrack produziert, der nach einem langen Intro zu einem intimen, energiegeladenen Powersong wird. Gerade diese Mischung ist es, die Icarus ausmacht und sie ein ums andere Mal frisch inszeniert. Denn das Zusammenspiel aus schnellen Beats und einem verstohlen, balladesken Gesang sorgen immer wieder dafür, dass sich die Songs ins Ohr brennen und den Körper zum Feiern anregen. Ob in der U-Bahn, auf der Straße oder zu Hause – mit euphorischer Freude am Song tanzen wir uns durch knapp fünf Minuten und vergessen fast, wo wir gerade sind.

George Ezra – Konzertkritik

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21 Jahre jung ist George Ezra, doch hat er es innerhalb kürzester Zeit geschafft zu einem der erfolgreichsten britischen Musiker 2014 zu werden. Am 11. November 2014 war dann eines seiner, zumeist ausverkauften Konzerte, in Berlin. Bereits einmal auf eine größere Halle ausweichend war auch das Konzert in der Spielstätte Huxleys Neue Welt ausverkauft.  Als Support gab es die britische Singer-/Songwriterin Rae Morris zu hören, auf die ich dann morgen genauer eingehe. Lange 45 Minuten dauerte es schließlich vom Ende des Support-Acts bis zum Bühnenstart des Ezra Konzertes und doch kam nicht das Gefühl des ewigen Wartens auf. Waren doch die Umbaupausen-Songs sehr gut gewählt.

Schließich sollte es losgehen und Ezra startete gleich mit einem energiegeladenem Song – ‚Cassy O.‘ – in den Abend. Auch bei ‚Listen To The Man‘ und ‚Blame It On Me‘ war seine Stimme sowie die umfassende Bühnenpräsenz der Instrumente stark ausgeprägt.
Es folgten ein paar akustische Songs wie der unglaublich entspannte am-Strand-das-Leben-genießen-Song ‚Barcelona‘, sowie ‚Benjamin Twine‘ und ‚Leaving It Up To You‘ der mit einem kleinen chorartigem Gesang durch den Refrain führte. Hier stand Ezra alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne und streifte mal gefühlvoll, mal drängend die Songs von sich.
Im dritten Teil des Konzertes wurde es dann wieder poppiger und so hatte Ezra mit ‚Spectacular Rival‘ einen elektronisch unterlegten und mit starken Gitarrensolos versehenen Song gespielt der fast schon etwas Psychedelisches hatte. Und besonders hier stach Ezras tiefe Stimme stark hervor.
Es folgte mit ‚Breakaway‘ eine kurze Ballade Ehe zu Ezras großem Hit ‚Budapest‘ eingestimmt wurde. Hierbei war es natürlich ein Selbstläufer, dass das Publikum bei den markanten Stellen mitsang.
Nach einem kurzen Abgang und der obligatorischen Zugaberufe folgten noch zwei Songs wobei gleich der erste überraschte. Denn mit ‚Girls Just Wanna Have Fun‘ hatte man auf einem George Ezra Konzert wohl am wenigsten gerechnet. Ist doch Cyndi Laupers Stimme das komplette Gegenteil von Ezras. Des Spaßes Abbruch hatte dieser Unterschied allerdings nicht bedeutet. Den Abschluss des Abends bedeutete ‚Did You Hear The Rain‘ der nochmal mit starker Gitarre und noch stärkerer Stimme ein Vollkommenheitsgefühl beim Publikum erzeugte.

Man merkte George Ezras Bezug zu den Helden der Siebziger Jahre an. Waren doch viele seiner Songs stark an die Arbeitsweise eines Johnny Cash’s angelehnt und spielte die Band ein Klangkonzert das dem des damaligen Sounds wohl sehr nahe gekommen wäre ohne zu countrylastig zu klingen. Dann wiederum folgten rockige Elemente, wie die Gitarrensolos, als wären sie von den Eagles komponiert.
Dass Ezra bei jeden Lied Spaß hatte und dem Zuhörer dies auch mitteilen wollte spürte man zu jeder Zeit, so kam auch mal der ein oder andere Witz nur Einstimmung seines nächsten Songs zu Stande. Und so war es ein frisches Konzert mit einem sympathischen Briten und einer großen Stimme.