SIND - Warum Fragst Du

SIND – Vielleicht ist es anders als Du denkst

Die Frage nach dem Wie geht es Dir? ist eine oft gestellte Frage und entfaltet dabei immer öfter die Ausmaße der englischen Floskel How Are You?. Mittlerweile hat man sich dabei schon daran gewöhnt, eine ebenso belanglose Floskel zurückzuantworten. Doch ab und zu erleben wir diesen Moment, in dem wir uns fragen, wie die Person diese Frage gemeint hat. Und wenn diese Frage dann auch noch von einer ehemaligen Liebschaft kommt, verwirrt sie mitunter nochmal zusätzlich. Denn bei der ein oder anderen Person wird es diesen Moment schon einmal gegeben haben, in der man sich plötzlich dabei erwischt, der ehemaligen Liebschaft – allein durch die Frage Wie geht es Dir? – wieder Gefühle entgegenzubringen. Oder ist das alles nur ein Wirrwarr aus Interpretationen?! SIND haben auf ihrer neuen Single Warum Fragst Du genau dieses Thema aufgegriffen und beschließen damit den Weg hin zu ihrem neuen Album Vielleicht Ist Es Anders Als Du Denkst, das heute erschienen ist. Darauf gibt es eine deutliche Veränderung zu hören – im Sound, in der Besetzung. SIND haben ihren Sound voluminöser werden lassen, haben mehr Farbe in ihre Songs gebracht und bringen auch auf der nun veröffentlichten Single die Mischung aus wunderbaren Melodien und aggressiven Vocals zusammen.

SIND - Vielleicht Ist Es Anders Als Du Denkst
SIND – Vielleicht Ist Es Anders Als Du Denkst

Ob auf Welt Verändern, Batallion d’Amour oder dem neuen Song Warum Fragst Du – SIND klingen nach freundschaftlicher Band und singen so herzzerreissend direkt, dass wir uns bestens vorstellen können, mit ihnen auf gestapelten Plattenbauelementen am Rande der Stadt, mit Blick auf das Maisfeld zu sitzen und die rauen Alltags-Eindrücke hinauszuschreien. SIND sind dabei der Motivator, um uns die Seele aus dem Leib schreien zu lassen und dabei mit einem guten Freund anzustoßen. Mit dem passenden Musikvideo zu Warum Fragst Du haben SIND einer Ausgangssituation vier verschiedene Enden gegeben und steigern damit die Spannung des Videos. Für SIND muss das Jahr 2020 eine enorme Veränderungen gewesen sein, nicht nur in der Band, sondern auch durch die äusseren Umstände, die einen normalen Prozess eines Albumreleases nicht möglich machten. Dass sich die Arbeit gelohnt hat und wir für das Warten belohnt werden, können wir seit heute auf Vielleicht Ist Es Anders Als Du Denkst hören.

Bosse - Der Letzte Tanz

Bosse – Wann war Dein letzter Tanz?!

Der Sympathiebolzen schlechthin ist zurück! Bosse hat mit Der letzte Tanz eine neue Single veröffentlicht und zeigt uns einmal mehr, warum wir den sympathischen Musiker so lieben. Bosse spricht nicht lange um den heissen Brei herum und folgt seinem Gefühl. Die damit verbundene Direktheit erreicht die Fans einmal mehr und lässt die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen mit dem Sänger nicht abreissen. Nun fordert Bosse uns in seinem neuen Song auf, so zu tanzen, als wäre es der letzter Tanz. Dabei treffen die Zeilen auf verschiedenen Ebenen. Sicherlich – die offenbarste Situation beschreibt das Ende einer Beziehung. Doch im Jahr 2020 trifft uns der Satz tanz, als wäre es der letzte Tanz gerade auch deshalb, weil wir eben nicht, wie sonst, auf Konzerten, Festivals oder im Club zu unserer Lieblingsmusik tanzen können. Doch was Axel Bosse zum Ausdruck bringen möchte ist vielmehr der Moment, an dem man sich noch nicht ganz bewusst ist, dass man etwas zum letzten Mal tut oder wiederum so verfährt, sich sogar im Klaren zu sein, diesen bewussten Schritt zu gehen.

