Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax - Looking for Me

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax – Deep House für den Spätsommer

Erst setzen sphärische Claps und eine tiefe Stimme mit den Worten Oh Yeah ein, ehe ein starker Housesound den Song in einen pulsierenden Clubtrack verwandelt. Es ist der Song Looking For Me vom britischen Produzenten und DJ Paul Woolford. Zusammen mit dem US-Amerikanischen Produzenten Diplo und der ebenfalls aus den USA kommenden Sängerin Kareen Lomax haben sie mit Looking For Me eine hypnotische EDM-Version einer Ballade veröffentlicht, die nicht nur zusammen von den Dreien geschrieben wurde, sondern mit dem Hamburger Produzenten und Songwriter Jr Blender ein großes Potential hat, richtig durchzustarten. Dabei fällt vor allem der Gesang auf. Ist er von der – in Atlanta lebenden – Sängerin Kareen Lomax, wird er gerade durch ihre tiefe und dunkle Stimme so besonders.

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax

Paul Woolford, Diplo & Kareen Lomax

Dass der Song kein Glückstreffer für die Sängerin war, zeugt vor allem davon, dass Lomax ein großer Fan Diplos ist und ihn letztes Jahr ganz unkonventionell via Facebook anschrieb. Was daraus geworden ist, können wir nun alle hören und zeugt Looking For Me davon, dass man sich auch Mal etwas trauen muss, um an seinen Erfolg zu kommen. Mit einer ohrwurmverdächtigen Melodie, den immer wieder aufflirrenden Synthies und Lomax‘ hervorstechender Stimme ist Looking For Me eine melancholisch, treibende EDM-Hymne an die 90er Jahre, die Paul Woolford, Diplo und Kareen Lomax sicherlich in den kommenden Monaten viel Spaß bereiten wird. Diplo agiert dabei einmal mehr als Tausendsasser und hat – neben seinen Projekten, wie Jack Ü, Major Lazor, Silk City und Kollaborationen mit , Ellie Goulding, Dillon Francis oder Sidepiece – ein weiteres, heißes Eisen ins Feuer geworfen.

The Japanese House feat. Justin Vernon - Dionne

The Japanese House feat. Justin Vernon – Vertraktet, melancholische Dream-Pop-Ballade

Seit 2015 begleitet uns die britische Sängerin The Japanese House mit ihrem wunderschön, melancholisch, verträumten Synthiesound nun schon. Dabei kam seitdem jedes Jahr mindestens eine EP mit neuer Musik auf den Markt. Waren es anfangs Songs, wie Face Like Thunder (2016), folgten mit Lilo (2018) und Maybe You’re The Reason (2019) zwei Singles, die später auch auf ihrem Debütalbum landen sollten. Dabei gab es 2018 eine kleine Durststrecke – was die EP-Veröffentlichungen anging – denn was folgte, war ihr Debütalbum Good at Falling im Frühjahr 2019, sowie im Herbst mit The LA Sessions noch eine EP mit Liveaufnahmen einiger ihrer bereits veröffentlichten Songs. Nun hat Amber Bain vor anderthalb Wochen mit Chewing Cotton Wool eine neue EP vorerst nur digital veröffentlicht ehe sie Ende November auch auf Vinyl erscheinen wird. Die vier Tracks umfassende EP beinhaltet dabei die bereits veröffentlichten Songs Something Has To Change und Chewing Cotton Wool und einen Song, den die Britin zusammen mit Bon Iver-Frontsänger Justin Vernon eingesungen hat.

