Yaeji - Waking Up Down

Yaeji – Hypnotisierender Chill-Sound

Er klingt, als würden wir uns auf einer kosmischen Wolke – durch die Galaxien reitend – befinden. Dies allerdings auf unserer heimischen Couch sitzend und als Trip bezeichnend. Dass Drogen gar nicht notwendig sind, zeigt uns die New Yorker Heldin Yaeji mit ihrer neuen Single Waking Up Down. Denn diese Single begeistert einmal mehr mit einem entspannten Elektrosound. Mit ihrem bisher erfolgreichsten Song Raingurl und dem Nachfolger One More zeigte sich Yaeji bereits fest verankert auf allen hippen Homepartys. Mit ihrem Remix des Robyn Songs Beach 2k20 wurde sie schließlich noch einmal deutlich populärer und konnte mit Hilfe von Robyn tausende neue Hörer erreichen. Mit Waking Up Down schließt der Song an die Vorgänger an und begeistert durch ein Zusammenspiel aus modernen aber relaxten Elektrobeats und einer Mischung aus englischen und koreanischen Lyrics. Dabei ist Waking Up Down der wahrgewordene Hypnosesong, der uns in neue Sphären hebt. Die entspannte Produktion, die High-End Riffs und der Fabriksound lassen Yaejis neuesten Streich so nahtlos an die Produktionen der US-Amerikanerin anschließen, dass sich der Hype um die 26-Jährige damit einmal mehr verstärken wird. Beobachten können wir dies auch an den Konzerthallen, die in Deutschland gebucht werden. War es im Sommer 2018 noch das Prince Charles in Berlin-Kreuzberg, wird für das im November geplante Konzert nun bereits das Astra bespielt. Mit der kommenden Veröffentlichung ihres neuesten Mixtapes What We Drew – das am 2. April veröffentlicht wird – werde mit Sicherheit weitere Fans dazustoßen. Bis dahin genießen wir mir ihrer Laid-Back-Veröffentlichung Waking Up Down die neugewonnenen Freiheit, auf unserer Couch zu entspannen.

Balthazar - Halfway

Balthazar – Alle sind bereit

Bereits im Januar 2016 gab es hier auf SOML die Single Bunker der belgischen Indieband Balthazar zu hören Mit Bunker noch völlig im Indierock befindlich sollte es vier weitere Jahre dauern, um einen Sound zu veröffentlichen, der plötzlich gänzlich groß und nach internationalen Rockbands klingt. Mit ihrem 2019er Album Fever und der gleichnamigen Single schaffte es die Band nicht mehr nur in Belgien, Frankreich und den Niederlanden Erfolg zu haben, sondern bekam auch immer mehr Aufmerksamkeit aus dem deutschsprachigen Raum. So platzierte sich das vierte Album erstmals auch in den Schweizer Albumcharts und wurde in Deutschland vermehrt in die Radioplaylisten aufgenommen. Nachdem Balthazar 2019 bereits auf Tour waren, kommen sie nun für weitere Konzerte zurück nach Deutschland und haben mit Halfway gleichzeitig eine neue Single am Start. Ob sich der Name des Songs davon ableitet, dass Halfway genau zwischen zwei Alben veröffentlicht wird, kann nur vermutet werden, zumindest hoffen die Fans, dass es nicht wieder vier Jahre dauern muss, ehe die Belgier ein neues Album veröffentlichen. Mit Halfway scheint es allerdings in eine hoffnungsvolle Richtung zu gehen – dabei nimmt der Song einen ähnlichen Pfad auf, wie ihn die Tracks auf dem letzten Album der Band genommen haben. Mit stolzer Brust singt sich auf Halfway hauptsächlich Jinte Deprez durch den Song und wird nur durch Backingvocals von den anderen Bandmitgliedern begleitet. Mit einer Mischung aus dunklem Alternativerock, einem Gesang der mit R&B-Elementen aufwartet und dem typisch, cool und entspannten Sound lassen Balthazar die Tage bis zu ihren Deutschlandkonzerten wie im Flug vergehen – denn zumindest in Deutschland sind alle bereit für mehr Musik der Belgier

Khruangbin feat. Leon Bridges - Texas Sun

Khruangbin feat. Leon Bridges – Thai-Funk oder Südstaaten-Rock?