Bosse
Bosse

So kennen einige bestimmt den Moment, eine schwitzige Clubnacht gehabt zu haben und zu wissen, dass der Club nach dieser Nacht für immer schließt. Das wäre hier allerdings die entfernteste Interpretation des Songs. Vielmehr geht es Bosse aber wohl um die Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich verabschieden. Ob es eine Trennung oder der Wegzug ist. Die so frei gewordenen Emotionen zelebriert Bosse in Der letzte Tanz einmal mehr so wunderbar euphorisch, dass aus der eigentlichen Trauer ein hymnisch, ekstatischer Song wird. Hatte Bosse 2018 mit Alles Ist Jetzt sein letztes Studioalbum veröffentlicht, folgten letzten Jahr mit Kein Geld Der Welt (zusammen mit Chefboss) und Ich Warte Auf Dich (mit Capital Bra und Prinz Pi) zwei Singles ausserhalb der Reihe. Nun könnte Der Letzte Tanz darauf hindeuten, dass von Bosse womöglich eine neue Platte in Arbeit ist. Während wir auf diese Ankündigung noch warten müssen, tanzen wir einfach den letzten Tanz immer und immer wieder.

Christopher von Deylen - Heaven Can Wait

Christopher von Deylen – Der Sound eines Reisenden

Christopher van Deylen dürfte vielen unbekannt erscheinen, doch begleitet uns seine Musik seit mehr als zwanzig Jahren. Denn einst als Duo angefangen, steht von Deylen seit 17 Jahren alleine hinter dem Musikprojekt Schiller. Dahinter verbirgt sich eine Diskografie der Erfolge. Hat von Deylen unter dem Projekt Schiller bereits zehn Alben und sieben Live-Alben veröffentlicht, kamen früher noch große Singleveröffentlichungen, wie Das Glockenspiel, Dream Of You und Leben… I Feel You (beide mit Heppner), Die Nacht… Du bist nicht allein (feat. Thomas D), You (feat. Colbie Caillat), Sonne (feat. Unheilig), Morgenstund (mit Nena) oder Avalanche (mit SCHWARZ) hinzu. Heute ist es das Album an sich, welches als ein Gesamtwerk gesehen werden soll. Damals wie heute steht für von Deylen im Vordergrund, dass seine Musik den Hörer mit in eine andere Welt nimmt. Mit organischen Arrangements lässt er damit viele Emotionen entstehen. Die Verkaufszahlen geben ihm recht. Kein anderer Künstler ist in diesem Genre – dem Ambient – so erfolgreich, wie von Deylen. Mit sechs Nummer-1 Alben – von denen allein die letzten vier jeweils die Charts anführten – und weiteren vier Top-10 Titeln ist er ein fester Bestandteil der deutschen Musikszene und vereint viele namhaften Kollaborationen auf seinen Alben. Für sein neuestes Projekt wagt sich der Musiker und Produzent nun aus dem Schatten des Schiller-Universums raus und veröffentlicht am kommenden Freitag erstmals unter seinem eigenen Namen die Platte Colors.

