Los Unidades feat. Pharrell Williams – Wenn Coldplay ruft

Viel Wind wurde in den letzten Tagen um den Instragram-Post des Plattenlabels Parlophone gemacht. Kündigten Sie doch mit dem Signing von Los Unidades an, eine neue und vielversprechende Band unter Vertrag genommen zu haben und würden in Kürze großes Berichten können. Das dazugehörige Foto, zeigte schemenhaft vier Bandmitglieder in einem farbenfrohen Mittelpunkt. Gleichzeitig werden Los Unidades als Teil des Compilation-Albums Global Citizen EP neben Künstlern, wie David Guetta und Stormzy vertreten sein. Und spätestens hier wird klar, wer sich hinter Los Unidades verbirgt – keine geringere Band als Coldplay um Frontsänger Chris Martin. Dieser unterstützt seit einigen Jahren die Global Citizen Organisation, die das Ziel hat, die weltweite Armut zu bekämpfen. Dabei gibt es neben der Organisation auch seit 2012 das Global Citizen Festival, welches Chris Martin als Kurator unterstützt. Auf der nun veröffentlichten Single E-Lo hören wir klar die Einflüsse Coldplays – allerdings auch einen größeren Einfluss von Weltmusik. Neben der Produzentin Jozzy, die bereits mit Timbaland, Beyoncé, Chris Brown und Pitbull zusammenarbeitete ist auch Pharrell Williams an dem Song beteiligt. Mit dieser geballten Kraft von Kreativität und Bekanntheit, erreichen Los Unidades mit E-Lo sicherlich eine große Hörerschaft und werden viel Aufmerksamkeit für die Global Citizen Organisation erhalten. E-Lo ist dabei eine wunderbar leichtfüßige Popnummer, die ein wenig exotische Klänge vermittelt, doch sich dennoch im Pop wiederfindet.

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The Best Of 2018 Vol.: 07

01. Mumford & Sons – Guiding Light

02. MK – 17 (6am Remix)

03. Krystal Klear – Neutron Dancet

04. Maggie Rogers – Give A Little

05. Janet Jackson feat. Daddy Yankee – Made For Now

06. Razorlight – Sorry_

07. William Fitzsimmons – Angela

08. James Hersey – Real For You

09. Isaac Gracie – Running On Empty

10. White Lies – Time To Give

11. Tom Odell feat. Alice Merton – Half As Good As You

12. Razorlight – Olympus Sleeping

13. Synapson feat. Lass – Souba

14. Cher – Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)

15. Jamie XX – Girl

16. Dirty Vegas – Let The Night

17. Coldplay – Adventure Of A Lifetime (Yotto Remix)

18. Kid Simius – The Flute Song (Paul Kalkbrenner Remix)

19. Disclosure feat. Eliza Doolittle – You & Me (Flume Remix)

Calum Scott – Aus der Ruhe heraus

Mit der Coverversion des Robyn-Songs Dancing On My Own hatte der britische Sänger Calum Scott 2016 alle überzeugt. Alle? Nicht ganz, denn bis auf Platz 1 der Casting-Show Britain’s Got Talent schaffte er es nicht. Dafür allerdings in die Charts von 17 Ländern und verkaufte den Song mehr als 3 Millionen mal. Im März dieses Jahres veröffentlichte Scott sein Debütalbum Only Human und hat neben Dancing On My Own, Rhythm Inside und dem Duett mit Leon Lewis oder Ilse DeLange You Are The Reason auch den nun veröffentlichten Song What I Miss Most mit drauf. Stehen alle bisher veröffentlichten Songs für sich – mal stripped-down (Dancing On My Own), mal als klassische Ballade (You Are The Reason) oder als Uptempo-Song (Rhythm Inside) – ist What I Miss Most eine absolute Hymne. Man stelle sich nur einmal vor, wie Scott im Wembley Stadion dazu singt und bei Sekunde 0:43 das Feuerwerk beginnt zu leuchten. Hier ist ein Song entstanden, der so auch von Coldplay kommen könnte und ganz großes Potential hat. Und so singt sich Calum Scott hier mit viel Energie und einer gehörigen Portion Euphorie von allem frei.