Es ist eine interessante Mischung, die das US-Amerikanische Trio Khruangbin in seiner Musik vereint. Kommen die Songs zumeist instrumental daher, verbinden Laura Lee, Mark Speer und Donald Johnson hauptsächlich Funk, Soul und Rock und hören sich dabei auch immer authentisch nach Südstaaten-Rock an. Erstaunlich ist hier wiederum, dass die Band, bis auf wenige Ausnahmen wie Leon Bridges, durchweg als Support von elektronischen Künstlern, wie Bonobo, Massive Attack oder Tycho gebucht wird und damit ein weitaus größeres und moderneres Publikum anspricht, als es ihr eher traditioneller Sound vermuten lässt. Nach ihrem dritten Album Hasta el cielo dass im Sommer 2019 erschien, haben sie nun für diesen Freitag die neue EP Texas Sun angekündigt. Diese ist eine Kollaboration mit dem US-Amerikanischen Soulsänger Leon Bridges, den sie 2018 auf seiner Tour supporten dürften. Dabei wird deutlich, wie sehr ihr instrumentaler Rock nach einer Stimme zu greifen scheint, denn auf der Single Texas Sun zeigt sich, wie sich Bridges‘ Gesang an die Harmonien anschmiegt und die feinen Nuancen von Schlagzeug und Gitarren deutlich werden. Die Kollaboration von Khruangbin und Leon Bridges ist eine der unerwartetsten aber gleichzeitig auch spannendsten und zeigt, dass sich unterschiedliche Musikstile wunderbar zu einem großartigen Sound zusammenfinden können.

Jeremias - Schon Okay

Jeremias – Das Funk-Phänomen

Mit der EP Du Musst An Den Frühling Glauben haben die vier Jungs von Jeremias im Herbst vergangenen Jahres ein unglaubliches Ausrufezeichen gesetzt. Mit ihrer Mischung aus lockeren Indie-Sounds, gepaart mit Funk und Pop haben sich die Hannoveraner durch Songs, wie Alles und Sommer in die Köpfe gespielt. Land auf, Land ab wurden sie mit offenen Armen empfangen und dürften auf unzähligen Radiokonzerten zeigen, wie die neue Lockerheit der jungen Wilden funktioniert. Denn gerade diese Lockerheit steht auch für den Sound der Band. Nachdem Jeremias im Dezember den Song Grüne Augen Lügen Nicht veröffentlichten und damit erstmals mit einem Sound überzeugten, der weiser und erwachsener klang, kehren sie nun mit ihrer neuesten Single Schon Okay wieder in das Muster der jungen Wilden zurück. Zwischen Leidenschaft und Gier, Hingabe und Gleichgültigkeit schwingt Schon Okay gekonnt durch treibend, funkige Gitarrensolos. Hinzu kommt, dass sich Frontmann Jeremias Heimbach auf Schon Okay stimmlich ausprobiert und mit einer großartigen Kopfstimme überzeugt. Gleichzeitig läutet die Band mit der neuen Single ihre bevorstehende Tour ein, die sie durch 18 deutsche Städte führen wird. Wer daher einen guten Mix aus Indie, Disco und Funk sucht ist bei Jeremias goldrichtig.

Das Ding Ausm Sumpf - Genau Du

Das Ding Ausm Sumpf – Monsterrap auf Dancebeats

Kein bisschen bescheidener könnte man es beschreiben, was der Münchener Musiker Stefan Mühlbauer da unter dem Pseudonym Das Ding Ausm Sumpf raushaut. Mit einer Mischung aus Rap und derben elektronischen Beats erinnert Das Ding Ausm Sumpf auf seiner aktuellen Single Genau Du stark an Deichkind. Neben diesen Elementen kommt aber auch eine Portion Balkanbeats hinzu und erinnert der Song hier und da sogar ein klein wenig an den Sound, den Fettes Brot auf ihrem Überhit Schwule Mädchen hatten. Das Ding Ausm Sumpf behandelt dabei Themen, die bewusst provozierend sind und anecken – denn dem Druck der Leistungsgesellschaft erteilt der Musiker einen fetten Mittelfinger. Mit kränk wird der Münchener am 6. März sein Debütalbum veröffentlichen und gleichzeitig auf eine ausgedehnte Konzerttour gehen, die sagenhafte 38 Städte ansteuert.

