COMA - START/STOP/REWIND

COMA – START/STOP/REWIND

Besser hätte es das Kölner Produzenten-Duo COMA nicht auf den Punkt bringen können. Denn erst mit einem Jahr, wie 2020, wird uns die Bedeutung einer Start-, Stop- und Zurückspul-Möglichkeit so richtig bewusst. Ursprünglich hatten Georg Conrad und Marius Bubat den Song START/STOP/REWIND bereits vor knapp einem Jahr produziert und wollten ihn als Bonustrack für ihre, im Frühjahr 2020 geplante, Tour und die Sommerfestivals nutzen. Doch dazu kam es nie. So wartete das Duo mit der Veröffentlichung des Songs auf den richtigen Moment und fand ihn schließlich zu Beginn eines neuen Jahres. Inhaltlich setzt sich der Song damit auseinander, wie wir uns selbst immer wieder mit Ritualen und Vorsichtsmaßnahmen aus Stimmungsschwankungen zurückholen und diese eine beruhigende Wirkung auf uns haben. Diese Momente, sich in geordnete Abfolgen zu begeben, um einer Situation zu entkommen, die sich für uns schwer einzuordnen lässt, dient dem puren Eigenschutz. COMA haben dem Song nun eine neue Bedeutung hinzugefügt, indem sie den Song als Aufbruch und Neustart sehen.

COMA - START/STOP/REWIND (Video)
COMA – START/STOP/REWIND (Video)

Mit verspielten Synthies und hallenden, defensiven Gesängen lassen COMA ihren Song START/STOP/REWIND förmlich fließen und dadurch eine Motivation aufkeimen, die sich – würde man ein Bild zur Visualisierung nutzen – wie ein frühsommerlicher Sonnenaufgang anfühlt, bei dem wir der Welt dabei zuschauen, wie sie zum Leben erweckt wird. Obwohl es für Musiker seit mittlerweile mehr als zehn Monaten so gut wie unmöglich geworden ist, ihre Fans direkt zu erreichen und ihren expressionistischen Teil des Musizierens Ausdruck zu verleihen, halten sie die Fahne hoch und arbeiten an neuen Songs, veröffentlichen diese und geben uns so den Teil einer Normalität zurück, den wir sonst vor der Tür so sehr vermissen. COMA strotzen mit START/STOP/REWIND förmlich vor Euphorie und Vorfreude auf eine Rückkehr zu einem WIR und wir erwidern dieses Gefühl sehr gerne.

M-22 feat. Lorne - Think About Us

M-22 feat. Lorne – Urbaner Elektrosoul

Zwei Worte können so viel beinhalten. Die Beschreibung eines urbanen Elektrosouls umfasst dabei so viel, dass wir und eine voluminöse Klangwucht vorstellen können. Doch auch ein Kürzel, wie M-22 kann viel beinhalten. Beispielsweise den großartigen Sommertrack Good To Be Loved, der 2015 für die ersten warmen Sommertage des Jahres als musikalische Untermalung diente. Zwei Jahre später hatten sie mit First Time zusammen mit der dänischen Sängerin Medina ihren ersten Charthit in Großbritannien verbuchen können. M-22 bestehen hierbei aus dem Briten Matt James und dem deutschen Produzenten Frank Sanders, die sich bei einer Zusammenarbeit in Kanada kennenlernten und bei denen die Chemie sofort stimmte. Fand dieses Treffen an einem 22. März statt, war der Name des Produzenten-Duos somit schnell gefunden. Seitdem remixen und produzieren die beiden Musik und haben erst vor kurzem mit EMI einen Plattenvertrag abgeschlossen, der zuvor von überwältigenden Wochen beherrscht wurde – haben sich doch gleich mehrere Majorlabels um das Duo bemüht.

