The Montreals - Rude

The Montreals – Die Söhne und Töchter des Indies

Sie sind eine der Bands, auf die es 2019 ein Auge drauf zu halten gilt. Mit einer frischen Prise Indie schaffte es das aus Adelaide – Australien – kommenden Quartett innerhalb der letzten vier Jahre immer mehr Menschen zu erreichen – zuletzt als Support der Red Hot Chili Peppers vor mehr als 40.000 Menschen. Seit ihrer Gründung 2015 haben Gussy, Steffy, Lachy und Graham außerdem eine ordentliche Anzahl an Songs auf Soundcloud hochgeladen, die dabei alle eines gemein haben, ein ungemein schnelles Tempo, welches auf jeder Indieparty für ein kollektives Ausrasten sorgt. Mit ihrer aktuellen Single Deadheads zeigen sie dieses einmal mehr eindrucksvoll. Dabei ist es aber vor allem der Song Rude, den die Band im Dezember veröffentlichte, der sich als herausragender Indiehit zeigt. So würde nichts besser passen, als in einem roten Alpha Romeo die Côte d’Azur entlangzufahren und im Stil der 70er Jahre The Montreals zu hören. Hierbei präsentieren The Montreals gerade mit Rude einen ähnlichen Sound wie die ebenfalls aus Australien kommenden und in Berlin lebenden Parcels. Doch hört man sich weitere Songs auf The Montreals Soundcloud-Seite an, wird schnell klar, dass ihr Sound vielseitiger ist als Rude aber stets die Gitarre im Vordergrund steht. The Montreals haben damit das Zeug 2019 so richtig durchzustarten.

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Dirty Radio X Giuliano Rascan – Your Disco Needs You

Vor wenigen Tagen hattet Ihr bereits die Ehre, mit der Single von Mokoa auch wieder etwas Neues von Dirty Radio zu hören. Nun stehen sie selbst als Hauptact im Rampenlicht und haben mit dem, ebenfalls aus Vancouver kommenden, Produzenten Giuliano Rascan ein heißes Eisen als Featuring im Feuer. Überraschend bei dem nun veröffentlichten Musikvideo zur Single Is It Enough ist, dass der Song bereits Ende November das Licht der Welt erblickte, doch bisher keine passende visuelle Umsetzung erfolgte. Mit der Produktionsfirma TiV Productions ist dies nun gelungen. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Spiegelt das Video doch mit seinen Lichteffekten, Lasern, schwindelerregenden Kamerafahrten und Dirty Radio, sowie Giuliano Rascan selbst auf der Bühne, eine perfekte Clubnacht wieder. Dabei ist natürlich Is It Enough selbst ein absoluter Banger und hat mit seinen 70er-Vibes und einem ansteckenden Rhythmus das Zeug zum Partyanthem zu werden. Große Hooks und ein perfekt gesetzter Gesang dürften Keinen auf den Stühlen halten und so ist Is It Enough ein Garant für eine volle Tanzflächen.

Excort – Zurück in die 70er!

Zugegeben – wenn man bei Google die Schlagwörter Escort und Josephine eingibt, bekommt man alles – sogar unmoralische Angebote – nur sehr schwer etwas über die Single des New Yorker Trios Eugene Cho, JKriv, und Adeline angezeigt. Dabei hat die 2006 gegründete Band mit Josephine einen ganz hervorragenden Discotrack veröffentlicht. Ganz im Zeichen der großen Josephine Baker haben sich die Partygaranten an einen satten 70er Jahre Sound gewagt, der selbst für Escort noch einen oben drauf setzt. Mit Adeline als Sängerin steht auch die Stimme ganz im Zeichen der großen Studio-54-Hymnen. Heute spielt sich die elektronische Musik vornehmlich in dunklen Clubs ab – fernab der Masse. Das wollten Escort bewusst mit ihrer Musik ändern und haben sich deshalb am populären Sound der Disco orientiert. Sind Escorts bisher veröffentlichten Alben Escort (2011) und Animal Nature (2015) bereits ein paar Jahre draußen, gibt es nun seit Ende letzten Jahres mit Slide und eben Josephine ein neues Lebenszeichen. Mit Josephine haben Escort der großen Josephine Baker ein Denkmal gesetzt, um das selbst Baker noch herumtanzen würde, wenn sie könnte.