Jarami - Hold On

Jarami – Die unbekannte Größe

Bei manchen Acts ist es schon bemerkenswert – obwohl sie keiner kennt, haben sie ihre Hände bei so unglaublichen vielen Songs und Künstlern im Spiel, dass man eigentlich regelrecht über sie stolpern müsste. So ist es auch mit dem schwedischen Produzenten-Duo Jarami. Erst 2015 gegründet, haben sie bereits einen Grammy gewonnen, Songs von Künstlern, wie HONNE, Rihanna und Aaliyah geremixt und Songs für Frank Ocean, Silk City, Dua Lipa und Camila Cabello produziert. Dass sie also absolute Größen im Musikbusiness sind, kann nach dieser Liste wohl nicht mehr angezweifelt werden. Abseits ihrer Produzententätigkeiten haben Rami Dawod und Jacob Olofsson – die hinter Jarami – stecken, auch eigene Songs, die sie schreiben und produzieren. Einer davon geistert seit einigen Monaten durch die Blogs und wird stetig populärer. Hold On ist eine Mischung aus Elektro, Indie und Pop und mischt diese Genres so zu etwas zusammen, dass man fast die Genres über den Haufen werfen möchte. Denn mit frischen Beats, flirrenden Synthies und einer männlichen Kopfstimme, bei der selbst Justin Timberlake Augen machen würde, ist Hold On vor allem auch ein massiver Ohrwurm. Bei all den Credits, die das in Stockholm lebende Produzenten-Duo bereits vorweisen kann bleibt zu hoffen, dass noch mehr von diesen Songs das Licht der Welt erblicken.

Icarus feat. Rae Morris - Dreams Of You

Icarus – Mit Melodic House zum Höhepunkt

Hat man den Song einmal gehört, wird man das Bild von ekstatisch feiernden Festivalbesuchern auf einem Feld, welche die Augen schließen, die Hände spirituell in die Höhe strecken und dabei tanzen nicht mehr los. Bei Icarus ist dieses Gefühl Alltag. Denn mit ihrem Melodic-House schaffen sie es immer wieder wahre Hymnen zu produzieren. Hatten sie 2016 mit Home und der Stimme der norwegischen Sängerin Aurora bereits einen grandiosen Song veröffentlicht, folgten in der Zeit danach mehrere EPs wie die 2019er EP This Must Be The Place. Nun haben die beiden Brüder Ian & Tom Griffiths aus Bristol neues Material veröffentlicht, welches wieder einmal mit Gastsängern begeistert. Auf Dreams Of You haben sich die beiden Produzenten die britische Art-Pop Sängerin Rae Morris dazugeholt und einen wunderbaren Housetrack produziert, der nach einem langen Intro zu einem intimen, energiegeladenen Powersong wird. Gerade diese Mischung ist es, die Icarus ausmacht und sie ein ums andere Mal frisch inszeniert. Denn das Zusammenspiel aus schnellen Beats und einem verstohlen, balladesken Gesang sorgen immer wieder dafür, dass sich die Songs ins Ohr brennen und den Körper zum Feiern anregen. Ob in der U-Bahn, auf der Straße oder zu Hause – mit euphorischer Freude am Song tanzen wir uns durch knapp fünf Minuten und vergessen fast, wo wir gerade sind.

Gengahr – Musikalische Weiterbildung

Der Guardian beschrieb sie einst als Psychopop mit starker Betonung des Pops. Der NME wiederum als eine seltsam beruhigende Mischung aus dunkler Romantik und sanfter Psychedelik. Wer damals nicht neugierig geworden ist, bekommt jetzt eine neue Chance. Denn tatsächlich hatte die Londoner Band Gengahr 2015 mit She’s A Witch und dem 2017er Mallory schnell eine Gemeinschaft gefunden, die sich in diesen 70er Jahre Psychedelic Rock verliebte. Dabei klingen John Victor, Hugh Schulte, Danny Ward und Frontsänger Felix Bushe so Retro, dass man sich fast an einen Drive-In in die 70er versetzt fühlt. Mit starken Synthieelementen, wilden Gitarren und atmosphärischen Gesängen haben sich die Briten so, schnell auch bei Kritikern einen Namen gemacht. Nun kommen sie mit ihrem dritten Album Sanctuary Ende Januar 2020 zurück und veröffentlichten daraus gerade die erste Single Everything & More. Produziert wurde das ganze vom Bombay Bicycle Club Frontsänger und Produzenten Jack Steadman, der mit seiner Band wiederum nur zwei Wochen vorher ein neues Album veröfentlicht. Auf Everything & More hört man die deutlichen Einflüsse des Bombay Bicycle Club Sängers heraus und findet sich in einem flirrenden Sturm aus Instrumenten, Beats und Gesang wieder, der so sehr nach Bombay Bicycle Club klingt, dass man in dem mehr als viereinhalb Minuten langen Song fast vergisst, dass es eben nicht die Band um Jack Steadman ist. Everything & More ist ein großartiger Opener für das kommende Album und weist eine neue musikalische Richtung des Londoner Quartetts auf, den wir gerne weiter verfolgen werden.