Cloves – Das ganz große Gefühl

Was macht man, wenn man aus einer Beziehung kommt, die friedvoll und gelassen warnt man selbst genau das Gegenteil ist?! Das weiß die australische Sängerin Cloves – alias Kaity Dunstan. Die in Melbourne lebende Sängerin hat ein aufregendes Jahr vor sich. Vor neun Jahren begann die heute 22 Jährige in Bars zu spielen, 2016 veröffentlichte sie schließlich ihre erste EP XIII. Nun hat Cloves mit Bringing The House Down einen Song veröffentlicht und dabei gleichzeitig angekündigt, dass 2018 wohl mit ihrem Debütalbum zu rechnen ist. Mit Bringing The House Down liefert Cloves dann auch die perfekte Werbung für ein kommendes Album ab. Liegt Cloves Stimme irgendwo zwischen The Noisettes und Gabriella Cilmi, klingt der Sound nach großen Momenten. Zart und direkt singt Cloves darüber, wie es war, in einer Beziehung zu leben, die einfach nur nett und ruhig war. So frustrierte sie, dass es keine Ups und Downs gab – kein Ausbrechen und verrückte Dinge machen. Produziert wurde Bringing The House Down dabei vom amerikanischen Produzenten Ariel Rechtshaid, der bereits für Madonna, Beyonce, Kylie Minogue, U2 oder auch Justin Bieber Songs produzierte. Ebenso wie bei der Produktion, wurde für das Musikvideo keine geringere als die britische Regisseurin Sophie Muller ins Boot geholt. Muller produziert seit 35 Jahren Musikvideos und hat Künstlern wie Eurythmics, Sade, Kings Of Leon, London Grammar und Coldplay fantastische Videos beschert. Somit zeigt Cloves, dass sie nichts dem Zufall überlässt und hört man sich ihre Single erst einmal an, weiß man, dass sich die Australierin mit Bringen The House Down auch keine Sorgen machen braucht.

The Best Of 2017 Vol.: 04

The Best Of 2017 Vol. 04

01. Calvin Harris feat. Frank Ocean & Migos – Slide

02. Moglii feat. Island Fox – Breath

03. The Coronas – We Couldn’t Fake It

04. Kasabian – You’re In Love With A Psycho

05. Glass Animals – Pork Soda

06. Gorillaz feat. D.R.A.M. – Andromeda

07. Howling – Phases

08. Lea Porcelain – Streets Of Philadelphia

09. Burak Yeter feat. Danelle Sandoval – Tuesday

10. Ofenbach – Be Mine

11. Mahmut Orhan feat. Sena Sener – Feel

12. Feist – Pleasure

13. Marian Hill – Down

14. Coldplay – Hypnotised

15. Fleet Foxes – Third Of May/Ōdaigahara

16. Schwarz – Home

17. James Vincent McMorrow – One Thousand Times

18. Vaults – Hurricane

19. Anni – Feels So Easy To Be Loved (Acoustic Version)

Coldplay – Neuer Song, Neue EP!

Coldplay – Hypnotised

Es macht fast schon Angst, in was für einer Geschwindigkeit Coldplay aktuell Alben, EP’s und neue Songs veröffentlichen. Haben die Briten doch innerhalb der letzten drei Jahre mit Ghost Stories, A Head Full Of Dreams, A Sky Full Of Stars und nun Kaleidoscope, zwei Alben und zwei EP’s veröffentlicht und damit jedes Gerücht um eine nahende Bandauflösung zunichtegemacht. Coldplay waren selten so produktiv wie aktuell und gleichzeitig so vielseitig. Haben die beiden Alben Ghost Stories und A Head Full Of Dreams schon eine krasse Gegensätzlichkeit aufgewiesen, steht jetzt mit der ersten Single Hypnotised, aus der EP Kaleidoscope, wieder ein deutlich introvertierterer Song an. Dabei klingt Hypnotised sanft und verspielt und haucht Chris Martin den Songtext förmlich durch die knapp sechs Minuten. Hier und da erinnert Hypnotised an die ersten Jahre der Band und ihren schmerzenden und reduzierten Sound. Wer vor einigen Jahren noch dachte, dass das Kapitel Coldplay mit ewig gleichem Sound kurz vor dem Ende steht, kann sich jetzt auf einen frischen Mix aus Stadionpop, dunklen und mystischen Songs oder introvertierten Balladen freuen. Nie waren Coldplay stärker als jetzt. Somit dürfte das Gerücht einer baldigen Auflösung bis auf Weiteres wohl kein Thema mehr sein.