Christopher von Deylen - Color
Christopher von Deylen – Color

Von Deylen selbst beschreibt das Album als Mischung aus Minimal Piano und elektronischen Sounds und soll dazu animieren, sich einmal in eine andere Welt zu träumen. Auf Colors verbindet der Musiker einmal mehr die treibenden Klangmuster seines Projektes Schiller und arbeitet damit den Sound eines Reisenden heraus. Hat von Deylen bereits vor einigen Jahren seinen festen Wohnsitz in Berlin aufgegeben, kann man ihn heute als glücklich heimatlos bezeichnen. Immer wieder wird seine Musik aus den Eindrücken auf Reisen geprägt und sucht von Deylen diese Momente direkt. Ob durch Südostasien, auf dem Forschungsschiff Polarstern durch die Arktis oder der US-Amerikanischen Mojave-Wüste reisend, findet von Deylen immer den passenden Sound. Mit seiner neuen Platte Colors erhalten wir nun erneut die Möglichkeit, Teil dieser Reise zu werden. Mit der Single Heaven Can Wait begeistert der Produzent mit großen, hallenden Synthiebrettern und einer euphorischen Soundproduktion. Immer auch präsent, ist das Piano, welches zur Rast einlädt, ehe der elektronische Beat wieder zum weiterziehen animiert. Von Deylens Heaven Can Wait ist der Soundtrack in unseren Köpfen, wenn wir in fernen Ländern aus der Scheibe des Busses oder der Bahn gucken und den vorbeiziehenden Eindrücken volle Aufmerksamkeit gewähren. Kaum ein Moment ist zeitloser als dieses Gefühl und bringt uns in eine emotional Verfassung, die intensiver nicht sein kann.

Blu DeTiger - Cotton Candy Lemonade

Blu DeTiger – Irgendwo ist immer Sommer

Wer kommt denn da – mitten im Herbst – plötzlich mit einem der feinsten Sommerhits um die Ecke?! Man möchte der New Yorkerin Blu DeTiger fast unterstellen, die großartigsten Songs in der falschen Jahreszeit zu veröffentlichen – oder ist es gar Kalkül?! Denn so fallen ihre Songs zumindest mehr auf. Bereits im Januar 2019 veröffentlichte die 21-jährige Sängerin mit dem Überhit In My Head eine wahre Bassbombe. So energiegeladen und flippig kam schon lange kein Song mehr daher. Dabei blieb das Multitalent bisher zumeist nur dem Umkreis der Millionenmetropole vergönnt. Dass die Multiinstrumentalistin, Sängerin, Songwriterin, Produzentin, DJane und Bass Virtuosin nun aber auch international durch die Decke geht, ist zum einen der Plattform TikTok zu verdanken und zum anderen der Art, wie DeTiger ihren Bass spielt. Denn auch auf ihrer vor einem Jahr veröffentlichten Single Tangerine ist dem Bass alles untergeordnet. Mit unkonventionellen Wandlungen im Beat lässt uns DeTiger nicht zur Ruhe kommen und schafft Energie, wo vorher ein leerer Raum war.

Blu DeTiger
Blu DeTiger

Nun hat die US-Amerikanische Sängerin mit Cotton Candy Lemonade einen neuen Song veröffentlicht, an dem sie während der Lockdown-Phase gearbeitet hatte. Überraschend hierbei ist, dass sich der Sound signifikant verändert hat. Hier steht nicht mehr ausschließlich der Bass im Vordergrund und ordnet sich alles dem Beat unter, sondern wird der Song vielmehr durch ein elegantes Bassspiel dominiert. Langsam, verträumt und immer ein wenig desinteressiert singt sich DeTiger durch ihren neuen Song und erinnert dabei an eine Mischung aus Tash Sultana, Lana Del Rey und HONNE. Mit dieser langsamen und relaxten Art der Arrangements und Harmonien holt uns DeTiger für einen Moment lang den Sommer zurück in den tristen Herbst und vermittelt das Gefühl eine warmen Sommerbrisen auf unserer Haut zu spüren. Für knapp zweieinhalb Minuten holt uns die Sängerin damit aus unserem Alltag und gibt uns noch die Info mit auf den Weg, dass Anfang 2021 mit ihrer Debüt-EP zu rechnen sei. Doch bis dahin werden wir mit Sicherheit noch ein paar Mal die warme Sommerbrise über unsere Haut wehen lassen.