Adelphi Music Factory – Der Soundtrack der Silvesternacht

In solchen Momenten ist es schwierig überhaupt einen Text zu einem Act zu verfassen. Gibt es doch im Netz außer die immer gleichen Infos kaum bis gar nichts über den Act zu finden. Im Falle von Adelphi Music Factory musste man schon etwas tiefer in die Producer-Struktur schauen, um rauszufinden, dass die Vocals auf Javelin (Calling Out Your Name) ein Sample der amerikanischen Gospel-Sängerin LaShun Pace sind, die den Song It’s Me Oh Lord (Acapella Praise) bereits auf ihrem 2011er Album Reborn veröffentlichte. Recherchiert man weiter, wird bei dem Namen Mark Summers schnell klar, dass hier ein ganz großer Produzent Hand angelegt hat. Denn Summers steht wie kaum ein anderer Produzent für euphorische Party-Dancehits der letzten 20 Jahre. So hat er unter anderem für Kylie Minogue, Aphex Twin und Jocelyn Brown Songs produziert und steht mit seinem Label Scorccia Records für eine Musik, die Diskomusik der 70er, Hip-Hop der 80er und 90er House mischt und daraus eine unverwechselbar, tanzbare Musik schafft. Dies zeigt sich nun auch auf Javelin (Calling Out Your Name), bei dem Summers mit weiteren Produzenten unter dem Pseudonym Adelphi Music Factory auftritt und mit den Worten Die Welt ist in Aufruhr. Der Hass wächst, doch der Widerstand auch. Adelphi Music Factory, ein industrielles Kollektiv aus dem Norden, schmiedet mit Javelin eine mit Liebe erfüllte Gospelbombe. The Black Madonna, Denis Sulta, Skream, Artwork und Annie Mac tragen dazu bei, die Botschaft von Schwesternschaft, Brüderlichkeit, Freiheit und Frieden auf den Tanzflächen auf der ganzen Welt zu verbreiten. Dass dies wichtiger denn je ist, zeigt ein Rückblick auf das endende Jahr 2018. Also lasst es uns Adelphi Music Factory gleich tun und feiert mit Javelin (Calling Out Your Name) in das neue Jahr 2019. Ich wünsche Euch einen guten Rutsch und ein gesundes, liebevolles und erfolgreiches 2019! Stay tuned!

Krystal Klear – Irland auf dem Weg in den Disco-Olymp

Es ist dieser Beat, der uns zum Ausrasten bringt. Wie einst Pop Muzik von M oder Inspector Norse von Todd Terje, hat auch der irische Produzent und DJ Krystal Klear nun einen Song produziert, der seit geraumer Zeit durch die Clubs Europas geistert. Mit Neutron Dance entfacht der in Dublin lebende DJ Dec Lennon, wie er bürgerlich heißt, ein wahres Klangfeuerwerk und besitzt dabei eine Geschwindigkeit, die zum Durchdrehen animiert. Als Liebhaber von Boogie, Funk und House stellt sich Neutron Dance als genau dieser Hybrid heraus, der die verschiedenen Einflüsse aus den 70ern mitnimmt und so arrangiert, damit auch 40 Jahre später der Club noch kocht.

Soul Clap – An einem Sonntag am See

Anders könnte man den Song Moov To Tha Beat, den das US-Amerikanische Produzenten-Duo Soul Clap veröffentlicht hat, nicht beschreiben. Voller klebriger Beats, relaxtem Housebass und den kopfverdrehenden Vocals haben Soul Clap einen der größten Klassiker der 70er Jahre zu Ihrem gemacht. Mit dem Sample von Chaka Khans I’m Every Woman hat das Duo um Eli Goldstein und Charles Levine eine satte Sonntags-Feel-Good-House-Nummer abgeliefert, die zum Open-Air oder zu einem Tag am See passt. Beats so dick wie die Hitze des Sommers lassen Moov To Tha Beats zum perfekten Sommerbegleiter werden.

Jungle – bleiben Jungle

Vor fast genau vier Jahren haben Jungle ihr gleichnamiges Debütalbum Jungle veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt gerade einmal ein Jahr als Band formiert, eroberte das Kollektiv, mit Songs wie Busy Earnin‘ Großbritannien im Sturm. Nach langer Wartezeit, ist das Kollektiv um Josh Lloyd-Watson und Tom McFarland – kurz J und T – nun zurück. Die Planung, ein Musikprojekt aus verschiedenen, kreativen Köpfen zu formen, indem einer für das Artwork, einer für ästhetische Videos und andere in verschiedenen Bereichen tätig werden, ging vollends auf und sorgte dafür, dass Jungle – auch abseits der Musik – als qualitativ extrem hochwertig wahrgenommen wurden. Da verwundert es auch nicht, dass es vier Jahre dauern musste, um neues Material von der Band zu hören. Mit Happy Man und House In L.A. sind sie dafür gleich mit zwei neuen Songs zurück und haben bereits im Vorfeld eine ausgedehnte Welttournee angekündigt. Happy Man spielt mit den typischen Jungle-Elementen aus Funk, Soul, Pop und dem Vibe der 70er Jahre. Immer etwas träge, wird Happy Man zu einer schwoofig, klebrigen Soundmaschine, die einen verschluckt, nach 3:11 Minuten ausspuckt und selig zurücklässt. Jungle beherrschen es, dem Hörer das zu geben, was er von der Band erwartet und gerade deshalb die Nachfrage nach weiteren Songs abermals zu steigern.