Ed Sheeran – je größer, desto besser

Ed Sheeran - Castle On The Hill

Ed Sheeran – Castle On The Hill

Manchmal vergeht die Zeit doch viel zu schnell. Schaut man sich an, dass Ed Sheerans zweites Album X bereits vor drei Jahren erschienen ist, wundert es nicht, dass viele Fans des britischen Sängers mit den Worten ..endlich.., auf seine nun veröffentlichten Songs reagieren. War das Debütalbum + (2011), ein Überraschungserfolg und mauserte sich zu einem internationalen Hitalbum, kam mit dem Album X (2014) der weltweite Aufstieg zu einem der erfolgreichsten Künstler. Nun hat Sheeran die ersten beiden Songs, seines dritten Studioalbums ÷ veröffentlicht und bedient damit gleich zwei Arten von Fans. Shape Of You wird den Fans des ersten Albums mehr gefallen, lebt der Song doch von einem Dancehall und Tropical House beeinflussten Sound und hat damit wieder mehr Vielfalt als noch zuletzt zu hören war. Der zweite Song, den Sheeran veröffentlicht hat, heißt Castle On The Hill und ist in Manier Coldplays und Indie-Rock Bands produziert. So folgt auf einen schnellen Beat, der euphorische Gesang Sheerans, der sich bis zum Ende zu einem Ausbruch aufbaut. Mit einsetzen des Refrains hebt Scheeran dann gänzlich ab und liefert eine astreine Stadionhymne ab. Diese Konstellation aus zwei so grundverschiedenen Songs zeigt, worauf sich die Fans freuen dürfen – nicht weniger als auf ein abwechslungsreiches, großes Album Nummer drei.

Palace – Das neue Jahr kann kommen

Palace - Break The Silence

Palace – Break The Silence

Die Londoner Band Palace hat diesen November ihr Debütalbum So Long Forever veröffentlicht. Ein Album, das in Großbritannien viel Beachtung fand. Liefern Palace doch einen Sound ab, der irgendwo zwischen Genghar und Coldplay liegt. Mit ihrer aktuellen Single Break The Silence zeigen sie, wie treibend Gitarrenmusik sein kann. Hier werden Gitarren und Synthies so harmonisch zusammengeführt, dass Palace daraus eine Stadionhymne entstehen lässt. Dabei handelt nicht nur der Song, sondern auf das komplette Debütalbum von Verlusten – und das, so stark wie es nur möglich ist. Break The Silence zeigt Euch den Weg in das neue Jahr und gibt Energie zum Tanzen und Spaß haben.

Alessia Cara – 12 Monate später ist sie angekommen

Alessia Cara - Scars To Your Beautiful

Alessia Cara – Scars To Your Beautiful

Im Oktober 2015 konntet Ihr hier über die junge Kanadierin Alessia Cara lesen. Damals war sie kurz davor, mit ihrer Debütsingle Here durch die Decke zu gehen. So kletterte sie mit Here bis auf Platz 5 der amerikanischen Singlecharts. Kurze Zeit später kam ihr Debütalbum Know-It-All raus und war ein ebenso erfolgreicher Top-10 Hit. Während sich ihr Album also bestens verkaufte, tourte Cara mit keinem geringeren als den Briten von Coldplay durch die Welt und sorgte so für extra Werbung. Denn bei einer Band dieses Kalibers zu spielen bedeutet, vor durchweg ausverkauften Stadion zu singen, die um die 60.000 Gäste fassen. Mit ihrer dritten Single Scars To Your Beautiful bringt sie nun eine Fortsetzung der ersten beiden Songs ins Rennen. Beschreibt Cara selbst doch diese Trilogie so, dass mit Here gemeint ist, niemanden zu gehören, mit Wild Things endlich jemanden zu finden, zu dem man gehören will, und mit Scars To Your Beautiful daran zu arbeiten, sich selbst zu lieben und nicht auf die Modeideale der Gesellschaft zu achten. Dabei singt die 20 Jährige so sanft jedoch mit einer enormen Stärke in der Stimme. Scars To Your Beautiful ist eine Ballade auf dem Niveau von Christina Arguileras Beautiful oder TLC’s Unpretty. Allerdings klingt Caras Song, um dieses Thema, deutlich aufbauender und motivierender als Arguileras Beautiful und weniger kindisch, als TLC’s Unpretty.

Coldplay – Konzertkritik

Coldplay @Olympiastadion Berlin

Coldplay @Olympiastadion Berlin

Sie kamen, sie spielten, sie siegten. So könnte man das Konzert der britischen Band Coldplay, dass sie am vergangenen Mittwoch im Berliner Olympiastadion gaben, beschreiben. Doch es bei dieser kurzen Beschreibung belassen zu wollen, wäre eine pure Vernachlässigung dieses Abends. Denn war der Konzertabend doch sage und schreibe viereinhalb Stunden mit Musik gefüllt und spielten Acts wie Alessia Cara aus Kanada und die Britin Lianne La Havas das Publikum warm.

