The Best Of 2016 Vol.: 12

The Best Of 2016 Vol.: 12

The Best Of 2016 Vol.: 12

 
01. All The Luck In The World – Never

02. Fickle Friends – Brooklyn

03. Fakear – Le Loup

04. Biffy Clyro – Re-Arrange

05. Jain – Makeba

06. Bear’s Den – Berlin

07. Kaind – Schatten Im Wald

08. Blossoms – Blown Rose

09. Kungs feat. Ephemerals – I Feel So Bad

10. Robbie Williams – Love Me Life

11. BOA – Pharaoh

12. Liam X feat. Egon Holz – Herbst

13. Kölsch – Grey

14. Chase & Status feat. Tom Grennan – All Goes Wrong

15. Pictures From Nadira – Nadira

16. Alessia Cara – Scars To Your Beautiful

17. Kideko & George Kwali feat. Nadia Rose & Sweetie Irie – Crank It (Woah)

18. Emiliana Torrini & The Colorist – When We Dance

19. Møme feat. Merryn Jeann – Aloha

20. San Cisco – SloMo

21. Sigma feat. Birdy – Find Me

22. Wincent Weiss – Musik Sein
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Alessia Cara – 12 Monate später ist sie angekommen

Alessia Cara - Scars To Your Beautiful

Alessia Cara – Scars To Your Beautiful

Im Oktober 2015 konntet Ihr hier über die junge Kanadierin Alessia Cara lesen. Damals war sie kurz davor, mit ihrer Debütsingle Here durch die Decke zu gehen. So kletterte sie mit Here bis auf Platz 5 der amerikanischen Singlecharts. Kurze Zeit später kam ihr Debütalbum Know-It-All raus und war ein ebenso erfolgreicher Top-10 Hit. Während sich ihr Album also bestens verkaufte, tourte Cara mit keinem geringeren als den Briten von Coldplay durch die Welt und sorgte so für extra Werbung. Denn bei einer Band dieses Kalibers zu spielen bedeutet, vor durchweg ausverkauften Stadion zu singen, die um die 60.000 Gäste fassen. Mit ihrer dritten Single Scars To Your Beautiful bringt sie nun eine Fortsetzung der ersten beiden Songs ins Rennen. Beschreibt Cara selbst doch diese Trilogie so, dass mit Here gemeint ist, niemanden zu gehören, mit Wild Things endlich jemanden zu finden, zu dem man gehören will, und mit Scars To Your Beautiful daran zu arbeiten, sich selbst zu lieben und nicht auf die Modeideale der Gesellschaft zu achten. Dabei singt die 20 Jährige so sanft jedoch mit einer enormen Stärke in der Stimme. Scars To Your Beautiful ist eine Ballade auf dem Niveau von Christina Arguileras Beautiful oder TLC’s Unpretty. Allerdings klingt Caras Song, um dieses Thema, deutlich aufbauender und motivierender als Arguileras Beautiful und weniger kindisch, als TLC’s Unpretty.

Coldplay – Konzertkritik

Coldplay @Olympiastadion Berlin

Coldplay @Olympiastadion Berlin

Sie kamen, sie spielten, sie siegten. So könnte man das Konzert der britischen Band Coldplay, dass sie am vergangenen Mittwoch im Berliner Olympiastadion gaben, beschreiben. Doch es bei dieser kurzen Beschreibung belassen zu wollen, wäre eine pure Vernachlässigung dieses Abends. Denn war der Konzertabend doch sage und schreibe viereinhalb Stunden mit Musik gefüllt und spielten Acts wie Alessia Cara aus Kanada und die Britin Lianne La Havas das Publikum warm.

Sweet Little 19 – Alessia Cara

Cara, die mit ihren souligen Popsongs, die aktuell durch die Radios zu Hits avancieren, neu und unglaublich frisch klingt, hatte sich ein paar ihrer stärksten Songs zum singen ausgesucht. Die gerade einmal 19-jährige Sängerin überraschte mit einer Natürlichkeit und sympathischen Art, die sich auch durch Songs wie ‚I’m Yours‘, ‚Wild Things‘, ‚Overdose‘ und ‚River Of Tears‘ ziehen sollte. Immer wieder ging sie auf das Publikum zu und erzählte kleine Anekdoten. So präsentierte sie nach ‚Scars To Your Bautiful‘ den Song, der sie berühmt gemacht hatte und gleichzeitig ihr erster geschriebener Song war. ‚Here‘ hat den Groove und die Stimmung, um ein Stadion mit knapp 60.000 Menschen zum bewegen zu animieren.