The Japanese House & Justin Vernon

The Japanese House & Justin Vernon

Dionne ist hierbei eine Ballade, die teilweise übersteuert und vertraktet klingt. Deutlich zu hören ist der Einfluss Vernons auf die Produktion – die eher von einem seiner letzten beiden Bon Iver Alben stammen könnte – sowie auch textlich die Handschrift des US-Amerikaners trägt. Dabei verbindet Vernon und The Japanese House ein starker Hang zu persönlichen Songtexten und lässt dadurch den eigenen Songs deutlich mehr Raum, um zu wirken. Fängt Dionne noch mit pulsierenden Synthies und Bains Gesang an, arbeitet sich der Song durch ein paar lieblich, wabernde Melodien, ehe er mit Vernons Gesang plötzlich in sich zusammenzubrechen scheint und ein schnarrendes Soundkostüm annimmt. Bains schafft es auf dem Song immer wieder für Ruhepole zu sorgen, ehe Vernon diese wieder aufreisst. Mit diesem Spiel aus Sensibilität und brachialer Soundgewalt schafft es The Japanese House auf Dionne eine neue Seite ihres verträumten Alternative-Pops zu präsentieren, der sich fremd und vertraut zugleich anfühlt und einmal mehr die Stellung als Musikerin mit dem kratzigen Dream-Pop verteidigt.

Netta - Cuckoo

Netta – Vom verrückten Huhn zur verträumten Pop-Ballade

Spätestens seit ihrem 2018er Auftritt beim Eurovision Song Contest und dem Siegersong Toy kennt die ganze Welt die israelische Sängerin Netta. Mit ihrem quietschbunten Outfits und Videos und einem Pop, den sie selber als Quirk-Pop bezeichnet, hatte sich die Sängerin eine Nische in der Musikindustrie erkämpft, von der vorher keiner wusste, dass es sie überhaupt gibt. Bereits früh wusste die 27-Jährige, dass sie professionell etwas mit Musik machen wollte und studierte an der Rimon School of Jazz and Contemporary Music elektronische Musik, schloss das Studium allerdings nie ab. Was nach dem Sieg beim Eurovision Song Contest folgte, waren die ebenfalls ausnahmslos originellen Songs Bassa Sababa, Nana Banana und BEG mit Omer Adam (alle 2019), sowie Rickie Lake die es allesamt auf Platz 1 der israelischen Charts schafften. Mit ihrer nun veröffentlichten Single Cuckoo läutet Netta Barzulai – wie die Sängerin mit vollem Namen heißt – eine neue Ära ein und überrascht mit einer großartigen und tiefen Pop-Ballade, bei der man durch die elektronischen Elementen fast schon ins Schwelgen kommen kann. Hierbei singt Netta davon, eine Chance im Leben vor sich zu haben, die eine erhoffte Veränderung einläutet, diese aber nicht zu nutzen und weiterzumachen, wie bisher. Netta sagt über das dazugehörige Musikvideo: die Menschen in dem Video stecken in einer immer wiederkehrenden Schleife fest. […] Jeder kann sich Gedanken über sein Leben und das machen, was er oder sie liebt. Was wohl passiert, wenn sie eines Tages die Kraft finden, aus ihren Gewohnheiten auszubrechen? Hierbei klingt nicht nur der Song deutlich reifer und erwachsener, sondern zeigt auch das Video eine deutlich weniger pompöse Sängerin und überzeugt mit einem ernsthafteren Gesang. Cuckoo wird auf der kommenden EP Goody Bag enthalten sein, die für den 25. Juni angekündigt ist und alle ihrer bisher veröffentlichten Songs enthalten wird.