Sweet Little 19 – Alessia Cara

Cara, die mit ihren souligen Popsongs, die aktuell durch die Radios zu Hits avancieren, neu und unglaublich frisch klingt, hatte sich ein paar ihrer stärksten Songs zum singen ausgesucht. Die gerade einmal 19-jährige Sängerin überraschte mit einer Natürlichkeit und sympathischen Art, die sich auch durch Songs wie ‚I’m Yours‘, ‚Wild Things‘, ‚Overdose‘ und ‚River Of Tears‘ ziehen sollte. Immer wieder ging sie auf das Publikum zu und erzählte kleine Anekdoten. So präsentierte sie nach ‚Scars To Your Bautiful‘ den Song, der sie berühmt gemacht hatte und gleichzeitig ihr erster geschriebener Song war. ‚Here‘ hat den Groove und die Stimmung, um ein Stadion mit knapp 60.000 Menschen zum bewegen zu animieren.

Mit Stimmgewalt

Ein ganz ähnlicher Act und doch total anders war Lianne La Havas, die mit ihrem Neo-Soul und der warmen Stimme für ein paar sehr entspannte Momente sorgte. Vor allem funktionierten ‚Forget‘, ‚Tokyo‘, ‚Green & Gold‘ und ‚Unstoppable‘ auf der großen Bühne hervorragend und konnte La Havas mit ihrer Stimme das ganze Stadion ausfüllen. Doch auch das Cover von Aretha Franklins ‚I Say A Little Prayer‘ und ‚Midnight‘ zeigten die Vielseitigkeit La Havas. War die Franklin-Version doch eine smoothe Feelgood Variante, folgte mit ‚Midnight‘ ein dramatisch und mit viel Gefühl und Chorgesang gesungener Song.

Nach La Havas gab es eine 30 minütige Umbaupause in der sich das Berliner Publikum von seiner starken Seite zeigte. War die Stimmung im und um das Olympiastadion doch derart positiv, dass sich 60.000 Leute selbst unterhalten konnten und zu mehreren La-Ola-Welle ansetzte, die sich jeweils einmal durch das gesamte Stadion und den Innenraum ziehen sollten. Selbst ein, von einem Einzigen auf dem Oberang, begonnener Klatschtakt wurde umgehend vom ganzen Stadion kopiert und schaffte so einen ganz besonderes Gefühl des Zusammenseins.

3, 2, 1, Ready, Set, Go!

Mit einer Passage aus Maria Callas ‚O mio babbino caro‘, Einspielern von Fans auf der ganzen Welt, dem Einschalten der LED-Armbänder, sowie einer dramatischen Rede Charlie Chaplins, kamen schließlich um Punkt 21 Uhr die Briten um Chris Martin auf die Bühne und entfachten ein wahres Feuerwerk, dass mit dem Song ‚A Head Full Of Dreams‘, viel Lichtshow, Nebel, Hall, Konfetti und tatsächlich auch einem Feuerwerk alle zum ausrasten brachte. Von so einem Start in das Konzert einer der erfolgreichsten Bands unserer Zeit hatten wohl die wenigsten gerechnet und machten sich gefasst auf einen Abend voller Energie und guter Gefühle.

Das mit unzähligen Lautsprechern ausgestattete Olympiastadion konnte bei jedem Song, mit einem satten Sound und klaren Tönen überzeugen. Schwieriger wurde es allenfalls hier und da, als Chris Martin zum Publikum sprach. Nach einem der aktuellsten Songs folgte  mit ‚Yellow‘ einer der ältesten Songs Coldplays, bei dem das Publikum sofort mit sang. Beide Song zeigten, wie unterschiedlich die Band Coldplay sein kann und so sollte sich in der nachfolgenden Songreihenfolge ein ähnliches Bild abzeichnen. Folgte doch auf ‚Yellow‘ mit ‚Every Teardrop Is A Waterfall‘ wieder eine äußerst schnelle Nummer, bei der das Stadion regelrecht ausflippte, wurde man direkt im Anschluss mit ‚The Scientist‘ wieder komplett runtergeholt. Mit ‚Birds‘ folgte eine Uptempo-Nummer um danach,  von Chris Martin, mit einer Lobeshymne an Deutschland gerichtet, ‚Paradise‘ anzustimmen. Hier sorgten vor allem Martins Worte, die Bezug auf die aktuelle, politische Lage auf der ganzen Welt nahm, für Gänsehautmomente. Mit einer Deutschlandfahne in der Gesäßtasche sang er sich durch den Song und ließ viel Raum für das Publikum, um mitzusingen und den O’s und A’s zu folgen. Schließlich mündete ‚Paradise‘ in der vom niederländischen DJ Tiësto geremixten Version und lies alle tanzen und springen.