Roosevelt - Feels Right

Roosevelt – Auf Album Nr. 3 fühlt sich alles richtig an

Vor knapp sechs Wochen erst kam mit Echoes die neueste Single von Roosevelt auf den Markt, da legt Marius Lauber mit Feels Right bereits nach und haut uns den satten Discosound nur so um die Ohren. Immer dabei – der Synthesizer – denn das ist Roosevelts Markenzeichen. Während er in den letzten Wochen immer konkreter wurde und bereits zwei Solosongs und eine Kollaboration veröffentlicht hatte, folgt nun mit der neuen Single Feels Right die Ankündigung seines dritten Studioalbums Polydans, welches am 26. Februar 2021 erscheinen wird. Darauf enthalten sind neben Feels Right, Echoes und Sign noch sieben weitere Songs und die Gewissheit, eines der heissesten Dancealben des Winters erwarten zu können. Feels Right selbst kam ganz natürlich zustande, sagt Lauber über den Song. Der Song handelt von einem Gefühl der unerschütterlichen Zustimmung. Als ich den Song schrieb, begann alles mit einem, von der [US-Amerikanischen Funk-Rock-Band] ESG beeinflussten Funk-Loop, der schon in seiner einfachsten Variante etwas euphorisch verspieltes hatte. Es ist auf jeden Fall einer der Songs, auf dem neuen Album, der am leichtesten entstand. Einer dieser Songs, der die Richtung regelrecht diktiert, anstatt, dass man noch Wochen an ihm arbeitet.

Roosevelt - Poyldans
Roosevelt – Poyldans

Das neue Album geht – anders als der Zweitling Young Romance – wieder zurück zu Roosevelts Anfängen und versperrt sich keiner Kreativität. Hier gab es keine kreativen Einschränkungen mehr und konnte Roosevelt all das machen, was ihn glücklich macht. Dabei nennt der DJ, Produzent und Songwriter sein neues Album, das persönlichste, dass er bisher produziert hat. Während viele Acts der Elektroszene weltweit mit kalten, tiefen House-Elementen arbeiten und dadurch eine Dunkelheit vor sich her schieben, begeistert Roosevelt mit einem warmen, euphorischen Discosound, der die hellsten Elemente des Clubfeelings transportiert. Neben der Albumankündigung hat Roosevelt für die zweite Märzhälfte sechs Konzerte in Deutschland angekündigt, auf die wir uns schon jetzt sehnlichst freuen. Feels Right zeigt, dass sich das Multitalent mit seinem jetzigen Sound glücklich fühlt. Das transportieren die Songs und sorgen für einen Moment der euphorischen Freude.

Freyr - Avalon

Freyr – Musik, ganz unabhängig von Genres

Es ist ein treibender Takt, der gleich zu Beginn des neuen Songs von Freyr Flodgren einsetzt. Ein Takt, der sich vertraut anfühlt, der nicht in Hektik ausbricht und doch so viele Schichten aufweist. Avalon ist der Soundtrack einer Nacht, in der wir durch die dunklen, verlassenen Straßen einer Großstadt ziehen. Gleichzeit gibt es irgendwo auf dem Land einen Menschen, der entlang der leeren Landstraßen am Wegesrand für einen Moment verweilt und die kalte, feuchte Luft des Herbstes einatmet. Im Kopf – immer dieser Takt, der uns runterholt, einen Moment inne halten und sich auf uns selbst konzentrieren lässt. In diesen Momenten sehen wir das gebrochene Herz in uns, das – vor Liebe – berstende Herz, die Freude und die Wehmut, die Einsamkeit, sowie die Geborgenheit. Es ist ein Song, der die tiefsten Gefühle in uns weckt und sich dafür noch nicht einmal anstrengen muss. Freyr hat diesen Song aus den Eindrücken eines einjährigen Aufenthaltes in Vancouver geschrieben. Doch nicht nur die Tempel in der kanadischen Stadt waren die Inspiration zu Avalon. Textlich verarbeitet Freyr hier die Erlebnisse einer Reise an die Mittelmeerküste Südfrankreichs.

