Filv & Edmofo – Französische Eleganz trifft auf osteuropäischen Beats

Erstmals wurde der Song Clandestina bereits 2016 vom marokkanisch-französischen Musiker Youssef Akdim i Bakalianass – alias Lartiste – veröffentlicht und war auf seinem Album Clandestino zu finden. Damals nur ein moderater Erfolg, hat sich nun das russische DJ Duo Filv & Edmofo diesen Song noch einmal vorgenommen und ihn mit der Stimme der französischen Sängerin Emma Peters versehen. Dabei greifen die Jungs den ursprünglichen Gedanken des Songs wunderbar wieder auf und thematisieren auch auf der neuen Version den Verlust eines Freundes durch die Droge Kokain. Mit funkelndem Sound, Westerngitarren und modernen Housebeats – gepaart mit ganz viel Nostalgie, wie knisternden Schallplattengeräuschen und einem melancholischen Grundtenor – ist Clandestina eine orientalische Housenummer, deren Hitpotential, durch die unterschiedlichen Elemente, enorm hoch ist. Clandestina ist der perfekte Hybrid zwischen Winterhit und Sommerstimmung und wird uns wohl die kommenden Monate noch weiter begleiten.

Michael Kiwanuka - You Ain't The Problem (Claptone Remix)

Michael Kiwanuka – Remix vom Glanzstück

Mit seinem dritten Album Kiwanuka hat es der britische Soulstar Michael Kiwanuka endgültig geschafft in den Olymp der Soulsänger aufzusteigen. Mit einem Album, das so zeitlos, wie nostalgisch ist, hat er die Musikkritiker von Magazinen wie den NME, den Rolling Stone oder Zeitungen wie The Times und The Guardians überzeugt und die besten Bewertungen erhalten. Dabei ist der Retrosound das Besondere an dieser Platte und zeigt sich auf der Singleauskopplung You Ain’t The Problem so wunderbar. Dieser Song hat es nun zu einer erneuten Veröffentlichung geschafft und wird als Remix des deutschen DJs und Produzenten Claptone gelistet. Hierbei schafft s Claptone, den Vibe des nostalgischen Gefühls aufrechtzuerhalten und gleichzeitig so sommerlich, wie funkig zu klingen. Mit einer gewaltigen Note Soul – gemischt mit poppigen Housebeats – haben Michael Kiwanuka und Claptone einen kurzweiligen Danceklassiker geschaffen, der auch in ein paar Jahren noch die Tanzflächen bespielen wird.

Christian Löffler - Versailles (Hold)

Christian Löffler – Vom Abschied und Aufbruch

Mit Like Water hatte der Rostocker Produzent Christian Löffler diesen Mai für einen so wunderschönen Elektrosong gesorgt, dass man gar nicht wusste, wohin mit den daraus erwachenden Gefühlen. Gleichzeitig veröffentlichte Löffler mit Graal (Prologue) sein drittes Album. Doch nach dem Album ist vor dem Album und so hat Löffler mit Lys bereits das vierte Album für März 2020 angekündigt und mit Versailles (Hold) gleich noch eine neue Single drangehängt. Darauf geht der Produzent wieder mehr nach vorne und lässt durch seinen rauschend, treibenden Housebeat ein Klangbett der Geborgenheit entstehen. In Verbindung mit einem verträumten Gesang und frickelig kalten Phasen erzählt der Song die Geschichte vom Abschied nehmen von Gedanken und Erinnerungen, die unwiderruflich gegangen sind. Aber auch vom Aufbruch und dem Finden von Mut und Stärke. Löffler hat damit einmal mehr gezeigt, wie sehr seine Musik durch Gefühle und Gedanken geprägt ist und holt uns genau dort ein ums andere Mal wieder ab.

Digitalism - jpeg

Digitalism – Steigen in neue Sphären auf

Seit gut 20 Jahren begleitet uns das Hamburger Duo Digitalism bereits mit seinem Crossover aus Elektro-, Rock- und Indiesound und ist mit Songs wie Idealistic (2007), 2 Hearts und Zdarlight (2011) oder auch der Zusammenarbeit mit Youngblood Hawke auf Wolves (2014) immer wieder äussert erfolgreich gewesen. Mit ihrem – am kommenden Freitag – erscheinenden Album jpeg haben sich Jens Moelle und İsmail Tüfekçi wieder mehr zum sphärischen Housesound hinbewegt und die Gesänge etwas in den Hintergrund gesetzt. Mit der dazugehörigen Single Panavision zeigen sie nun auch, wie sich das ganze anhört und laden uns gleich zu Beginn in ein chaotisches Soundwirrwarr ein, ehe nach anderthalb Minuten der Beat einsetzt und der Clubmoment beginnen kann. Dabei setzt sich Panavision aus French-House Elementen und späteren – vor allem aus der australischen Clubszene kommenden – Housebeats zusammen und erinnert mit seiner Euphorie sogar an DJ Kozes letztes Album Knock Knock. Digitalism veröffentlichen damit ein Album, welches die Energie der Nacht in gebündelter Form wiedergibt und zum absoluten Clubsoundtrack wird.