Mit Stimmgewalt

Ein ganz ähnlicher Act und doch total anders war Lianne La Havas, die mit ihrem Neo-Soul und der warmen Stimme für ein paar sehr entspannte Momente sorgte. Vor allem funktionierten ‚Forget‘, ‚Tokyo‘, ‚Green & Gold‘ und ‚Unstoppable‘ auf der großen Bühne hervorragend und konnte La Havas mit ihrer Stimme das ganze Stadion ausfüllen. Doch auch das Cover von Aretha Franklins ‚I Say A Little Prayer‘ und ‚Midnight‘ zeigten die Vielseitigkeit La Havas. War die Franklin-Version doch eine smoothe Feelgood Variante, folgte mit ‚Midnight‘ ein dramatisch und mit viel Gefühl und Chorgesang gesungener Song.

Nach La Havas gab es eine 30 minütige Umbaupause in der sich das Berliner Publikum von seiner starken Seite zeigte. War die Stimmung im und um das Olympiastadion doch derart positiv, dass sich 60.000 Leute selbst unterhalten konnten und zu mehreren La-Ola-Welle ansetzte, die sich jeweils einmal durch das gesamte Stadion und den Innenraum ziehen sollten. Selbst ein, von einem Einzigen auf dem Oberang, begonnener Klatschtakt wurde umgehend vom ganzen Stadion kopiert und schaffte so einen ganz besonderes Gefühl des Zusammenseins.

3, 2, 1, Ready, Set, Go!

Mit einer Passage aus Maria Callas ‚O mio babbino caro‘, Einspielern von Fans auf der ganzen Welt, dem Einschalten der LED-Armbänder, sowie einer dramatischen Rede Charlie Chaplins, kamen schließlich um Punkt 21 Uhr die Briten um Chris Martin auf die Bühne und entfachten ein wahres Feuerwerk, dass mit dem Song ‚A Head Full Of Dreams‘, viel Lichtshow, Nebel, Hall, Konfetti und tatsächlich auch einem Feuerwerk alle zum ausrasten brachte. Von so einem Start in das Konzert einer der erfolgreichsten Bands unserer Zeit hatten wohl die wenigsten gerechnet und machten sich gefasst auf einen Abend voller Energie und guter Gefühle.

Das mit unzähligen Lautsprechern ausgestattete Olympiastadion konnte bei jedem Song, mit einem satten Sound und klaren Tönen überzeugen. Schwieriger wurde es allenfalls hier und da, als Chris Martin zum Publikum sprach. Nach einem der aktuellsten Songs folgte  mit ‚Yellow‘ einer der ältesten Songs Coldplays, bei dem das Publikum sofort mit sang. Beide Song zeigten, wie unterschiedlich die Band Coldplay sein kann und so sollte sich in der nachfolgenden Songreihenfolge ein ähnliches Bild abzeichnen. Folgte doch auf ‚Yellow‘ mit ‚Every Teardrop Is A Waterfall‘ wieder eine äußerst schnelle Nummer, bei der das Stadion regelrecht ausflippte, wurde man direkt im Anschluss mit ‚The Scientist‘ wieder komplett runtergeholt. Mit ‚Birds‘ folgte eine Uptempo-Nummer um danach,  von Chris Martin, mit einer Lobeshymne an Deutschland gerichtet, ‚Paradise‘ anzustimmen. Hier sorgten vor allem Martins Worte, die Bezug auf die aktuelle, politische Lage auf der ganzen Welt nahm, für Gänsehautmomente. Mit einer Deutschlandfahne in der Gesäßtasche sang er sich durch den Song und ließ viel Raum für das Publikum, um mitzusingen und den O’s und A’s zu folgen. Schließlich mündete ‚Paradise‘ in der vom niederländischen DJ Tiësto geremixten Version und lies alle tanzen und springen.

Politisch und trotzdem populär

Mit einer kurzen Überbrückung kehrten Coldplay auf der kleinen Inselbühne ganz vorne zurück und spielten ‚Always In My Head‘, ‚Princess Of China‘, bei dem sich wohl einige erhofft hatten, Rihanna als Überraschungsgast zu sehen, und ‚Everglow‘, welches in einer Rede von Muhammad Ali endete und den Istanbul gewidmet war. Nach nur drei Songs wechselten sie wieder zur Hauptbühne um nach einem kurzen ‚Army Of One‘-Teaser zu ‚Clocks‘ überzugehen, der die Stimmung im Olympiastadion noch mal auf ein neues Level heben sollte. Stand doch die Bühne in einer Glut aus rotem Licht und Lasern und blinkten alle Armbänder abwechselnd vom Nachbarn in rot. Dass man hier regelrecht anfing zu schweben und komplett vergaß, mit 60.000 in einem Raum zu stehen, war hierbei nur zu verständlich.

