MJ Cole feat. Freya Ridings – Die Geschichte einer großen Stimme

Freya Ridings gilt als eine der heißesten Anwärterin, 2019 ganz groß durchzustarten. Mit ihrer Single Lost Without You schaffte sie es 2017 bis in die britischen Top-10 der Singlecharts. Nun gibt es auch einen Veröffentlichungstermin für ihr Debütalbum Freya Ridings, welches am 31. Mai 2019 erscheinen wird. Ihre ausufernde Stimme und der warme Klang lassen Ridings sofort auf einer Stufe mit Hannah Reid von London Grammar steigen – ist doch die übertragende Emotion so reich und voll, dass man eine Symphonie zu erleben scheint. Zusammen mit dem britischen Produzenten und Musiker Matthew James Firth Coleman alias MJ Cole, der bereits Musik für Mary J. Blige, Dizzee Rascal, Example oder Sam Smith produzierte und Remixe für Jess Glynne, Amy Winehouse, Alicia Keys oder Mariah Carey veröffentlichte, hat sie nun mit Waking Up eine mystische Pianoballade veröffentlicht, die voluminös und gewaltig klingt. Dieser Song wird auf MJ Coles nächster Platte zu finden sein und ebenfalls gute Chancen haben, es auch auf Ridings Debüt zu schaffen. Waking Up ist der perfekte Begleiter durch die kommenden Wintermonate, bis bei den Textzeilen I’m waking up… der Frühling erwacht.

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Jessie Ware – Die Emanzipation einer Britin

Jessie Ware – Midnight

Mit bereits zwei veröffentlichten Alben ist Jessie Ware sicherlich kein Newcomer mehr, doch behält sie weiterhin ihre Stellung als Ausnahmekünstlerin. Denn Ware will nicht so ganz in eine Schublade passen. Arbeitet sie gerne mit Künstlern der elektronischen Szene Großbritanniens, wie SBTRKT und Disclosure, zusammen, hört man auf ihren Soloplatten Soul, R&B und Pop. Dabei ist Ware mit dieser Mischung allgegenwärtig – hat allerdings bis heute den ganz großen Durchbruch noch nicht erlebt. Vielleicht ändert sich das mit ihrem dritten Album. Dazu könnte Wares neue Single Midnight beitragen. Denn so laut, so soulig und so ungewöhnlich direkt haben wir Ware bisher noch nicht gehört. Während Midnight einer großen Liebeshymne nahe kommt, erinnert sie auch an die Zeit, als Alicia Keys mit ihrem reinen R&B ihren Durchbruch feiert. Wurde Keys‘ künstlerische Karriere durch immer mehr Singles mit enormen Schrei-Anteil ausgebremst und besann sie sich deshalb mit ihrem aktuellen Album wieder zu mehr Natürlichkeit zurück, hört man genau diese Natürlichkeit aktuell auch auf Jessie Wares neuer Single. Zwar ist Wares Stimme deutlich lauter geworden und singt sie viel direkter, kommt der Sound allerdings dem eines 80er/90er Soulsongs nahe. Damit überrascht und begeistert Ware gleichzeitig, war sie bisher doch eher durch indirekten Gesang und einem allgegenwärtigen Sound bekannt. Midnight greift dich dort, wo Du nach einer musikalischen Untermalung für emotionale Momente suchst und schlägt dann umso stärker ein.

Alex Vargas – Konzertkritik

Oftmals fliegen einem die Artikel und Sätze nur so zu, um sie zu posten. Doch ab und zu gibt es diese Musiker, bei denen man sich die Zähne ausbeißt, weil man einfach nicht die passenden Worte findet, um zu beschreiben, was für einen Eindruck sie hinterlassen haben. Genau in diesem Dilemma steckt man, hat man den Dänen Alex Vargas das erste Mal live gesehen. Sind seine Texte und Sounds doch so eindrucksvoll und dunkel. Gleichzeitig aber auch voller Energie und zerbrechlich. Doch bevor hier in der Einleitung schon das ganze Pulver verschossen wird, setzen wir alles auf Anfang.

Kiah Victoria @Prince Charles Berlin

Kiah Victoria @Prince Charles Berlin

Als Support stand gleich zu Beginn des Abends ein Stimmwunder auf der Bühne. Sang die New Yorkerin Kiah Victoria, die in Berlin geboren wurde, doch Songs wie I Ain’t Goin Nowhere, Cold War und Hollow und klang dabei wahlweise wie Beyoncé, Mary J. Blige oder, speziell bei Cold War, wie Alicia Keys. Diese Stimme drang bis ins Mark und ließ die sympathische New Yorkerin aller Aufmerksamkeit zu Teil werden. Kiah Victoria verarbeitet Urban, R&B und Soul zu einer frischen Mischung und präsentiert stimmgewaltige Songs. Nach nur fünf Songs verabschiedete sie sich dann von der Bühne, doch sollte nicht das letzte Mal an diesem Abend dort gewesen sein.