M-22 feat. Lorne - Think About Us (Video)
M-22 feat. Lorne – Think About Us (Video)

Nun haben M-22 mit Think About Us ihren ersten Song bei EMI veröffentlicht und sich dafür Lorne mit ins Boot geholt. Dieser hatte dieses Jahr bereits mit Armand van Heldens Give Me Your Loving einen großartigen Song abgeliefert. Nun singt sich Lorne über derbe Housebeats zu einem neuen Höhepunkt und erinnert Think About Us dabei an den Sound von Flume, Hayden James oder Jarryd James. Produziert wurde das quietschbunte Musikvideo vom norwegischen Director-Duo HochR, die bereits Videos für Peter Bjorn and John, Elliot Moss und nun auch M-22 produzierten. Think About Us imitiert mit seinen Beats förmlich unseren Herzschlag und sorgt dafür, dass unser Puls hochfährt. Mit einem großartigen Groove und einem präsenten Housesound lassen James und Sanders einen wahren Banger auf uns los und werden wohl in Zukunft öfter mit heißen Clubtracks um die Ecke kommen. Schaut man sich die Entwicklung von Good To Be Loved über First Time bis zum neuen Song Think About Us an, zeigt sich, dass M-22 ein Händchen für große Sounds haben und uns jeder Zeit mit auf die Tanzfläche reißen wollen.

Roosevelt - Echoes

Roosevelt – Mit Disco-Orchester auf die Tanzfläche

Bereits zwei Mal dürften wir uns dieses Jahr über neue Musik von Roosevelt alias Marius Lauber freuen. Zum einen war da die Zusammenarbeit auf One More Song mit dem US-Produzentenduo Classixx, auf dem Roosevelt mit einem funkigen French-House-Beat singt. Zum anderen veröffentlichte der Musiker und Produzent Mitte Juni mit Sign eine erste neue Single, seit seinem zweiten Album Young Romance. Nun folgt auf Sign die nächste Single und bietet sich als opulentere Version der Vorgängersingle an. Denn auch Echoes hat alles, was ein 80er-Jahre Synthie-Hit haben muss, bildet aber gleichzeitig ein akustisches Volumen ab, das durch die verschiedenen, überlagernden, Sounds eher vermuten lassen würde, dass hier eine komplette Band am Werk ist. Dass dies kein Zufall ist, erklärt Roosevelt dann auch zur Veröffentlichung des Tracks. Versucht der Musiker sich immer wieder aufs Neue daran, seinen Sound bis an das Maximum einer Ein-Personen-Band vorzuarbeiten, besteht die Intention darin, wie weit der Produzent mit den überlagernden Sounds gehen und gleichzeitig alles als einzelne Person umsetzen kann. So lassen ihn die verschiedenen Klangschichten zu einem Disco-Orchester werden, sagt Roosevelt.

Marius Lauber a.k.a. Roosevelt

Marius Lauber a.k.a. Roosevelt

Im Zuge der Veröffentlichung des Songs verrät er dann noch, dass auf Echoes auch etwas passiert, das ich so schon lange nicht mehr gemacht habe: Eine musikalische und lyrische Auflösung als zweiten Teil des Stücks, die als Antwort auf den Anfang funktioniert. Während es in der ersten Hälfte um den Versuch geht, eine Phase hinter sich zu lassen, und gewisse Erinnerungen reuevoll auslöschen zu wollen, geht es in der zweiten Hälfte darum, sich mit der Tatsache abzufinden, dass man diese Erinnerungen gemacht hat, mit dem Wissen, sie jederzeit wieder abrufen zu können und wieder in die Gefühle eintauchen zu können, die man einmal hatte. Es baut sich zu einem sehr nostalgischen und euphorischen Moment auf und macht aus der Vergangenheitsbewältigung etwas Positives und Ekstatisches. Sind seine beiden, bisher veröffentlichten, Alben Roosevelt (2016) und Young Romance (2018) im zweijährigen Abstand erschienen, dürften wir uns so langsam wieder an die Hoffnung auf einen baldigen Release eines dritten Albums machen. Mit dem opulenten Echoes haben wir auf jeden Fall einen Track in unserer Playlist, der uns den bevorstehenden Herbst noch ordentlich einheizen wird.