Parcels – 70’s-Funk und Disco-Lo-Fi

Sie kommen aus Australien und leben aktuell in Berlin – was bietet sich da besseres an, als Musik zu machen. Dabei kann die 2014 gegründete Band bereits auf bewegende vier Jahre zurückblicken. Hatte alles im kleinen Byron Bay in Australien angefangen, scheint der Ort der Nährboden für Musiker zu sein, kommen doch aus dem nicht einmal 5.000 Einwohnern fassenden Ort die Metalcore-Band Parkway Drive, die Indie-Band The Jezabels und der Komponist Andy Holm. Bei dieser Dichte kennt wohl jeder jeden. Da ist es nur zu verständlich, als Band das Weite zu suchen und sich in einer Stadt einzunisten, in der Musik an oberster Stelle steht. Von Berlin aus äußerst erfolgreich haben Parcels – die aus den fünf Jungs Jules Crommelin, Noah Hill, Louie Swain, Anatole Secret und Patrick Hetherington besteht – bereits drei EP’s veröffentlicht und mit der 2017er Single Overnight sogar Daft Punk, als Produzenten, für sich gewinnen können. Nun sind sie mit der neuen Single Tieduprightnow wieder da und beweisen, dass sie von all dem Rummel nicht genug bekommen können. Dass sie ihre Musik selber als Elektro-Pop bezeichnen, kommt dem gesamten Werk noch nicht einmal annähernd nahe. Denn Tieduprightnow ist eine wunderbare 70’s-Funk-Disco-Lo-Fi-Nummer, die an Daft Punkt erinnert und die Synthies genau an der richtigen Stelle benutzt. Parcels haben mit Tieduprightnow eine passende und sympathische Nummer geschaffen, die wie gemacht für den Sommer ist.

DJ Koze feat. Roísín Murphy – Eleganter Tanz

Mehr als 50 Jahre Musikerfahrung haben die beiden Künstler DJ Koze und Roísín Murphy im Gepäck. Sie – war zehn Jahre lang als House-Duo Moloko erfolgreich und begründete damit ihre spätere Solokarriere. Er – war Anfang der 90er Jahre Teil der deutschen Hip-Hop Band Fischmob und wurde nach deren Auflösung zu einem der angesagtesten House-DJ’s Europas. Beide stehen für melodischen bis harten House, der sich auch nicht scheut einen Popanteil zu haben. Obendrein ist die irische Sängerin Murphy besonders für ihre Bühnenshows bekannt. Nun haben sich beide Künstler für den Song Illumination zusammengetan. Dabei stellt Illumination für DJ Koze, alias Stefan Kozalla, nicht nur die zweite Single aus seinem Anfang Mai erscheinenden Album Knock Knock, sondern auch den ersten Song mit Gesangsanteil dar. Dass es keine bessere Künstlerin, als Murphy dafür geben kann, betont er daher auch in jedem Interview nur zu gerne. Auf Illumination treffen sich so fließende Housebeats mit Murphys engelsgleicher Stimme und lassen dabei den Vibe der 70er Jahre aufkommen. Modern und klassisch zugleich ist Illumination DER Song für Sonnenaufgänge und -untergänge oder für die Afterhour. Sprich – ein perfekter Begleiter.

Bløf – Von Frankfurt Oder nach Zoutelande

Es ist, als würden wir die Zeit zurückdrehen. Zurück in die 60er/70er Jahre, als Songs noch multilingual produziert wurden und somit der gleiche Song in verschiedenen Sprachen europaweit zum Hit wurde. Nun – im Jahr 2018 – haben wir diesen Fall abermals, vorerst allerdings nur auf zwei Länder bezogen. In einer Zeit, in der Songs als das erfolgreich sein müssen, für das sie produziert wurden, scheuen viele die waghalsige Investition in andere Länder oder verbieten gar die Nutzung durch andere Künstler. Nicht so bei Bosse – der hat nämlich der unglaublich erfolgreichen niederländischen Pop/Rockband Bløf die Freigabe gegeben, seinen Song Frankfurt Oder auf Niederländisch zu singen. Dabei haben sich Bløf den Song zu eigen gemacht und auch etwas angepasst. Durch die Unterstützung der  belgischen Sängerin Geike Arnaert – die gleichzeitig Frontsängerin der Band Hooverphonic ist – gibt Zoutelande genau das Gefühl von Sehnsucht wieder, das Bosse und Anna Loos auch auf Frankfurt Oder transportiert haben. Somit hat die Version Bløfs kein bisschen an Reiz verloren, steht deshalb auch zu Recht seit zwei Wochen auf Platz 1 der niederländischen Charts und erinnert uns gleichermaßen an die grandiose Originalversion von Bosse.