Politisch und trotzdem populär

Mit einer kurzen Überbrückung kehrten Coldplay auf der kleinen Inselbühne ganz vorne zurück und spielten ‚Always In My Head‘, ‚Princess Of China‘, bei dem sich wohl einige erhofft hatten, Rihanna als Überraschungsgast zu sehen, und ‚Everglow‘, welches in einer Rede von Muhammad Ali endete und den Istanbul gewidmet war. Nach nur drei Songs wechselten sie wieder zur Hauptbühne um nach einem kurzen ‚Army Of One‘-Teaser zu ‚Clocks‘ überzugehen, der die Stimmung im Olympiastadion noch mal auf ein neues Level heben sollte. Stand doch die Bühne in einer Glut aus rotem Licht und Lasern und blinkten alle Armbänder abwechselnd vom Nachbarn in rot. Dass man hier regelrecht anfing zu schweben und komplett vergaß, mit 60.000 in einem Raum zu stehen, war hierbei nur zu verständlich.

Mit einer kurzen Sequenz ihres fantastischen Songs ‚Midnight‘ ging es über zu ‚Charlie Brown‘, der wieder einmal das Konzept verfolgte, aus einem ruhigen Song kommende zum absoluten Ausraste-Hit zu werden. Sind es doch diese Gegensätze, die Coldplay nach wie vor vereint – die ruhigen und emotionalen Song genauso zu beherrschen, wie die großen Stadionhymnen. ‚Hymn For The Weekend‘ war dann auch ein Song der zweiten Kategorie, der im Anschluss in ‚Fix You‘ überging.

Die Huldigung eines Genies

Einer der absoluten Höhepunkte war die Version des David Bowie Songs ‚Heroes‘. Der Song, der eigentlich für sich selbst steht und bis heute in jeder Generation den Nerv traf, wurde von Coldplay noch einmal angehoben und in den Himmel getragen. Wo sonst hätte man die Songzeile ‚We can be heroes just for one day‘ besser verorten können, als auf einem Coldplay-Konzert?! Natürlich nur unter dem Gesichtspunkt, nie in den Genuß eines David Bowie Konzertes gekommen zu sein. Mit ‚Viva La Vida‘ und ‚Adventure Of A Lifetime‘ folgten schließlich noch zwei Songs, die den Kessel zum kochen brachten. Und während ‚Adventure Of A Lifetime‘ noch lief, kamen die Jungs durchs Publikum zu einer seitlich, aufgebauten Bühne auf der sie ‚Don’t Panic‘, ‚In My Place‘ und ‚Til Kingdom Come‘ akustisch spielten und bei dem auch Gitarrist Johnny Buckland zum Zuge kam und den Refrain von ‚Don’t Panic‘ überraschend gut sang. Während Martin ‚Til Kingdom Come‘ als Solo auf der Bühne vollendete, ging der Rest der Band bereits wieder zur Hauptbühne zurück und wurde nur durch ein kurzes ‚Du, Du hast, Du hast mich‘ rausgeholt, welches Martin auf der Seitenbühne noch zum Besten gab und für ein Schmunzeln bei den Fans sorgte.

Vom Akustiksong zu Rammsteins ‚Du hast‘

Mit einem extra langenIntro zu ‚Amazing Day‘ rannte Martin, durch das Publikum, zurück auf die Hauptbühne und vollendete das Konzert mit ‚A Sky Full Of Stars‘. Da um kurz vor elf nun auch der Himmel über Berlin dunkel war, kam die Lichttechnik und die abertausend Armbänder in voller Pracht zum Vorschein. So gab es ein grandioses Konfettifeuerwerk mit einer Lichtshow die einen sprachlos dastehen ließ. Dass danach noch ‚Up & Up‘ kam, war wohl eigentlich nicht mehr als der Versuch das Publikum nicht ganz ins Loch fallen zu lassen und ihnen einen Song mit auf den Heimweg geben zu wollen, den sie im Kopf behalten würden.

Doch nach diesem Konzert und der ganzen Glücksmomente, Tränen in den Gesichtern und der Gänsehaut wurde es dem Publikum nicht leicht gemacht, die letzten zwei Stunden zu verarbeiten. Coldplay schaffen das, was viele Bands wollen aber nicht erreichen. Die Massen zu begeistern, sie abzuholen und für ein paar Stunden mit in eine Welt zu nehmen, in der man in sich selbst reinhören kann und von innen heraus Emotionen freisetzt, die einen sprachlos dastehen lassen.

Eine Frage blieb uns Chris Martin dann aber noch schuldig. Wer war dieser Alex, dem er mehrmals während des Konzertes gratulierte?!

Coldplay @Olympiastadion Berlin

Coldplay @Olympiastadion Berlin