Disclosure & Fatoumata Diawara - Douha (Mali Mali)

Disclosure feat. Fatoumata Diawara – Weltmusik im Dance

Weltmusik verbreitet sich immer häufiger über das Sprachrohr der elektronischen Musik. War dieses Musikgenre sonst nur eine Nische in den hiesigen Plattenläden, erreichen die Künstler dieses Genres immer öfter auch die Musikcharts der westlichen Länder. Ob es die brasilianische Rhythmus-Gruppe Barbatuques mit ihrem Song Baianá ist – der seit Jahren durch alle DJ-Sets geistert und für absolute Glücksgefühle sorgt – oder Wes, der durch das Remake von Alane wieder zurück in den Charts ist, bis hin zu Fatoumata Diawara – die bereits auf dem Disclosure-Hit Ultimatum zu hören war. Die Relevanz der Interpreten nimmt zu und beschert den Musikern, wie im Falle von Diawara, sogar Grammy-Nominierungen als Best Dance Recording. Natürlich gilt diese Nominierung hauptsächlich dem Produzenten-Brüdern von Disclosure. Doch zählt so auch Diawara zu den Nominierten. Im Zuge des neuen Albums der beiden britischen Brüder Guy und Howard Lawrence hat die Zusammenarbeit mit Diawara zu Ultimatum schließlich so viel Spaß gemacht, dass das Duo sich ein zweites Mal mit der malischen Sängerin ins Studio begeben und für ihr drittes Studioalbum Energy den Song Douha (Mali Mali) aufgenommen haben.

Disclosure & Fatoumata Diawara - Douha (Mali Mali)

Disclosure & Fatoumata Diawara – Douha (Mali Mali)

Dabei klingen Disclosure und Diawara einmal mehr verbindend und vereinen die verschiedenen Einflüsse ihrer Musikstile. Doch ist es vielleicht das Statement des Musikvideo-Regisseurs Mahaneela, der den Song und das Musikvideo nicht hätte passender beschreiben können. So sagt er in einem Interview mit dem Rolling Stone Magazin: Gerade jetzt, gehen wir überall auf der Welt durch eine absolut verstörende Zeit. Ich wollte daher etwas kreieren, das eine visuelle Schönheit präsentiert aber dennoch auch als eine Art Symbol für das steht, was wir gerade durchmachen. Die Menschen fühlen sich isolierter als je zuvor und ich hatte die Idee etwas Freude zu ihnen nach Hause bringen, die von der Kraft der Musik und ihrer Bewegung ausgeht und uns somit wieder verbindet. Es hätte keine bessere Beschreibung für den energiegeladenen Housetrack geben können, den uns Disclosure mit Diawara hier präsentieren. Das dazugehörige Musikvideo ähnelt dem, des 1998er Wes-Hits Alane auffällig und versprüht eine ganz ähnliche Dynamik. Nach Know Your WorthEcstasyEnergy und My High ist Douha (Mali Mali) bereits die fünfte Singleauskopplung und wird wohl der letzte Anheizer für das in vier Wochen erscheinende Album Energy sein. Disclosure wissen, was von ihnen erwartet wird und überraschen dennoch jedes Mal aufs Neue mit ihren Musik.