Satin Jackets feat. Panama - Electric Blue

Satin Jackets feat. Panama – Wenn eine Zusammenarbeit nach mehr ruft

Treffen sich ein deutscher und ein australischer Musiker unter den warmen Sonnenstrahlen Kaliforniens… So begann Anfang Februar dieses Jahres ein Blogbeitrag hier auf SOML über die Zusammenarbeit des Produzenten Tim Bernhardt alias Satin Jackets und des Musikers Panama, hinter dem Jarrah McCleary steckt, für ihren Song Automatic. Dabei zeigte sich, dass die beiden Musiker genau das richtige Gespür für Melodien, Stimmungen und Beatfolge hatten. Denn mit seinem entspannten Elektrosound wurde Automatic zu einem festen Begleiter des Frühjahres 2019 und tauchte in unzähligen Streaming-Playlisten auf. Nun haben sich Satin Jackets und Panama abermals zusammengetan und mit dem Song Electric Blue einen weiteren Nu-Disco Song veröffentlicht, der durch smoothe Housebeats einmal mehr ein perfekter Begleiter für die Nacht ist. Über die erneute Zusammenarbeit mit Panama äußerte sich Bernhardt so: Die Zusammenarbeit mit Jarrah zu Automatic war mir eine Ehre und wir wussten von Anfang an, dass diese Zusammenarbeit nicht die letzte sein würde, die wir zusammen haben werden. Für Satin Jackets gab es seit dem Tag der Veröffentlichung seines Albums Solar Nights nur eine Aufgabe, die, sich an neues Material für das nächste Album zu setzen und so kam Electric Blue ganz organisch und schnell als erster Song heraus und passte wunderbar zu der Stimme McClearys. Electric Blue ist der Eisbrecher für die kalte Jahreszeit und wird uns alle in den kommenden Wochen und Monaten ordentlich einheizen.

Fritz Kalkbrenner – Der König des Elektrosouls singt wieder

Er ist wieder da! Der Berliner DJ und Produzent Fritz Kalkbrenner hat mit Kings & Queens gerade seine erste Single aus dem kommenden, sechsten Album True Colours veröffentlicht, das im März 2020 erscheinen wird und ihn einmal mehr als König des Elektrosouls präsentieren wird. Bereits in der Vergangenheit hat sich der jüngere Bruder von Paul Kalkbrenner mit Songs wie Facing The SunRight In the Dark, Little By Little oder dem instrumentalen Track Lose eine hervorragende Diskografie aufgebaut. Dabei stand für Kalkbrenner immer die warme, soulige Stimme im Vordergrund, die durch verträumte Housebeats verfeinert wurde und ein Gefühl des Treiben lassens auslöste. Kings & Queens wirkt so entspannt und losgelöst, dass man sich die Botschaft dahinter kaum vorstellen kann. Doch Kalkbrenners Intention war es, ein gesellschaftliches Bewusstsein in schwierigen Zeiten zu wecken und dabei mit Sätzen, wie Könige und Königinnen der zerstörten Heimat, bauen einen Schutz aus Latten und Steinen. Verstecken sich darunter und finden trotz allem noch die Liebe aufhorchen zu lassen. In solch schwierigen Zeiten, wie wir sie heute erleben, ist es eine Art Schutzraum, den uns Kalkbrenner mit Kings & Queens hier geschaffen hat. Ein Schutzraum aus Wärme, Tiefe und Geborgenheit.

Róisín Murphy - Incapable

Róisín Murphy – Discoqueen forever

Sie ist eigensinnig, experimentell und scheint die fesselnden Beats abonniert zu haben. Róisín Murphy zählt seit mittlerweile 25 Jahren zu den festen Größen im Housebereich. Dabei hat sie gerade einmal neun Jahre, zusammen mit ihrem damaligen Partner Mark Brydon, die Band Moloko am Leben gehalten. Eine Zeitspanne, die aus heutiger Sicht als klein wahrgenommen werden könnte – wären da nicht die großen und einflussreichen Songs der Band, wie The Time Is NowSing It BackFamiliar Feeling und Forever More. Und auch als Solokünstlerin hat es Murphy geschafft, Songs wie OverpoweredYou Know Me Better und Exploitation zu schreiben, die ihrer selbst weit voraus sind und heute noch die Partylisten anführen. Nach vier Studioalben in den vergangenen 15 Jahren hat Murphy in den letzten Monaten immer wieder und ganz frei – von Veröffentlichungsgepflogenheiten – einzelne Songs herausgebracht. Mit dabei, der am vergangenen Dienstag veröffentlichte Song Incapable – der als monumentales Stück Elektromusik gewertet werden kann. Denn hier hat die Irin einen reizenden 80er-Jahre Sound mit Housebeats der Neuzeit vermischt und damit einen wunderbar tanzbaren Song produziert. Mit seinen 8:25 Minuten ist Incapable dabei eine Art Extended Version, die wunderbar zur Tanzfläche passt. Murphy schafft es, wie kaum eine andere Person, ihre Kreativitiät in ihre Songs zu lenken und dabei wahre Housemonster zu erschaffen.