Freyr
Freyr

Mit Eindrücken und Emotionen dieser beiden Orte und dem tiefen Gefühl, das Freyr in sich trägt, hat der isländisch/schwedische Singer/Songwriter einen Song geschrieben, der sich tief in unsere Seele vorarbeitet. Aus reinen Gefühlen hört man Avalon heraus, dass die Emotionen gelebt wurden. Freyr selbst hat dabei bereits eine bewegte Zeit hinter sich – wie Ihr im Beitrag zu Neighbour Boy erfahren konntet. Während erst im Sommer dieses Jahres seine EP Sorry erschienen ist, kündigte der Musiker mit Avalon nun eine Veröffentlichungsreihe an, die – laut eines Posts auf seiner WordPress-Seite – in einer neuen EP münden sollte. Doch nur wenige Tage später veröffentlichte Freyr auf Facebook die Info, dass es ein Album geben wird. Mit der gesammelten Hoffnung auf einen Longplayer in dieser Stimmung, steht Freyr bereits jetzt auf einer Stufe mit Ben Howard, Damien Rice und José González und dürfte damit unsere Sehnsucht nach seinem tiefen Sound in Form eines Albums stillen.

London Grammar - Californian Soil (Single)

London Grammar – Selbstbestimmt zu neuem Sound

Es fühlt sich an, als würde der beste Freund, der immer in auffällig modischen Klamotten gestylt war, plötzlich schwarz in schwarz tragen. Es ist immer noch der selbe Mensch und der selbe Charakter und doch ist etwas anders. Dieses Gefühl kommt aktuell auch auf, wenn man sich die neuen Songs von London Grammar anhört. Denn gab es Ende August mit Baby It’s You den ersten Vorgeschmack auf das kommende Album, hat das Nottinghamer Trio nun mit Californian Soil die zweite Single ausgekoppelt. Hier setzt sich der Weg, mit elektronischen Elementen zu arbeiten konsequent fort und wird durch eine Zugabe von Retrosounds angereichert. Retrosound deshalb, da gleich zu Beginn von Californian Soil durch das Knistern einer Schallplatte und einem Beat – ähnlich eines Herzschlages – die Assoziation aufkommt, man höre hier ein Sample des Massive Attack Kulthits Teardrop. Im Verlaufe des Songs kommt schließlich sogar eine Gitarre hinzu, die an Puddle Of Mudds Blurry erinnert. Das alles spielt sich im Kopf ab, hört man das erste mal den neuen Song von Hannah Reid und den beiden Jungs.

London Grammar - Californian Soil (Album)
London Grammar – Californian Soil (Album)

Ob dieser Assoziation beinhaltet der Song allerdings auch wieder typische London Grammar Stilelemente, wie die orchestrale Unterstützung, frickelige Takte und dem ruhigen Gesang Reids. Dabei hat sich Reid in den vergangenen zwei Jahren intensiv mit sich selbst und der Selbstbestimmung als Frau auseinandergesetzt in dem kommenden Album verarbeitet. So trägt das dritte Album der Briten dann auch den Namen Californian Soil und wird am 21. Februar 2021 erscheinen. Produziert wurde das Album vom, in Berlin lebenden, britischen Produzenten George FitzGerald, der mit seinen eigenen Songs, wie Burns als auch mit seinen Arbeiten als Produzent für Katy B oder WhoMadeWho Bekanntheit erlangte. Auf dem Weg zu ihrem dritten Studioalbum haben London Grammar eine deutliche Richtungsänderung eingeschlagen, ohne dabei auf die Größe und Weite ihres bekannten Sounds zu verzichten. Mit der neuen Single Californian Soil lassen uns London Grammar einen intimen Moment der Melancholie erleben und begeistern mit einem frischen und starken Sound.