Seeb & Zak Abel - Sad In Scandinavia

Seeb & Zak Abel – Das melancholische Tanzen

Es war ein sogenannter Game-Changer, der das Norwegische Produzenten-Duo Seeb 2015 plötzlich durch die Decke gehen ließ. Ein Paradigmenwechsel für die Osloer DJs und für den US-Amerikanischen Singer/Songwriter und Rapper Mike Posner. Denn gleich mit ihrem ersten Remix des Mike Posner Songs I Took a Pill in Ibiza gelang den Norwegern der Eintritt in die Top-10 in 27 Ländern. Gleichzeitig wurde der Song durch den Remix zum – bis dato – erfolgreichsten Mike Posner Song seiner Karriere. Mit über 6,5 Millionen verkauften Einheiten zählt I Took a Pill in Ibiza zu den erfolgreichsten Songs des Jahres 2015. In Folge des großartigen Erfolges kamen Bands, wie Coldplay, Bastille, Highasakite oder Acts, wie Shawn Mendes, Taylor Swift und Dagny auf die Jungs zu, um Songs geremixt zu bekommen. Aber auch eigene Songs finden immer größeren Anklang. So wurde mit Breathe (2016) einer ihrer ersten eigenen Tracks zum vollen Erfolg und verkaufte sich in Deutschland mehr als 200.000 Mal. Nun sind Seeb mit Sad in Scandinavia zurück und kündigen damit ihr gleichnamiges Debütalbum an, welches noch dieses Jahr erscheinen wird. Auf Sad in Scandinavia eint Seeb – die hier mit Zak Abel zusammenarbeiteten – der tiefe melancholische Elektrosound, den bereits Acts, wie Robyn, Sigrid, Highasakite, Skott oder Ingrid Witt so wunderschön präsentieren. Mit den großen Gegensätzen, im Winter tagelang fast keine Sonne zu sehen und den ebenso endlos langen und hellen Sommertagen, speist sich diese Melancholie aus der Nacht und diesen euphorisch langen Tagen des Sommers. Dabei haben Seeb aber auch eine weitere emotionale Ebene im Song verarbeitet. In Sad in Scandinavia dreht sich das Gefühl um eine beendete Beziehung, bei der man um die Welt reist und hofft, darüber hinwegzukommen, doch feststellt, dass man so weit weg reisen kann, wie man möchte – das Gefühl reist immer mit. Mit Zak Abels wunderbar sanftem Gesang und den großen, ins Stadion passenden, Höhepunkten des Songs, entwickelt sich so eine ganz neue Stimmung, die zum in sich kehren einlädt und gleichzeitig zum ausflippen anregt. Sad in Scandinavia ist der perfekte Sommersong, der an verregnet, warmen Sommertagen genauso funktioniert, wie an heißen Open Air Abenden.

Klangkarussell feat. GIVVEN - Ghostkeeper

Klangkarussell feat. GIVVEN – Die Tür in unser Innerstes

Es ist schon erstaunlich, wie schnell ein moderner Song zum Klassiker werden kann. Sonnentanz wurde im Sommer 2012 von dem österreichischen Duo Klangkarussell veröffentlicht und mauserte sich binnen kürzester Zeit zu einem absoluten Clubhit. Schon Ende August 2012 erreichte Sonnentanz die deutschen Singlecharts und sollte dort für fast zwei Jahre bleiben. Mit Platz-4 als Höchstposition und einem finalen Austritt aus den Charts Anfang September 2014 gilt er als einer der erfolgreichsten Instrumentalsongs in den deutschen Singlecharts. Mit Netzwerk (Falls Like Rain) folgte ein weiterer Hit, bis es erst in den Charts und schließlich auch musikalisch immer ruhiger um das House-Duo wurde. Mit Jericho folgte schließlich 2017 eine Veröffentlichung, die sich nochmals am Popsound der erfolgreichsten Singles orientierte, ehe Tobias Rieser und Adrian Held gänzlich verstummten. Nach zweijähriger Stille sind Klangkarussell im Herbst des vergangenen Jahres zurückgekehrt und haben mit einem Sound überrascht, der sich deutlich dunkler und kraftvoller anhört, als wir es bisher vom Duo gewohnt waren. Nun haben die beiden Salzburger mit Ghostkeeper einen Song veröffentlicht, der mit einem Deep-House Sound begeistert und den smoothen, entspannten Beat auf ein neues Level hebt. Hinzu kommt die sanfte Stimme GIVVENs, die im Zusammenspielt mit den Beats nicht ganz unbegründet die Assoziation der Netzgemeinde auf Rüfüs Du Sol weckt. Auf Ghostkeeper trägt der Singer/Songwriter – von dem nicht viel mehr im Netz zu finden ist – maßgeblich dazu bei, dass der Song so sphärisch und dunkel klingt und dadurch eine enorme Faszination entwickelt. Ghostkeeper ist der Song, den wir uns anhören werden, wenn wir freudig müde mit den ersten Sonnenstrahlen in Berührung kommend einen Club verlassen oder aber völlig gegensätzlich wir uns mit unseren zerbrechlichsten Gedanken auf den Weg durch die dunklen Straßenschluchten der Großstadt machen, um uns zu sortieren und zu uns zurückzufinden.