Alex The Astronaut - Banksia

Alex The Astronaut – Im Banksia-Blütenregen auf dem Friedhof

In etwas mehr als zwei Monaten ist es endlich soweit und wir können das Debütalbum der großartigen Singer/Songwriterin Alex The Astronaut in unseren Händen halten. Mit ihrer ganz eigenen und direkten Art über Themen zu singen, die uns alle das ein oder andere Mal im Leben begegnen könnten, hat sie sich über die vergangenen Jahre direkt in unser Herz gesungen. Dabei kommen Themen, wie Homophobie (Not Worth Hiding), häusliche Gewalt (I Like To Dance), Wertschätzung (I Think You’re Great) oder der Wunsch unlösbare Probleme zu lösen (Lost) hervor und zeigen, dass Alexandra Lynn kein Blatt vor den Mund nimmt. Gleichzeitig hat die Australierin eine so sympathische Art sich mitzuteilen und ihre Songs zu vertonen, dass man immer denkt, man habe den besten Kumpel neben sich sitzend. Nun hat sich Alex im Zuge der bevorstehenden Albumveröffentlichung von The Theory of Absolutely Nothing am 21. August mit einer weiteren Singleauskopplung zurückgemeldet und überrascht mit der schwelgerischen Popballade Banksia, die gleichwohl hymnisch, melancholisch und energisch klingt. Hierbei verabschiedet sie sich von einem Freund und scheint auf den Moment der Beerdigung anzuspielen, bei der sie vom Blütenregen des Silberbaumgewächses Banksia umhüllt wurde. Bereits nach dieser Information sprudeln einem die Bilder wieder nur so durch den Kopf und bilden eine lebhafte Szenerie. Dass sich Alex in ihrem letzten offiziellen Musikvideo zu Lost mit komplett abrasierten Haaren zeigte, schockte im ersten Moment. Nun können wir aber gespannt sein, wie sie sich im kommenden Video präsentiert und werden spätestens bei der Albumveröffentlichung sehen, wie sehr sich diese Veränderung auch auf das Album ausgewirkt hat. Mit Banksia hat uns Alex The Astronaut auf jeden Fall einen neuen Song beschert, der dazu einlädt, sich auch mal an die Schulter eines guten Freundes zu lehnen und darüber zu sinnieren, wie großartig und wichtig eine echte Freundschaft ist und wie tiefgreifend ein solcher Verlust sein kann. Alex The Astronaut lässt uns auf Banksia genau daran teilhaben und erreicht uns einmal mehr direkt.

Celeste - I Can See The Change

Celeste – Im großen Moment ganz leise

Spätestens seit Stop This Flame ist die in London lebende Sängerin Celeste ganz plötzlich auch international ganz oben auf den Act-To-Watch-Listen gelandet und arbeitet seitdem kontinuierlich an ihrem ganz großen Durchbruch. Denn schon 2019 lief es für die Britisch-Jamaikanische Sängerin mit ihren beiden EPs richtig gut. Nun hat die Sängerin mit I Can See The Change eine neue Single und damit gleich auch eine tragende Ballade veröffentlicht. Unterstützt wurde Celeste dabei vom US-Amerikanischen Produzenten Finneas Baird O’Connell, der als Produzent und Bruder von Billie Eilish maßgeblich am erfolgreichsten Album 2019 – When We All Fall Asleep, Where Do We Go? – beteiligt war. Auf I Can See The Change haben Celeste und Finneas eine wunderschöne Version des Gefühls eines verloren fühlens geschaffen. Denn das ist die Geschichte hinter dem Song – so Celeste. Er ist in einer Phase entstanden, in der um Celeste herum extrem viel passiert war und sich die Sängerin trotzdem völlig leer gefühlt hatte. Im Song geht es um Hoffnung und Veränderung, aber auch um das Wissen, dass das Erreichen davon Aufwand, Geduld und Überzeugung benötigt – so Celeste. Dabei erinnert vor allem der Anfangspart an Christina Aguileras Beautiful und verläuft sich später in so typischen Neuinterpretationen, die alljährlich in einem John Lewis Weihnachtswerbespot verwendet werden und mit herzlich warmen Bildern untermalt wird. Mit der Stripped-Down-Ballade I Can See The Change zeigt Celeste, dass sie nicht nur die großen Popsongs mit Tanzfaktor beherrscht, sondern auch die leisen Töne mag. Finneas kommentiert die Zusammenarbeit mit Celeste als in der glücklichen Lage zu sein, dass er für einige Künstler Songs produziert habe, von denen er der Ansicht sei, dass sie für die Ewigkeit Musik machen und Celeste gehört eindeutig dazu. Ihr Debütalbum Celeste ist für Anfang September angekündigt und wird die Sängerin spätestens dann, weltweit zum Erfolg führen – denn was die Briten so richtig gut können, ist, einen talentierten Musik-Act so zu hypen, dass die Veröffentlichung zu einem wahren Happening wird. Wir werden sehen und behalten uns bis dahin die ruhigen Töne Celestes für die ganz besondere Momente.

