Anfang des Jahres hatte Paula Carolina mit Schreien! einen so großen NDW-Song veröffentlicht, dass man sich sicher war, sie würde die Fahne in die Hand nehmen, vorneweg laufen und eine neue Welle der NDW entfachen. Immerhin gibt es gerade eine nicht gerade kleine Welle mit Acts, die auf diesen Sound aufsteigen. Und auch wenn Carolina noch nicht sichtbar mit der Fahne läuft, ist ihr mit dem nun veröffentlichten Song Das Ende ein noch viel größerer Wurf gelungen. Denn was sich hier auf Das Ende abspielt, ist nicht weniger als die Dystopie eines letzten Tages auf der Erde. Schon K.I.Z. hatten 2015 über den Weltuntergang gesungen und gerappt. Schon damals ein riesiger Erfolg und mit 600.000 Einheiten ausgezeichnet, ist er heute ein fester Bestandteil einer jeden Playlist. Waren KIZ auf Hurra die Welt geht unter kraftvoll, besingt Carolina das Ende unglaublich gefasst. Hier malt die Sängerin ein Bild von brennenden Häusern, Ruinen und einer seit Jahren fehlenden Sonne. Mit der Referenz an Felix Kummers Der letzten Song (Alles wird gut) greift sich die Sängerin schließlich die Hand des Anderen und bietet an, diese zu halten.

Carolina singt die Worte Und ich weiß, du hast grad Angst. Doch ich halt‘ deine Hand. Das ganze Ende lang. Von Anfang an. Ja, ich weiß, du hast grad Angst so gefühlvoll, so mächtig, bleibt dabei stimmlich erhaben aber gleichzeitig meint man auch in ihr eine gewisse Angst zu hören. Damit ist Das Ende so viel mehr, als nur „die nächste Single“. Mit Bezug auf die aktuellen Bilder aus aller Welt oder einfach nur vor unserer eigenen Haustür wird es immer schwerer, daran zu glauben, dass sich alles noch zum Guten wendet. Mit Das Ende berührt Caroline, sie regt zum Nachdenken an, zur Traurigkeit, zum Zweifeln und zum Mut machen. Das alles in 3:44 Minuten gepackt reicht, um uns für diese Zeit völlig rauszuholen und in ein Gespräch mit uns selbst zu bringen. Dabei bleibt Carolina dem Grundsound der Neuen deutschen Welle treu und hebt den Song dank hallendem Gesang, schwebenden Harmonien und vibrierenden Synthies auf eine ganz eigene Ebene. Paula Carolina wird damit zu einer der größten Hoffnungen für die kommenden Monate und lässt auf ein – hoffentlich – baldiges Album blicken.