Duke Dumon - Therapy

Duke Dumont – Vom Batik-Shirt bis zur Jeansjacke – Der Sound der 90er

Duke Dumont hatte schon immer ein gewisses Faible für den 90er-Jahre-Sound. Hört man in seine großen Hits Need You (100%)I Got You und Won’t Look Back rein, schimmern immer wieder klar die Einflüsse des Eurodance-Genre heraus. Doch das, was Adam George Dyment nun veröffentlicht hat, übertrifft nochmal alles bisher dagewesene. Denn mit Therapy greift er nicht mehr nur den Sound der 90er-Jahre auf, sondern IST der Sound der 90er. Wäre er mit Therapy nicht schon 20 Jahre zu spät, würde man glatt behaupten, er habe die 90er mitgeprägt. Mit satten Housebeats und einem intensiven Gesangspart spricht Therapy die Raver der 90er Jahre an und bittet sie auf die Tanzfläche. So hart und schnell wie Therapy auch klingen mag, ist der Song gleichzeitig unglaublich intensiv und exzessiv und trifft damit genau den Vibe, den viele Dance- und Housesongs in den 90er Jahren hatten.

T. Williams & James Jacob feat. Kelli-Leigh - The Remedy

T. Williams – Im absoluten Tanzrausch

Im Frühjahr 2018 schaffte es ein Track des britischen Produzenten-Duos T. Williams & James Jacob in die Hype- und Club-Charts weltweit. Mit Learning Process hatten die beiden für einen großen Clubhit gesorgt, der durch die Zusammenarbeit mit Tim Delxue erst richtig durchstartete. Anderthalb Jahre später sampelt das Duo seinen eigenen Song erneut und legt auf die Housebeats noch die Vocals der Londonerin Kelli-Leigh. Diese wiederum hatte bereits vor zwei Jahren mit ihrem Featuring auf James Hypes More Than Friends für einen Clubhit gesorgt. Nun sind es T. Williams & James Jacob, die sich die wunderbar klare Stimme der Britin zu Nutzen machen und aus Learning Process den Song The Remedy werden lassen. Darauf zu hören sind 90er-Jahre Pianoklänge, die mit Eurodance und Trompeten begleitet werden. Mit The Remedy könnten T. Williams & James Jacob direkt aus den 90er Jahren kommen und würden selbst dort zum Hit werden. Dabei schraubt sich der Track, durch Plays von Größen wie Basement Jaxx, Sister Bliss oder Riva Starr immer höher in den Clubcharts weltweit und ist zu Recht einer der Hits für die kommende Silvesterparty.

Silk City – Projekt voller Masterminds

Grandios! So erfolgreich! Einfach nur Silk City! Silk wer?! Das fragen sich wohl die meisten. Dabei stecken als Masterminds hinter dem, bisher unbekannten, Projekt keine geringeren als der Brite Mark Ronson und der US-Amerikaner Diplo. Steht Ronson für den Sound der späten 2000er, hat er neben seinen Alben Here Comes The FuzzVersionRecord Collection und Uptown Special auch die Hitalben Macy Gray, Adele, Christina Aguilera, Amy Winehouse und Bruno Mars produziert. Der Amerikaner Diplo hingegen, zeichnet sich durch die Produktionen der Alben für Usher, M.I.A., Beyoncé, Madonna und The Weeknd aus. Nun haben sich diese beiden Genies für das Projekt Silk City zu einem Duo zusammengeschlossen und damit ganz neue Erfahrungen gesammelt. So war es unter anderem schwer für Ronson, auf einmal nicht mehr nur die Dinge durchzuziehen, die ihm gefallen, sondern musste sich mit einem Bandkollegen absprechen. Herausgekommen sind viele Songs mit unterschiedlichsten Featuring-Acts. So warten bereits alle sehnlichst auf die Single Electricity, die von Romy Medley Croft von The XX geschrieben wurde und als Sängerin Dua Lipa mit im Boot hat. Mit ihrer aktuellen Single Feel About You zeigen die beiden Produzenten aber bereits jetzt, dass die Aufarbeitung der 90er Jahre Eurodanke-Welle noch kein Ende gefunden hat. Mit dumpfen Housebeats erinnert Feel About You an Robin S‘ Show Me Love und bringt uns dabei so schnell auf die Tanzfläche, dass selbst die Bushaltestelle nicht sicher vor uns wäre. Ronson und Diplo haben hier ein explosives Projekt zum Leben erweckt, dass uns sicherlich die nächsten Monate noch begleiten wird.