Gorgon City – Der Club hält Einzug

Mit ihrem ersten Album Sirens (2014) konnten sie einen satten Erfolg verbuchen und sechs Singles in die britischen Singlecharts bringen. Mit ihrem 2018er veröffentlichten Album Escape folgte dann schließlich eine satte Bauchlandung. Gab es hieraus fünf Veröffentlichungen, schafften es gerade einmal zwei Songs überhaupt in die Charts zu kommen. Dabei war und ist am Sound der beiden Londoner Jungs nichts auszusetzen. Mit ihrer nun veröffentlichten Single Delicious gehen Gorgon City nun aber einen Schritt weiter und orientieren sich bei der elektronischen Musik mehr an Clubsounds. Mit dem Label REALM, auf dem Gorgon City bereits einige derbere Housetracks veröffentlichten, haben die zwei Briten eine weitere Undergroundhymne, die so hart mit Housebeats spielt, dass man sich in der dunkelsten Ecke eines Clubs wiederfindet, veröffentlicht. Delicious ist dabei so etwas wie eine weiterführende Schule für all diejenigen, die zwar Housetracks basteln können, allerdings oftmals in Wiederholungen stecken bleiben. Gorgon City zeigen dabei, wie dünn die Grenzen zwischen Mainstream-Elektro und Undergroundsound funktionieren und haben damit ein ausgeprägtes Gespür für Trends und Nachfragen.

Ricky Razu – Das Bindeglied zwischen gestern und morgen

Ricky Razu steht gerade erst am Anfang seiner Karriere und kann bereits jetzt auf viele Lorbeeren zurückblicken. Denn seine Tracks werden allesamt in höchsten Tönen gelobt und sind weltweit in den Clubs zu hören. Mit seiner ersten EP Cycles, die der Belgier Ende November veröffentlichte, vereint Razu alten Soul und Funk mit neuen Housebeats und hat so einen Musikmix für sich kreiert, der in der DJ- und Produzentenszene so nicht oft vorkommt. Dabei ist vor allem der Track Without U eine wunderbare Nummer, die mit einem – fast schon – derben Housebeat beginnt, ehe durch Synthies ein Ambientsound einsetzt, der Without U verdammt entspannt und dennoch tanzbar macht. Mit dem einsetzenden Gesang kommt noch eine Kirsche auf dem Sahnehäubchen hinzu ehe der gesamte Song schon jetzt zu einem verdammt clubtauglichen Alltime-Favorite wird. Hat man Without U gehört, weiss man, warum der Produzent mit so viel Lob überschütten wird. So können wir den Banger Without U nur jedem DJ für die Samstagnacht empfehlen und tanzen schon mal vor.

Goldfrapp feat. Dave Gahan – eine Kollaboration die es in sich hat

Es ist wohl eine Kollaboration, die man nie für möglich gehalten hätte. Und doch passen sie zusammen, als hätten sie bereits seit ihrer Schulzeit zusammen Musik gemacht. Die Rede ist vom britischen Duo Goldfrapp und dem Synthiekönig Dave Gahan von Depeche Mode. Steht Gahan seit jeher für dunkle Synthie- und New-Wave Musik, haben Goldfrapp zwischen relaxtem Dancepop und derben Housebeats eine deutlich größere Bandbreite. Nun veröffentlichen Goldfrapp, zum Re-Release des 2017er Albums Silver Eye – als Deluxe Edition – den vormals als Promosingle veröffentlichten Song Ocean. Darauf treffen sich Goldfrapp und Gahan musikalisch und bilden eine Symbiose aus treibenden, düsteren Synthiebeats und sphärisch, wabernden Bässen. Gesanglich drängeln sich beide nicht wirklich in den Vordergrund, bleiben aber jederzeit präsent. Ocean klingt wie der Soundtrack einer heranwachsenden Science Fiction Metropole, bei der man die Entstehung vom ersten Sandkrümel bis zu den letzten 2.000 Meter hohen Wolkenkratzern in einem Zeitraffer zu sehen bekommt.