PLGRMS - Disappear

PLGRMS – Werden wir uns auflösen oder etwas wagen?

Es ist der Moment, an dem eine Band denkt, jetzt zündet der Antrieb und wir starten durch, wie eine Rakete. Auch das australische Duo PLGRMS stand Anfang 2019 an diesem Punkt. Sorgten sie seit 2015 mit Songs, wie Pieces (2015), Fools And Their Gold (2016), Dream You Up (2017) oder Daylight (2019) dafür, dass sie zu einem immer gefragteren Festival-Act wurden und stand mit der Veröffentlichung des Songs Daylight der finale Durchbruch kurz bevor. Doch plötzlich war das Duo um den Producer Jonathan Bowden und Singer/Songwriter Jacob Pearson von der Bildfläche verschwunden. Später folgte ein Statement, in dem Pearson verriet, das ihn chronische Schmerzen dazu zwangen, alles anzuhalten und seinem Körper eine Phase der Erholung und Heilung zu gönnen. Mit neuer Energie und etwas mehr als einem Jahr Pause, haben sich PLGRMS nun mit der Single Disappear zurückgemeldet und arbeiten dabei am eigenen Anspruch. Auf Disappear singt Pearson schließlich darüber, endlich wieder etwas zu wagen. Man möchte den ersten Schritt wagen und auf etwas Neues zugehen, aber gleichzeitig ist es auch so einfach, weiterhin einem altbewehrten Schema zu folgen. Manchmal ist es das „fast zu Ertrinken“, das wir brauchen, um schwimmen zu lernen – sagt Pearson. Im Deutschen wäre dies am ehesten mit dem Sprichwort – ins kalte Wasser springen – zu vergleichen. Nun haben PLGRMS mit Disappear eine fulminante Rückkehr eingeläutet und stehen bereit, sich ganz nach oben zu arbeiten. Klingt der Song mit seinen Gitarren, Klavier- und Perkussionelementen und dem sanft, melodischen Gesang Pearsons kraftvoll und sensibel zugleich, bildet sich im Refrain eine bombastische Wolke aus Trauer, Kraftlosigkeit und einem aufkeimenden Wunsch nach einem Neuanfang. Szenisch umgesetzt, bildet das dazugehörige Musikvideo die zweite Hälfte des Songs und lässt mit seinen Bildern die sanfte und ebenso brachiale Kraft des Ozeans erahnen, in der sich Pearson schließlich zu verlieren scheint. Disappear ist eine grandiose Rückkehr des Duos und eine großartige Ballade mit der PLGRMS schon bald auch international erfolgreich sein wird.