Mit einer kurzen Sequenz ihres fantastischen Songs ‚Midnight‘ ging es über zu ‚Charlie Brown‘, der wieder einmal das Konzept verfolgte, aus einem ruhigen Song kommende zum absoluten Ausraste-Hit zu werden. Sind es doch diese Gegensätze, die Coldplay nach wie vor vereint – die ruhigen und emotionalen Song genauso zu beherrschen, wie die großen Stadionhymnen. ‚Hymn For The Weekend‘ war dann auch ein Song der zweiten Kategorie, der im Anschluss in ‚Fix You‘ überging.

Die Huldigung eines Genies

Einer der absoluten Höhepunkte war die Version des David Bowie Songs ‚Heroes‘. Der Song, der eigentlich für sich selbst steht und bis heute in jeder Generation den Nerv traf, wurde von Coldplay noch einmal angehoben und in den Himmel getragen. Wo sonst hätte man die Songzeile ‚We can be heroes just for one day‘ besser verorten können, als auf einem Coldplay-Konzert?! Natürlich nur unter dem Gesichtspunkt, nie in den Genuß eines David Bowie Konzertes gekommen zu sein. Mit ‚Viva La Vida‘ und ‚Adventure Of A Lifetime‘ folgten schließlich noch zwei Songs, die den Kessel zum kochen brachten. Und während ‚Adventure Of A Lifetime‘ noch lief, kamen die Jungs durchs Publikum zu einer seitlich, aufgebauten Bühne auf der sie ‚Don’t Panic‘, ‚In My Place‘ und ‚Til Kingdom Come‘ akustisch spielten und bei dem auch Gitarrist Johnny Buckland zum Zuge kam und den Refrain von ‚Don’t Panic‘ überraschend gut sang. Während Martin ‚Til Kingdom Come‘ als Solo auf der Bühne vollendete, ging der Rest der Band bereits wieder zur Hauptbühne zurück und wurde nur durch ein kurzes ‚Du, Du hast, Du hast mich‘ rausgeholt, welches Martin auf der Seitenbühne noch zum Besten gab und für ein Schmunzeln bei den Fans sorgte.

Vom Akustiksong zu Rammsteins ‚Du hast‘

Mit einem extra langenIntro zu ‚Amazing Day‘ rannte Martin, durch das Publikum, zurück auf die Hauptbühne und vollendete das Konzert mit ‚A Sky Full Of Stars‘. Da um kurz vor elf nun auch der Himmel über Berlin dunkel war, kam die Lichttechnik und die abertausend Armbänder in voller Pracht zum Vorschein. So gab es ein grandioses Konfettifeuerwerk mit einer Lichtshow die einen sprachlos dastehen ließ. Dass danach noch ‚Up & Up‘ kam, war wohl eigentlich nicht mehr als der Versuch das Publikum nicht ganz ins Loch fallen zu lassen und ihnen einen Song mit auf den Heimweg geben zu wollen, den sie im Kopf behalten würden.

Doch nach diesem Konzert und der ganzen Glücksmomente, Tränen in den Gesichtern und der Gänsehaut wurde es dem Publikum nicht leicht gemacht, die letzten zwei Stunden zu verarbeiten. Coldplay schaffen das, was viele Bands wollen aber nicht erreichen. Die Massen zu begeistern, sie abzuholen und für ein paar Stunden mit in eine Welt zu nehmen, in der man in sich selbst reinhören kann und von innen heraus Emotionen freisetzt, die einen sprachlos dastehen lassen.

Eine Frage blieb uns Chris Martin dann aber noch schuldig. Wer war dieser Alex, dem er mehrmals während des Konzertes gratulierte?!

Coldplay @Olympiastadion Berlin

Coldplay @Olympiastadion Berlin

Alessia Cara – Kanada präsentiert sich jung und frisch

19 Jahre jung ist die aus Kanada stammende Alessia Cara erst, doch hat sie gerade ihrer erste EP ‚Four Pink Walls‘ veröffentlicht und es damit bis auf Platz 31 der US- und Platz 11 der kanadischen Charts geschafft. Berühmt geworden, durch Coversongs, die Cara auf Youtube einstellte, wurde sie schnell vom amerikanischen Label Def Jam Recordings unter Vertrag genommen. Def Jam ist hierbei eine der größten Plattenfirmen für R&B, Hip-Hop und Soul-Music.
Mit ihrer Debütsingle konnte sie bereits erste Erfolge feiern, so ist ‚Here‘ eine entspannte R’n’B-Nummer, die mit der jungen Stimme Cara’s und einer Produktion, die an  ‚Glory Box‘ der britischen Trip-Hop-Band Portishead erinnern lässt, aufwartet.