Scouting For Girls - Grown Up

Scouting For Girls – Freunde von Nebenan

Bei manchen Bands ist es schon komisch. Da haben sie absolute Hits im Gepäck, spielen sich die Finger wund und erzeugen mit ihren Songs eine absolut glückliche Atmosphäre – doch so richtig erfolgreich werden sie damit nicht. Bei dem britischen Trio von Scouting For Girls ist das der Fall. Hatten sie vor allem auf ihrem ersten Album Scouting For Girls (2007) so großartige Hits, wie She’s So LovelyElvis Ain’t Dead und Heartbeat platzierten sie auf ihrem zweiten Album 2010 eine Aussage, die sich bin in zehn Jahren absolut überholt hat. Denn der Albumtitel Everybody Wants to Be on TV wird der heutigen Zeit bei weitem nicht mehr gerecht, hat doch das traditionelle Fernsehen gegen die neuen Medien, wie Streamingdiensten und sozialen Plattformen nichts entgegenzusetzen. Während auf diesem Album zumindest für Frontsänger Roy Stride, Bassist Greg Churchouse und Schlagzeuger Dr Peter Ellard der Erfolg in Form eines Nummer-1 Hits entrat, sollte dieser Erfolg von This Ain’t A Love Song einmalig bleiben. Nun sind sie mit ihrem fünften Album The Trouble with Boys zurück und haben dabei eine wunderbare Mischung aus typischen Indiesongs und überraschend ruhigen Balladen veröffentlicht. Mit ihrer aktuellen Single Grown Up hat das Trio eine großartige Up-tempo Nummer veröffentlicht, die mit einer Hookline brilliert, die man nach dem ersten Hören nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Scouting For Girls sind und bleiben eine verlässliche Nummer im Indiepop und zeigen auf ihrem neuesten Album, dass sie nichts von ihrer Energie und ihrem Enthusiasmus der Anfangsjahre verloren haben. Damit wirken sie, wie die Freunde von nebenan und lassen uns Erfolg ganz anders definieren.

AnnenMayKantereit – Mit der Vergangenheit abschließen

Sie haben in den letzten Jahren einen unglaublichen Siegeszug im deutschsprachigen Raum erlebt. Mit ihren ersten beiden Alben Alles nix Konkretes und Schlagschatten schafften sie es auf den ersten und zweiten Platz der Albumcharts und verkauften mehr als 500.000 Alben. Ihre Songs Oft GefragtPocahontas und Marie sind bleibende Hymnen der Generation Z geworden und verblüffen auch die Generation davor immer wieder aufs Neue. Nach dem großen Tourerfolg der mittlerweile fünf Kölner Jungs gibt es nun mit Ozean eine erste neue Single, die alle Fans, die auf den Konzerten der Band waren, bereits im Frühjahr hören konnten. Mit einem Livemitschnitt des Frankfurter Konzerts zeigt Henning May und die Band einmal mehr, dass sie live absolut begeistern können und lassen Ozean brüchig und sentimental klingen. Mal drückt May mit seiner Stimme etwas mehr Bedeutung in die Worte, mal lässt er das Publikum leise die Textzeilen singen. Die Mischung aus Wohnzimmerkonzert in großen Hallen und dem Einbeziehen von weit mehr als 10.000 Menschen macht es aus, dass AnnenMayKantereit wie die Jungs von Nebenan wirken und man ihnen all den verdienten Erfolg nur zu sehr gönnt. Ob Ozean ein erster Vorbote für ein baldiges drittes Studioalbum sein wird, ist momentan wohl noch ein Geheimnis der Band. So genießen wir den unverhofften Song und freuen uns über all das, was bald kommt.