Gorgon City feat. Drama - Nobody

Gorgon City feat. DRAMA – Schalten einen Gang runter

Gorgon City haben in den vergangenen Jahren mit den verschiedensten Künstlern zusammengearbeitet – von, bis dahin völlig Unbekannte, sowie auch bekannten Größen. Herausgekommen sind Housetracks, die sich vor allem durch markante Basslines und die Featuring-Acts – zusammensetzten. Ob mit Here For YouUnmissableGo All NightSaving My LifeAll Four WallsDelicious oder Go Slow – immer sind es große Stimmen, unter die das Produzenten-Duo ihre Housebeats legt. Schafften Gorgon City mit ihrem Debütalbum Sirens (2014) den direkten Einstieg in die Top-10 der britischen Albumcharts, konnte sich ihr Nachfolger Escape (2018) immerhin noch in den Top-50 platzieren.

Nun arbeiten Kye Gibbon und Matt Robson-Scott an ihrem dritten Album und nutzen die Social Distance-Zeit, um ihren dritten Longplayer schneller zu beenden. Sind nach Escape bereits 5 weitere Songs als Stand-Alone-Singles veröffentlicht worden, darf angenommen werden, dass diese Veröffentlichungen es wohl nicht auf das neue Album schaffen werden. Anders sieht es bei dem nun veröffentlichten Song Nobody aus, der zusammen mit dem Chicagoer Electro-Duo DRAMA aufgenommen wurde.

DRAMA bestehen aus dem Produzenten Ne’el Shehade und der Sängerin Via Rosa die Musik machen, die sich aus einem Mix aus Electro, Soul & R&B zusammensetzt und immer auch einen melancholischen Touch besitzt. Davon begeistert, waren Gorgon City schon länger Fans des Duos – überzeugten sie doch Gibbons bei einem Konzert während eines Aufenthalts in Chicago. Dieser fragte bei dem Duo an und so verabredeten sich für eine Studiosession.

Herausgekommen ist Nobody, ein Song, der sich – im Vergleich zu den Songs zuvor – deutlicher zurücknimmt und durch einen melancholischen Vibe geprägt wird. Für dieses Gefühl dürfte DRAMA hauptverantwortlich sein, fühlt sich das Duo doch tendenziell in diesem musikalischen Umfeld wohl. In dem dazugehörigen Musikvideo interpretieren die Briten den Klassiker West Side Story neu und geben mit Street Art Performances von lokalen Chicagoer Street Dance Gruppen eine moderne Auflage des Musicals wieder. Nobody bleibt trotz der zurückhaltenderen Beats ein absoluter Dancehit und wird seine Kreise einmal mehr durch die Clubs von Ibiza über London bis nach Berlin ziehen.

