Fickle Friends – Leben den Moment

Es ist erst ein halbes Jahr her, das die südenglische Band Fickle Friends ihr Debütalbum You Are Someone Else veröffentlichte. SOML begleitet die Fickle Friends bereits seit nunmehr über vier Jahren und hat mit einem Interview im Frühjahr 2015 deren Entstehungsphase festgehalten. Nun haben die Brightoner mit Palmeira Music ihr eigenes Plattenlabel gestartet, auf dem sie ihre neue EP Broken Sleep am 9. November veröffentlichen werden. Darauf enthalten ist die nun veröffentlichte Single The Moment. Diese hält genau das Gefühl fest, welches die Band bei ihrer aufregenden US-Tour erlebt hatte. Mit Konzerten in 9 US-Städten und einem Tag frei in Las Vegas, haben die fünf Briten ein Musikvideo aufgenommen, welches exakt das widerspiegelt, was die Band seit Monaten erlebt – den Moment genießen, und darüber hinaus auch noch darüber schreiben. Damit ist The Moment wieder in typischer Fickle Friends Manier geschrieben und klingt nach klebrig, süßen 80er-Jahre Pop. Fickle Friends zeigen so, einmal mehr, dass sie wissen, wie ein perfekter Pop-Song klingen muss und verbinden dabei ganz nebenbei noch ihre Erlebnisse der letzten Monate.

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Yaeji – Das New Yorker Genie legt nach

Warum den Wochenstart mit den typischen I don’t like Mondays… Gefühl beginnen, wenn uns die New Yorker Künstlerin Yaeji mit einem neuen Song das Wochenende – gefühlt – verlängern könnte?! Mit Raingurl hatte sie bereits im letzten Winter die Clubs beherrscht und eine jede Homeparty zum ausrasten gebracht. Dass ihre Musik diese Reaktionen hervorruft, liegt daran, dass Yaeji im New Yorker Stadtteil Brooklyn ihre eigenen Partys veranstaltet, die in leerstehenden Lagerhallen stattfinden und so ganz genau weiß, wann welcher Beat gesetzt werden muss. Mit One More schenkt uns Yaeji einen weiteren Song, bei dem wir das Gefühl dieser – mittlerweile – legendären Partys nun auch weltweit nachempfinden können. Mit einem Hybrid aus englischer und koreanischer Sprache und reduzierten aber auf dem Punkt bringenden Beats ist One More eine Mischung aus Lounge-Musik und Elektrosound einer feierträchtigen Nacht. Yaeji hatte bereits im Mai für ausverkaufte Clubs rund um den Globus gesorgt und wird mit One More die Nachfrage mit Sicherheit weiter steigern können.

Justice – French House S.O.S.

2016 hat das französische Duo Justice seine dritte Platte Woman veröffentlicht, da kam nun vor drei Wochen das Remix-Album Woman World Wide raus. Mit auf der Platte sind Songs wie Audio, Video, Disco, D.A.N.C.E., Safe And Sound, Stress und We Are Your Friends. Zusätzlich auf dem Remixalbum enthalten ist Love S.O.S. (WWW) in einer Version, die so typisch nach French-House und nach den jungen Justice klingt, dass man sich fast zehn Jahre zurückkatapultiert fühlt. Mit wirbelnden Beats, dem Gesang von Remuald und deutlich satterem Sound ist Love S.O.S. (WWW) nun bereit für die Tanzfläche. Im direkten Vergleich klingt die Originalversion zum nun veröffentlichten Remix schneller, voller und intensiver. Justice haben mit dem Woman World Wide Remix-Album ein Album veröffentlicht, dass für sich selbst steht und nicht den Weg eines gewohnten Remix-Albums einschlägt. Dabei zeigt Love S.O.S. alle Facetten des französischen Duos in voller Vielfalt.

Mumford & Sons – Folk für die ganz große Bühne

Mit ihrem dritten Album Wilder Mind hatte das Londoner Folk-Quartett eine neue Ära eingeläutet. Mit einem Sound, der deutlich elektronischer war, eckte die Band 2015 zuerst bei den Fans der ersten Stunde an. Wurden sie doch wegen ihres herzlichen Folk-Rocks geliebt und hatten somit auf Wilder Mind eine ganze Menge ihrer Identität verändert. Doch, dass dies ihre bandinternen Laufbahn voran brachte, indem sich die Band aus ihrer Komfortzone entfernt hatte, zeigte der Zuspruch, der auf die Veröffentlichung des Albums folgte und der sich in einer ausverkauften Tour widerspiegelte. Nur ein Jahr später folgte mit der Johannesburg EP ein weiterer Schritt zur Öffnung des Sounds. Hier spielten sie zusammen mit Baaba Maal und Beatenberg Songs ein, die das afrikanische Gefühl präsentierten. Nun sind sie mit der neuen Single Guiding Light zurück und kündigen mit dieser Single auch ihr viertes Studioalbum Delta für Mitte November an. Dabei kehren Mumford & Sons etwas mehr zu ihren Wurzeln zurück und klingen wieder nach mehr Folk. Die elektronische Begleitung dabei nicht außen vor gelassen, benutzen sie diese – nur stark reduziert – im Hintergrund. Typisch für die vier Jungs hat auch Guiding Light die euphorische Wirkung eines Mumford & Sons Songs, jedoch wird dies hier ungewohnt hinausgezögert und setzt erst nach etwas mehr als zwei Minuten ein. Guiding Light bietet die perfekte Brücke zwischen all den Klangausflügen des letzten Albums, sowie der letzten EP und verbindet nicht nur ihre Musik, sondern auch wieder tausende von Menschen.