Spoon And The Forkestra - Pirates

Spoon And The Forkestra – Melancholischer Hedonsimus

Wir alle kennen diesen Moment, der unweigerlich kommt, doch den man nur all zu gerne hinausschieben möchte. Es ist der Moment, an dem man einem guten Freund – ja vielleicht sogar dem besten Freund – Lebewohl sagen muss, da er die Stadt verlässt, um ein neues Kapitel in seinem Leben aufzuschlagen. Zumeist kommen diese Abschiede in der Zeit zwischen Schulende und Anfang der Ausbildung oder des Studiums vor. Doch was ist, wenn es erst mit Ende 20 oder in den 30ern soweit ist? Das Duo Spoon And The Forkestra haben aus diesem Gefühl einen Song gemacht und überraschen damit zugleich. Denn während ihre Debütsingle Mosquitoes noch auf einer völlig intimen Basis aufbaute, gehen Emily-Mae Lewis und Timo Zell auf ihrer zweiten Single Pirates ordentlich nach vorne. Ganz nach dem Gefühl – wenn schon denn schon, lassen sie uns nicht nur musikalisch, sondern auch visuell mit ihrem Musikvideo daran teilhaben, wie sie einen solchen Abschied verarbeiten würden.

Spoon And The Forkestra - Pirates (Video)
Spoon And The Forkestra – Pirates (Video)

Nämlich mit einer ordentlichen Portion an melancholischem Hedonismus. Das Gefühl, mit der besseren Hälfte noch einmal alles niederzureissen und die Nacht zum Tag zu machen, sich gegenseitig bis ins Unendliche zu necken und den Anderen dabei eher an sich binden zu wollen, als ihn gehen zu lassen und zeitgleich nicht eine Sekunde vergessen zu können, dass es das letzte Mal sein wird – kennen wir alle nur zu gut. Lewis und Zell gehen auf Pirates musikalisch genau diesen Zwiespalt zwischen lauten Gitarrenriffs, ruhigen Gesängen, mächtigen Bässen und einem Aufschrei als Refrain ein. So ist Pirates eine Indie-Hymne von Abschied, Zugehörigkeit und dem Willen, an etwas festzuhalten, das eigentlich schon losgesagt ist. Vergleicht man Mosquitoes mit Pirates könnte der Unterschied im Sound nicht größer sein. Als zweite Auskopplung, aus ihrer bevorstehenden Debüt-EP verheisst es allerdings nicht weniger, als ein enorm spannendes Debüt zu werden, das offen für Richtungswechsel und neue Musik ist.

Japonica - Hygge

Japonica – Musik für sich selbst

Es klingt wie das gleichmäßige Plätschern eines Baches. Wenn der Strom aus Wasser – der kleine Äste und Blätter mit sich trägt – bei Engstellen aus Steinen plötzlich das Plätschern hörbar macht. Aufgesaugt von der umgebenen Geräuschkulisse stellt sich so ein Gefühl von Ruhe und Ausgeglichenheit ein, die uns immer wieder an diesen Ort zurückkommen lässt. Doch was ist, wenn wir diesen Moment durch Musik erzeugen könnten? Bands, wie Sigur Rós, schaffen es solche Gefühle zu wecken. Doch während von den Isländern, um Frontmann Jónsi, seit ihrem letzten Album Kveikur (2013) keine neue Musik mehr erschienen ist, schaffen es Bands, wie Japonica, in deren Fußstapfen zu treten. Dabei gibt es nicht viele Informationen über die Band selbst zu berichten – sind doch die Angaben auf ein Kollektiv aus London begrenzt. Wer dahinter steckt, ist unbekannt. Doch dafür ist es die Musik, die so viel mehr erzählt. Bereits vor knapp zehn Monaten ist ihr Debütalbum Into The Kaleidoscope in digitaler Form erschienen, im Mai sollte schließlich die Vinylveröffentlichung folgen. Nun hat sich alles etwas nach hinten verschoben und wurden die Platten jetzt erst rausgeschickt. Das Warten hat sich gelohnt!