Alex Vargas @Prince Charles Berlin

Alex Vargas @Prince Charles Berlin

Wenn Ben Howard Däne wäre

Schließlich kam mit Alex Vargas ein recht extrovertierter und durchgestylter Sänger auf die Bühne des ausverkauften Prince Charles und startet in mit einem zutiefst zerbrechlichen Lasting Song in den Abend. Hier führte Vargas‘ Stimme im Zusammenspiel mit dem musikalisch, spärlich unterlegten Song für eine Blase, in der man anfing zu schwelgen, zu träumen – einfach zu versinken. Dies setzte sich auch mit dem nahtlos folgenden Cohere fort. Bei dem er ruhig aber anklagend sang und parallel zum Anschwellen des Songs auch stimmlich aus sich raus kam. Mit der Gitarre als Hintergrund konnte man deutlich erkennen, wie Musiker wie Ben Howard den Dänen beeinflusst haben müssen. Schließlich sollte mit dem dritten Song Giving Up The Ghost das Eis gebrochen werden und der Sound regelrecht explodieren. Was bis dahin der Vermutung, einen guten Singer/Songwriter zu sehen, nahe kam, änderte sich mit einsetzen der elektronischen Beats. Und davon sollten an diesem Abend noch so einige Songs folgen.

Die Besonderheit der Location zeigte sich bei Oh Love, How You Break Me Up. Ist das Prince Charles doch aus einem ehemaligen Mitarbeiterschwimmbad des Klavierherstellers Bechstein entstanden und hat an der Decke hunderte Glühbirnen, die wabernd an und aus gehen und so den Club wirken lassen, als würde der Pulsschlag dadurch sichtbar werden. Zu Oh Love, How You Break Me Up flammten die Glühbirnen dann zeitweise hektisch auf, um in einem sanften dimmen zu erlöschen. Dies verstärkte den ohnehin schon intensiven Song noch extra.

Alex Vargas @Prince Charles Berlin

Alex Vargas @Prince Charles Berlin

Nicht auf den Mund gefallen

Die ersten Worte sprach Vargas dann auch erst jetzt und bedankte sich und sagte, dass er sich über den ausverkauften Club freue, da es früher oft sehr langweilig war, in leeren Clubs zu spielen. Mit Solid Ground folgte ein weiterer, sehr dunkler Song ehe mit Till Forever Runs Out ein Song abermals ganz in Manier Ben Howards den Club durchdrang. Nur mit einer Gitarre und seiner Stimme sang Vargas so emotional, dass sich durch die Reihen des Publikums fast hörbar die Gänsehaut aufstellte. Mit Howl folgte schließlich ein vier Jahre alter Song, dem man anhörte, dass er aus einer Zeit stammt, in der Vargas noch tendenziell ohne elektronisches Equipment produzierte.

Higher Love läutete dann allmählich das Ende des Konzertes ein und Vargas scherzte mit dem Publikum, ob im Publikum eine Nurse sei, nur um zu zeigen, dass er das deutsche Wort Krankenschwester beherrsche und, dass es doch absurd sei, diesen Zugabe-Quatsch zu machen. So begründete er es damit, dass er eh noch gar nicht so viele Songs hätte und es in einer Zeit, in der eh jede Band eine obligatorische Zugabe spielte, es kaum noch als unvorbereitet und überraschend rüberkommt. Doch eine Überraschung sollte es dann doch noch geben. Hatte Vargas mit Warning doch einen komplett neuen Song auf der Liste, der vor wenigen Tagen auf einem Konzert in den Niederlanden erstmals präsentiert wurde. Dazu, holte er sich Kiah Victoria, die ihn unterstützte.

Alex Vargas @Prince Charles Berlin

Alex Vargas @Prince Charles Berlin

Wenn ein Ausfall zur Stärke wird

Direkt danach kündigte Vargas mit Shackled Up einen Song an, der unplanmäßig zum letzten an diesem Abend werden sollte. Hatte er doch Wear Your Demons Out noch im Repertoire, gab der Amplifier kurz vorher seinen Geist auf und zwang Vargas so, diesen Song auszulassen. Einmal erwähnt, begann eine amüsante Gesprächsrunde mit vielen aus dem Publikum und Vargas‘ Antworten, in denen er immer wieder beteuerte, dass er sich selbst ärgere, dass er diesen Song nicht spielen könne. Dies machte ihn so sympathisch und präsentierte ihn amüsant und sich nicht all zu ernst nehmend, dass man sich vorstellen konnte, mit ihm auf ein Bier in die Bar nebenan zu gehen. Mit einem Danke verabschiedete er sich dann ohne zu verschweigen, dass er gleich noch am Merchandise Stand anzutreffen wäre.