Asaf Avidan - Lost Horse

Asaf Avidan – Der schwere Weg zurück ins Leben

Er bleibt ein absolutes Ausnahmetalent – der israelische Sänger Asaf Avidan. Vor 8 Jahren wurde er – durch einen Remix des Berliner Produzenten Wankelmut – schlagartig weltweit bekannt. Was folgte, war für den damals 32-jährige Sänger eine wahnsinniger Aufstieg, der es ihm ermöglichte, seine Musik über Israel hinaus in die Welt zu tragen. Seitdem hat der Sänger – der mit seiner markanten Stimme so unglaublich viel Dramatik vermittelt – mit Different Pulses (2012), Gold Shadow (2015) und The Study on Falling (2017) drei Alben veröffentlicht, die sich in einigen europäischen Ländern in den Charts platzieren konnten. Nun hat Avidan mit Lost Horse einen neuen Song veröffentlicht, der so kaum möglich schien. Denn im vergangenen Jahr hatte Avidan etwas durchlebt, dass ihn beinahe das Leben kostete. Auf seinem Anwesen in der Toskana legte sich der Sänger Ende 2018 einen Wolfshund zu und zog diesen dort auf. Was dann passierte, kann man sich kaum vorstellen – denn mit aller Willenskraft schaffte es Avidan, einen Angriff dieses Tieres standzuhalten und zu überleben. In einem Interview mit der israelischen Tageszeitung Jedi’ot Acharonot erzählt der Sänger so erschreckend detailliert über den Moment des Angriffs und seine Verletzungen, dass sich einem alles im Bauch zusammenzieht. Nach mehrmonatigen Reha-Aufenthalten und der Angst, nie wieder als Musiker arbeiten zu können, beschloss er sich zurück in die Toskana zu begeben. Hier verbrachte er viel Zeit mit seinem Pferd, welches auch gleichzeitig eine Art Therapie für ihn bedeutete. Als dieses aber aus Panik vor einem Angriff von Wölfen davonrannte, stürzte es einen Abhang hinunter und überlebte diesen Sturz nicht. Auf Lost Horse greift Avidan dieses Gefühl auf, eine Seele verloren zu haben, die ihm in äußerst schweren Zeiten so viel Stärke und Wärme entgegengebracht hatte. Avidan hat die Ballade dann auch mit so viel Gefühl intoniert, dass wir uns förmlich in den Lyrics verlieren können. Hört man Avidans Stimme, ist es, als würde man in ein Gesicht voller purer Emotionen blicken. Keine Mimik verzieht sich und lenkt von dem Gefühl ab, welches die Augen ausdrücken. Asaf Avidans Gesang, ist ein tiefer Einblick in eine berührte Seele und zeigt uns, wie großartige es sein kann, wenn man seinen Gefühlen Raum gibt.

Florence + The Machine – In Gedanken tanzend mit allen Zusammen

Es wird den Moment geben, an dem wir alle wieder zusammenkommen und zu den Songs tanzen könne, die wir alle so lieben. Dass dieser Wunsch momentan einer der größten, von so vielen Musikerinnen und Musikern ist, zeigt nicht zuletzt auch die Veröffentlichungspolitik. Während nicht wenige Musiker ihre Albumveröffentlichungen von April und Mai auf den Herbst verschieben, veröffentlichen sie und andere Künstlerinnen und Künstler Singles, die sich zunehmend mit der aktuellen Situation auseinandersetzen. Habe ich erst gestern einen Song von Angels & Airwaves vorgestellt, bei dem alle Einnahmen an die US-Amerikanische Version der Deutschen Arche gehen, folgt heute mit der neuen Single von Florence + The Machine eine weitere Veröffentlichung, die ihre gesamten Einnahmen an eine Hilfsorganisation spendet. Bei Florence + The Machine handelt es sich um den Song Light Of Love der im Zuge der Arbeiten an ihrem letzten Album High As Hope entstand, es aber nie auf das Album schaffte. Nun ist der perfekte Zeitpunkt, um ihn zu veröffentlichen, wie Florence Welch über ihre sozialen Netzwerke mitteilt und spendet die gesamten Einnahmen an die Intensive Care Society, die sich um die Unterstützung des medizinischen Personals in Großbritannien kümmert. Mit Light Of Love veröffentlichen Florence + The Machine damit eine wunderschön, reduzierte Pianoballade, die sich im Verlauf immer weiter aufbaut und zu einem regelrechten Erwachen der verschiedensten Gefühle führt. Mit einsetzen der Drums zieht schließlich auch die Geschwindigkeit des Songs an und lässt ihn an Intensität wachsen. Nur, um im zweiten Teil des Songs in eine opulente Bombastballade aufzugehen und in gewohnter Florence + The Machine Manier an die ganz großen Gefühle zu appellieren. Florence + The Machines Musik ist jedes Mal aufs Neue die Entdeckung eines kleinen Schatzes, der sich schließlich gekonnt und für Wochen bei uns festsetzt.