Japonica - Into The Kaleidoscope
Japonica – Into The Kaleidoscope

Mit sanft, sphärischen Tönen, naturnahen Sounds und einem homogenen Gesang begeistern Japonica gleich zu Beginn ihrer Platte. Mit der Single Hygge und dem damit verbundenen dänischen Wort für Glück, Zufriedenheit und Gemütlichkeit schaffen Japonica Raum für genau diese Attribute. Ihr Sound klingt voll, warm und streichelt die Seele mit jeder weiteren Minute ihres Albums. Ob an kalten Herbst- oder Wintertagen, in der auflebenden Frühlingszeit oder dem satten Sommer – Into The Kaleidoscope ist das musikalische Gefühl, das wir alle suchen, wenn wir in uns selbst Schutz suchen. Japonica schaffen es uns zu wärmen und stehen den Isländer von Sigur Rós bereits auf ihrem Debütalbum in nichts nach. Während die physischen Tonträger ihres Debütalbums ausschließlich über die Website der Band vertrieben werden, kann Into The Kaleidsocope digital überall dort gekauft und gehört werden, wo wir es gewohnt sind.

POLO & PAN - Feel Good

POLO & PAN – Der Sound für die entspannten Momente

Wenn Manu Chao auf HONNE trifft und Daft Punk ihren French-House mit den Klängen des Amazonas verbinden, sind wir bei dem französischen Duo POLO & PAN angekommen. Dieses verbindet all diese Landmarks und fügt dem Sound eine freche Chanson- und Bossa Nova-Note hinzu, die den Songs von Paul Armand-Delille und Alexandre Grynszpan diese gänzlich entspannte Atmosphäre verleihen. Kennengelernt haben sich Armand-Delille und Grynszpan vor etwa zehn Jahren in einem Pariser Club, in dem sie beide auflegten, damals – wie heute – bestand ihr Sound darin, die verschiedensten Genres zu mischen und einen unbedarft, frischen Vibe entstehen zu lassen. Auf ihrem 2018er Debütalbum Caravelle vereinen POLO & PAN entspannte Tanzmusik mit einer Erinnerung an ferne Länder mit bunten Farben. Nun haben POLO & PAN mit Feel Good eine erste neue Single veröffentlicht, die auf der gleichnamigen EP Feel Good zu finden ist, welche am 3. Juli veröffentlicht wurde.

POLO & PAN

POLO & PAN

Auf dieser Single haben sich POLO & PAN etwas weiter weg vom Chanson und Bossa Nova gewagt und eine deutlich, hörbare Veränderung in Richtung French-House eingeschlagen. Dabei bleibt ihre Leichtigkeit im Sound erhalten und zeugt nach wie vor vom Soundtrack einer Urlaubsreise. Ob zwischen Urwaldbäumen und lautem Vogelgezwitscher im Amazonas Südamerikas oder den endlosen Sandverwehungen in der nordafrikanischen Wüste – Feel Good ist der passende Soundtrack dazu. Die Band selbst veröffentlichte den Song mit den Worten Der Sommer ist nun auch wirklich überall angekommen und bringt Sonnenschein – und Feel Good – in unser Leben. Unsere neue Single feiert die Schönheit der einfachen Freude, die in unseren Händen liegt.[…]. So zeigt sich diese Stimmung dann auch im – erneut animierten – Musikvideo, in dem wir zwei Jungs sehen, die vom Kindesalter, über das Erwachsen werden, bis ins hohe Alter zusammen eine Liebe pflegen, die weit mehr als nur der äußere Einfluss ist. Feel Good ist im wahrsten Sinne des Titel für den Moment bestimmt, sich unbekümmert glücklich zu fühlen und dazu selbstverständlich auch noch zu Tanzen.