Alex Vargas @Prince Charles Berlin

Alex Vargas @Prince Charles Berlin

Alex Vargas hat sich mit einem Sound präsentiert, der zwischen Ben Howard und Thomas Azier hängt und deutliche an elektronischen Elementen zunimmt. Im Frühjahr 2017 schaut er wieder in Berlin vorbei, also haltet die Augen offen und seid schnell beim Ticketkauf!

The Best Of 2016 Vol.: 06

The Best Of 2016 Vol.: 06

The Best Of 2016 Vol.: 06

01. Alicia Keys – In Common

02. MÖWE & Daniel Nitt – Lovers Friends

03. Listenbee feat. Ruelle – Until We Go Down

04. Two People – Fading

05. Mura Masa – What If I Go

06. Big Scary – Organism

07. Milkywhale – Goodbye

08. City Calm Down – Falling

09. Michael Calfan – Nobody Does It Better

10. Justin Timberlake – Can’t Stop The Feeling

11. Highasakite – Golden Ticket

12. Red Hot Chili Peppers – Dark Necessities

13. BUOY – Clouds & Rain

14. The Jezabels – Pleasure Drive

15. Niall Cash – Love Like Mine

16. Thomston feat. Wafia – Window Seat

17. Fairchild Republic – Villages

18. Ladyhawke – A Love Song

19. Anohni – Drone Bomb Me

20. Blink-182 – Bored To Death

Usher – Die Überraschung des Jahres

Usher - Crash

Usher – Crash

Es ist das Jahr der großen Veränderungen in der Musiklandschaft. Viele Bands und Musiker verspüren den Drang sich zu verändern, neuem aufgeschlossen zu sein. So haben zuletzt Acts wie Alicia Keys, die Kaiser Chiefs oder Tom Odell mit deutlich verändertem Sound eine Neuausrichtung ihres Genres gewagt.

Dazustoßen kann nun US-R&B-Star Usher, der zuletzt mit Eurodance und EDM-Featurings eher für seichte Musik gesorgt hatte. Durch Kollaborationen mit den omnipräsenten Künstlern wie Pitbull und will.i.am verspielte sich Usher bei vielen R&B-Fans die Gunst und konnte dadurch seit sechs Jahren keinen einzigen Nummer-Eins-Hit mehr feiern. Dies soll sich nun ändern. So veröffentlicht der mittlerweile 37 jährige Amerikaner mit ‚Crash‘ einen modernen R&B-Song, der mit seiner hohen Stimme brilliert und durch einen reduzierten Sound überzeugt. Zu hören ist ein, auf seine Stärken konzentrierter, Usher, der mit einem klaren und starken Beat, der zum aktuellen Trend des Tropical-R&B-Sounds tendiert, zurück ins Gedächtnis der Fans gelangt, die ihm einst blind folgten. So ist ‚Crash‘ ein frischer und erwachsener Song, der Usher wohl viel Kritikerlob zukommen lassen wird.

Alicia Keys – Tropical Sound

Alicia Keys - In Common

Alicia Keys – In Common

Einen ungewöhnlichen Weg hat Alicia Keys mit ihrer neuen Single ‚In Common‘ eingeschlagen. Klangen die Songs zuletzt immer ähnlicher und konnte man so nicht mehr ausmachen, von welchem Album die, von Keys lautstark, soulig gesungen Songs kamen, gibt es bei ‚In Common‘ eine komplette Trendwende. Weg ist das „Seele-aus-dem-Leib-schreien“. Weg auch, das große Drama im Sound. ‚In Common‘ präsentiert sich unglaublich entspannt und hat mit seinem Mix aus Tropical Sound, Afrobeats und Dancehall eine Bandbreite, die man so schon lange nicht mehr von Keys gehört hatte. Verantwortlich für diesen Sound ist der kanadische Produzent Illangelo, der bereits Songs für The Weeknd und Drake produziert hat. So schafft es Keys mit dem Song gleichermaßen in die Clubs, wie auch ins Radio und klingt darüber hinaus nach 15 Jahren im Showbiz frisch wie nie.

Alicia Keys - In CommonVideo: Alicia Keys – In Common