T. Williams & James Jacob feat. Kelli-Leigh - The Remedy

T. Williams feat. James Jacob & Kelli-Leigh – Im absoluten Tanzrausch

Im Frühjahr 2018 schaffte es ein Track des britischen Produzenten-Duos T. Williams & James Jacob in die Hype- und Club-Charts weltweit. Mit Learning Process hatten die beiden für einen großen Clubhit gesorgt, der durch die Zusammenarbeit mit Tim Delxue erst richtig durchstartete. Anderthalb Jahre später sampelt das Duo seinen eigenen Song erneut und legt auf die Housebeats noch die Vocals der Londonerin Kelli-Leigh. Diese wiederum hatte bereits vor zwei Jahren mit ihrem Featuring auf James Hypes More Than Friends für einen Clubhit gesorgt. Nun sind es T. Williams & James Jacob, die sich die wunderbar klare Stimme der Britin zu Nutzen machen und aus Learning Process den Song The Remedy werden lassen. Darauf zu hören sind 90er-Jahre Pianoklänge, die mit Eurodance und Trompeten begleitet werden. Mit The Remedy könnten T. Williams & James Jacob direkt aus den 90er Jahren kommen und würden selbst dort zum Hit werden. Dabei schraubt sich der Track, durch Plays von Größen wie Basement Jaxx, Sister Bliss oder Riva Starr immer höher in den Clubcharts weltweit und ist zu Recht einer der Hits für die kommende Silvesterparty.

Jarami - Hold On

Jarami – Die unbekannte Größe

Bei manchen Acts ist es schon bemerkenswert – obwohl sie keiner kennt, haben sie ihre Hände bei so unglaublichen vielen Songs und Künstlern im Spiel, dass man eigentlich regelrecht über sie stolpern müsste. So ist es auch mit dem schwedischen Produzenten-Duo Jarami. Erst 2015 gegründet, haben sie bereits einen Grammy gewonnen, Songs von Künstlern, wie HONNE, Rihanna und Aaliyah geremixt und Songs für Frank Ocean, Silk City, Dua Lipa und Camila Cabello produziert. Dass sie also absolute Größen im Musikbusiness sind, kann nach dieser Liste wohl nicht mehr angezweifelt werden. Abseits ihrer Produzententätigkeiten haben Rami Dawod und Jacob Olofsson – die hinter Jarami – stecken, auch eigene Songs, die sie schreiben und produzieren. Einer davon geistert seit einigen Monaten durch die Blogs und wird stetig populärer. Hold On ist eine Mischung aus Elektro, Indie und Pop und mischt diese Genres so zu etwas zusammen, dass man fast die Genres über den Haufen werfen möchte. Denn mit frischen Beats, flirrenden Synthies und einer männlichen Kopfstimme, bei der selbst Justin Timberlake Augen machen würde, ist Hold On vor allem auch ein massiver Ohrwurm. Bei all den Credits, die das in Stockholm lebende Produzenten-Duo bereits vorweisen kann bleibt zu hoffen, dass noch mehr von diesen Songs das Licht der Welt erblicken.

Bag Raiders feat. Panama – Australischer Geniestreich

Die Bag Raiders hatten vor genau zehn Jahren ihren absoluten Höhepunkt. Als mit der Vodafone-Werbung ihr Song Way Back Home in Europa und vor allem in Deutschland zum absoluten Hit geworden ist. Mit ihm kamen sie bis in die Top-20 der deutschen Singlecharts und platzierten ihr Album Bag Raiders in den Top-40. Seit dem ist viel Zeit vergangen, in der Jack Glass und Chris Stracey weitere EP’s veröffentlicht haben. Nun haben die beiden allerdings mit Horizons ihr zweites Album veröffentlicht. Darauf einhalten sind einmal mehr wunderbare Dancesongs, die nach vorne gehen. Mit ihrer aktuellen Single How Long haben sie sich Verstärkung geholt und keinen Geringeren, als Jarrah McCleary – alias Panama – dazugeholt. Dieser gibt dem sprudelnden Dancetrack eine wunderbar entspannte Note und sorgt für ein Chill-Out Gefühl. How Long entstand in L.A. und soll die sehnsüchtige Suche nach der Liebe darstellen. Dabei lief die Zusammenarbeit zwischen den Bag Raiders und Panama so fruchtbar ab, dass selbst das Produzenten-Duo von Panama wachgekitzelt wurde und McCleary dem Duo ganz neue Ansätze und Freiräume lieferte. Die Freiräume kann man auf How Long hören und sich dabei im Sound des Songs verlieren.