Calvin Harris – greift sich Dua Lipa

Zur Zeit schafft es der Schotte Calvin Harris mit jeder neuen Single zu überraschen. War man riesiger Fan seiner ersten beiden Alben, folgten im weiteren Verlauf seiner Diskografie nur noch große Stampfsongs mit vielen Stars. Diese Linie zieht sich bis heute durch seine Songs und doch ist etwas anders geworden. Calvin Harris sucht sich nicht mehr die ganz großen Acts aus, sondern greift zu Newcomern oder noch weitestgehend unbekannter Sänger, um sie zu Newcomern zu machen. Auf seiner neuen Single One Kiss hat er sich nun die Londonerin Duo Lipa gegriffen – und damit abermals eine soulige und noch unverbrauchte Stimme in Studio bekommen. Musikalisch erinnert One Kiss ein wenig an den Housesound der 90er Jahre. Mit einem Orgelspiel und hier und da fast schon angehauchtem Eurodance ist One Kiss ein absoluter Smasher und gerade richtig für den Samstag, den Frühling und die gute Laune!

Gromee feat. Mahan Moin – Eurodance im Jahr 2017

Gromee feat. Mahan Moin – Runaway

Am Ostersonntag konnte man in der Welt am Sonntag eine ganze Seite über das Phänomen der Bravo Hits Compilation finden. Hier sprach der Journalist vom Hype der Eurodance-Bewegung und beschrieb die Entstehung einer Institution im Jahrzehnt der wohl schlechtesten Musik. Dass es diese Institution auch heute noch gibt, verdankt man Künstlern wie Gromee. Allerdings nicht, weil die Musik so schlecht ist, sondern weil es seit den 90ern nicht arm an Eurodance Songs wurde. Der polnische DJ und Produzent Gromee, der bürgerlich Andrzej Gromala heißt und 1978 in Krakau geboren wurde fing mit einem Remix des Nelly Furtado Songs Night Is Young 2010 an. Es folgten Remixe für Depeche Mode und Giorgio Moroder, sowie erste eigene Songs. Mit einem modernen Housesound, stets einem Featuring-Act und eingängigen Beats baute er sich so eine immer größer werdende Fangemeinde in Polen auf. Mittlerweile in ganz Europa bekannt, tritt er auf dem Spring Break, auf Ibiza oder in Barcelona auf. Als Gastsängerin ist bei Gromees nun veröffentlichter Single Runaway die schwedische Sängerin Mahan Moin zu hören, die mit iranischen Wurzeln sogar schon bei der iranischen Version Pop Idol’s aufgetreten ist und so weltweit vor mehr als 50 Millionen Zuschauern gesungen hat. Mit ihrer tiefen Stimme, dem einprägsamen Housesound und einem hypnotisierenden Refrain ist Runaway der absolute Sommerhit und wird uns auch über die letzten kalten Tage helfen. Nur um dann bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen zu Runaway zu tanzen.

Calvin Harris – Smoother Sunset Sound

Calvin Harris feat. Frank Ocean & Migos – Slide

Calvin Harris überrascht in Folge. Hatte er bereits mit My Way wieder selbst zum Mikrofon gegriffen, zeigt Harris auf seiner neuen Single, dass er auch vor einer Veränderung seines Sounds nicht zurückschreckt. Nun kommt mit Slide eine weitere Single raus, die nicht nur überzeugt, sondern auch ein nahendes, fünftes Album erwarten lässt. Dabei ist Slides der perfekte Song für Calvin Harris, um aus dem Eurodance der letzten Jahre auszubrechen. Bleibt Slides zwar immer noch unverkennbar elektronisch und klingt nach Calvin Harris, hat der Song zeitgleich einen Tropical House Beat und wirkt mit Frank Oceans und Migos‘ Gesang deutlich lockerer. Hier kommen Assoziationen zu Songs wie Fergies Glamorous oder John Legends P.D.A. (We Just Don’t Care) auf, die genau diesen Vibe des locker luftigen Frühlings versprühen, den es heißt draußen zu genießen und unbeschwert zu leben. Dieses Gefühl passt zu Slides und zeigt, dass Harris noch lange nicht eingerostet ist. Wir wären dann für den Frühling bereit!

Kiesza – Die 90er werden Hip

Was hat Kiesza nicht für einen kometenhaften Aufstieg in den letzten vier Monaten hingelegt. Ist ihr Video zu Hideaway doch viral bekannt geworden und wurde mittlerweile über 75 Millionen mal auf YouTube angeklickt. Nun kommt mit Giant In My Heart die zweite Single in die Läden und gibt dem Gefühl – direkt in die 90er katapultiert worden zu sein – nochmals einen Schub. Erklingt doch Kieszas klare Stimme von Anfang an wie zu den besten Eurodance-Zeiten. Darauf folgend – typische Bassbeats und Synthesizer. Und mit dem Video wird darüber hinaus noch eine Zeit der späten 70er angerissen. Alles in allem also ein mehr als gelungener Nachfolger von Hideaway.