Vonheim – Wenn ein Sonnensturm aus Musik bestehen würde

Wenn ein Song drei Jahren braucht, um auf einer Platte zu landen, dann zeugt das von einem unablässigen Glauben der Band, an den Song. Im Falle der norwegischen Band Vonheim wurde In The Deep sogar von einer Ballade zu einem epischen, satten Instrumentensturm. Mit seiner unglaublichen Energie und Wucht schmettert uns In The Deep einen wahren Sonnensturm um die Ohren und lässt uns in einer futuristischen Landschaft ohne jegliches Leben zurück. Als musikalischer Ausbruch dient aber nicht nur die Instrumentierung, sondern auch der Gesang des Frontsänger Erlend Vesteraas. Erinnert In The Deep an Songs der frühen Werke von Thirty Seconds To Mars, geht die nun veröffentlichte Single Moving On in die komplett entgegengesetzte Richtung. Mit einem leichten Gitarrenspiel und dem sanft, verträumten Gesang Vesteraas kommen Erinnerungen an Radiohead auf und kann Moving On sogar einen starken Bezug zu Summer Moved On von der ebenfalls aus Norwegen kommenden Band a-ha aufnehmen. Dabei behandeln Vonheim das Ende und daraus resultierend den Neuanfang und sehen Moving On somit als Motivation wieder einen neuen Schritt zu wagen. Am 8. Mai erscheint mit In The Deep das zweite Studioalbum der Norweger und wird natürlich auch diese beiden Songs enthalten.

Sam Smith – Der lange Weg zum dritten Album

Mit seinem Debütalbum In The Lonely Hour (2014) schaffte Sam Smith direkt den Durchbruch und verkaufte das Album satte 12 Millionen Mal. Drei Jahre später folgte mit The Thrill Of It All sein zweites Album, welches auf Platz 1 in elf Ländern landete. Nun steht im Dreijahreszyklus für dieses Jahr sein drittes Album an, wird To Die For heißen und am 1. Mai veröffentlicht. Dass dieses Album einen Befreiungsschlag für den 27-jährigen Sänger darstellt, zeigte sich unlängst mit den Singles Dancing With A Stranger und How Do You Sleep. Auf denen er sich von der Last der Vergangenheit befreit und sich selbst so akzeptiert, wie er ist. Dass dieses Album einen langen Weg hinter sich hat, zeigen dann auch die bereits veröffentlichten Songs des Albums. Denn mit Dancing With A StrangerHow Do You SleepI Feel Love und den beiden Songs Promises (mit Calvin Harris) und Fire On Fire sind bereits jetzt fünf Songs des Albums bekannt. Nun reiht sich eine weitere Single ein und veröffentlicht Smith mit To Die For den Titelsong des kommenden Albums. Dieser hat einen melancholischen Vibe und arbeitet sich durch pulsierende Beats, begleitet von einem Pianospiel. Darauf singt Smith einmal mehr mit seiner wunderbaren Falsettstimme und spricht auf To Die For den Wunsch aus, endlich jemanden zu finden, für den es sich lohnen würde zu sterben. Mit dieser Metapher der aufrichtigsten Liebe knüpft Smith schließlich an das übergeordnete Thema des kommenden Albums an und bestückt den Song mit kurzen Ausschnitten des Kultfilms Donnie Darko. To Die For ist eine wunderschöne Ballade, die – lässt man sich auf den Text ein – eine Tiefe hat, die im Grunde genommen, jeder sucht.