Razorlight – Mit Paukenschlag zurück

Es könnte das Comeback des Jahres sein. Die seit 2008 in der Versenkung verschwundenen Indie-Rocker von Razorlight sind zurück! Und das nicht etwa marktgerecht mit einer neuen Single, sondern gleich mit vier neuen Songs. Dazu auch immer das passende Musikvideo, bilden die vier Songs ein wunderbares Farbmuster. Dabei war es Frontsänger Johnny Borrell wichtig, den Fans – die so lange warten mussten – mehr zurückzugeben, als nur eine Single. Ist außer Borrell kein Mitglied der Ursprungsband mehr vorhanden, behalten Razorlight die Attitüde, eine waschechte Indie-Rock Band zu sein. So war es auch Borrells Intention, ein Album zu machen, dass die Hochzeit des britischen Indies der 2000er feiert und vor allem der Band viel Spaß machen sollte. Hört man sich die Singles Sorry?JapanrockGot To Let The Good Times Back Into Your Life und Olympus Sleeping an, erkennt man dies in jeder Sekunde. Dabei zeugen die Songs von einer Aufarbeitung und gleichzeitig auch Abrechnung der letzten Jahre. Mit viel Gitarre, enthusiastischem Gesang Bordells und der typischen Chucks-Tanzmusik sind Razorlight mit so viel Wucht zurück, dass man sich fast nicht vorstellen kann, ein ganzes Jahrzehnt sei vorbeigegangen. Da holen wir gleich die Chucks aus dem Schrank und melden uns für die nächste Indiedisco an. Entscheidet selbst, welches der vier Songs Euch am besten gefällt.

Zayn feat. Timbaland – Frischling vs. Altmeister

Zugegeben, die Überschrift passt nicht so ganz. Ist Zayn Malik doch längst kein Frischling mehr. Doch im Vergleich zu Timbalands fast 30 jähriger Karriere sind Maliks 8 Jahre noch recht überschaubar. Nach seinem 2016er Nummer-Eins Debüt Mind Of Mine hat Malik nun mit der Single Too Much die Hoffnung auf ein baldiges, zweites Album genährt. Dafür hat sich der britische Sänger den Star-Produzenten dazugeholt. Mit seinen unzähligen Hit-Songs und -Alben hat Timbaland in seiner Laufbahn bereits Millionen von Platten verkauft – nun treffen sich Timbalands pumpende Beats, sein typisches Echo und der Vocoder-verzerrte Gesang mit Maliks smartem R&B. Dabei erinnert er ein wenig am Marios Let Me Love You, ist einfühlsam, romantisch und verträumt. Auf Too Much treffen sich moderner und klassischer R&B von Timbaland und Malik und lassen sowohl neue Fans als auch die Älteren freudig aufhorchen.

Fever Ray – Ein Alias der Kreativität

Es gibt viele Wege, diese Stimme vorzustellen. Karin Dreijer Andersson, Fever Ray, eine Hälfte von The Knife oder Karin Elisabeth Dreijer. Alle führen zur selben Person – denn die schwedische Sängerin ist unter all diesen Namen aktiv. Und selbst hier könnte man die Liste noch verlängern, so hat Dreijer unter anderem bei Songs von Röyksopp und Deus mitgewirkt. Immer gleich bliebt allerdings Dreijers markante, einzigartige Stimme. Diese changiert irgendwo zwischen fernöstlichem Klang und südenglischem Akzent. Mit Fever Ray hatte Dreijer bereits Anfang 2009 ein Album veröffentlicht, das durch dunklen Elektro-Pop auffiel. Dies sollte für Jahre das einzige Album unter diesem Namen bleiben. Doch als sich die Geschwister Dreijer – das Duo The Knife bestand aus Karin und ihrem Bruder Olof Dreijer – schließlich 2014 für eine Auflösung der Band entschieden, wurde wieder Platz für längst vergangene Projekte. Und so gab es vor einigen Tagen die überraschende Veröffentlichung eines zweiten Albums unter dem Alias Fever Ray. Die Zeit zwischen beiden Alben sollte nicht unbemerkt am Sound Fever Rays vorbeigehen. So ist ihr nun veröffentlichtes Album Plunge deutlich mehr von Synthesizern geprägt und hat mehr verfrickelte Nuancen zu bieten. Auch klingt Dreijer stimmlich weicher und präsenter denn je. Die erste Singleauskopplung To The Moon And Back hört sich daher deutlich poppiger und froher an, als man es von Fever Ray bisher gewohnt war. Wagt sich Dreijer musikalisch eh stets mehr als andere Künstler, wird auf To The Moon And Back deutlich, wie weit sich die Sängerin zwischen Pop, Indie und Elektro austobt. Dabei klingt To the Moon And Back modern, schnell und immer auch mit einem Hang nach einem Überhitzen der Synthesizer an – und somit wiederum typisch nach Karin Dreier Andersson.